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Wieder nach Rückstand: Sieg in Norderstedt

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Wieder nach Rückstand: Sieg in Norderstedt

FC Eintracht Norderstedt – SC Weiche Flensburg 08 1:4 (1:0)

24. August 2026

Der SC Weiche Flensburg 08 hat zum Auftakt des 5. Spieltags der Regionalliga Nord zumindest vorübergehend die Tabellenspitze übernommen und den starken Saisonstart weiter ausgebaut. Beim vierten Liga-Sieg hintereinander gewannen die Flensburger am Sonntagnachmittag nach einem 0:1-Pausenrückstand beim FC Eintracht Norderstedt mit 4:1-Toren. Weiche profitierte bei frühherbstlichem Fußballwetter mit etwas Sonne und etwas Regen vor 682 Zuschauern im Edmund-Plambeck-Stadion in der zweiten Halbzeit von der großen Klasse in der Offensive. Der Norderstedter Trainer Özden Kocadal zeigte sich frustriert über die Niederlage im schleswig-holsteinischen Nord-Süd-Landesduell. Unser Cheftrainer Tim Wulff sagte: „Nach 90 Minuten steht es 4:1. Dementsprechend bin ich sehr, sehr zufrieden. Vielleicht ist das Ergebnis hintenheraus etwas zu hoch. Es sind drei Punkte geworden. Mehr geht nicht.“ Weiche schloss die „englische Woche“ damit optimal mit drei Siegen ab.

Nur vier Tage nach dem 2:1-Erfolg bei der U 23 des SV Werder Bremen änderte Tim Wulff seine Startelf auf zwei Positionen. Für Benjamin Lamce und Ilir Serifi rotierten wieder Torben Marten und der Ex-Norderstedter Nick Selutin in die Anfangsformation. Zur Pause kam Ilir Serifi. Außerdem wurden im Verlauf der zweiten Halbzeit Benjamin Lamce, Maksym Tytarenko, Joshua Nwokoma und Brandolf Duah eingewechselt. Torhüter Nils Bock sowie Tanyel Eckstein, Samuel Hust und Thies Richter zählten ebenfalls zum Spieltagskader. Die Rekonvaleszenten Bjarne Schleemann, Marcel Cornils und Randy Gyamenah, zudem Joshua Hansen und der verletzte Alexander Laukart fehlten in Norderstedt.Linksverteidiger Daniel Schaen kam – über etwas mehr als 60 Minuten – am Vortag bei unserer U 23 im Landesligaspiel gegen den Heikendorfer SV (1:2) nach mehrmonatiger verletzungsbedingter Pause zu seinem Comeback. Bjarne Schneider saß bei jenem Spiel als Torhüter auf der Bank.

Norderstedt musste erstmals auf den mit Kreuzbandriss lange Zeit ausfallenden Torhüter Lars Huxsohl verzichten. Wie erwartet wurde er von Dave Ceesay ersetzt. Außerdem gab es drei weitere Wechsel gegenüber der Startelf von der vorherigen 1:4-Liga-Niederlage in Oldenburg. Dane Kummerfeld, Jorge Camacho und der ehemalige Weiche-Spieler Erjanik Ghubasaryan begannen für Leon Pesch, Milad Nejad (beide verletzungsbedingt nicht im Kader) und Luca Palzer (zunächst auf der Bank).

In der ausgeglichenen Anfangsphase sahen die Zuschauer zwei konzentriert arbeitende Mannschaften, die sich keine Blöße geben wollten. So gab es zunächst keine Torchancen. Gleich die erste Möglichkeit der Platzherren saß dann. Im Anschluss an einen Eckstoß, den Weiche nicht gelöscht bekam, konnte Jonas Behounek von halblinks die Murmel zum 1:0-Führungstor der Eintracht ins lange Eck schlenzen (17.). In der Folge lagen bei Norderstedt die Vorteile, wenngleich nach einem Zusammenstoß der Köpfe zwischen Fabian Grau und Kevin Ntika der Eintracht-Innenverteidiger erst noch mit dickem Kopfturban weiterspielte (20.), ehe er wegen einer 5 cm langen Platzwunde, die genäht wurde, ausgewechselt werden musste (34.). Beinahe schien es, als sei die Flensburger Mannschaft von der Aggressivität der Platzherren etwas überrascht. Josh Görtzen kam aus zentraler Position zum Abschluss, doch der Ball ging direkt auf SC-Torhüter Ronny Seibt (26.). Der zuweilen über erstaunlich viel Spielraum verfügende Jonas Behounek traf – wohl leicht abgefälscht – krachend die Latte (32.). Den Kopfball aus Nahdistanz des da noch auf dem Platz befindlichen Fabian Grau nach einem Eckstoß von Dane Kummerfeld parierte Ronny Seibt ebenso (33.) wie kurz vor der Pause, als Ezra Ampofo von halblinks nach einem Steckpass von Leo Bera allein auf ihn zulaufen konnte (41.).

Vor der Pause lief bei Weiche nicht viel zusammen. Bei einem Kopfball von Kevin Ntika nach einem Eckstoß von Erolind Krasniqi klärte Dane Kummerfeld vor der Linie (21.). Eine gute Freistoßposition konnte Erolind Krasniqi nicht nutzen (29.). Die beste Chance ließ dann Erolind Krasniqi aus, der nach Vorarbeit von Nick Selutin und kurzer Ablage von Rasmus Tobinski mit seinem guten Abschluss am Torhüter der Norderstedter Dave Ceesay scheiterte (30.). Die Pausenführung der Platzbesitzer war dennoch vollauf verdient. Die Flensburger wirkten hingegen genervt von der Gegenwehr der Eintracht.

Mit dem Wiederanpfiff wurde Weiche zwingender und alsbald belohnt. Nach Spielverlagerung über Kevin Ntika und Nick Selutin netzte Rasmus Tobinski im Zentrum die Eingabe von Ibrahim Bashiru Ali von rechts aus Nahdistanz zum 1:1-Ausgleich ein (51.). Doch Norderstedt blieb im Spiel. Der Ex-Flensburger Erjanik Ghubasaryan scheiterte mit seinem Abschluss von der Strafraumkante an Ronny Seibt (54.), der auch den Schuss von Jonas Behounek parierte (60.). Dane Kummerfeld schoss einen Freistoß knapp vorbei (64.). Weiche hatte ebenfalls Möglichkeiten. Ibrahim Bashiru Ali prüfte nach einer Seitenverlagerung von Nick Selutin aus spitzem Winkel Torhüter Dave Ceesay (58.). Der Kopfball von Rasmus Tobinski nach Linksflanke von Ole Wagner zischte am kurzen Eck vorbei (67.). Dann passierte es. Auf der rechten Seite warf Ibrahim Bashiru Ali schnell auf Rasmus Tobinski ein, dessen Zuspiel ins Sturmzentrum verwertete Erolind Krasniqi sehenswert mit der Hacke zur Ablage für Ilir Serifi, der die Kugel nur noch ins lange Eck zur Flensburger Führung schieben musste (75.).

Die Partie blieb unterhaltsam, und die Gastgeber waren noch nicht geschlagen. Den Kopfball vom Fünfmeterraum vom Debütanten Ediz Eroglu, der gerade erst vor ein paar Tagen von der U 19 des FC St. Pauli verpflichtet worden war, nach Flanke von Dane Kummerfeld parierte wieder Ronny Seibt (83.), der auch beim Versuch von Jonas Behounek zur Stelle war (89.). Dennoch: Weiche wurde nun mit dem zur Verfügung stehenden Platz immer gefährlicher. Den abgefälschten Schuss von Ibrahim Bashiru Ali aus gut 16 Metern pflückte Dave Ceesay sicher (78.). Dann schob Rasmus Tobinski die Murmel mit viel Übersicht ins lange Eck, sodass sich Dave Ceesay vergeblich streckte (84.). Vorausgegangen waren eine Aktion von Ibrahim Bashiru Ali wieder über die diesmal stärkere rechte Seite, eine Flanke von Theo Behrmann, eine Ballkontrolle von Erolind Krasniqi im Sechzehner mit Zuspiel auf Ole Wagner, der wiederum auf halblinks den Torschützen bediente, der nun bereits zu seinem achten Saisontreffer einnetzen konnte. Nachdem Maksym Tytarenko im Konter und nach Doppelpass mit Torben Marten die Kugel am linken Pfosten vorbeigelegt hatte (90.+2), nutzte Weiche die letzte Konterchance zum 4:1-Endstand. Benjamin Lamce hatte einen Angriff abgefangen und Erolind Krasniqi in die Spur geschickt. Unser Spielmacher ging von halblinks im Zweikampf mit Leo Bera auf den gegnerischen Schlussmann zu und passte uneigennützig nach rechts hinüber, wo Joshua Nwokoma mitgelaufen war, der das Spielgerät locker versenken konnte (90.+3). Mit einer solchen Wendung im Spiel war wahrlich lange Zeit nicht zu rechnen gewesen. Dazu lieferten die Platzbesitzer eine sehr engagierte Partie ab, doch fehlte ihnen in manchen Abschlusssituationen jene Kaltschnäuzigkeit, die bei Weiche in den zweiten 45 Minuten vorhanden war.

Bei Norderstedt waren Mittelfeldregisseur Jonas Behounek und der rechte Flügelspieler Jorge Camacho die auffälligsten Akteure. Die besten Noten bei Weiche konnten sich Torhüter Ronny Seibt und Doppeltorschütze Rasmus Tobinski verdienen.

In der nächsten Liga-Begegnung hat Weiche am 6. Spieltag wieder Heimrecht. Dann wird am Samstag, 29. August 2026, ab 14 Uhr der SV Atlas Delmenhorst im Manfred-Werner-Stadion gastieren.

Norderstedt: Ceesay – Bera, Grau (34. Frahm), Fionouke, Kummerfeld – Ghubasaryan (71. Eroglu) – Camacho (86. Kufrin), Görtzen, Behounek, Ampofo (76. Palzer) – Krüger (Kap./86. Gutmann). Trainer: Kocadal.

Weiche: Seibt – Behrmann (87. Duah), Duru, Ntika (Kap.), Wagner – Marten, Celotto (46. Serifi) – Selutin (64. Lamce), Krasniqi, Bashiru Ali (87. Nwokoma) – Tobinski (85. Tytarenko). Trainer: Wulff.

Tore: 1:0 Behounek (17.), 1:1 Tobinski (51.), 1:2 Serifi (75.), 1:3 Tobinski (85.), 1:4 Nwokoma (90.+3).

Zuschauer: 682 im Edmund-Plambeck-Stadion, Norderstedt.

Schiedsrichter: Nils Musekamp (SV Adler Messingen).

Verwarnungen: Görtzen (Foul an Marten, 27.), Eroglu (Foul an Ntika, 80.)/Behrmann (Foul an Camacho, 24.), Celotto (Foul an Camacho, 37.), Serifi (Foul an Görtzen, 63.).

Trainerstimmen

Der Norderstedter Trainer Özden Kocadal sagte: „Herzlichen Glückwunsch an Weiche. Aus meiner Sicht sind alle, die es mit Norderstedt halten, heute extrem enttäuscht, weil weder in der Höhe noch allgemein hätte die Niederlage sein müssen. Im Unterschied zu Flensburg fehlt es uns an Konsequenz in der Verteidigung. Flensburg war da deutlich giftiger, galliger. Uns fehlen Cleverness und Abgezocktheit. Beim 2:1 pennen wir bei einem Einwurf. Mit unseren Chancen sind wir fahrlässig umgegangen. Flensburg hat aber auch eine unfassbare Qualität im Angriff. Für mich haben wir heute zu wenig getan, um hier zu gewinnen.“

Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Wir haben heute gegen einen richtig guten Gegner gespielt. Aus meiner Sicht liegen wir zur Halbzeit verdient hinten. Die Pausenführung ging in Ordnung. Wir haben einfach keine gute erste Halbzeit gespielt. Nach 90 Minuten aber steht es 4:1. Dementsprechend bin ich sehr, sehr zufrieden. Vielleicht ist das Ergebnis hintenheraus etwas zu hoch. Norderstedt hatte viele Chancen gehabt. Aber wir hatten einen guten Torwart. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Chancen in Tore umgesetzt. Jetzt sind es drei Punkte geworden. Mehr geht nicht. So haben wir die ‚englische Woche‘ mit maximalem Erfolg abgeschlossen. Norderstedt wünsche ich viel Gesundheit und maximalen Erfolg. Ihr habt eine gute Truppe, die unangenehm zu bespielen ist. Wir sind froh, dass wir das Spiel nun weghaben.“

Erolind Krasniqi sagte: „Wir wollten das Spiel unbedingt ziehen. Die erste Halbzeit war aber nicht gut von uns. Wir wussten aber, dass wir immer zurückkommen können. In der zweiten Halbzeit haben wir dann die Chancen genutzt. Ich freue mich für alle in der Mannschaft.“