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Was für ein Abend! 3:0-Sieg im Spitzentreffen

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Was für ein Abend! 3:0-Sieg im Spitzentreffen

SC Weiche Flensburg 08 – SV Drochtersen/Assel 3:0 (2:0)

17. Oktober 2026

Der beinahe sensationelle Siegeszug des SC Weiche Flensburg 08 durch die Regionalliga Nord geht weiter! Auch der unmittelbare Verfolger und selbsternannte Top-Favorit SV Drochtersen/Assel konnte zum Auftakt des 14. Spieltags unsere Mannschaft nicht stoppen. Weiche gewann das mit großer Spannung erwartete Spitzenspiel des aktuellen Liga-Ersten gegen den Tabellenzweiten am Freitagabend unter Flutlicht vor 1.540 größtenteils begeisterten Fans am Ende überraschend klar mit 3:0 (2:0)-Toren. Auf dem sehr gut bespielbaren Rasen sah es bei herbstlichem Wetter mit Temperaturen um zehn Grad und zeitweise zartem Nieselregen lange Zeit nicht nach einer solch klaren Angelegenheit gegen die ambitionierten Gäste aus, die nach acht Spielen ohne Niederlage, davon sieben mit Siegen, als „Mannschaft der Stunde“ angereist waren. Letztlich blieben die Kehdinger aber auch im elften Anlauf in Flensburg sieglos, mussten zum neunten Mal eine Niederlage quittieren und erzielten zum achten Mal im Manfred-Werner-Stadion kein Tor. Gästetrainer Oliver Ioannou sprach auf der Pressekonferenz nach den selbst für neutrale Besucher sicherlich interessanten und intensiven 90 Minuten von einem gebrauchten Tag. Unser Cheftrainer Tim Wulff sagte: „Ich kann gar nicht viel kritisieren, ich habe eine junge Truppe auf dem Platz, die so viel Gas gibt, so viel Leidenschaft an den Tag legt. Da ist man als Trainer einfach nur stolz.“

Der zuletzt beim 4:0-Sieg in Todesfelde erkrankt fehlende Ole Wagner kehrte wieder in die Startelf zurück, sodass Brandolf Duah nach sehr guten Partien dennoch auf der Bank Platz nehmen musste. Es blieb die einzige Änderung. Im Verlauf der zweiten Halbzeit wurde Maksym Tytarenko eingewechselt. Erst in den Schlussminuten kamen zudem Randy Gyamenah, Joshua Nwokoma, Bjarne Schleemann und Ilir Serifi ebenfalls zum Einsatz. Zum Aufgebot des Spieltags gehörten ferner Torhüter Nils Bock, Brandolf Duah, Samuel Hust und Nick Selutin. Neben den verletzten bzw. im Aufbautraining befindlichen Uchechi Duru, Torben Marten, Alexander Laukart und Joshua Hansen – er wird mit schwerer Knieverletzung über Monate ausfallen – waren auch Torhüter Bjarne Schneider, Daniel Schaen und Thies Richter nicht im Kader.

Bei der SV Drochtersen/Assel gab es gegenüber der Startelf vom jüngsten 3:0-Sieg beim Bremer SV keine Änderungen. Damit saß der etatmäßige Kapitän Nico von der Reith bei Anpfiff nur auf der Bank. Im Tor der SV D/A stand – wie erwartet – der Ex-Flensburger Jesper Heim.

Die Gäste deuteten sofort an, dass sie gewillt waren, in Flensburg erstmals zu gewinnen, um die angestrebte Tabellenführung zu übernehmen. Den ersten Abschluss hatte Torjäger Tom Sanne, dessen Schuss aber noch geblockt und dann von Torhüter Ronny Seibt aufgenommen werden konnte (1.). Auch in der Folge blieb Drochtersen/Assel die optisch überlegene Mannschaft mit deutlich mehr Ballbesitz und einem Plus an Abschlüssen. Der Schluss von Niclas Dühring aus der Distanz lag noch zu hoch (9.). Sein direkt getretener Freistoß aus etwas über 20 Metern knallte an die Latte, wobei Ronny Seibt mit den Fingerspitzen noch am Runden war, sodass es Eckstoß gab (15.). Und nach einer Irritation im Weiche-Strafraum kam der anfangs sehr agile Allah Aid Hamid zum Kopfball, den Ronny Seibt parieren konnte (18.). Es schien nur eine Frage der Zeit, wann sich der Tabellenzweite belohnen würde, zumal unsere Mannschaft nur kurze Ballbesitzphasen hatte. Raul Celotto hatte den ersten Abschluss für Weiche. Sein Schuss lag etwas zu hoch (13.). Es war für lange Zeit die einzige nennenswerte Offensivaktion der Platzherren. Ansonsten war die Startphase von gegenseitigem Respekt bei optischen Vorteilen für die Gäste geprägt.

Die ersten Anzeichen auf eine Wende in der Partie gab es Mitte der ersten Halbzeit. Christopher Schepp vergab aus Nahdistanz eine Gäste-Chance, als Ole Wagner die Situation auf der Torlinie bereinigen konnte. Im Gegenzug ging es blitzschnell, Marcel Cornils tauchte nach halbhohem Diagonalball von Erolind Krasniqi frei vor dem Drochtenser Kasten auf, schlenzte die Murmel an den rechten Pfosten (23.). Die Aktion verfehlte nicht ihre Wirkung. Nun war Weiche im Spiel – und ging nach einem satten Schuss von Marcel Cornils aus gut 20 Metern in die linke Ecke etwas überraschend in Führung (33.). Torhüter Jesper Heim war chancenlos, nachdem Raul Celotto auf unseren neuen alleinigen Regionalliga-Rekordtorschützen abgespielt hatte. Für „Corni“ war es der 62. Treffer in der vierten Liga, mit dem er sich nun vor seinen Trainer Tim Wulff (61) an die Spitze setzte.

Zur Pause stand es sogar 2:0, weil der „Künstler“ Erolind Krasniqi noch einen direkten Freistoß von halblinks aus gut 20 Metern treten durfte. „Ero“ hob die Murmel mit rechts über die Mauer ins linke Eck – unerreichbar für Jesper Heim (43.). Der Pausenstand spiegelte nicht unbedingt die Spiel- und Chancenanteile der gesamten ersten Halbzeit wider, aber das konnte Weiche völlig egal sein.

Die diesmal in weißen Trikots und blauen Hosen angetretenen Kehdinger reagierten zur Pause und brachten Ole Wohlers neu ins Spiel. Die zusätzliche Offensivkraft zeigte sich gleich, doch SC-Torhüter Ronny Seibt war bei dem Schuss zur Stelle (53.). Auf der Gegenseite reagierte Jesper Heim bei einem abgefälschten Schuss von Marcel Cornils stark (54.). Drochtersen versuchte weiterhin, das Geschehen an sich zu reißen. Christopher Schepp vergab eine gute Schussposition unkonzentriert und setzte die Murmel deutlich über das Gehäuse (61.). Weiche stand phasenweise nun sehr tief, ließ den Gegner bis gut 30, 35 Meter vor dem eigenen Kasten kombinieren. Es gab auch noch ein paar Möglichkeiten für die Gäste. Benjamin Lamce klärte einmal in höchster Not (68.), Tom Sanne, von dem nun nicht mehr viel zu sehen war, verzog vom Strafraum (74.). Der von den Gästen, die einige anfangs noch lautstarke Anhänger mitgebracht hatten, herbeigesehnte Anschlusstreffer fiel nicht, weil Weiche stark verteidigte und einen exzellenten Torhüter in den Reihen hatte.

Mit zunehmender Spielzeit wurde klarer, dass der SC noch einen guten Konter zur Entscheidung setzen müsste – und die Umschaltmomente kamen. Den Schuss des gerade eingewechselten Maksym Tytarenko parierte Jesper Heim (64.) ebenso wie jenen von Erolind Krasniqi (69.). Einen weiteren Versuch vom Flensburger Spielmacher lenkte der „D/A“-Torhüter mit starker Abwehr geradeso noch um den Pfosten (77.). Geschickt von Erolind Krasniqi kam nun auch Ibrahim Bashiru Ali in Fahrt, doch der Abschluss unseres Flügelspielers aus vollem Lauf rutschte ihm etwas über den Schlappen und ging links am Gehäuse vorbei (79.). Weiche setzte mit diesen Aktionen aber klare Zeichen, und so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Entscheidung fällt. Knapp fünf Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit war es soweit. Erneut von Erolind Krasniqi in Szene gesetzt schoss Ibrahim Bashiru Ali vom Sechzehner flach ab, und die Murmel flutschte – wieder unerreichbar für Jesper Heim – genau in die linke Ecke (85.). Die übrigen Minuten wurden zu einem Schaulaufen des Spitzenreiters, der nun näher am vierten Treffer war als die jetzt aufsteckenden Kehdinger am ersten.

Die SV Drochtersen/Assel hatte in Niclas Dühring im zentralen Mittelfeld, dem in der ersten Halbzeit auffälligen Allah Aid Hamid auf Rechtsaußen und dem zur Pause eingewechselten Ole Wohlers ihre besten Akteure. Torhüter Jesper Heim konnte sich an alter Wirkungsstätte mit einigen Paraden auszeichnen, war aber dreimal chancenlos. Aus unserer insgesamt geschlossen und stark auftretenden Mannschaft mit einem sehr sicheren Rückhalt Ronny Seibt ragten Tanyel Eckstein mit unaufgeregter Partie als Innenverteidiger und Raul Celotto mit einem enormen Pensum neben dem offensiven „Einfädler“ Erolind Krasniqi noch besonders heraus. Sehr gute Noten verdiente sich zudem der Referee, der das intensive Spitzenspiel herausragend leitete.

Weiter geht es in der Regionalliga mit dem 15. Spieltag am kommenden Wochenende. Unsere Mannschaft reist dann am Sonntag, 25. Oktober 2026, zum FC St. Pauli II. Anpfiff im Edmund-Plambeck-Stadion wird um 14 Uhr sein.

Weiche: Seibt – Behrmann, Eckstein, Ntika, Wagner – Lamce (90.+3 Schleemann), Celotto (90.+3 Serifi) – Cornils (62. Tytarenko), Krasniqi, Bashiru Ali (86. Gyamenah) – Tobinski (90. Nowkoma). Trainer: Wulff.

Drochtersen: Heim – Ndure (Kap.), Menke, Dahaba, Elfers (46. Wohlers) – Jo. Wulff, Dühring, Schulz (82. Reith) – Aid Hamid (74. Steinmann), Sanne, Schepp. Trainer: Ioannou/Jagemann.

Tore: 1:0 Cornils (33.), 2:0 Krasniqi (43.), 3:0 Bashiru Ali (85.).

Zuschauer: 1.540 unter Flutlicht im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

Schiedsrichter: Jan-Lukas Meyer (TuS Schwachhausen/Bremen).

Verwarnungen: Krasniqi (Unsportlichkeit, 43.), Hartmann (Sportlicher Leiter/Meckern, 45.+1)/Schulz (Foul an Celotto, 65.), von der Reith (Foul an Krasniqi, 90.+2).

 

Trainerstimmen:

Der Gäste-Trainer Oliver Ioannou sagte: „Glückwunsch an Weiche Flensburg zum Sieg. Ich denke, insgesamt ist er auch verdient und für uns trotzdem ärgerlich, weil wir ordentlich ins Spiel starten, uns einige Standards erspielen und Momente auch da waren, um vielleicht selbst in Führung gehen zu können. Aber da sind so drei Momente in der ersten Halbzeit, bei denen wir unachtsam sind. Da ist eine Flanke, die geblockt wird und zum Konter für Weiche Flensburg führt, der am Ende am Pfosten landet. Da hätten wir ein Stück weit gewarnt sein müssen, weil Weiche sehr gut im Umschaltspiel ist. Beim 1:0 klären wir den Ball nicht richtig aus der Gefahrenzone. Er landet gefühlt 25 Meter vor dem Tor, wird einmal quergelegt, Fernschuss, der dann zur Führung für Weiche Flensburg führt. Das 2:0 ist dann brutal ärgerlich. Es gibt einen Freistoß an der Mittellinie, der langgespielt wird, wir foulen, warum auch immer, 18 Meter vor dem eigenen Tor, und es ist dann ein gut getretener Freistoß. Es steht somit 2:0 zur Pause, obwohl wir wenig falsch gemacht haben. Aber es spricht auch für Weiche Flensburg, dass sie in den richtigen Momenten einfach cleverer waren. Wir waren es nicht. Wir hatten noch eine Druckphase etwa 50. bis 65. Minute, wo wir auch Gelegenheiten hatten. Wenn wir da den Anschlusstreffer erzielen, wird es sicherlich nochmal ein anderes Spiel. Wir haben in der letzten Viertelstunde nochmal probiert, einen anderen Weg zu wählen. Das hat nicht funktioniert – muss man ganz klar sagen. Weiche hatte immer wieder gute Umschaltmomente. Unterm Strich muss man sagen, dass der Sieg verdient war und es für uns ein gebrauchter Tag ist. Trotzdem müssen wir an den ersten 60, 65 Minuten ansetzen. Und dann geht es nächste Woche für uns weiter.“

Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Die Glückwünsche nehmen wir gern an. In der Analyse hast Du (in Richtung seines Trainerkollegen gerichtet/d. Red.) – glaube ich – die richtigen Worte getroffen. In den ersten 20 Minuten sind wir nicht gut in der Partie. Da macht Drochtersen schon das Spiel. Wir haben eine junge Truppe – das sei ihr zugestanden. Wir kassieren trotzdem kein Gegentor. Wir haben versucht, es dann besser zu machen. Nach den 20 Minuten ist uns das auch gelungen. Dann machen wir zum richtigen Zeitpunkt das Tor. Zuvor hatte ‚Corni‘ (Marcel Cornils/d. Red.) noch die riesige Chance. Wir machen zwei Tore vor der Halbzeit, gehen mit einem 2:0 in die Pause. Dass es dann nochmal brutal schwer werden wird, war uns bewusst. Drochtersen hat einfach eine brutale Qualität, die wir bespielen wollten und mussten. Wir haben auch die zweite Halbzeit Stand gehalten. Wir sind in die zweite Halbzeit gegangen: ‚Hej, wir wollen auch die zweite Halbzeit möglichst gewinnen.‘ Das ist ebenso gelungen: erste Halbzeit gewinnen wir 2:0, zweite 1:0. Unterm Strich steht ein 3:0 auf unserer Seite. Es ist ein überragendes Ergebnis gegen Drochtersen/Assel. Ich kann gar nicht viel kritisieren, ich habe eine junge Truppe auf dem Platz, die so viel Gas gibt, so viel Leidenschaft an den Tag legt. Da ist man als Trainer einfach nur stolz. Wir wollen daran weiterarbeiten, damit es Woche für Woche so weitergeht. Es waren sehr schöne drei Punkte vor dem Publikum und gegen den Gegner. Aber jede Woche werden drei Punkte verteilt, und nächste Woche geht es halt weiter. Wir müssen weiterarbeiten, wir müssen weiter gierig bleiben, wir müssen weiter an uns arbeiten. Wir müssen weiter auf uns gucken. Ich weiß, die Ambitionen sollen wir überdenken, es werden wahrscheinlich Fragen aufkommen. Aber wir bleiben ganz klar mit uns selbst. Wir wollen einfach Schritt für Schritt gehen und uns als Mannschaft weiterentwickeln. Wir wollen die Ziele nicht aus den Augen verlieren, weil sich im Fußball so schnell etwas ändern kann. Wir wollen uns alle verbessern, sowohl persönlich als auch als Mannschaft. Das ist uns heute wieder gelungen. Heute haben sich die Jungs zwei freie Tage verdient. Am Montag werden wir weiterarbeiten, um im nächsten Spiel genau da wieder anknüpfen und die nächsten drei Punkte einfahren zu können. Euch (an seinen Trainerkollegen gewandt/d. Red.) eine gute Heimreise und viel Erfolg weiterhin! Wir sehen uns dann im Rückspiel.“