Traumstart in die Liga-„Rest“-Runde
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Traumstart in die Liga-„Rest“-Runde
TuS Blau-Weiß Lohne – SC Weiche Flensburg 08 0:3 (0:2)
Der SC Weiche Flensburg 08 hat am Sonntagnachmittag zum Jahresauftakt der Regionalliga Nord einen starken 3:0-Auswärtssieg gefeiert. Am 23. Spieltag, an dem witterungsbedingt lediglich ein Miniprogramm von drei Partien ausgetragen werden konnte, bezwang unsere Mannschaft den TuS Blau-Weiß Lohne auf dessen schwammigem Geläuf mit 3:0 (2:0)-Toren. Dabei konnte Weiche vor 420 Zuschauern bei meistens feinstem Nieselregen und milden zweistelligen Temperaturen im Lohner Heinz-Dettmer-Stadion vor allem mit einer konzentrierten Mannschaftsleistung überzeugen. Während der gesperrte Christian Neidhart, verantwortlicher Cheftrainer der Gastgeber, von Marlon Wichmann ersetzt werden musste, sagte unser Cheftrainer Tim Wulff nach der Partie: „Alles, was wir uns vorgenommen hatten, ging heute letztlich auf. Es ist unser Tag gewesen. Wir fahren jetzt sehr zufrieden nach Hause.“
In der Liga war Weiche zuletzt am 6. Dezember 2025 gegen Hannover 96 II (1:4) aufgelaufen. Gegenüber jener Partie vor elf Wochen gab es in der Startelf vier Änderungen. Winter-Neuzugang Ronny Seibt kam im SC-Tor zu seinem Debüt, während Nils Bock auf der Bank Platz nehmen musste. Außerdem begannen nach abgesessener „Gelb“-Sperre Theo Behrmann, Uchechi Duru und Sandro Plechaty anstelle der verletzt fehlenden Kevin Ntika und Obinna Iloka sowie Marcel Cornils, der zunächst auf der Bank Platz nahm. Letzterer kam dann zur Pause für den angeschlagenen Ole Wagner, ging aber im Tausch mit Sandro Plechaty ins Mittelfeld. Im Verlauf der zweiten 45 Minuten wurden zudem Thies Richter, Maksym Tytarenko, Marian Sarr und Regionalliga-Debütant Joshua Hansen eingewechselt. Den nur 18 Akteure umfassenden Kader des Spieltags vervollständigte neben Torhüter Nils Bock auch Daniel Schaen, der – wie Joshua Hansen – ebenfalls unserer U-19-Junioren entstammt. Im Aufgebot fehlten außer Kevin Ntika und Obinna Iloka ferner die verletzten Bjarne Schleemann, Torben Marten, Mads Albæk, Maxim Jurk, Alexander Laukart und Randy Gyamenah.
Die Blau-Weißen hatten sogar eine Woche früher, schon am 29.11.2025 bei der 0:1-Heimniederlage gegen den Bremer SV, ihren zuvor letzten Auftritt in der Regionalliga Nord. Gegenüber jener Partie gab es gleich fünf Änderungen in der Lohner Startelf. Für Sandro Heskamp, der seine Karriere zum Jahreswechsel beendet hatte, den aktuell suspendierten Martin Kobylanski sowie Luca Zander, Johannes Sabah und Jannik Zahmel (alle zunächst auf der Bank) begannen Laurenz Pölking, der Ex-Flensburger Torben Rehfeldt, Niklas Tepe, Nico Thoben und Felix Schmiederer. Der zweite Ex-Flensburger, Pelle Hoppe, saß bei Anpfiff zunächst auf der Bank.
Auf dem schmierigen, sehr tiefen Geläuf wurde von Beginn an mehr Fußball gearbeitet als gespielt. Weiche wollte kompakt im Zentrum verteidigen und schnell nach vorn umschalten. Das gelang überzeugend – und gleich der erste Konter saß. Ibrahim Bashiru Ali spielte aus dem Mittelfeld einen schönen Pass nach halbrechts hinaus, wo René Guder genügend Platz hatte. Sein strammer Abschluss landete wie an der Schnur gezogen genau im langen Eck zum 0:1 (9.). Die Platzbesitzer taten sich trotz des vielen Ballbesitzes auch in der Folge schwer, sich Chancen zu erarbeiten. Am nächsten an das Ziel kamen sie zunächst bei einem Kopfball von Felix Schmiederer, doch nach der Flanke von links flog der Ball am SC-Tor vorbei (17.). Weiche hingegen war kurz darauf erneut vor dem Lohner Kasten – und es stand 0:2 (21.). Sandro Plechaty gewann im offensiven Mittelfeld die Murmel, spielte auf rechts zu René Guder heraus, dessen Eingabe Ibrahim Bashiru Ali im Zentrum am Fünfmeterraum direkt ins Tor verlängerte. Der Treffer war einfach glänzend herausgespielt.
Während sich Weiche damit immer mehr in den Kampf hineinsteigerte und jeden gewonnenen Zweikampf abfeierte, fiel es den Blau-Weißen sichtlich schwer, ihren Ballbesitz in Torgefahr umzumünzen. Niklas Tepe setzte seinen Schuss über den Kasten (37.), und SC-Debütant Ronny Seibt war bei einer Eingabe von links von Leonard Bredol vor dem Torjäger Thorsten Tönnies am Ball (43.). Da wirkten die Möglichkeiten unserer Mannschaft nicht minder gefährlich. Nach einem schönen Steckpass auf Dominic Hartmann kam unser Kapitän im Duell mit Laurenz Pölking im Strafraum zu Fall, doch der Strafstoßpfiff blieb aus (38.), wobei unser Schlussmann Ronny Seibt im Gegenzug wieder rechtzeitig zur Stelle war. Und einen satten 25-m-Freistoß von Dominic Hartmann lenkte Torhüter Marko Dedovic mit starker Flugparade sehenswert noch um den rechten Pfosten (41.).
Nach dem Seitenwechsel erwartete Weiche eine Drangphase der Blau-Weißen, aber so richtig konnten die Niedersachsen kein kraftvolles Powerplay aufziehen. Weiche stand kompakt, konnte auch immer wieder Entlastung schaffen. Bei einem Treffer von Luca Zander ging rechtzeitig die Fahne des Assistenten wegen einer Abseitsposition hoch – hier hatte Weiche nach dem langen weiten Ball von Torben Rehfeldt und der Kopfballverlängerung von Felix Schmiederer an der Strafraumgrenze zudem das nötige Glück (54.). Und dann stand sich der Tabellensechzehnte erneut selbst im Wege. Einen zu kurz geratenen Rückpass von Kai Westerhoff auf Torhüter Marko Dedovic erahnte Ibrahim Bashiru Ali, der die Murmel auf halbrechts am Schlussmann vorbei ins Zentrum legte, der mitgelaufene Marcel Cornils hatte keine Mühe, das Streitobjekt aus wenigen Metern zum 0:3 über die Linie zu schieben (65.).
Lohne gab nicht auf und kam dann doch zu ein paar guten Gelegenheiten. Bei einem Kopfball von Torben Rehfeldt nach einem Eckstoß tauchte Ronny Seibt ab, parierte sicher (67.). Thorsten Tönnies schoss von halbrechts über den Kasten (74.). Nochmals kam Torben Rehfeldt nach einem Eckstoß zum Kopfball, die Murmel berührte über Umwege den Außenpfosten (76.). Und bei der besten Gelegenheit parierte Ronny Seibt den indirekten Freistoß im Flensburger Strafraum, getreten von Pelle Hoppe nach Ablage von Luca Zander, mit famoser Parade, als er die Kugel über die Latte lenkte (77.). Die Rettungstat feierte unsere Einheit beinahe wie einen eigenen Treffer. Das war aber auch schon die letzte Chance von Lohne. Eine echte Schlussoffensive kam nicht mehr zustande. Unsere Mannschaft verteidigte mit viel Energie, fuhr noch einige vielversprechende Angriffe, doch ein weiterer Treffer wäre vielleicht auch des Guten zu viel gewesen. Sandro Plechaty schoss von halblinks vom Sechzehner kraftvoll über den Kasten (73.), sodass es beim 3:0-Auswärtssieg blieb.
Auffälligste Spieler bei den Platzherren waren die beiden Mittelfeld-Außenbahn-Akteure Rilind Neziri (rechts) und Leonard Bredol (links), ohne dass sie nun außergewöhnlich viel Wirkung erzielen konnten. Torben Rehfeldt war mit einigen langen Bällen in die Spitze und mit seinen Offensivkopfbällen bei Lohne ein Aktivposten. Aus unserer sehr geschlossen als Einheit auftretenden Mannschaft ohne Ausfälle seien die Offensivkräfte Ibrahim Bashiru Ali (zwei Torvorbereitungen, ein Tor) und René Guder (ein Tor, eine Torvorbereitung) hervorgehoben.
Zur Jahresheimpremiere empfängt der SC Weiche am kommenden Samstag, 28. Februar 2026, den Aufsteiger Altonaer FC 93. Die Partie des 24. Spieltags wird im Manfred-Werner-Stadion um 13.30 Uhr angepfiffen werden.
Lohne: Dedovic – Pölking (82. Zahmel), Rehfeldt, Westerhoff – Neziri, Tepe (46. Zander), Thoben, Westendorf (82. Kankowski), Bredol – Schmiederer (64. Hoppe), Tönnies (Kap./89. Wessels). Trainer: M. Wichmann (i. V. für Neidhart).
Weiche: Seibt – Behrmann, Faleu, Duru, Wagner (46. Cornils) – Ghubasaryan (90.+1 Sarr), Celotto – Guder (71. Richter), Hartmann (Kap./90.+2 Hansen), Plechaty – Bashiru Ali (71. Tytarenko). Trainer: Wulff.
Tore: 0:1 Guder (9.), 0:2 Bashiru Ali (21.), 0:3 Cornils (65.).
Zuschauer: 420 im Heinz-Dettmer-Stadion, Lohne.
Schiedsrichter: Marvin Vogt (SV Börnsen 1948/Hamburg).
Verwarnungen: Schmiederer (Foul an Wagner, 22.)/Cornils (Foul an Bredol, 79.), Richter (Ballwegschlagen, 90.+1).
Trainerstimmen:
Lohnes erstmals verantwortlicher Trainer Marlon Wichmann, der den gesperrten Christian Neidhart vertrat, sagte nach den Glückwünschen zum Sieg: „Wir hatten uns viel vorgenommen, bekommen dann relativ früh einen Nackenschlag. Das hat in der Situation, in der wir sind, die Euphorie bei uns erst einmal gekillt. Man hat versucht, erst einmal einfach weiterzumachen. Generell kann man über die ganze Spielzeit gesehen der Mannschaft nichts vorwerfen. Sie hat alles reingehauen. Dann kriegen wir leider das Zweite, dann gehst Du in die Halbzeit und bündelst noch mal alle Kräfte, und versuchst den Anschlusstreffer zu erzielen. Wie ich schon sagte: Man kann der Mannschaft nichts absprechen. Und dann machen wir leider wieder einen individuellen Fehler und kriegen das 0:3. Danach plätscherte das Spiel so ein bisschen dahin. Nichtsdestotrotz werden wir jetzt nicht wild, sondern müssen schauen, dass wir das, was wir uns vorgenommen haben, weiter daran arbeiten. Wenn wir so weitermachen und weiter so arbeiten, werden von allein die Punkte kommen und wir die Klasse halten.“
Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Nach dem Ergebnis ist es ein schöner Sonntag gewesen. Wir hatten eine schwierige Vorbereitung, waren sehr gebeutelt personell, die Testspielergebnisse waren nicht optimal. Das ist in Lohne sicherlich angekommen. Dementsprechend wollte Lohne unbedingt gegen uns spielen, obwohl klar war, dass die Bedingungen nicht gut sein werden. Das war uns schon bewusst. Aber wir sind in Flensburg auch nicht ganz dumm. Dementsprechend sind wir mit gewisser Wut im Bauch hergefahren. Wir wussten, die Bedingungen würden grenzwertig sein. Da war es mir ein Leichtes, unseren Jungs das so zu vermitteln, dass wir hier alles raushauen. Es musste sich richtig lohnen für uns. Und alles, was wir uns vorgenommen hatten, ging heute letztlich auf. Es ist unser Tag gewesen. Wir fahren jetzt sehr zufrieden nach Hause. Lohne wünsche ich das Beste für die weiteren Spiele.“