Tore, Jubel und gute Laune
Neuigkeiten
Tore, Jubel und gute Laune
SC Weiche Flensburg 08 – Eimsbütteler TV 5:2 (3:1)
Rundum zufriedene Gesichter – sofern sie nicht zu Personen gehörten, die mit den Gästen sympathisierten – waren zum Heimauftakt 2026/27 des SC Weiche Flensburg 08 im Manfred-Werner-Stadion zu sehen. Sieben Tore, davon fünf der Platzherren, viel Kurzweil, ohne dass so richtig Spannung aufkommen musste, würzten für 939 viel applaudierende Zuschauer den trocken-sommerlichen und höchst unterhaltsamen Samstagnachmittag. Am zweiten Spieltag der Regionalliga Nord besiegte unsere Mannschaft den Aufsteiger und Rückkehrer Eimsbütteler TV mit 5:2-Toren. Es war im dritten Aufeinandertreffen mit dem Hamburger Stadtteilverein in der Regionalliga der dritte „Dreier“. ETV-Trainer Can Schultz gratulierte nach der Partie seinem Kollegen zum auch in der Höhe hintenheraus verdienten Sieg. Unser Cheftrainer Tim Wulff sagte: „Grundsätzlich bin ich zufrieden. Unser Anspruch war, dass wir dem Aufsteiger zeigen, dass wir schon eine Ewigkeit Regionalliga spielen. Das ist uns gelungen.“
Nach dem 1:1 vom Liga-Auftakt beim VfB Lübeck nahm Trainer Tim Wulff nur eine Änderung in der Anfangsformation vor. Nick Selutin rutschte für Ilir Serifi (zunächst auf der Bank) in die erste Elf. Dafür rückte Erolind Krasniqi hinter die Spitze ins Zentrum. Im Verlauf der zweiten Halbzeit wurden Raul Celotto, Ilir Serifi, Joshua Nwokoma, Samuel Hust und – zu seinem Pflichtspieldebüt – Tanyel Eckstein eingewechselt. Zum lediglich 18 Akteure umfassenden Spieltagskader gehörten außerdem nur Torhüter Nils Bock und Maksym Tytarenko. Leider verletzten sich in der Trainingswoche Alexander Laukart, Brandolf Duah und Randy Gyamenah, die damit fehlten. Ferner waren die im Aufbautraining befindlichen Bjarne Schneider, Bjarne Schleemann,Daniel Schaen, Thies Richter, Joshua Hansen und Marcel Cornils nicht im Aufgebot.
Gäste-Trainer Can Schultz nutzte für das erste Liga-Spiel der Saison die gesamte Breite seines Kaders. Nur zwei Spieler verblieben von der Startelf vom Pflichtspielauftakt des ETV in der Anfangsformation. Vier Tage zuvor, am Dienstagabend, hatte Eimsbüttel in der ersten Runde des Hamburger Pokalwettbewerbs mit 13:0 gegen BLS Hamburg 01 gewonnen. Nun liefen lediglich die beiden Stürmer Max-Adrian Mbodje und Toralf Hense wieder von Beginn an auf. Mit Anpfiff auf ETV-Seite dabei war der Ex-Flensburger Pelle Hoppe.
Am Beginn machten die frech auftretenden Hamburger den besseren Eindruck. Der Schuss von Toralf Hense von halblinks ging genau auf die Fäuste von SC-Torhüter Ronny Seibt (2.), und der Kopfball von Max-Adrian Mbodje war zu hoch angesetzt (7.). Die Platzherren kamen gleich mit dem ersten vernünftigen Angriff zum Führungstreffer. Theo Behrmann machte mit Ball am Fuß auf halbrechts viele Meter, spielte dann in die Spitze auf Rasmus Tobinski, der aus der Drehung – ebenfalls von halbrechts – ins lange Eck traf (14.). Und der Stoßstürmer netzte gleich ein zweites Mal ein. Diesmal ging es über links zu schnell für den Aufsteiger. Torben Marten leitete auf Ibrahim Bashiru Ali ein, der spielte mit Erolind Krasniqi einen Doppelpass und hatte in der Folge reichlich Platz. Seine Eingabe von Linksaußen drückte Rasmus Tobinski im Zentrum aus Nahdistanz zum 2:0 über die Linie (19.).
Nun schien Weiche die Partie im Griff zu haben. Zwar landete ein Zuspiel durch das Zentrum nochmal bei Toralf Hense, der dadurch in gute Position kam und auch an Torhüter Ronny Seibt bereits vorbei zu sein schien, Kevin Ntika hatte allerdings aufgepasst und den ETV-Stürmer abgelaufen (24.). Jetzt lagen die Vorteile dennoch klar auf Flensburger Seite. Ibrahim Bashiru Ali holte sich auf Linksaußen einen eigentlich schon verlorenen Ball, setzte sich prima durch, doch sein Abschluss von halblinks zischte am langen Pfosten zum Eckstoß vorbei (26.). Dann konnte ETV-Torhüter Max Wendt beim Schuss von Erolind Krasniqi nach Ablage von Ole Wagner sicher zupacken (30.). Und das 3:0 schien fällig, als Erolind Krasniqi noch quer auf Ibrahim Bashiru Ali abspielen wollte und nicht selbst abschloss (36.). Wie es so kommen musste, versenkte im direkten Gegenzug Toralf Hense einen zu kurz abgewehrten Ball aus gut 18 Metern trocken per Aufsetzer zum zu jenem Zeitpunkt doch überraschenden Anschlusstreffer ins rechte Eck (36.).
Die Partie nahm nun „wilde Züge“ an, weil beide die Schwächen des Gegners ausnutzen wollten. Nach einem schönen Zuspiel von Erolind Krasniqi in den Lauf von Nick Selutin lag unserem Rechtsaußen der Ball offensichtlich auf dem „falschen Fuß“, sodass Torhüter Max Wendt den Schuss zum Eckstoß abwehren konnte (39.). Und jenen Eckball, getreten wieder von Erolind Krasniqi, köpfte Kapitän Kevin Ntika zum 3:1 ins kurze Eck ein (40.). Den nächsten Treffer verhinderte Max Wendt mit dem Kopf, als er aus Nahdistanz die Abnahme von Rasmus Tobinski ins Gesicht bekam, ehe Ole Wagner aus Abseitsposition den Abpraller einnetzte (43.). Für Max Wendt ging es danach nicht weiter. Er musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung noch vor der Pause ausgewechselt werden. Gute Besserung an den Torsteher der Hamburger!
Zu Beginn der zweiten Halbzeit ließen es die Flensburger deutlich ruhiger angehen. Die Gäste hatten vielleicht sogar mehr Ballbesitz, doch zu Torchancen kamen sie erst einmal nicht. Und wie in Halbzeit eins stach Weiche gleich mit dem ersten nennenswerten Angriff zu. Nach einem Doppelpass mit Ibrahim Bashiru Ali am gegnerischen Sechzehner konnte Torben Marten, der zuvor das Kunstleder von Erolind Krasniqi zugespielt bekommen hatte, völlig allein in den Strafraum eindringen und die Murmel abgeklärt rechts unten zum 4:1 einnetzen (58.). Nick Selutin ließ den fünften Treffer liegen, als er erneut von Erolind Krasniqi freigespielt wurde, die Murmel aber am Kasten vorbeisetzte (66.). Den vom Mittelfeldregisseur getretenen Eckstoß von links köpfte Torben Marten nur knapp über die Latte (71.). Die Spielfreude der Flensburger war jedoch ungebrochen. Ole Wagner bereitete über links das 5:1 vor. Im Zentrum musste Rasmus Tobinski nur noch den Fuß hinhalten und das Streitobjekt ins Netz verlängern (78.). Zu jenem Zeitpunkt herrschte auf den Rängen schon ausgelassene Freude. So erhielten alle ausgewechselten Flensburger Spieler kräftigen Applaus der Fans.
Die Gäste meldeten sich Mitte der zweiten Halbzeit mit einem zu hoch angesetzten Schuss von Bamo Karim wieder zurück (68.). Einen Konter mit einem langen Ball in die Spitze vollendete dann Lamin Beuck von halbrechts zum zweiten ETV-Treffer (81.). Das Tor schmeichelte ein wenig den Gästen, die sich über weitere Gegentreffer nicht hätten beschweren dürfen. Raul Celotto aus 16 Metern (81.), Erolind Krasniqi aus größerer Distanz (86.), Rasmus Tobinski per Kopf (87.), Ilir Serifi aus wenigen Metern und Erolind Krasniqi im Nachsetzen (90.+1) sowie Samuel Hust mit einem Schuss auf das kurze Eck (90.+2) scheiterten allesamt am eingewechselten Hamburger Torhüter Juri Behr, Joshua Nwokoma traf den rechten Außenpfosten (84.). So durften sich die Hamburger freuen, dass es an diesem Nachmittag bei fünf Gegentoren blieb.
Auffälligste Spieler der Gäste waren Mittelfeldakteur und Kapitän Bamo Karim sowie Stürmer Toralf Hense. Der eingewechselte Torhüter Juri Behr verhinderte Schlimmeres. Bei Weiche konnten sich Torben Marten, Erolind Krasniqi und Dreifachtorschütze Rasmus Tobinski besonders auszeichnen.
Auch in der nächsten Partie darf Weiche vor eigener Kulisse antreten. Da das Auswärtsspiel des dritten Spieltags beim SV Werder Bremen II auf den 19. August 2026 verschoben worden ist, steht zuvor der Heimauftritt der 4. Runde gegen den SSV Jeddeloh II an. Anpfiff im Manfred-Werner-Stadion wird am Samstag, 15. August 2026, um 14 Uhr sein.
Weiche: Seibt – Behrmann (89. Eckstein), Duru, Ntika (Kap.), Wagner – Marten (82. Hust), Lamce (64. Celotto) – Selutin (67. Serifi), Krasniqi, Bashiru Ali (77. Nwokoma) – Tobinski. Trainer: Wulff.
Eimsbüttel: Wendt (45.+2 Behr) – Gücyeter (79. Gramberg), Olayisoye, Yago, Marxen – Karim (Kap.), Politz (79. Ay), Hölscher – Hoppe (67. Pauli) – Mbodje (59. Beuck), Hense. Trainer: Schultz.
Tore: 1:0 Tobinski (14.), 2:0 Tobinski (19.), 2:1 Hense (36.), 3:1 Ntika (40.), 4:1 Marten (58.), 5:1 Tobinski (78.), 5:2 Beuck (81.).
Zuschauer: 939 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.
Schiedsrichter: Kilian Braun (ASC Cranz-Estebrügge).
Verwarnungen: Marten (Foul, 36.), Selutin (takt. Foul an Politz, 45.+3)/Yago (Foul an Marten, 38.).
Trainerstimmen
Der Gäste-Trainer Can Schultz sagte: „Glückwunsch zum verdienten Dreier, der hintenheraus auch in der Höhe verdient ist. Weiche hat uns einmal vorgemacht, wie man in der Regionalliga verteidigt und in den wichtigsten Zweikämpfen, vor allem im ersten und im letzten Drittel des Spielfeldes, gezeigt, was Regionalliga-Niveau bedeutet. Ich denke insgesamt, dass wir heute gezeigt haben, dass wir auf dem Niveau immer ein Tor schießen können. Das ist ein schönes Feedback. Ich glaube, dass wir, wenn wir da noch ein bisschen in die Saison reinkommen, das Spielniveau und die Spielintensität adaptieren, dass wir dann auch mal drei, vier, fünf Tore selber machen können und dass wir dahinkommen, nicht fünf Tore – verdientermaßen – selber zu kassieren.“
Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Vielen Dank für die Glückwünsche! Grundsätzlich bin ich zufrieden. Das Ergebnis hätte ich vor dem Spiel sofort unterschrieben. Unser Anspruch war, dass wir dem Aufsteiger zeigen, dass wir schon eine Ewigkeit Regionalliga spielen, sodass wir dem Aufsteiger die Regionalliga auf dem Platz zeigen. Das ist uns gelungen. Dennoch hatte der ETV gute Aktionen gehabt, hat es uns auch schwer gemacht. Es war gut für uns, dass wir den ETV schon so früh in der Saison hatten, weil sie eine starke Mannschaft mit vielen jungen Leuten haben. Ich glaube, dass sie, wenn sie sich so weiterentwickeln, ganz ganz viele Punkte in der Regionalliga holen werden und jeden Gegner ärgern können. Unter dem Strich bleiben drei Punkte stehen, wir haben fünf Tore geschossen, leider aber zwei Tore bekommen, zwei ‚doofe Tore‘. Darüber ärgern wir uns auch, weil wir versuchen, immer wenig Gegentore zu bekommen. Das waren heute zwei zu viel. Ich hätte gern auch noch ein, zwei Tore geschossen. Aber es gibt noch Luft für die nächsten Wochen und das Heimspiel am nächsten Samstag. Es hat Spaß gemacht mit den Zuschauern, das Wetter hat mitgespielt – es war ein guter Auftakt für uns. Dem ETV wünsche ich vor allem viel Gesundheit, speziell dem verletzten Torwart, und eine erfolgreiche Saison.“