Spitzenspiel der Fehlstarter

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Spitzenspiel der Fehlstarter

Am Freitag empfängt Weiche den VfB Oldenburg

24. August 2023

Es wäre eigentlich ein Top-Spiel zu erwarten gewesen, wenn der Drittliga-Absteiger VfB Oldenburg zum Auswärtsspiel an die Flensburger Förde reist. Nun ist es aktuell eine Partie des Tabellensechzehnten gegen den Elften. Beide hatten sich den Saisonstart sicherlich anders vorgestellt. Bevor es am Freitagabend ab 19 Uhr für die Kontrahenten darum gehen wird, in die Erfolgsspur zu kommen, haben wir für Euch wieder ein paar Fakten zusammengestellt.

 

Zur Lage: Lübecks Adler schauen von ganz oben

Am vergangenen vierten Spieltag katapultierte sich Phönix Lübeck mit einem 3:0-Sieg beim Neuling Eimsbüttel an die Tabellenspitze. Die Hansestädter haben momentan einen Lauf und in ihren vier Spielen bereits 17 Tore erzielt. Sie profitierten von der 0:1-Heimniederlage des FC St. Pauli II gegen Lohne und vom torlosen Remis des Bremer SV gegen Weiche. So gibt es derzeit ein Gedränge an der Tabellenspitze. Von den sechs Mannschaften, die bereits neun Punkte auf dem Konto haben, sind vier noch verlustpunktfrei unterwegs. Dazu gehören die beiden faktischen Spitzenreiter Teutonia Ottensen nach einem 2:1-Sieg gegen Spelle-Venhaus und Norderstedt nach einem 3:1-Sieg in Drochtersen. Der Holstein-Nachwuchs nach einem 4:1-Heimerfolg gegen die Zweite des Hamburger SV und Lohne sind ebenfalls noch ohne Punktverluste unterwegs. Sechste Mannschaft mit neun Zählern ist Hannover 96 II. Die Landeshauptstädter drehten im Nachbarschaftsduell gegen Havelse einen 0:2-Rückstand in einen 3:2-Sieg, verloren allerdings Stammtorhüter Toni Stahl von den Profis, der in der Nachspielzeit mit einem Jochbeinbruch ausgewechselt werden musste. Außerdem kam Jeddeloh im Heimspiel gegen Kilia Kiel nach dem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit über ein 1:1-Remis nicht hinaus. Die Partie der Drittliga-Absteiger Oldenburg und Meppen wird erst am 6. September ausgetragen werden.

Der bevorstehende fünfte Spieltag wird mit dem Duell zwischen Weiche und Oldenburg am Freitagabend eröffnet. Für beide geht es „um die wichtige Kehrtwende“, die mit einem Erfolgserlebnis geschafft werden kann, wie unser Sport-Geschäftsführer Christian Jürgensen betont. Am Samstag und Sonntag stehen dann jeweils vier Partien an, sodass erstmals ein volles Programm absolviert werden kann. Spitzenreiter Phönix Lübeck erwartet am Sonntag die U 23 des FC St. Pauli. Zeitgleich empfängt Norderstedt den Holstein-Nachwuchs zum Spitzenspiel der beiden verlustpunktfreien Verfolger. Lohne – ebenfalls noch verlustpunktfrei – muss am Sonntag zum Aufsteiger Spelle-Venhaus, während der neben Norderstedt zweite faktische Spitzenreiter Teutonia Ottensen bereits am Samstag Gastgeber für Fehlstarter Drochtersen/Assel ist. Hannover 96 II – auch mit neun Punkten gestartet – muss am späten Samstagnachmittag (17 Uhr) zum SV Meppen. Der noch ungeschlagene Bremer SV ist am Samstag beim Vorjahresvize und aktuellen Vorletzten Hamburger SV II zu Gast. Um den ersten Sieg buhlen am Samstag die beiden Aufsteiger Kilia Kiel und Eimsbüttel. Das niedersächsische Landesderby zwischen Havelse und Jeddeloh vom Sonntag komplettiert das Programm des fünften Spieltags.

 

Zum Gegner: Meisterschaftsfavorit noch nicht auf Touren

Nach dem Drittliga-Abstieg musste der VfB Oldenburg im Sommer sehen, wie er den Kader für die Anforderungen in der Regionalliga neu zusammenstellt. Nach Ansicht vieler Experten haben die Verantwortlichen um den sportlichen Leiter, den 38-jährigen Ex-Profi Sebastian Schachten (ehemals u. a. FC St. Pauli), aber sehr gute Arbeit geleistet. Der VfB Oldenburg wurde vor Saisonbeginn gleich von 14 der 18 Trainer der Regionalliga Nord als Meisterschaftsmitfavorit genannt und damit in der Umfrage des Fachmagazins „Kicker“ zum Top-Favoriten gekürt. Die eigene Wahrnehmung bestätigte überdies die Einschätzung der Konkurrenten. Zur Frage nach den Meisterschaftsfavoriten sagte der neue Trainer Benjamin Duda gegenüber dem „Kicker“: „Wir machen keinen Hehl daraus, dass wir bis zur letzten Minute oben mitspielen wollen. Wir haben ein ambitioniertes Team zusammengestellt, das über eine Menge Qualität verfügt. Aber die Konkurrenz ist groß.“

Der positiven Prognose schließt sich unser „VfB-Kenner“ Marten Schmidt an. Der Ex-Oldenburger, der erst im Sommer von der Hunte an die Förde gewechselt ist, sagte über seinen Ex-Verein im Stadionmagazin „Steilpass“, dass der VfB mit um die Meisterschaft spielen werde. Und weiter: „Oldenburg hat sich sehr gut verstärkt und gute Leute weiterhin im Verein halten können. Es ist eine rundum sehr gute und erfahrene Regionalliga-Mannschaft.“ Und im Gespräch mit Marc Peetz Anfang der Woche sagte unsere Nummer 22 über „die Blauen“: „Es ist eine spielerisch starke Mannschaft, die viel spielerisch lösen möchte, die über sehr schnelle Außenspieler verfügt, die halt in so ein Spiel viel Individuelles reinbringen. Sie können sehr gut verteidigen. Es wird eine sehr starke Truppe, die uns da erwartet.“

Allerdings: Die Ergebnisse – gerade auswärts – lassen noch zu wünschen übrig. Nach dem 4:0-Heimsieg zum Auftakt gegen Neuling Kilia Kiel schien Oldenburg bereits auf dem richtigen Weg zu sein. Die beiden Auswärtsspiele in Havelse (0:2) und bei Phönix Lübeck (1:5) gingen jedoch verloren. Eine dritte Niederlage im dritten Auswärtsspiel könnte da wohl erste Zweifel an der Zielstellung hervorrufen.

 

Vor der Saison hatte der 35-jährige Trainer Benjamin Duda zwei Personalfragen auf seine Weise gelöst. Er entschied sich erstens für den 34-jährigen Sebastian Mielitz als Stammtorhüter und betonte im Fachmagazin „Kicker“, dass diese Position „keine dynamische“ ist. Ein Torwart habe in erster Linie Bälle zu halten, so Duda, der ergänzte: „Ich weiß, dass andere Kollegen wiederum höchsten Wert darauf legen, dass der Torwart zusätzlich den Libero macht. Da habe ich einen anderen Ansatz.“ Zweitens löste er den 34-jährigen Max Wegner als Kapitän ab und gab die Binde dem 35-jährigen Abwehrspieler Marcel Appiah. Der bemerkenswerte Grund: „Ein Mittelstürmer ist bei mir kein Kapitän, ganz einfach.“

Der VfB Oldenburg hat eine ganze Reihe erfahrener Spieler in seinem Kader. Neben den schon genannten Sebastian Mielitz, der in seiner Zeit beim damaligen dänischen Erstligisten SønderjyskE (2017-2020) in Glücksburg wohnte, Marcel Appiah und Max Wegner sind etwa Leon Deichmann, Justin Plautz, Nico Knystock, der Österreicher Patrick Möschl, Christopher Buchtmann und der ehemalige Rehdener Torjäger Kamer Krasniqi zu nennen. Mit Ole Käuper vom SV Meppen, Drilon Demaj und Phil Sarrasch von Blau-Weiß Lohne, Marc Schröder von der U 23 des SV Werder Bremen, dem ehemaligen St.-Paulianer Aurel Loubongo von Rot-Weiss Essen sowie Markus Ziereis aus Bayreuth kamen zudem namhafte Neuzugänge. Aufgabe des Trainers Benjamin Duda ist es, aus dem qualitativ hochwertigen Kader eine erfolgreiche Mannschaft zu formen.

 

Unsere Mannschaft: Kämpfen für den ersten Sieg

Die Partie gegen Oldenburg wird der Auftakt zu einer Serie von drei Heimspielen werden. Danach werden Hannover II (ebenfalls auf einen Freitagabend) und Jeddeloh (Samstag) nach Flensburg reisen. Die beiden bisherigen Auswärtsspiele endeten in Drochtersen und Bremen jeweils torlos. Doch die vorherigen Heimspiele gegen Teutonia (0:5) und Holstein II (2:3) gingen verloren. Nun gilt es also, die ersten Heimpunkte zu erobern. Bei acht Gegentreffern vor eigenem Publikum dürfte klar sein, dass die defensive Stabilität fehlte. Sie gilt es herzustellen und zugleich torgefährlich zu werden – eine Aufgabe, der sich unsere Trainer und Mannschaft stellen. „Wir haben im Training extra nochmal Abschlüsse geübt, aber dann müssen wir auch mal im Spiel einen machen“, haderte Cheftrainer Benjamin Eta über die vergebenen Chancen in Bremen. Unsere Mannschaft hat in bislang 360 Spielminuten keinen Treffer aus dem Spiel heraus und überhaupt erst zwei Tore erzielt. Nur Drochtersen und der HSV II konnten in vier Liga-Spielen genauso selten eigene Treffer bejubeln.

Am Montag nach dem Spiel wurde das Sonntags-0:0 ausgewertet und trainiert. Nach dem trainingsfreien Dienstag standen am Mittwoch und Donnerstag dieser „kurzen Woche“ nochmals Einheiten auf dem Programm, ehe es bereits am Freitag ernst wird. Viel Zeit blieb da nicht.

Die personellen Alternativen für Benjamin Eta werden indes größer. Noel Kurzbach holte sich nach monatelanger Verletzung neulich in unserer U 23 im Oberliga-Spiel gegen den PSV Neumünster (1:5) erste Spielpraxis, war nach mehr als einer Stunde Spielzeit wie erwartet aber „platt“. Torben Marten ist nach seiner Oberschenkelverletzung wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, könnte gegen Oldenburg sogar im Kader stehen. Schon im Kader gegen den Bremer SV dabei war Theo Behrmann, der jedoch nicht zu seinem Comeback kam. Stattdessen verteidigte René Guder hinten rechts. So steht nur noch der langzeitverletzte Ilidio Pastor Santos definitiv auf der Ausfallliste, wobei auch er an seiner Rückkehr auf den Platz arbeitet. Im September – so sein Zeitplan der Reha – möchte der Deutsch-Brasilianer wieder allmählich ins Mannschaftstraining einsteigen.

„Es wird ein heißer Tanz werden“, meinte René Guder im Interview mit Marc Peetz vorausblickend am Anfang der Woche, um zu ergänzen: „Beide Mannschaften wollen unbedingt drei Punkte haben.“ Unsere Nummer 17 weiter: „Von der Qualität her sind wir da auf Augenhöhe. Und deswegen freuen wir uns sehr auf das Spiel.“ Für Marten(-Heiko) Schmidt, der von der Mannschaft nur „Heiko“ gerufen wird, ist die Partie gegen Oldenburg eine Besondere, geht es doch gegen seinen Ex-Verein. Im Interview mit unserem Stadionmagazin „Steilpass“ sagte er zur bevorstehenden Partie: „Die alten Mannschaftskameraden wiederzusehen, ist natürlich super. Ich durfte aber auch außerhalb der Mannschaft viele nette Leute kennenlernen, auf die ich mich freue. Trotzdem wird das in den 90 Minuten vergessen und versucht, unsere Punkte in Flensburg zu behalten.“ Er tippt im Übrigen auf einen 2:1-Heimerfolg. Es wäre der insgesamt zehnte Weiche-Sieg gegen den VfB seit dem Premieren-Aufeinandertreffen in der Saison 2012/13. „Dazu“, so unsere Nummer 22 im Gespräch mit Marc Peetz Anfang der Woche, „müssen wir erst einmal hinten sicher stehen und dann die ein, zwei Chancen, die wir mehr haben werden, reinmachen.“

Weiche hat gegen den VfB Oldenburg eine bärenstarke Bilanz. Von bislang 18 Spielen gewannen die Niedersachsen nur zwei; bei neun Flensburger Siegen. Das Torverhältnis lautet 29:21 für unsere Mannschaft. Zuletzt gab es aber in der Saison 2021/22, als der VfB Meister wurde und den Aufstieg in die 3. Liga schaffte, beim 0:0 im Manfred-Werner-Stadion und beim 0:4 in Oldenburg zweimal keine Weiche-Tore zu bejubeln. Und dennoch: Oldenburg hat bislang erst ein einziges Spiel in Flensburg gewinnen können – und das ist schon fast neun Jahre her. Am 28. September 2014 siegten die Gäste im Manfred-Werner-Stadion mit 3:2.

 

Hinweise für alle Fans: Live ist nur im Manfred-Werner-Stadion!

Das Spiel wird am Freitag, 25. August 2023, um 19.00 Uhr im Manfred-Werner-Stadion angepfiffen. Schiedsrichter der Partie ist Dr. Gerrit Breetholt (Grün-Weiß Eimsbüttel/Hamburg), der von Gerhard Alexander Ludolph (Hoisbütteler SV 1955/Hamburg) und Sandro Birkenhof (SC Eilbek/Hamburg) an den Linien assistiert wird.

Wie schon bei den vorherigen beiden Heimspielen wird es auf dem neuen zentralen Vermarktungskanal der Regionalliga Nord über den Anbieter SolidSport einen von Marc Peetz kommentierten Livestream unter https://nordfv.tv/sc-weiche-flensburg-08 geben. Ihr gelangt dorthin ebenso, wenn Ihr über unsere Homepage (weiche-liga.de) auf den Button „Weiche 08 TV“ geht. Auf fussball.de bieten wir zudem einen Liveticker an. Ferner werden wir einen Ticker mit Infos zu Spielbeginn, Halbzeit und Abpfiff sowie den Toren wie gehabt auf unseren Social-Media-Kanälen zu laufen haben.

Tickets gibt es wie üblich in den Kategorien Stehplatz/Sitzplatz ohne Dach über unseren Ticketanbieter im Internet. Außerdem wird die Stadionkasse geöffnet sein. Gern weisen wir nochmals darauf hin, dass es keine Trennung zwischen Stehplatz und Sitzplatz ohne Dach geben wird.
Vor Ort an der Tageskasse kann ab jetzt auch mit Karte bezahlt werden.

Fans können sich mit allen Fragen sehr gern an Meikel Carstensen wenden. Der Fanbeauftragte ist unter 01 70/803 28 46 oder fanbetreuung@weicheflensburg08.de erreichbar.

Ein Hinweis noch zum Wetter: Für den Freitagabend werden angenehme, im Verlauf der Partie allerdings sinkende Temperaturen knapp unter 20 Grad zu erwarten sein. Die Regenwahrscheinlichkeit ist erhöht. Gleichwohl könnte es mit etwas Glück, ein trockener Fußballabend werden – ideal für einen Stadionbesuch!

Wir freuen uns über Eure Unterstützung und wünschen allen Fans im Manfred-Werner-Stadion einen unterhaltsamen und schönen Fußballabend zum Start ins Wochenende.