Spitzenspiel am Mittwoch
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Spitzenspiel am Mittwoch
Weiche reist nach Schöningen
Wer hätte vor der Saison gedacht, dass es am 9. Spieltag mit der Partie zwischen Schöningen und Weiche zum Spitzenspiel der beiden einzig noch ungeschlagenen Vertretungen der Regionalliga Nord kommen würde? Nun ist es tatsächlich so! Bevor unsere Mannschaft am Mittwoch ab 18 Uhr im Elmstadion von Schöningen die Spitzenposition gegen Angriffe des ärgsten Verfolgers verteidigen möchte, haben wir für Euch wieder ein paar Fakten zusammengestellt.
Zur Lage: Spitzenvertretungen lösen Aufgaben
Am vergangenen Wochenende ging der 8. Spieltag über die Bühne. Dabei konnten sich die Spitzenmannschaften jeweils durchsetzen. Unsere Jungs gewannen vor 1.480 überwiegend begeisterten Fans als Tabellenführer mit 4:0 gegen die U 21 des Hamburger SV. Verfolger Schöningen nahm durch einen 1:0-Erfolg beim SV Werder Bremen II ebenfalls alle drei Punkte mit. Der VfB Oldenburg drehte einen 0:3-Rückstand gegen Hannover 96 II vor 2.627 Zuschauern noch zu einem 4:3-Sieg. Auch hinter diesem Spitzentrio wurde gewonnen. Phönix Lübeck ließ beim 3:1-Sieg beim Eimsbütteler TV wenig anbrennen. Drochtersen/Assel setzte den Aufwärtstrend mit einem 3:0-Sieg vor 1.080 Zuschauern in Delmenhorst fort. Schließlich kommt auch Kickers Emden allmählich in Schwung. Die Ostfriesen besiegten vor 1.950 Fans im eigenen Stadion den DFB-Pokal-Sechzehntelfinalisten SSV Jeddeloh II mit 4:1.
Am anderen Ende der Tabelle verpasste der VfB Lübeck erneut den ersten Saisonsieg. Der HSC Hannover kam in der Nachspielzeit an der Lohmühle vor 1.940 Fans zu einem 1:1-Remis. Es war das vierte 1:1 und der vierte Punkt für den VfB, der die Rote Laterne nach Jeddeloh II weiterreichen konnte. Wichtige Schritte aus dem Tabellenkeller konnte am Sonntag der FC St. Pauli II gehen, der als Gastgeber im „Stadionduell“ Eintracht Norderstedt auf Norderstedter Wiese glatt mit 5:0 wegbügelte. Und auch der Bremer SV feierte am Sonntag seinen zweiten Saisonsieg. Der BSV gewann in Todesfelde mit 2:0-Toren.
Die Regionalliga Nord absolviert eine „englische Woche“, in der am Dienstag und Mittwoch der 9. Spieltag steigt. Den Auftakt bestreiten Drochtersen/Assel und Kickers Emden am Dienstagabend ab 19.30 Uhr. Zur außergewöhnlichen Zeit, am Mittwoch ab 12 Uhr, werden sich die U-Mannschaften des Hamburger SV und des FC St. Pauli im Stadtderby gegenüberstehen. Aus Gründen des nicht-vorhandenen Flutlichts beginnt die Partie am Bremer Panzenberg zwischen dem gastgebenden BSV und dem VfB Oldenburg bereits um 16.30 Uhr. Ab 18 Uhr werden sich dann nicht nur Schöningen und Weiche im Spitzenspiel, sondern auch Hannover 96 II und der VfB Lübeck begegnen. Die übrigen vier Partien steigen ab 18.30 Uhr. In einem Schleswig-Holstein-Duell trifft Phönix Lübeck auf Lieblingsgegner Todesfelde. Zuletzt gewann Phönix zweimal, 2024 und 2026, beim Kontrahenten Todesfelde den Landespokal. Eine Art Nachbarschaftstreffen gibt es ebenso zwischen dem SSV Jeddeloh II und Delmenhorst. Eimsbüttel erwartet Werder Bremen II. Und Norderstedt empfängt den HSC Hannover.
Zum Gegner: Liga-Überraschung und Oldenburg-Bezwinger
Kommen die starke Serie und Platz eins des SC Weiche schon unerwartet, so ist der augenblickliche zweite Rang der FSV Schöningen wohl nicht minder überraschend. Und immerhin gehen beide Mannschaften mit dem Duell des 9. Spieltags bereits in das zweite Saisonviertel. Die FSV hat bislang gerade in den Heimspielen kein Offensivfeuerwerk abgefackelt, aber doch bei zuletzt drei Siegen – 2:0 gegen Todesfelde, 3:2 gegen den FC St.Pauli II und das umjubelte 1:0 gegen den VfB Oldenburg – nur einmal nicht dreifach gepunktet: beim 1:1-Remis zum Heim-Auftakt am zweiten Spieltag gegen Norderstedt. Auswärts liest sich die Bilanz mit drei Siegen und einem Remis identisch, wobei in Eimsbüttel (2:1), Jeddeloh II (1:0) und nun bei Werder Bremen II (1:0) jeweils knapp gewonnen wurde. Das Unentschieden gab es beim Bremer SV (2:2). Insgesamt fällt die starke Defensive auf, die es dem erst 2011 gegründeten Fusionsclub ermöglichte, zuletzt dreimal hintereinander mit nur einem Treffer zu gewinnen – folglich drei Tore für insgesamt neun Punkte. Die 14 geschossenen Tore sind letztlich kein herausragender Wert in der Liga. Doch lediglich sechs Gegentreffer zeigen, dass die Abwehr nur schwer zu knacken ist. Lediglich Phönix Lübeck hat mit fünf noch weniger Tore kassiert. Stammtorhüter ist Justin Kick. Als etatmäßiger Kapitän fungiert Maximilian Sauer, der zuletzt aber im Kader fehlte. Stattdessen führte Christian Skoda die Mannschaft auf das Feld.
Erfolgreichste Torjäger der FSV sind aktuell Ayhan Cankor, Hannes Joppich, Jordi Njoya, Tom-Luca Winter und Moussa Doumbouya, die allesamt zweimal ins Schwarze getroffen haben. Über einen herausragenden „Knipser“, wie die Ostniedersachsen ihn in der Vorsaison mit dem zum FSV Zwickau (RL Nordost) abgewanderten Philipp Harant hatten (damals 17 Tore und Platz fünf der Liga-Torschützenliste), verfügen sie bislang nicht. Zwar verloren die Schöninger einige weitere namhafte Spieler – Yannik Möker (RW Oberhausen), Malick Sanogo (Chemie Leipzig), Ousman Touray (Phönix Lübeck), Willi Evseev (vereinslos), Daniel Reiche (Karrierende) oder Christian Beck (Burger BC 08) seien genannt –, aber sie nutzten die Chance zur nicht unerheblichen Verjüngung des Kaders. Im Vorjahr als Aufsteiger lebte die Elf von Cheftrainer Christian Benbennek vor allem von der Erfahrung, was als Neuling vermutlich eine gute, auf jeden Fall erfolgreiche Strategie war. Der Vorjahresvierzehnte schaffte trotz der damals 84 Gegentore relativ sicher den Klassenerhalt. Verpflichtungen des Sommers deuten auf einen Perspektivwechsel hin. Geholt wurden u. a. Julian Weigel (25, Chemie Leipzig, RL Nordost), Robin Kölle (25, Drochtersen/Assel), Luca Horn (27, Lotte, RL West) und Moussa Doumbouya (28, SC Wiedenbrück, RL West), das heißt: Spieler im besten Fußballalter und nicht Ex-Profis am Ende ihrer Karriere. Die Ausnahme bildet Niklas Brandt, der erst Mitte August seine Zelte am Elm aufschlug. Der 34-jährige defensive Mittelfeldspieler kickte u. a. 69-mal in der 3. Liga für die sachsen-anhaltinischen Klubs HFC Chemie und 1. FC Magdeburg sowie 221-mal in der Regionalliga Nordost. Im Spitzenspiel gegen den VfB Oldenburg erzielte er den „goldenen Treffer“.
Mit Schöningen wird im zweiten Jahr nach dem Aufstieg zu rechnen sein. Präsident und Mäzen Karsten Kräcker hat im Fachmagazin „Kicker“ vor wenigen Wochen mit Blick auf fehlende Mittel für den gewünschten Kunstrasenplatz und für ein neues Funktionsgebäude davon gesprochen, dass in der Infrastruktur in Schöningen noch Nachholbedarf herrsche. Man schaue bevorzugt auf Drochtersen/Assel, die peu á peu sich entwickelt hätten. „Und jetzt sind sie auf Augenhöhe mit Oldenburg. Auch unser Ziel ist es, dass wir uns in der Klasse etablieren.“
Unsere Mannschaft: Flow mitnehmen
Nur 13 Stunden nach Abpfiff der Partie gegen die U 21 des Hamburger SV bat Trainer Tim Wulff seine Jungs schon wieder auf den Trainingsplatz. Während die erste Elf, die rund 75 Minuten unverändert geblieben war, sichtlich frohgelaunt eine regenerative Einheit hinlegte, musste ein Quintett mit Bjarne Schleemann und Thies Richter sowie den spät eingewechselten Raul Celotto, Samuel Hust und Marcel Cornils eine anstrengende Einheit absolvieren. Sie arbeiteten ordentlich, wobei die gute Laune vor allem Marcel Cornils dennoch nicht auszutreiben war. Der Routinier, der nur drei Minuten nach seiner Einwechslung mit seinem Tor zum 4:0-Endstand den Deckel auf das Spiel gegen den HSV II draufgemacht hatte und damit ein schönes Comeback bei seinem ersten Heimauftritt seit seiner Verletzung im letzten Heimspiel der vergangenen Saison gegen Norderstedt (1:1) feiern konnte, war bester Stimmung. Er lobte die Vorarbeit von Ibrahim Bashiru Ali: „Das ist ein Ball, da kannst Du mich nachts um vier Uhr wecken – den mach ich rein.“ Bei der Trainingseinheit am Samstagvormittag fehlten Daniel Schaen, Joshua Nwokoma und Joshua Hansen, die sich am Nachmittag Spielpraxis in der Landesliga in der Partie beim Husumer SV (1:5) holten. Dabei besorgte Joshua Hansen den Flensburger Treffer.
Der Sonntag war für die Mannschaft frei. Am Montag wird trainiert, ehe sich die Schützlinge von Tim Wulff gleich nach der Einheit am Dienstagmittag auf den Weg gen Süden zur Partie in Schöningen machen werden. Ole Wagner, der in Hannover beim 6:1-Sieg beim HSC jüngst nach seiner Einwechslung die Kapitänsbinde übernommen hatte, sie aber am Freitag seinem Pendant von der anderen Abwehrseite, Theo Behrmann, überließ, blickt betont sachlich voraus. Der Linksverteidiger: „Es ist ein unerwartetes Spitzenspiel. Es hätte ja niemand auf dem Zettel gehabt, dass sie und wir so performen und nach acht Spieltagen noch ungeschlagen sind. Wir müssen das Spiel zu 100 Prozent annehmen so wie die Spiele vorher auch. Es geht darum, den Flow mitzunehmen.“
Vom Flow sprachen auch die Verantwortlichen am Freitagabend auf der Pressekonferenz. Der HSV-Trainer Lukas Anderer sagte: „Man merkt, was gerade für ein Flow in der Mannschaft bei Weiche herrscht. Nehmt den Flow mit, solange er da ist.“ Und ganz ähnlich hatte Tim Wulff einen Blick vorausgeworfen, als er meinte: „Am Mittwoch wartet mit Schöningen schon der nächste richtige Brocken auf uns, wo wir den Flow weitermitnehmen wollen, solange es irgendwie geht. Wir wollen unsere Qualitäten auch dort ausspielen.“
Personell wird sich bis zum Mittwoch vermutlich wenig ändern. Aus dem HSV-Spiel ist die erste Elf ohne Blessuren herausgekommen. Kevin Ntika, der am Samstag mit dem Training ausgesetzt hatte, wird wieder zumindest im Kader sein. Der etatmäßige Kapitän ist aber aktuell nicht zu 100 Prozent fit. Nick Selutin wird nach Muskelverletzung in dieser Woche noch nicht ins Training zurückkehren können und fällt wie Alexander Laukart und Uchechi Duru für das Spitzenspiel definitiv aus.
Gegen die FSV Schöningen hat es bislang nur die beiden Duelle aus der vergangenen Saison gegeben. Der Auftritt im Elmstadion am 11. Oktober 2025 war einer der Sorte „unnötige Niederlage“. Mit 0:3 lag Weiche damals zurück, kam auf 2:3 heran und verschoss überdies einen Strafstoß. Im Rückspiel am 25. April 2026 hatte es einen relativ sicheren 2:0-Heimsieg gegeben. In beiden Spielen hatte unser heutiger Sportlicher Leiter Dominic Hartmann getroffen.
Hinweise für alle Fans: Liveübertragung bei LEAGUES
Das Spiel wird am Mittwoch, 16. September 2026, um 18 Uhr im Elmstadion von Schöningen angepfiffen. Schiedsrichter der Partie ist Benjamin Schmidt (SpVg Laatzen), der von Tim Otto (SV Weyhe) und Niklas Schumann (TSV Kirchdorf) assistiert wird.
Wer nicht live in Schöningen vor Ort dabei sein kann, hat die Möglichkeit, sich hinter einer Bezahlschranke den kommentierten Livestream mit von handgeführter Kamera auf dem neuen zentralen Vermarktungskanal der Regionalliga Nord über den Anbieter LEAGUES (www.leagues.football/rlnord) anzuschauen. Ihr gelangt zum Stream ebenso, wenn Ihr über unsere Homepage (weiche-liga.de) auf den Button „Weiche 08 TV“ geht.
Für die Reise mit überwiegender Autobahnnutzung über die A 7, die A 2 bis kurz vor Helmstedt und die B 244 werden für rund 395 km (ohne Staus) mit Pkw etwas mehr als vier Stunden benötigt. Eine alternative Route über Lüneburg, Uelzen und Gifhorn ist etwa 20 km kürzer, enthält aber viel Landstraße, sodass hier eine Fahrzeit von fast viereinhalb Stunden einzurechnen ist. Aus Norden kommend muss man sich in Schöningen auf der zentralen West-Ost-Verbindung, der Elmstraße, Richtung Westen (Brunsleberfeld) halten. Kurz vor dem Ortsausgang folgt rechtsseitig das Elmstadion.
Für besondere Enthusiasten und „Abenteurer“: Der Spielort ist auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Hierzu bietet sich z. B. eine Verbindung um 10.17 Uhr ab Flensburg mit Umstiegen in Hamburg, Hannover, Braunschweig und Helmstedt (Ankunft dort 15.44 Uhr) sowie Weiterfahrt mit einem Bus der Linie 370, Richtung Schöppenstedt, an. Schöningen soll dann planmäßig um 16.04 Uhr (ZOB) erreicht werden. Vom ZOB ist das Stadion nach weniger als einem Kilometer Fußweg in etwa zehn Minuten erreichbar. Für die Rückfahrt bietet sich eine beinahe abenteuerliche Verbindung mit Abfahrt um 21.04 Uhr ab Schöningen (ZOB) an. Planmäßige Ankunft in Flensburg nach Umstiegen in Schöppenstedt, Braunschweig, Uelzen (mit mehr als dreistündigem nächtlichem Aufenthalt) und Hamburg wäre am Donnerstagmorgen um 07.43 Uhr. Achtung: Während für die Rückfahrt hier das Deutschland-Ticket ausreichend wäre, müsste für die Hinfahrt zwischen Hamburg und Braunschweig in diesem Fall ein Fernverkehrsticket gekauft werden.
Die Gemeinde Schöningen hat zirka 11.000 Einwohner und liegt an der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Etwa 12 km weiter nördlich liegt die bekanntere Kreisstadt Helmstedt. Das maximal 5.000 Zuschauer fassende, fast idyllisch wirkende Elmstadion im Westen der Gemeinde verfügt über einen Naturrasenplatz mit Laufbahn und Flutlicht. Namensgebend für die Sportanlage ist der Höhenzug Elm. Vom etwas höher gelegenen Stadion aus bietet sich ein weiter Blick über die Gemeinde bis in die sachsen-anhaltinische Landschaft.
Das Stadion öffnet in Schöningen 90 Minuten vor Anpfiff, d. h. um 16.30 Uhr. Tickets gibt es im Internet oder – zwei Euro teurer – an der Tageskasse. Für Vollzahler liegen die Preise bei 15 Euro (Sitzplatz) und 10 Euro (Stehplatz). Die ermäßigten Preise liegen bei 12 Euro bzw. 7 Euro. Kinder bis einschließlich sieben Jahre haben freien Eintritt. Alle Angaben sind ohne Gewähr.
Fans des SC Weiche können sich gern an unseren Fanbeauftragten unter fanbetreuung@weicheflensburg08.dewenden.
Ein Hinweis noch zum Wetter: Nach einem noch sommerlich-warmen Dienstag werden für den frühen Mittwochabend in Schöningen Temperaturen von nur etwa 15 Grad erwartet. Mit Niederschlag ist nicht zu rechnen.
Wir wünschen allen nach Schöningen fahrenden Weiche-Fans eine problemlose Anreise, ein schönes Spiel und eine gut gelaunte Rückkehr nach Flensburg.