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Saison-Halali an der Lohmühle

Neuigkeiten

Saison-Halali an der Lohmühle

Am Samstag reist Weiche nach Lübeck

15. Mai 2026

Zur Lage: die wichtigen Entscheidungen sind gefallen

Am vergangenen Wochenende fielen mit dem 33. Spieltag auch die letzten Entscheidungen in der Abstiegsfrage. Neben dem TuS Blau-Weiß Lohne, der nach namhaften Transfers vor der Saison von einigen sogar als Geheimfavorit angesehen worden war, jedoch böse abstürzte, erwischte es am Samstag Aufsteiger Altona 93 und am Sonntag schließlich mit der U 23 des FC St. Pauli ein „Urgestein“ dieser Liga. Altona hatte zwar erst am Sonntag bei Phönix Lübeck mit 1:2-Toren verloren, war aber nach dem 2:2-Remis des FC Eintracht Norderstedt an der Flensburger Förde rechnerisch nicht mehr zu retten gewesen. Die jungen Kiezkicker hätten am Sonntag den Hamburger SV II besiegen müssen, um einen Funken Hoffnung am Leben halten zu können. Doch sie kamen – mal wieder – über ein 1:1-Unentschieden nicht hinaus. Daher wird der FC St. Pauli II als Remis-Spezialist die Regionalliga verlassen müssen. Die Kiezkicker kamen nur zu vier Siegen, spielten hingegen 13-mal unentschieden, davon 12-mal 1:1 (!) und davon wiederum rekordverdächtige neunmal in 17 Heimspielen – das war dann für den Klassenerhalt zu wenig.

Das Spitzenspiel gewann Meister Meppen vor 1.712 Zuschauern bei der SV Drochtersen/Assel mit 2:1-Toren. Weil Oldenburg beim Bremer SV vor 1.130 Fans noch ein 2:2-Remis rettete, wird die Vizemeisterschaft zwischen Drochtersen und Oldenburg erst am letzten Spiel entschieden. Das Stadtderby gewann der HSC gegen Hannover 96 II mit 2:0. Erstaunlich klar fertigte der Bremer Werder-Nachwuchs den SSV Jeddeloh II mit 4:0-Toren ab. Kickers Emden, zuletzt stark im Aufwind, musste sich vor 2.800 Zuschauern mit einem 1:1-Remis gegen den VfB Lübeck begnügen. Lohne und Schöningen machten die zweiten 45 Minuten zu einem wahren Scheibenschießen. Nach torloser erster Halbzeit trennten sich beide am Ende 4:4-unentschieden.

Der abschließende 34. Spieltag wird einheitlich am Samstagabend ab 18 Uhr ausgespielt. Titelgewinner Meppen wird sich gegen Absteiger FC St. Pauli II feiern lassen, strebt vor ausverkauftem Haus in einer rekordverdächtigen Spielzeit aber auf jeden Fall den 100. Saisontreffer an. Drochtersen/Assel kann mit einem Punkt beim SSV Jeddeloh II die Vizemeisterschaft perfekt machen, muss im Fall einer Niederlage allerdings darauf hoffen, dass Oldenburg gegen den Nachwuchs von Werder Bremen nicht gewinnt. Im Übrigen ist das Duell zwischen Jeddeloh II und der SV D/A zugleich die Generalprobe für das niedersächsische Landespokalfinale, das eine Woche später zum „Finaltag der Amateure“ – dann in Barsinghausen – über die Bühne gehen wird.

Für Weiche geht es an der Lohmühle darum, mindestens ein Remis zu erreichen, um in der ersten Tabellenhälfte bleiben zu können. Wird es ein Unentschieden, so bliebe der Gegner VfB Lübeck zwar definitiv hinter unserer Mannschaft, doch es würde drohen, dass der HSV-Nachwuchs bei einem Sieg von mindestens drei Toren Differenz gegen Lohne an den Schützlingen von Tim Wulff vorbeiziehen könnte. Altona 93 könnte mit einem Heimsieg gegen Kickers Emden den letzten Platz verlassen und sogar Sechzehnter werden. Tabellennachbarn treffen sich auch bei Hannover 96 II gegen Bremer SV. Außerdem empfängt Schöningen den 1. FC Phönix Lübeck, und Norderstedt möchte die Saison gegen den HSC Hannover – ebenfalls Nachbar im Klassement – positiv beenden. Im Kampf um die Torjägerkanone gibt es ein Fernduell zwischen dem Meppener Julian Ulbricht (26 Tore) und dem Oldenburger Mats Facklam (24). In Heimspielen könnten beide ihr Konto nochmals aufstocken.

Zum Gegner: Saison der Konsolidierung

Der VfB Lübeck hat – wie unsere Mannschaft – eine Saison im Tabellenmittelfeld gespielt und den eigenen Anspruch, den Landespokal zu gewinnen, nicht umsetzen können. Zwar konnte der VfB im Viertelfinale unsere Mannschaft mit einem 3:1-Sieg aus dem Wettbewerb kegeln, aber das Halbfinale in Todesfelde ging für den 18-fachen Rekordpokalsieger und Titelverteidiger mit 0:2 verloren. Damit werden den Grün-Weißen wichtige Einnahmen fehlen, sodass der finanzielle Spielraum begrenzt bleiben wird. An eine Rückkehr in die 3. Liga, der die Hansestädter nach den Titelgewinnen von 2020 und 2023 jeweils für eine Saison angehörten, war aufgrund von Sparzwängen – und damit dem Verlust an sportlicher Qualität – diesmal nicht zu denken.

Wirtschaftlich ist der VfB nicht auf Rosen gebettet. Infolgedessen gab es im vergangenen Sommer einen deutlichen Aderlass und Personalaustausch. Neu verpflichtet wurden vor allem junge Spieler. Ausnahmen waren Fabian Istefo (32, ehemals FC Teutonia 05), Dardan Karimani (27, Chemnitzer FC) und Stürmer Ali Abu Alfa (26, VSG Altglienicke). Als Glücksgriff erwies sich Antonio Verinac. Der Angreifer, geholt vom ETSV Hamburg aus der Oberliga, hatte im vergangenen Herbst in 20 Liga-Spielen zwölf Tore und bei zwei Pokaleinsätzen zwei Treffer erzielt. Daher wurde er im Winter ins Schaufenster gestellt, was der Schweizer Erstligist FC St. Gallen zu einem Transfer nutzte, bei dem eine für den VfB offenbar enorm wichtige Ablösesumme geflossen ist. Unter den 31 in der Saison eingesetzten Spielern ist er noch immer der mit weitem Abstand erfolgreichste Torschütze. Es folgen Manuel Farrona Pulido und Yusuf Wardak mit jeweils sechs Treffern.

Von den alteingesessenen Spielern wird vor allem auf ein Trio gebaut: Innenverteidiger Luca Menke (25), der linke Abwehrspieler Marvin Thiel, zugleich 31-jähriger Kapitän und Standardspezialist, sowie Angreifer Manuel Farrona Pulido (33). Zuletzt wurde verstärkt das Modell der Leihe genutzt. Mit den 20-jährigen Gianluca Pelzer (Energie Cottbus), Yusuf Wardak (Waldhof Mannheim) und Robin Shivani (Osnabrück) gibt es aktuell gleich drei Talente, die zur neuen Saison zu bisherigen Drittligisten zurückkehren sollen, wobei zumindest Letzterer nun auf einen Kaderplatz sogar bei einem Zweitligisten hoffen darf.

Die Mannschaft von Cheftrainer Guerino Capretti wurde in den zurückliegenden Monaten immer wieder vom Verletzungspech verfolgt. So fiel der vom Hamburger SV II gekommene Ware Pakia verletzungsbedingt ebenso über Monate aus wie Mittelfeldakteur Julian Albrecht, der sich einen Mittelfußbruch zugezogen hatte. Der 38-jährige Co-Trainer Pierre Becken, ein Ex-Flensburger, der eigentlich schon seine Karriere beendet hatte, dann aber doch als Abwehrspieler aushalf, musste einen Kreuzbandriss auskurieren. So war die personelle Situation beim VfB in einigen Phasen der Saison überaus angespannt.

Die jüngsten drei Spiele hat der VfB Lübeck erfolgreich absolvieren können. Beim Heimspiel gegen Drochtersen/Assel war Kampfeswille zu spüren, der dafür sorgte, dass Marvin Thiel tief in der Nachspielzeit mit direkt verwandeltem Freistoß den 1:1-Endstand erzielte und einen Punkt rettete. Danach wurde der VfB Oldenburg mit 3:1 bezwungen und bei Kickers Emden ebenfalls nach 0:1-Rückstand mit dem späten Ausgleich durch einen von Yusuf Wardak verwandeltem Strafstoß ein Punkt geholt. Zuvor hatte es zwei Auswärtsniederlagen – in Jeddeloh II 2:3 und beim HSC Hannover 0:1 – gegeben. Die letzte Heimniederlage resultiert vom 13. März, als der Hamburger SV II mit 2:0-Toren gewann. Zugleich war das die Partie, mit der die Spaltung der aktiven Fan-Szene voll zur Geltung kam. Seitdem hat sich der Verein dazu entschlossen, die Fan-Szene zu trennen und die berühmte Pappelkurve unbesetzt zu lassen.

Unsere Mannschaft: in erster Tabellenhälfte bleiben!

Die Situation ist im Duell der Tabellennachbarn soweit klar: Mit einer Niederlage würde mindestens der VfB Lübeck in der Abschlusstabelle an unserer Mannschaft vorbeirutschen. Eventuell würde dann auch der Hamburger SV II vorbeiziehen. Das wollen unsere Jungs auf jeden Fall verhindern. Der Blick geht eher nach oben: Mit einem Sieg könnte eventuell der BSV Kickers Emden eingeholt werden, der bei Altona 93 anzutreten hat. Platz acht wäre demnach das Optimum. Trainer Tim Wulff geht eher vom positiven Fall aus. Er sagte nach dem Heimspiel gegen Norderstedt: „Nächste Woche haben wir das Schleswig-Holstein-Derby gegen den VfB Lübeck, wo wir hoffentlich nochmal drei Punkte mit nach Hause nehmen können.“ In die gleiche Kerbe schlug Co-Trainer Kawa Moustafa. Er sagte Anfang der Woche: „Nach der Niederlage im Landespokal-Viertelfinale haben wir an der Lohmühle etwas gut zu machen. Von den jüngsten sieben Spielen haben wir nur in Meppen unglücklich verloren und sonst viermal gewonnen und zwei Unentschieden geholt. Diesen guten Trend wollen wir mit einem Sieg fortsetzen, uns damit belohnen und die Saison erfolgreich beenden.“

Am Sonntag und Montag war für die Mannschaft frei, ehe es in die letzte Trainingswoche der Saison ging. Nach der Partie am Samstagabend in Lübeck wird die Mannschaft am Sonntagvormittag zu einem ausgiebigen Frühstück nochmals zusammenkommen und danach in den Urlaub starten. Neben den schon seit längerem verletzt fehlenden Ole Wagner, Maxim Jurk und Maksym Tytarenko werden im Spiel beim VfB Lübeck leider auch Sandro Plechaty (Adduktoren) und Marcel Cornils (Sprunggelenk) verletzt fehlen. Wegen des Platzverweises im Spiel gegen Norderstedt wird zudem Randy Gyamenah nicht mitwirken können. Dafür könnten Marian Sarr, der gegen Norderstedt kurzfristig angeschlagen ausgefallen war, und Joshua Hansen im Kader sein. Auf Einsatzminuten dürfen Erjanik Ghubasaryan und Alexander Laukart hoffen. Es wäre für Letztgenannten das langersehnte Comeback nach insgesamt mehr als 14 Monaten Pause. Für einige Spieler – auf beiden Seiten – wird es die letzte Partie im jeweiligen Trikot sein. Ganz besonders ist die Begegnung mit Sicherheit für Dominic Hartmann, für den der VfB Lübeck (2011-2013) die erste Station im Herrenbereich war. Ausgerechnet an der Lohmühle nun mehr als ein Jahrzehnt später seine sportliche Karriere zu beenden, ist etwas sehr Besonderes. Zugleich ist „Dome“ mit sechs Treffern – alle für Weiche – aktuell der beste Torschütze dieses Duells. Sein siebentes Tor – eines für den VfB gegen Weiche aus der Saison 2012/13 – wurde später aus der Wertung genommen.

In der zu Ende gehenden Saison wird es das dritte Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten werden. Das Hinspiel in Flensburg endete mit einem 2:2-Remis; im Pokal-Viertelfinale zog Weiche mit 1:3 den Kürzeren. In der Liga liegt das letzte Weiche-Gastspiel an der Lohmühle schon etwas zurück, da die Partie der vergangenen Saison 2024/25 bereits am 20. August 2024 stattfand. Damals konnte Weiche mit 2:1-Toren gewinnen. Die Bilanz in 18 Regionalliga-Spielen gegen die Grün-Weißen – in der Saison 2012/13 flossen die beiden Spiele aufgrund der Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen den VfB nicht in die Wertung ein – sieht unsere Mannschaft mit acht Siegen bei jeweils fünf Remis und Niederlagen sowie 22:20 Toren vorn. An der Lohmühle ist die Bilanz bei jeweils vier Siegen für beide Kontrahenten und einem Remis sowie 11:11 Toren nach neun Partien völlig ausgeglichen.

Hinweise für alle Fans: gute zwei Autostunden

Das Spiel wird am Samstag, 16. Mai 2026, um 18 Uhr im Stadion an der Lohmühle angepfiffen. Schiedsrichter der Partie ist Jannek Hansen (TSV Drelsdorf-Ahrenshöft-Bohmstedt), der von Jan-Christian Meyer (SV Grün-Weiß Todenbüttel) und Hendrik Plambeck (VfL Vorwerk) an den Linien assistiert wird.

Für alle daheim bleibenden Weiche-Fans weisen wir gern auf den zentralen Vermarktungskanal der Regionalliga Nord über den Anbieter SolidSport hin. Einen kommentierten Livestream wird es unter https://nordfv.tv/sc-weiche-flensburg-08 geben. Ihr gelangt dorthin ebenso, wenn Ihr über unsere Homepage (weiche-liga.de) auf den Button „Weiche 08 TV“ geht. Infos zu Aufstellung, Spielbeginn, Halbzeit und Abpfiff stellen wir wie gehabt auf unseren Social-Media-Kanälen bereit.

Die Stadiontore und die Tageskassen öffnen 90 Minuten vor Spielbeginn, folglich um 16.30 Uhr. Im Umfeld des Stadions an der Lohmühle gibt es zahlreiche Parkplätze, wobei durchaus mit einem zeitlichen Aufwand beim Zuweisen der Parkmöglichkeit gerechnet werden muss. Lübeck selbst kann aus Flensburg mit Pkw nach rund 161 km über die A 7, B 205, A 21, A 20 und A 1 bzw. nach knapp zwei Stunden erreicht werden. Mit dem Zug kann die Verbindung über Neumünster und Bad Oldesloe nach Lübeck empfohlen werden, beispielsweise: Abfahrt ab Flensburg planmäßig um 13.17 Uhr mit Ankunft in Lübeck um 15.52 Uhr. Für den etwa 2 km langen Fußweg vom Hauptbahnhof zum Stadion sind rund 25 bis 30 Minuten einzurechnen. Leider ist für die Rückfahrt ein Bus zwischen Lübeck und Bad Segeberg sowie der Schienenersatzverkehr zwischen Neumünster und Flensburg zu nutzen, was die Fahrzeit etwas verlängert. Hier empfiehlt sich die Verbindung um 21.13 Uhr mit Bus 7650 ab Lübeck Hbf./ZOB nach Bad Segeberg mit Weiterfahrt im Zug ab 22.02 Uhr nach Neumünster. Mit dem Bus der RE7-Linie ab Neumünster wird Flensburg planmäßig um 0.13 Uhr erreicht. Für sämtliche Verbindungen von und nach Lübeck ist das sogenannte Deutschland-Ticket nutzbar.

Fans können sich gern an unseren Fanbeauftragten unter fanbetreuung@weicheflensburg08.de wenden.

Ein Hinweis noch zum Wetter: Für den frühen Samstagabend sind für Lübeck Höchsttemperaturen von etwa 12 Grad bei bedecktem Himmel angekündigt.

Wir wünschen allen nach Lübeck fahrenden Weiche-Fans eine problemlose Anreise, ein schönes Spiel und eine gut gelaunte Rückkehr nach Flensburg.