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Knappe Niederlage in Hannover

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Knappe Niederlage in Hannover

Hannover 96 II – SC Weiche Flensburg 08 3:2 (0:1)

8. November 2026

Den Titel des Hinrundenmeisters der Regionalliga Nord hat der SC Weiche Flensburg 08 am Samstagnachmittag durch eine 2:3-Auswärtsniederlage im Spitzenspiel beim unmittelbaren Herausforderer verpasst. Der bisherige Tabellenzweite Hannover 96 II spielte im Gipfeltreffen, das einem Endspiel um diesen inoffiziellen Titel glich, am letzten Spieltag der ersten Halbserie eine starke zweite Halbzeit, in der er die Partie drehen und den 3:2-Vorjahresheimsieg gegen Weiche wiederholen konnte. Allerdings könnte der VfB Oldenburg mit einem Sieg im noch nicht terminierten Nachholspiel bei Phönix Lübeck in der Tabelle der Hinrunde sowohl an Hannover 96 II als auch an Weiche noch vorbeiziehen.

Am 17. Spieltag führte unsere Mannschaft im Eilenriedestadion von Hannover vor 636 Zuschauern – zweitbester Saisonwert für die jungen „Roten“ – bei ruhig-trockenem, aber kühlem Herbstwetter mit Temperaturen von nur etwa sechs Grad zur Pause mit 1:0. Doch nach dem Seitenwechsel ließ unsere Mannschaft einfach zu viel zu und konnte die eigenen wenigen, aber sehr guten Chancen nicht nutzen. Lars Barlemann, Trainer der U 23 von Hannover 96, war nach den 90 Minuten mächtig stolz auf seine Mannschaft. Unser Cheftrainer Tim Wulff sagte: „Heute waren wir hinten nicht so stabil und nicht wach genug. Und dann haben wir selbst nicht die entscheidenden Tore gemacht, denn auch wir hatten gute Chancen.“

Bei Weiche gab es gegenüber der Startelf vom jüngsten Spiel gegen Kickers Emden (1:1) zwei Änderungen. Für den verletzten etatmäßigen Kapitän Kevin Ntika und den „Gelb“-gesperrten Ole Wagner liefen Tanyel Eckstein und Brandolf Duah von Beginn an auf. In die Partie wurden in der hektischen zweiten Halbzeit nacheinander Ilir Serifi, Randy Gyamenah,Bjarne Schleemann und Nick Selutin eingewechselt. Ferner zählten in Hannover Torhüter Bjarne Schneider für den erkrankten Nils Bock, Samuel Hust, Thies Richter, Joshua Nwokoma und Maksym Tytarenko zum Aufgebot. Neben Kevin Ntika, Ole Wagner und Nils Bock fehlten die verletzten Torben Marten, Alexander Laukart und Joshua Hansen sowie Daniel Schaen.

Bei Hannover 96 II nahm Trainer Lars Barlemann nach der 2:4-Niederlage vom vergangenen Sonntag bei der U 21 des Hamburger SV gleich vier Änderungen vor. Anstelle von Giordinelo Meulens, Rafael Martins Marques (beide zunächst auf der Bank), Ilias Ebnoutalib und Taycan Etcibasi (beide nicht im Kader) begannen Niko Gießelmann, Ole Wegner, Yunus Ünal und Merlin Sinanovic.

In der Anfangsphase traten die jungen „Roten“ dominant auf. Jasper Reinhold verpasste eine Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld am zweiten Pfosten (8.). Ole Wegner wurde im Strafraum auf halbrechts noch entscheidend gestört, sodass sein Abschluss am Weiche-Kasten vorbei ging (19.). Auf der Gegenseite war Torhüter Jonas Schwanke etwas irritiert, doch der Kopfball von Rasmus Tobinski nach Einwurf von Theo Behrmann landete auf dem Tordach (10.). Richtig gefährlich wurde es erstmals, als Weiche im Spielaufbau patzte, der helfende Freistoßpfiff ausblieb und so Merlin Sinanovic, eingesetzt von Tim van den Heuvel, gleich zweimal frei vor unserem Torhüter zum Abschluss kam, an diesem aber scheiterte (24.). Wenig später zischte ein Distanzschuss von Kapitän Tim van den Heuvel links am SC-Kasten nur knapp vorbei (31.). Da kam die Weiche-Führung schon etwas überraschend: Theo Behrmann setzte sich halbrechts im Mittelfeld durch, spielte vor dem Strafraum quer zu Erolind Krasniqi, der halblinks in die Gasse zu Marcel Cornils herauslegte. In seiner typischen Art schwenkte unsere Nummer zehn um den Japaner Asuma Ikari herum nach innen und traf aus elf Metern ins kurze Eck zum 0:1 (33.).

In der Folge schien Weiche das Geschehen in den Griff zu bekommen. Ein erstes Abseitstor, das Rasmus Tobinski mit Grätsche am Fünfer nach Eingabe von Ibrahim Bashiru Ali von links erzielt hatte (39.), zeigte, wie schnell Weiche offensiv kombinieren kann. Nach einem Eckstoß von Erolind Krasniqi, flach in den Rückraum gespielt, zwang Brandolf Duah den „96“-Torwart zur Parade (43.). Auf der Gegenseite hielt Ronny Seibt den Kopfball von Merlin Sinanovic problemlos (45.+1), sodass es mit der Flensburger Pausenführung in die Kabinen ging.

Mit Wiederbeginn sah man eine stürmische Hannoveraner Mannschaft, die sich gleich belohnen konnte. Über die linke Seite ging die Post ab. Nach drei Versuchen, bei denen erst SC-Torhüter Ronny Seibt famos parierte, danach Brandolf Duah gleich zweimal auf der Linie retten konnte, setzte Yunus Ünal den Ball schließlich akrobatisch aus acht Metern zum 1:1-Ausgleich in die Maschen (46.). Nun kam Stimmung auf der gut besuchten Tribüne auf. Tom Hobrecht traf aus spitzem Winkel von links kommend den Außenpfosten (50.). Weiche wusste sich aber zu wehren und hatte zwei erstklassige Möglichkeiten zur erneuten Führung. Rasmus Tobinski spielte mit feinem Pass Erolind Krasniqi frei, der an Schlussmann Jonas Schwanke scheiterte (53.). Dann revanchierte sich Erolind Krasniqi mit einer Freistoßflanke, die Rasmus Tobinski mit überragendem Kopfball einnetzte, doch war die Fahne des Assistenten hochgegangen (55.). Das Spielglück hatten nun die Platzherren, als sie in Führung gingen. Jasper Reinhold wehrte einen langen Ball von Weiche an der Mittellinie ab, und nach einem sehr guten fachen Ball von Ole Wegner in die Spitze hatte Merlin Sinanovic zu viel Platz. Von halblinks lupfte der Mittelstürmer die Murmel zum 2:1 unter dem Jubel der meisten Tribünengäste ins Flensburger Tor (58.). „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, hallte es daraufhin von den Rängen.

Jetzt waren wiederum die jungen „Roten“ im Vorteil, und sie ließen den möglichen dritten Treffer in ihrer stärksten Phase liegen. Wieder Merlin Sinanovic vom Sechzehner schoss haarscharf links vorbei (59.). Nach Flanke von Alexander Vogel köpfte der Mittelstürmer freistehend neben das Tor (62.). Dann zielten Tom Hobrecht von halblinks (65.) und Tim van den Heuvel per Freistoß jeweils rechts knapp vorbei (68.). In jener Phase lag das 3:1 für die nun stark aufspielenden Platzherren in der Luft.

Jetzt war richtig Feuer drin. Die Partie hielt nun kaum noch jemanden auf den Sitzen, zumal Weiche plötzlich wieder voll im Spiel war. Nach einem Foul des bereits verwarnten Tim van den Heuvel an den gerade erst eingewechselten Randy Gyamenah im rechten Sechzehnmeter-Eck verwandelte Erolind Krasniqi den Strafstoß unter den Pfiffen des Publikums nervenstark zum 2:2-Ausgleich (76.). Eine deutlich kleinere Gruppe skandierte nun: „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“

Die Partie mit Möglichkeiten im Minutentakt und vielen Wendungen hielt ihren Höhepunkt noch bereit. Merlin Sinanovic ließ eine dicke Chance der Platzherren liegen (79.), aber auch Erolind Krasniqi konnte nur Sekunden später auf der Gegenseite eine Gelegenheit aus bester Position nicht nutzen; er traf den linken Pfosten (79.). Da machte es der eingewechselte Rafael Martins Marques nach Querpass von Tom Hobrecht besser: Er zimmerte die Murmel aus gut elf Metern mit erstem Kontakt wuchtig zum 3:2 oben links ins Netz (86.). Die letzte Flensburger Chance konnte Nick Selutin nicht nutzen. Er schoss über das Tor (88.). Danach schaffte es Weiche nicht mehr, konstruktiv das Spiel aufzubauen, sodass die Gastgeber, die den Sieg wohl noch mehr wollten, nach etwas mehr als drei Minuten Nachspielzeit jubeln durften.

Auf Seiten der Hannoveraner fielen die das Spiel aufbauenden Niko Gießelmann und Tim van den Heuvel besonders auf. Im Angriff ragte der brandgefährliche Merlin Sinanovic heraus. Auch Tom Hobrecht beschäftigte die SC-Abwehr. Aus unserer Mannschaft konnten sich Uchechi Duru aus der Abwehr und Rasmus Tobinski, der bei gleich zwei Abseitstoren viel Pech hatte, die besten Noten verdienen. Mit einem Tor und einer Torvorbereitung glänzte im offensiven Mittelfeld einmal mehr Erolind Krasniqi, der nach der Auswechslung von Marcel Cornils die Kapitänsbinde übernommen hatte.

Nach dem letzten Hinrundenspieltag geht es gleich mit dem Auftakt der Rückrunde weiter. Dazu gastiert die U 23 des SV Werder Bremen am kommenden Samstag, 14. November 2026, ab 14 Uhr im Manfred-Werner-Stadion.

Hannover 96 II: Schwanke – Ikari, Reinhold, Gießelmann – Meusel, Wegner, van den Heuvel (Kap.), Ünal (64. Rüdiger) – Vogel (78. Martins Marques), Sinanovic, Hobrecht (87. Aycicek). Trainer: Barlemann.

Weiche: Seibt – Behrmann, Eckstein (87. Selutin), Duru, Duah – Lamce (81. Schleemann), Celotto (64. Serifi) – Cornils (Kap./72. Gyamenah), Krasniqi, Bashiru Ali – Tobinski. Trainer: Wulff.

Tore: 0:1 Cornils (33.), 1:1 Ünal (46.), 2:1 Sinanovic (58.), 2:2 Krasniqi (76.), 3:2 Martins Marques (86.).

Zuschauer: 636 im Eilenriedestadion, Hannover, Clausewitzstraße.

Schiedsrichter: Tom-Leon Bender (Heidmühler FC).

Verwarnungen: van den Heuvel (Foul an Cornils, 63.), Hobrecht (Foul an Lamce, 70.), Gießelmann (Reklamieren, 75.)/Cornils (Foul an Ikari, 67.), Duah (Foul an Meusel, 77.), Lamce (Foul an van den Heuvel, 78.), Schleemann (Foul an Martins Marques, 83.), Selutin (Foul an Sinanovic, 90.+4).

Trainerstimmen:

Der „96“-Trainer Lars Barlemann sagte: „Ich bin unfassbar stolz auf meine Mannschaft, mit welcher Intensität sie heute in diesem Spitzenspiel gegen Weiche Flensburg aufgetreten ist. Ein großes Kompliment an meine Spieler. Zur Halbzeit habe ich der Mannschaft das Vertrauen ausgesprochen. Ich habe ihr gesagt, dass wir das Spiel drehen werden. Sie haben es sich absolut verdient. Es ist schön, dass wir die Leistungen der Jungs durch das Interesse und die Unterstützung der Fans gespiegelt bekommen haben.“

Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Glückwunsch an ,96‘ zu diesem Sieg. Wir hätten auch gern gewonnen. Heute waren wir hinten nicht so stabil und nicht wach genug. Und dann haben wir selbst nicht die entscheidenden Tore gemacht, denn auch wir hatten gute Chancen. Das darf in einem solchen Spitzenspiel nicht passieren, so verlierst Du halt. Aber wir haben dennoch eine starke erste Halbserie gespielt und werden aus diesem Spiel lernen, um es beim nächsten Mal besser zu machen.“