Heimremis gegen Emden
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Heimremis gegen Emden
SC Weiche Flensburg 08 – BSV Kickers Emden 1:1 (0:0)
Am 16. Spieltag der Regionalliga Nord – dem vorletzten der Hinrunde – hat der SC Weiche Flensburg 08 erstmals vor eigener Kulisse in dieser Saison unentschieden gespielt. Unsere Mannschaft kam am Feiertags-Samstagnachmittag gegen den BSV Kickers Emden zu einem 1:1-Remis. Vor 1.134 Zuschauern entwickelte sich im Manfred-Werner-Stadion bei ruhig-trockenem Herbstwetter mit Temperaturen von etwas über zehn Grad ein zunächst auf beiden Seiten vor allem von Fehlervermeidung geprägtes Spiel, bei dem unsere Mannschaft in der Schlussphase stark auf den Siegtreffer drückte, bei Kontersituationen jedoch hellwach bleiben musste. Es war im siebenten Aufeinandertreffen beider Mannschaften die erste Punkteteilung, nachdem die Emder alle vorherigen vier Duelle nach deren Wiederaufstieg gewonnen hatten. Während sich der Trainer des BSV, Björn Lindemann, nach der Partie zufrieden zeigte, sagte unser Cheftrainer Tim Wulff: „Wir ärgern uns, weil wir mehr wollten. Wir sind aber weit davon entfernt, dass wir super traurig sind.“
Nach der 0:3-Niederlage vom vergangenen Sonntag beim FC St. Pauli II gab es zwei Änderungen in unserer Startelf. Der zuvor „Gelb“-gesperrte Erolind Krasniqi kehrte zurück und verdrängte Ilir Serifi, der ebenso wie Tanyel Eckstein zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. Dafür gab Uchechi Duru nach seiner wochenlangen Verletzung sein Comeback. Schon nach wenigen Minuten ersetzte Tanyel Eckstein den mit Muskelproblemen passenden Kapitän Kevin Ntika. Dann klagte auch der andere Innenverteidiger Uchechi Duru über Probleme, sodass Mitte der zweiten Halbzeit Brandolf Duah kam. In der Schlussphase wurden erst Maksym Tytarenko, danach Bjarne Schleemann und schließlich Ilir Serifi eingewechselt. Zum Aufgebot des Spieltags gehörten ferner Torhüter Nils Bock, Nick Selutin, Joshua Nwokoma und Randy Gyamenah. Es fehlten neben Samuel Hust die verletzten Torben Marten, Alexander Laukart und Joshua Hansen sowie Torhüter Bjarne Schneider, Daniel Schaen und Thies Richter, die nahezu zeitgleich im Landesliga-Spiel unserer U 23 beim TSV Friedrichsberg-Busdorf zum 2:1-Auswärtssieg beitrugen.
Gäste-Trainer Lutz Lindemann nahm gegenüber der Anfangsformation bei der jüngsten 2:3-Niederlage bei Werder Bremen II vor einer Woche gleich vier Änderungen vor. Für Bent Andresen, Marvin Benjamins, Moritz Busch und Nick Stepantsev (alle zunächst auf der Bank) begannen Ibrahim Touray, Bogdan Shubin, Semin Kojic und Theo Schröder. Entsprechend lief u. a. auch der Ex-Flensburger Sandro Plechaty von Beginn an auf.
Schnell nach Anpfiff zeigte sich, dass beide Mannschaften eher vorsichtig agieren, Fehler vermeiden und auf Umschaltmomente lauern wollten. So zog sich die jeweilige Vertretung ohne Ballbesitz wie beim Handball in die eigene Hälfte zurück und verdichtete dort die Räume, während die andere das Spiel zu gestalten versuchte und sich dabei schwer tat. Die ersten beiden Abschlüsse hatte Emden. Bogdan Shubin setzte seinen Schuss deutlich zu hoch an (5.), und auch Ibrahim Touray verzog trotz guter Position seinen Abschluss klar (17.). Weiche fand nur mühsam ins Spiel, kam dann aber gleich zu einer Doppelchance. Ibrahim Bashiru Ali scheiterte nach Zuspiel von Erolind Krasniqi an der Fußabwehr von Torhüter Luca Petzold, der mögliche Nachschuss von Marcel Cornils von halblinks nach Flanke von Rasmus Tobinski wurde geblockt (22.). Unsere Nummer 10, inzwischen als Spielführer unterwegs, hatte wenig später die nächste Gelegenheit, als aus einem Emder Eckstoß eine Flensburger Überzahlsituation resultierte. Doch Marcel Cornils zögerte einen Tick zu lange, sodass sein Versuch verhindert wurde (27.). Auch beim langen Ball von Tanyel Eckstein in die Spitze fehlten die berühmten Zentimeter, als Rasmus Tobinski den Ball mitnahm, aber Torhüter Luca Petzold aufmerksam war (30.).
Danach wurde es erst wieder kurz vor der Halbzeitpause in den Strafräumen interessant. Der Emder Torjäger Luc Ihorst kam aus der eigenen Hälfte in eine Kontersituation, behauptete sich gegen zwei, drei Flensburger Abwehrspieler, setzte den Abschluss aus gut 20 Metern aber rechts neben das Tor (42.). Und an einen von Toshiaki Miyamoto getretenen Freistoß aus dem rechten Halbfeld flogen gleich mehrere Emder knapp vorbei (42.). Auf der Gegenseite prüfte Theo Behrmann nochmals den Kickers-Schlussmann Luca Petzold, der gut parierte (45.+2). So ging es torlos in die Kabinen.
Nach der Pause ging Emden etwas überraschend in Führung. Ein Schussversuch von Luc Ihorst wurde geblockt, die Kugel landete bei Semin Kojic, der nur zaghaft angegriffen wurde, Platz hatte, um sich die Murmel zurechtzulegen und den Ball aus 14 Metern von halblinks ins rechte Eck zum 0:1 zu zwirbeln (52.). Die Antwort ließ aber nicht lange auf sich warten. Einen Schuss von Erolind Krasniqi lenkte Torhüter Luca Petzold um den Pfosten (62.). Den folgenden Eckstoß, getreten von Erolind Krasniqi, köpfte Rasmus Tobinski aus sechs Metern wuchtig zum 1:1-Ausgleich ein (63.). Und Weiche hätte beinahe nachlegen können. Als Christian Kühling beim Schussversuch von Benjamin Lamce unseren Spieler traf, forderte Erolind Krasniqi per Freistoß von der Strafraumkante Luca Petzold heraus, doch der Emder Schlussmann konnte den Versuch aus dem oberen Tordreieck um den Pfosten lenken (66.). Ibrahim Bashiru Ali traf nach Zuspiel von Erolind Krasniqi von halblinks nur das Außennetz (68.).
Weiche belagerte in den letzten 20 Minuten das Gästetor, hatte zahlreiche Standards, aber die ganz großen Chancen blieben aus. Tanyel Eckstein kam bei einem Eckstoß zum Kopfball, setzte diesen allerdings genau auf Torhüter Luca Petzold (76.). Die dickste Siegchance hatten somit die Gäste, die nach der Pause nur zu zwei Abschlüssen kamen. Nun dribbelte Luc Ihorst, nicht zu halten, über den halben Platz. Er passte am Strafraum nach halbrechts hinaus, wo Matti Tjaden die gute Position aus zwölf Metern nicht nutzen konnte. Bei seinem Abschluss zappelte das Tornetz nur von außen (90.+3).
Die Abwehrkante Peer Mahnke und sein Linksverteidiger Toshiaki Miyamoto sowie der präsente defensive Mittelfeldspieler Jannes Warnken waren die auffälligsten Akteure bei den Gästen aus Ostfriesland, die von rund 70 lautstark ihre Mannschaft unterstützenden Fans begleitet wurden. Torhüter Luca Petzold und Stürmer Luc Ihorst seien ebenfalls erwähnt. Auf Flensburger Seite konnte sich genauso Torhüter Ronny Seibt sowie Tanyel Eckstein die besten Noten verdienen. Positiv seien zudem Theo Behrmann, in der Schlussphase mit Kapitänsbinde, und Raul Celotto hervorgehoben.
Am letzten Spieltag der Hinrunde wird unsere Mannschaft beim Ex-Drittligisten Hannover 96 II zu Gast sein. Die Partie im Eilenriedestadion der niedersächsischen Landeshauptstadt ist ein Spitzentreffen und wird am Samstag, 7. November 2026, um 15 Uhr angepfiffen werden.
Weiche: Seibt – Behrmann, Duru (65. Duah), Ntika (Kap./7. Eckstein), Wagner – Lamce (83. Schleemann), Celotto (89. Serifi) – Cornils (78. Tytarenko), Krasniqi, Bashiru Ali – Tobinski. Trainer: Wulff.
Kickers Emden: Petzold – Touray (80. Igwe), Mahncke (Kap.), Kühling, Miyamoto – Warnken (73. Najjar), Plechaty – Schröder (68. Tjaden), Shubin (87. Busch), Kojic (73. Benjamins) – Ihorst. Trainer: Lindemann.
Tore: 0:1 Kojic (52.), 1:1 Tobinski (63.).
Zuschauer: 1.134 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.
Schiedsrichter: Gerhard Alexander Ludolph (Hoisbütteler SV 1955).
Verwarnungen: Lamce (Foul an Shubin, 20.), Wagner (Foul an Ihorst, 87.)/Touray (Foul an Krasniqi, 41.), Kühling (Foul an Lamce, 65.), Shubin (Foul an Krasniqi, 79.).
Trainerstimmen:
Der Emder Trainer Björn Lindemann sagte: „Ich glaube, wir sind heute bei einem sehr guten Gegner angetreten. Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel werden wird und sind mit dem 1:1 zufrieden. In der ersten Halbzeit haben wir vieles gut wegverteidigt, haben wenig zugelassen und hatten trotzdem auch ein, zwei Momente gehabt. In der zweiten Halbzeit gehen wir in Führung. Nach dem 1:1 wurde Weiche mutiger und besser und hat sich auch Standards erarbeitet. Am Ende hätten wir mit Glück sogar mit 2:1 gewinnen können. Aber ich kann gut mit dem 1:1 leben.“
Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Es war von Björn (Lindemann/d. Red.) schon eine gute Analyse. 1:1 hier zu Hause gegen Emden – wir ärgern uns, weil wir mehr wollten. Wir sind aber weit davon entfernt, dass wir super traurig sind. Die Platzierung spielt überhaupt gar keine Rolle. Der Gegner hat eine brutal gute Mannschaft, gute Einzelspieler. Das haben sie heute bewiesen. Die erste Halbzeit war sehr taktisch geprägt. Wir hatten viel Ballbesitzzeit. Ich kann meinen Jungs keinen Vorwurf machen. In der zweiten Halbzeit geraten wir in Rückstand. Wir machen dann richtig Druck, machen das 1:1, wollen das 2:1 erzwingen. Das Spielglück war nicht auf unserer Seite. Es war immer wieder ein Fuß dazwischen, der Torwart hält auch gut. Mit ganz viel Pech fängst Du Dir noch einen ein. Das 1:1 ärgert uns zwar, aber wir können damit leben. Wir wollen unsere Spiele gewinnen. Daran werden wir weiterhin arbeiten. Emden wünsche ich nur das Beste, vor allem ganz viel Gesundheit und kommt gut nach Hause. Und dann sehen wir uns spätestens zum Rückspiel.“