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Fulminant an die Tabellenspitze

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Fulminant an die Tabellenspitze

HSC Hannover – SC Weiche Flensburg 08 1:6 (0:1)

7. September 2026

Der SC Weiche Flensburg 08 ist nach dem sechsten Sieg hintereinander neuer Spitzenreiter in der Regionalliga Nord. Am 7. Spieltag der Regionalliga Nord feierte unsere Mannschaft beim HSC Hannover einen fulminanten 6:1-Auswärtssieg. Bei trockenem frühherbstlichem Wetter trumpfte Weiche am späten Sonntagnachmittag in der zweiten Halbzeit vor 235 Zuschauern im HSC-Stadion an der Constantinstraße in einer dominanten Art und Weise auf. Damit gab es im fünften Aufeinandertreffen mit dem HSC den fünften Flensburger Sieg. Während sich HSC-Trainer Timo Struckmeier die zweite Halbzeit nicht erklären konnte, zeigte sich unser Cheftrainer Tim Wulff hochzufrieden: „Mit dem Ergebnis bin ich super glücklich. Es trügt etwas, weil die erste Halbzeit nicht danach aussah. Nach dem Wechsel haben wir die richtige Antwort gegeben und auch in der Höhe verdient gewonnen.“

Verletzungsbedingt fiel bei unserer Mannschaft die Innenverteidigung aus. Während Uchechi Duru bereits nach wenigen Minuten der Partie gegen Delmenhorst (1:0) passen musste – er erlitt einen Außenbandriss –, erwischte es den etatmäßigen Kapitän Kevin Ntika am Donnerstag im Training. Wie auch Kevin Ntika nahm außerdem Ole Wagner, noch etwas angeschlagen, vorerst auf der Bank Platz. So begannen neben Torben Marten, der bereits gegen den SV Atlas die Position ausgefüllt hatte und nun zugleich die Kapitänsbinde übernahm, auch Tanyel Eckstein im Abwehrzentrum und Brandolf Duah hinten links. Wie erwartet rutschte zudem Ilir Serifi in die Startelf. Eingewechselt wurden in der zweiten Halbzeit Maksym Tytarenko, Ole Wagner, Raul Celotto, Samuel Hust und erstmals nach monatelanger Verletzungspause Marcel Cornils. In Hannover standen ferner Torhüter Nils Bock sowie Kevin Ntika, Joshua Nwokoma und Randy Gyamenah im Kader. Neben den verletzten Uchechi Duru und Alexander Laukart standen zudem Torhüter Bjarne Schneider, Bjarne Schleemann, Daniel Schaen und Joshua Hansen nicht im Aufgebot. Sie hatten – mit Ausnahme von Daniel Schaen – beim 4:3-Heimsieg unserer U 23 in der Landesliga am Samstag gegen den TSV Heiligenstedten Spielpraxis gesammelt, wobei sich Bjarne Schleemann (ein Tor) und Joshua Hansen (zwei Tore) in die Torschützenliste eintragen konnten.

Bei den Platzherren gab es im zweiten Heimspiel innerhalb von fünf Tagen im Vergleich zur Partie gegen Phönix Lübeck, die mit einer 0:3-Niederlage endete, drei Änderungen in der Startelf. Lukas Schorler, Denis Vukancic und John Hernandez Ferreras begannen für Jonas Röhrbein, Nick Bode (beide zunächst auf der Bank) und den verletzten Fabian Weigel.

Die Partie verlief anfangs auf beiden Seiten recht unruhig. Richtig Ordnung und Disziplin konnte keine der beiden Mannschaften in ihre Aktionen bringen. Dazu war die Fehlerquote einfach zu hoch. Es begann mit einem bösen Patzer der Heimelf im Spielaufbau, den Nick Selutin nicht nutzen konnte. Unser Rechtsaußen scheiterte an Torhüter Bastian Fielsch (10.). Später verpasste Brandolf Duah bei einem Freistoß von Ilir Serifi von halbrechts den Ball am langen Pfosten nur knapp (19.). Ibrahim Bashiru Ali ging links die Linie runter, hatte aber nach einem Solo über 60 Meter am Ende nicht mehr die Kraft zum gefährlichen Abschluss; der Ball rutschte am kurzen Eck vorbei (24.). Auf der Gegenseite hinterließ Weiche ebenfalls keinen sicheren Eindruck. Brandolf Duah musste kurz vor der Linie klären, als Marcel Langer aus zehn Metern abschließen konnte, nachdem zuvor SC-Schlussmann Ronny Seibt eine Eingabe von links abgewehrt hatte (17.). Erneut war es Marcel Langer, der die Kugel aus Nahdistanz am stark parierenden Ronny Seibt nicht vorbeibrachte, nachdem unmittelbar zuvor schon Amoro Diedhiou am Weiche-Torhüter scheiterte (22.). Der HSC-Kapitän hatte kurz vor dem Pausenpfiff noch eine gute Schussgelegenheit, als er einen „zweiten Ball“ aus 18 Metern aber deutlich zu hoch ansetzte (45.+1). Zu jenem Zeitpunkt führte Weiche schon. Erolind Krasniqi hatte kurz vor dem Strafraum Ibrahim Bashiru Ali auf halblinks eingesetzt, und unser Linksaußen ließ sich nicht bitten, zimmerte das Spielgerät rechts oben zum 0:1 in den Winkel (40.). Die Pausenführung war angesichts der Ungereimtheiten in den ersten 20, 25 Minuten in unserer Hintermannschaft vielleicht etwas glücklich, letztlich aber doch nicht unverdient. Weiche hatte in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit endlich defensive Stabilität gewonnen und war dann die Mannschaft, die über die bessere Anlage verfügte.

Der Auftakt der zweiten Halbzeit gehörte dem HSC. Eine Linksflanke köpfte Amoro Diedhiou über den Kasten (48.). Dann hatte Denis Vukancic einfach zu viel Platz. Sein schöner Schuss aus gut 20 Metern schlug oben rechts zum 1:1-Ausgleich ein (53.). Doch nur Sekunden später lag Weiche wieder vorn. Rasmus Tobinski hatte sich auf Rechtsaußen gegen John Hernandez Ferreras durchgesetzt und war gefoult worden, der Unparteiische ließ Vorteil laufen, weil Nick Selutin die Murmel aufnahm. Sein Pass in den Rückraum nahm Erolind Krasniqi direkt und setzte das Streitobjekt aus 16 Metern flach ins rechte Eck (54.).

Was folgte, war eine Weiche-Gala. Einen „zweiten Ball“ nahm Maksym Tytarenko, der damit Torhüter Bastian Fielsch prüfte (59.). Den folgenden Eckstoß, getreten von Erolind Krasniqi auf den kurzen Pfosten, köpfte Torben Marten mit Wucht ins kurze Eck zum 1:3 (60.). Eine Flanke von Erolind Krasniqi von der linken Seite, der mit einem schnellen Abschlag von Ronny Seibt in Szene gesetzt worden war, nahm Maksym Tytarenko aus wenigen Metern direkt und brachte sie gegen die Laufrichtung des Torhüters zum 1:4 unter (65.). Dann holte Benjamin Lamce das Leder, spielte zu Brandolf Duah, der weiter auf Maksym Tytarenko auf halbrechts passte. Unser Ukrainer ging – wie vom Trainer gefordert – ins Eins-gegen-Eins und setzte die Murmel mit Wucht über den Torhüter ins kurze Eck zum 1:5 (70.). Ibrahim Bashiru Ali scheiterte im Liegen noch an Torhüter Bastian Fielsch (73.). Und schließlich nahm er einen Pass von Raul Celotto durch das Zentrum auf. Er verwandelte sicher zum 1:6 in die rechte Ecke (85.). Kurz vor Abpfiff hatte Maksym Tytarenko nochmals eine starke Szene. Er setzte sich über rechts durch, doch seine scharfe Eingabe fand keinen Abnehmer (90.+2).

Die Platzherren waren der Spielfreude des neuen Tabellenführers in der letzten halben Stunde beinahe schutzlos ausgeliefert. Sie hatten allerdings auch selbst noch zwei exzellente Möglichkeiten. Bei einem Konter über Nick Bode über die linke Seite zischte der Abschluss am langen Pfosten vorbei (68.). Und der eingewechselte Evren Serbes schoss von halbrechts an den linken Pfosten (89.), sodass es beim 1:6 aus Sicht der Hannoveraner blieb.

Beim HSC waren die zentral spielenden Kapitän Marcel Langer – lange Zeit im offensiven Mittelfeld – und Denis Vucancic – noch davor – die auffälligsten Akteure. Die besten Noten auf Flensburger Seite konnten sich Erolind Krasniqi mit vier Torbeteiligungen, Ibrahim Bashiru Ali und Schlussmann Ronny Seibt verdienen. Positiv hervorzuheben sind zudem die Startelfdebüts von Tanyel Eckstein und Brandolf Duah, das Auftreten von Maksym Tytarenko sowie das Comeback nach langer Verletzungspause von Marcel Cornils. Nicht so erfreulich war, dass mit Theo Behrmann und Torben Marten zwei Spieler leicht angeschlagen und Nick Selutin mit Muskelverletzung ausgewechselt werden mussten.

Unsere Mannschaft hat am kommenden 8. Spieltag wieder Heimrecht. Sie empfängt dann bereits am Freitagabend, 11. September 2026, um 19 Uhr im Manfred-Werner-Stadion die U 21 des Hamburger SV.

HSC Hannover: Fielsch – P. Wegner (75. Kläne-Menke), Dominke, Herandez Ferreras – von Boetticher (75. Serbes), Pohlmann (66. Bode), Schorler – Langer (Kap.) – Diedhiou (68. Straube), Vucancic, Hoffmann (66. Özün). Trainer: Struckmeier.

Weiche: Seibt – Behrmann (67. Wagner), Marten (Kap./77. Hust), Eckstein, Duah – Lamce, Serifi (72. Celotto) – Selutin (58. Tytarenko), Krasniqi (77. Cornils), Bashiru Ali – Tobinski. Trainer: Wulff.

Tore: 0:1 Bashiru Ali (40.), 1:1 Vucancic (53.), 1:2 Krasniqi (54.), 1:3 Marten (60.), 1:4 Tytarenko (64.), 1:5 Tytarenko (70.), 1:6 Bashiru Ali (85.).

Zuschauer: 235 im HSC-Stadion an der Constantinstraße, Hannover-List.

Schiedsrichter: Furkan Cevdet Vardar (Rot-Weiß Wilhelmsburg).

Verwarnungen: Pohlmann (Foul an Behrmann, 49.), Serbes (Foul an Duah, 85.)/Ilir (Foul an Dominke, 10.), Duah (Unsportlichkeit, 78.).

Trainerstimmen:

Der HSC-Trainer Timo Struckmeier sagte: „Glückwunsch an Flensburg. Aufgrund der zweiten Halbzeit ist es dann auch verdient. Zur Halbzeit hätte ich es niemals gedacht, dass es so ausgehen wird. Ich finde, wir haben eine gute Reaktion auf die schwache Leistung vom Mittwoch gegen Phönix gezeigt. Wir hatten eine gute Intensität und gingen als bessere Mannschaft mit einem 0:1-Rückstand in die Kabine. Dann machen wir das schnelle 1:1 und kriegen gleich das 1:2. Was nach dem 1:2 passiert ist, dafür müssen wir uns entschuldigen. Das hat mit Regionalligafußball nichts zu tun. Wir haben jetzt ein wichtiges Spiel in Lübeck, die nun auch drei Punkte haben. Weiche spielt es dann auch wirklich gut. Gratulation!“

Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Mit dem Ergebnis bin ich super glücklich und zufrieden. Es trügt etwas, weil die erste Halbzeit nicht danach aussah. Wir hatten in den ersten 25 Minuten einige Mühe. Wir hatten zwei 19-jährige Debütanten in der Verteidigung. Das hat man anfangs noch gespürt. Aber sie haben sich dann toll gesteigert. Wir bestrafen in der ersten Halbzeit den Gegner nicht richtig, aber der HSC hatte auch einige riesige Chancen. Da können wir uns bei unserem Torhüter bedanken. Nach dem Wechsel haben wir die richtige Antwort gegeben und auch in der Höhe verdient gewonnen. Uns war vor dem Spiel klar, dass es hier schwierig werden wird. Wir hatten auch keine einfache Anreise. Und es war auch in der ersten Halbzeit schwierig. Euch vom HSC wünsche ich maximalen sportlichen Erfolg und ganz viel Gesundheit.“