Erstmals in Spelle

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Erstmals in Spelle

Weiche muss am Sonntag zum Aufsteiger

2. November 2023

Der 15. Spieltag der Regionalliga Nord – und somit bereits der drittletzte der Hinrunde – steht an, und da kommt es zu einer Premiere. Erstmals werden der SC Spelle-Venhaus und der SC Weiche Flensburg 08 aufeinandertreffen. In dieser Paarung steckt Abstiegskampf pur, und nichts anderes dürfen unsere Mannen vom Gastspiel an der holländisch-nordrhein-westfälischen Grenze erwarten. Bevor es am Sonntag ab 15 Uhr in Spelle ernst werden wird, haben wir für Euch wieder ein paar Fakten zusammengestellt.

 

Zur Lage: Holstein II allen voran

Am vergangenen 14. Spieltag musste die Spitzenpartie zwischen Phönix Lübeck und Teutonia Ottensen witterungsbedingt abgesagt werden. So war der Weg für Holstein Kiel II frei. Mit einem verdienten 3:2-Sieg beim Nachwuchs des FC St. Pauli übernahmen die jungen Störche die Tabellenführung. Auch Hannover 96 II entledigte sich seiner Pflichtaufgabe. Die Schützlinge von Trainer Daniel Stendel schickten ihre Gäste aus Spelle mit einer 2:9-Packung zurück ins südliche Emsland. Jubel gab es hingegen in der Metropole des Emslandes, weil der SV Meppen vor 5.648 Zuschauern den SC Weiche Flensburg 08 mit 3:2 besiegte. Havelse feierte ebenfalls. Der TSV kam beim 2:1 gegen den Hamburger SV II zu seinem fünften „Dreier“ in Folge. Außerdem siegte Norderstedt mit 3:1 beim Schlusslicht Kilia Kiel. Bleiben noch drei Punkteteilungen. In Lohne gab es gegen Drochtersen keine Tore. Zwei Treffer – eben gerecht verteilt – gab es vor 2.150 Zuschauern im Derby zwischen Jeddeloh II und Oldenburg. Die Platzherren waren nah dran an einem Sieg, mussten den Gegentreffer erst in der Nachspielzeit hinnehmen und haben nun rekordverdächtige neun Remis aus 13 Spielen auf ihrem Konto. Außerdem trennten sich Eimsbüttel und der Bremer SV in einem Abstiegsduell 2:2-unentschieden.

Am 15. Spieltag hat der neue Spitzenreiter Holstein II Heimrecht gegen Lohne. Verfolger Phönix Lübeck steht hingegen vor der nicht einfachen Aufgabe in Drochtersen. Auch Hannover II dürfte beim Remis-Spezialisten Jeddeloh II keine leichte Hürde zu überspringen haben. Die Ammerländer haben schließlich – wie lediglich die beiden führenden Mannschaften der Tabelle – nur zwei ihrer 13 bisherigen Saisonspiele verloren. Teutonia Ottensen greift gegen das Schlusslicht Kilia Kiel wieder in das Geschehen ein. Und Meppen gastiert beim Hamburger SV II. Abstiegskampf ist bei den Begegnungen Bremer SV gegen FC St. Pauli II und Spelle gegen Weiche angesagt. Oldenburg ist gegen Eimsbüttel favorisiert. Außerdem empfängt Norderstedt mit Havelse die „Mannschaft der Stunde“.

Im Übrigen hat Phönix Lübeck am Feiertagsdienstag seine Hausaufgabe erledigt und im Landespokalhalbfinale im Stadtderby beim Landesligisten Eichholzer SV vor 603 Zuschauern mit 4:0 gewonnen – wenngleich mit mehr Mühe als erwartet. Damit steht das Finale in Schleswig-Holstein fest: Oberligist Todesfelde trifft im Mai 2024 auf Regionalligist Phönix Lübeck.

 

Zum Gegner: noch unbekannt

Der im Januar 1946 gegründete SC Spelle-Venhaus ist letztjähriger Meister der Niedersachsen-Liga, in der Regionalliga Nord ein Neuling und für Weiche ein bislang unbekannter Kontrahent. So wird Spelle der 42. Konkurrent in der Regionalliga seit unserem Aufstieg von 2012 werden. Der Sportclub ist ein Mehrspartenverein mit insgesamt über 2.400 Mitgliedern.

Tabellarisch sieht es für den Aufsteiger nicht besonders gut aus. Die Schwarz-Weißen sind Tabellensiebzehnter, verfügen über sieben Punkte, mussten bereits 44 Gegentreffer hinnehmen und haben derzeit auch die schlechteste Tordifferenz. Elf ihrer 14 bisherigen Regionalliga-Partien haben die Südwestniedersachsen verloren. Die beiden Siege gelangen allerdings auf eigener Anlage gegen die beiden Mitaufsteiger: 3:2 zum Saisonauftakt gegen Eimsbüttel – übrigens nach 0:2-Rückstand bis zur 70. Minute – und 2:0 gegen Kilia Kiel. Auswärts sind die Schwarz-Weißen bei nur einem Remis aus sieben Partien – einem torlosen Unentschieden beim Bremer SV am 30. September – allerdings bislang am erfolglosesten. Nach dem Punktgewinn gegen den BSV gab es in der Folge nur noch vier Niederlagen mit insgesamt 5:22 Toren. Die letzten beiden Heimspiele wurden gegen Havelse mit 1:3 und Meppen mit 0:3 verloren. Spitzenreiter ist der SC hingegen in der Fairplay-Tabelle. Man zählt zu den wenigen Mannschaften, die bislang keinen Platzverweis hinnehmen mussten. Im Schnitt kassierte Spelle bislang lediglich zwei Gelbe Karten pro Partie.

Beim SC Spelle-Venhaus gibt es aktuell sechs Torschützen. Gefährlichster Spieler ist der niederländische Neuzugang Jip Kemna, der in der Liga schon fünfmal einnetzte und damit etwa jedes dritte der 14 Tore erzielt hat. Der Mittelstürmer mit der Nummer 25 kam von KVV Quick ‘20 aus der höchsten Amateurliga des Nachbarlandes. Steffen Wranik, Rechtsaußen und schon seit mehr als sechs Jahren im Verein, hat viermal ins Schwarze getroffen. Niklas Oswald, vor der Saison von Blau-Weiß Lohne gekommener Linksaußen, markierte zwei Tore. Je einmal trafen der zuletzt in Hannover als Kapitän agierende Innenverteidiger Jan-Hubert Elpermann, Timo Nichau und Artem Popov. Letzterer erzielte seinen Treffer bei der jüngsten 2:9-Schlappe in Hannover zum 2:7-Zwischenstand sehenswert kurzentschlossen mit einem Fernschuss von der Mittellinie. Der vielleicht bekannteste Spieler ist indes Janik Jesgarzewski. Er bestritt 204 Pflichtspiele, darunter 92 Partien in der 3. Liga, für den SV Meppen und war 2022/23 beim FC Teutonia Ottensen. Der Abwehrspezialist hat aktuell nach Torhüter Mattis Niemann, der keine Minute der 14 Spiele fehlte, die meiste Spielzeit auf seinem Konto. Mit Philipp Elfert und Niklas Oswald gibt es zwei weitere Akteure, die noch keine Partie gefehlt haben. Trainer Hanjo Vocks – seit 2017 in Spelle und seit 2018 Cheftrainer – hat erst 22 Spieler eingesetzt.

Etatmäßiger Kapitän beim SC Spelle ist Torben Stegemann. Bei der 2:9-Niederlage in Hannover fehlte er verletzungsbedingt. Er wird nach einem Muskelfaserriss auch am Sonntag gegen Weiche nicht dabei sein können. Auf der Homepage seines Vereins erklärte er nun: „Das Spiel in Hannover hat sehr weh getan. Wir müssen uns auf die Grundtugenden besinnen. Nur dann können wir etwas holen. Wenn wir spielen wie am Wochenende, dann nicht.“ Dem 28-jährigen Mittelfeldspieler fehlten in Hannover Körperlichkeit und Aggressivität, demnach die „klassischen physischen Grundtugenden“. Angesprochen auf die kommende Gegnerschaft – Weiche, danach Jeddeloh II, HSV II und Eimsbüttel – sagte er: „Wir müssen so viel an uns arbeiten. Wenn wir das nicht machen, ist es egal, wer kommt. Wir müssen uns in die Situation bringen, dass wir wieder punkten können. Das ist der Fokus, der sich aus der Situation ergibt.“

 

Unsere Mannschaft: vor einem Sechs-Punkte-Spiel

Für unsere Mannschaft steht am Sonntag die weiteste Auswärtsreise an. Doch für die Schönheiten der Natur im südwestlichen Zipfel Niedersachsens wird sie keinen Blick haben. Der Auftrag ist klar: Nachdem in Meppen der Nimbus der Unbesiegtheit auf fremden Plätzen gebrochen wurde, geht es nun darum, aus dem Emsland etwas mitzunehmen, im Idealfall drei Punkte. In Meppen war bei weitem nicht alles schlecht. Die positiven Aspekte der dortigen 2:3-Niederlage gilt es mitzunehmen. In der Hänsch-Arena ließ sich unsere Mannschaft vom starken Heimanhang der über 5.600 Fans nicht beeindrucken. Die Mannschaft um Kapitän Finn Wirlmann trug zu einer sehenswerten Regionalliga-Partie maßgeblich bei, suchte immer wieder spielerische Lösungen, konnte die Defensive der Heimelf fordern und zeigte eine gute Moral. Allerdings: Die Anzahl der individuellen Fehler, gerade im Defensivverhalten, muss reduziert werden.

Personell wird Cheftrainer Benjamin Eta voraussichtlich mit dem Kader arbeiten können, der auch in Meppen dabei war. Hinzu kommen der in Meppen erkrankt fehlende Jonah Gieseler, der nun wieder in das Aufgebot des Spieltags rücken wird. Positiv ist zudem, dass Torhüter Philip Østerbæk nach seiner Bänderruptur im Fußgelenk und wochenlanger Pause endlich wieder zur Verfügung stehen wird. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Patrick Thomsen. Das Flensburger Urgestein war Anfang der Woche krank. Benjamin Eta ist aber zuversichtlich und geht davon aus, dass der Routinier dabei sein kann. Indes werden Torben Marten, Noel Kurzbach (beide Oberschenkel) und Ilidio Pastor Santos (Reha nach Kreuzbandriss) weiterhin ausfallen. Alle weiteren Spieler dürften einsatzbereit sein.

Für Benjamin Eta steht fest: „Es ist ein Sechs-Punkte-Spiel. Das muss man so deutlich sagen. Verlieren ist verboten.“ Die Frage, ob bei solch klarer Ansage nicht enormer Druck auf unseren Mannen lasten würde, lässt unser Trainer nicht zu. „Druck haben wir immer“, sagt er, um anzufügen: „Wenn man Ziele hat, egal zu welchem Zeitpunkt der Saison, hat man automatisch Druck.“ Die Situation ist angesichts der Tabellenkonstellation in der Liga schließlich eindeutig. Nochmals unser Trainer: „Nun ist es das Ziel, bis zum Winter schnellstens so viele Punkte wie möglich zu holen, um dort unten rauszukommen. Wir fahren nach Spelle, um zu gewinnen. Nach der hohen Niederlage von Spelle zuletzt wird dort auch einiges passieren. Doch müssen wir nur auf uns gucken, hinten einfach noch besser stehen, um am Sonntag zu null zu spielen und vorne mindestens ein Tor zu schießen.“ So einfach ist es im Fußball – zumindest in der Theorie. Am Sonntag gegen 16.50 Uhr werden wir wissen, ob unserer Mannschaft die praktische Umsetzung gelungen sein wird.

 

Hinweise für alle Fans: Liveübertragung bei nordfv.tv

Das Spiel wird am Sonntag, 5. November 2023, um 15 Uhr im Getränke-Hoffmann-Stadion in Spelle angepfiffen. Schiedsrichter der Partie ist Cedric Philipp (SC Borgfeld), der von Giulio Horney (SV Werder Bremen) und Jan-Lukas Meyer (TuS Schwachhausen) assistiert wird.

Für alle daheim bleibenden Weiche-Fans weisen wir gern auf den neuen zentralen Vermarktungskanal der Regionalliga Nord über den Anbieter SolidSport hin. Hier wird es einen vom Gastgeber kommentierten Livestream unter https://nordfv.tv/sc-weiche-flensburg-08 geben. Ihr gelangt dorthin ebenso, wenn Ihr über unsere Homepage (weiche-liga.de) auf den Button „Weiche 08 TV“ geht. Die Qualität der Übertragungen aus Spelle war in der Vergangenheit sehr ordentlich. Auch dem Kommentator konnte man gut zuhören. Wir werden zudem einen Ticker mit Infos zu Spielbeginn, Halbzeit und Abpfiff sowie den Toren wie gehabt auf unseren Social-Media-Kanälen zu laufen haben.

Für Weiche steht die weiteste Auswärtsfahrt der Saison auf dem Programm. Von Flensburg sind es rund 420 km, wobei der A 1 bis Osnabrück gefolgt werden kann, ehe ein kurzes Stück auf der A 30 Richtung Westen folgt. Von der Autobahnabfahrt 7 (Rheine-Nord) sind es nur wenige Kilometer bis zum Spielort, sodass die Strecke insgesamt weitgehend auf der Autobahn absolviert werden kann. Das Getränke-Hoffmann-Stadion in Spelle befindet sich im Südwesten von Spelle in der Venhauser Straße, nur ca. drei Kilometer von der Grenze zu Nordrhein-Westfalen entfernt. Insgesamt ist für Pkw ohne Staus mit einer Fahrzeit von etwas mehr als viereinhalb Stunden zu rechnen. Die Samtgemeinde Spelle im Süden des niedersächsischen Landkreises Emsland hat insgesamt etwa 10.000 Einwohner; davon rund 8.000 in der Kerngemeinde Spelle, wo sich auch die Spielstätte befindet. Im 1971 eingemeindeten Ortsteil Venhaus leben etwa 1.500 Menschen.

Für Nutzerinnen und Nutzer des ÖPNV gibt es keine guten Nachrichten. Spelle ist zwar grundsätzlich an das Bahn- und Busnetz angeschlossen, doch an Sonntagen gelangt man nach rund fünf Stunden Fahrzeit mit dem ÖPNV lediglich ins nordrhein-westfälische, rund 11,2 km entfernte Rheine, was dann eine Taxifahrt, eine Wanderung oder eine Leihe sonstiger individueller Verkehrsmittel zur Folge haben würde.

Tickets können online gebucht werden. Die Preise liegen zwischen 15 Euro (ermäßigt 13 Euro) für einen Sitz- und 10 Euro (ermäßigt 8 Euro) für einen Stehplatz.

Fans können sich mit allen Fragen sehr gern an Meikel Carstensen wenden. Der Fanbeauftragte ist unter 01 70/803 28 46 oder fanbetreuung@weicheflensburg08.de erreichbar.

Ein Hinweis noch zum Wetter: Für den Sonntag werden in Spelle jahreszeitgemäße Temperaturen von etwa 12 oder 13 Grad erwartet. Die Niederschlagswahrscheinlichkeit ist erhöht.

Wir wünschen allen nach Spelle fahrenden Weiche-Fans eine problemlose Anreise, ein schönes Spiel und eine gut gelaunte Rückkehr nach Flensburg.