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Erste Heimniederlage gegen neuen Spitzenreiter

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Erste Heimniederlage gegen neuen Spitzenreiter

SC Weiche Flensburg 08 – 1. FC Phönix Lübeck 1:2 (0:1)

19. September 2026

Der 1. FC Phönix Lübeck bleibt für den SC Weiche Flensburg 08 ein sehr unbequemer Kontrahent. Unsere Mannschaft konnte auch das siebente Liga-Spiel in Serie gegen den Landesrivalen nicht gewinnen. Nur drei Tage nach der ersten Saisonniederlage musste Weiche am 10. Spieltag im fünften Auftritt im Manfred-Werner-Stadion auch die erste Heimniederlage hinnehmen. Die Schützlinge von Trainer Tim Wulff verloren am Samstagnachmittag das Verfolgerduell gegen den 1. FC Phönix Lübeck mit 1:2-Toren. Bei typisch-norddeutschem Schmuddelwetter waren die Gäste anfangs die bessere Equipe, die vor 834 Zuschauern in einem hitzig werdenden Kampf in der hektischen Schlussphase um die drei Punkte bangen musste. Am Ende des Tages konnte die formstabile „Mannschaft der Stunde“ – mit dem fünften Sieg in Folge und der neunten Partie hintereinander ohne Niederlage – sogar von Platz vier auf die Spitzenposition der Regionalliga Nord springen. Phönix-Trainer Kevin Wölk machte seinen Jungs nach einer „hintenheraus kleinen Achterbahnfahrt“ ein „brutales Lob“. Unser Verantwortlicher Tim Wulff sagte: „Die erste Halbzeit ging an Phönix, die zweite aber aufgrund der Chancen an uns. Für uns ist es absolut ärgerlich, weil wir aus dem Spiel kein Gegentor kriegen, sondern aus zwei Standardsituationen. Meine Jungs haben versucht, alles rauszuholen. Es sollte heute nicht sein.“

Nur drei Tage nach der 1:2-Niederlage in Schöningen begann eine lediglich auf einer Position veränderte Flensburger Startelf. Für Tanyel Eckstein lief Brandolf Duah mit dem Anpfiff auf den Rasen. Von der Bank kamen im Verlauf der zweiten 45 Minuten Marcel Cornils, Randy Gyamenah und Saisondebütant Bjarne Schleemann. Den Kader des Spieltages komplettierten Torhüter Nils Bock, Tanyel Eckstein, Samuel Hust,Raul Celotto, Thies Richter und Joshua Nwokoma. Hingegen fehlten weiterhin die verletzten Torben Marten, Nick Selutin, Uchechi Duru und Alexander Laukart sowie Torhüter Bjarne Schneider, Daniel Schaen und Joshua Hansen, die bei der 2:3-Niederlage beim Landesliga-Spitzenreiter TSV Kronshagen in unserer U 23 zum Einsatz kamen.

Gäste-Trainer Kevin Wölk sah bei seiner Mannschaft drei Tage nach dem fulminanten 9:0-Sieg gegen den SV Todesfelde dennoch Anlass für Änderungen in der Startelf. Michel Dammeier und Jonathan Stöver liefen für Anton Ihde und Ousman Touray (beide zunächst auf der Bank) von Beginn an auf. Der Ex-Flensburger Karim Hüneburg war im Kader, wurde aber nicht eingewechselt. Kevin Ntika, der im Sommer 2025 den umgekehrten Weg von Phönix zu Weiche gegangen war, führte unsere Mannschaft als Kapitän auf das Feld.

Auf dem tiefen Platz, der viel Wasser aufnehmen musste, hatte von Beginn an Phönix das Sagen. Die Gäste wirkten sehr selbstbewusst, agierten aus einer stabilen Ordnung und liefen die Platzherren früh an. Die Folge war ein klarer Vorteil im Ballbesitz und auch die Führung. Zunächst konnte Kevin Ntika noch den Abschluss von Omar Rahimic in höchster Not blocken (3.). Doch bei einem Eckstoß von der rechten Seite spielte Julius Kliti den Ball scharf und flach an den Elfmeterpunkt, wo Kapitän Fabio Maiolo entgegenlief, zum Abschluss kam und flach in die linke Ecke vollendete (16.). Die Führung war hochverdient, wenngleich Phönix selbst auch nur selten zu Chancen kam. Weiche hingegen wirkte fast ängstlich, konnte kaum einmal den Ball über mehrere Stationen halten, kam dann aber doch zu zwei Abschlüssen. Erst setzte Erolind Krasniqi auf halblinks Ibrahim Bashiru Ali ein, der etwas zögerte und dann mit flachem Abschluss an Torhüter Tim Kips scheiterte (23.). Wenig später schoss Ilir Serifi von halbrechts links am Kasten vorbei (29.). Auf der Gegenseite traf der anfangs sehr auffällige Omar Rahimic, dessen Schuss abgefälscht wurde, das Tor nicht (31.).

Die Partie wurde zumindest optisch zunehmend ausgeglichener. Bei den Hansestädtern sorgte vor allem Michel Dammeier für Torgefahr. Er schoss erst noch flach rechts vorbei (36.), konnte dann ein Zuspiel nicht so gut kontrollieren, sodass Ronny Seibt rechtzeitig eingreifen konnte (39.). Der Lübecker mit der Nummer sechs hätte allerdings kurz vor dem Pausenpfiff das 0:2 erzielen müssen. Nach einer Eingabe von links von Julian Markvoort, der mit einem Lupfer von Daniel Haritonov eingesetzt worden war, und kurzer Abwehr von Ronny Seibt landete der Ball direkt einschussbereit bei Michel Dammeier, der aus sieben Metern über den Kasten schoss (44.). Zuvor hatte Weiche noch eine kurze Phase mit zwei Torgelegenheiten. Den gut gedrückten Kopfball von Maksym Tytarenko nach Flanke von Theo Behrmann parierte Torhüter Tim Kips mit starker Parade (42.). Beim Drehschuss von Rasmus Tobinski von halblinks flach am rechten Pfosten vorbei musste der Phönix-Schlussmann nicht eingreifen (43.). Weiche hatte nochmals eine Gelegenheit, als Philippe Markvoort am eigenen Fünfer bei einer Eingabe von rechts über den Ball säbelte (45.+1). Doch es war niemand zum Abstauben da. So blieb es bei einer verdienten Pausenführung für die Lübecker.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit hatte Weiche die ersten Abschlüsse. Nach einem Eckstoß von Erolind Krasniqi von links köpfte Kevin Ntika vorbei (50.). Als Rasmus Tobinski mit einem klasse Zuspiel Maksym Tytarenko einsetzte, scheiterte der Ukrainer bei der bis dahin größten Weiche-Chance aus 18 Metern frei vor dem Tor an der starken Abwehr des entgegenkommenden Schlussmanns Tim Kips (51.). Und wie es so kommen musste, fiel der Treffer auf der Gegenseite. Einen Eckstoß von Julian Boccaccio von rechts köpfte Michel Dammeier durchsetzungsstark zum 0:2 ein (53.).

Weiche reagierte mit mehr Offensivwillen. Nun wurde es ein richtiger Kampf, bei dem die Heimelf zweimal Pech hatte. So lag der Ball dann endlich im Lübecker Kasten, doch der Unparteiische gab den Treffer nicht, weil der Torhüter Tim Kips die Hand am Ball gehabt soll, als Maksym Tytarenko nachgesetzt hatte (59.). Als Marcel Cornils von links zurückgepasst hatte, wurde der Schuss von Erolind Krasniqi von den Gästen geblockt, doch den von den Rängen geforderten Handstrafstoß gab es nicht (86.). Außerdem hatte Marcel Cornils die Pille sehenswert ins Netz gelöffelt, doch da war die Fahne des Assistenten wegen einer Abseitsstellung schon lange oben gewesen (73.). Dennoch: Weiche war dran, hatte nun die besseren Chancen. Phönix-Linksverteidiger Daniel Haritonov bekam am linken Strafraumeck einen hohen Ball nicht unter Kontrolle, legte so unfreiwillig für Ibrahim Bashiru Ali auf, dessen Abschluss aber die Kraft fehlte, sodass Torhüter Tim Kips zupacken konnte (66.). Der Phönix-Schlussmann hatte Glück, als eine Flanke von Erolind Krasniqi von der linken Seite durchrutschte und am zweiten Pfosten vorbei ging (76.). Dem Abschluss von Ibrahim Bashiru Ali aus gut 25 Metern fehlte erneut die Kraft, sodass Tim Kips wieder sicher parieren konnte (81.).

Die Gäste, die in der zweiten Halbzeit ihre Souveränität verloren hatten, kamen nach dem Seitenwechsel kaum noch gefährlich vor den Flensburger Kasten. Einen Freistoß von der Strafraumkante setzte Miguel Fernandes über das Tor (85.). Als Daniel Haritonov an Kevin Ntika nicht vorbeikam, blieb ein möglicher Strafstoßpfiff aus (90.). Da war bereits neue Spannung und noch mehr Hektik aufgekommen, weil Marcel Cornils nach Ablage von Randy Gyamenah und feinem Zuspiel von Erolind Krasniqi dann doch von halblinks mit einem Haken an Jannes Vollert vorbei, noch abgefälscht, zum 1:2-Anschluss ins lange Eck getroffen hatte (88.). Doch in der mehr als sechsminütigen Nachspielzeit reichte es nicht mehr, um die erste Heimniederlage noch abwenden zu können.

Die auffälligsten Spieler auf Lübecker Seite waren der starke Torhüter Tim Krips sowie die torgefährlichen Mittelfeldspieler Michel Dammeier und Omar Rahimic. Bei Weiche konnten Brandolf Duah mit grundsolidem Auftritt und gutem Zweikampfverhalten sowie der eingewechselte Marcel Cornils als torgefährlichster Flensburger am meisten überzeugen.

Die nächste Aufgabe für Weiche steht am 11. Spieltag an. Unsere Mannschaft wird am Sonntag, 27. September 2026, ab 15 Uhr beim Bremer SV im dortigen Stadion am Panzenberg zu Gast sein.

Weiche: Seibt – Behrmann, Duah, Ntika (Kap.), Wagner – Lamce (79. Schleemann), Serifi (70. Gyamenah) – Tytarenko (66. Cornils), Krasniqi, Bashiru Ali – Tobinski. Trainer: Wulff.

Phönix Lübeck: Kips – Kliti, Vollert, P. Markvoort (46. Boccaccio), Haritonov – Maiolo (Kap.), Kretzer – Dammeier (72. Fernandes), Rahimic (61. Ihde), Stöver – J. Markvoort (61. Skolik/90.+2 Luis). Trainer: Wölk.

Tore: 0:1 Maiolo (16.), 0:2 Dammeier (53.), 1:2 Cornils (88.).

Zuschauer: 834 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

Schiedsrichter: Marvin Vogt (SV Börnsen 1948).

Verwarnungen: Bashiri Ali (Foul an Stöver, 32.), Behrmann (Foul an Stöver, 72.), Lamce (Foul an Boccaccio, 77.), Wagner (Foul an Stöver, 84.), Schleemann (Foul an Boccaccio, 90.+6)/Rahimic (Foul an Ntika, 19.), Kliti (Foul an Lamce, 37.), Luis (Foul an Duah, 90.+5), Trainer Wölk (Meckern, 90.+8).

Trainerstimmen:

Der Phönix-Trainer Kevin Wölk sagte: „Es war hintenheraus eine kleine Achterbahnfahrt für uns. Ich glaube, die erste Halbzeit hatten wir viel mehr Spielanteile, haben sehr guten Fußball geboten auf einem sehr schwer bespielbaren Platz. Wir sind für mich auch folgerichtig in Führung gegangen. Das Einzige, was ich meiner Mannschaft in der ersten Halbzeit vorwerfen muss, ist, dass wir nicht 3:0 führen, weil wir danach noch zwei, drei, vier, fünf hochkarätige Chancen hatten. Zur zweiten Halbzeit wussten wir, dass Weiche nochmal mit sehr viel Wucht kommen würde. Es ist eine sehr hochbegabte Mannschaft, die ihr zusammengestellt habt. Da wussten wir, dass wir zweite Halbzeit leiden mussten. Wir machen dann aus einem weiteren Standard das 2:0 und können auch da wieder nochmal das 3:0 machen. Das machen wir leider nicht. Dann hat Weiche die Qualität mit Erolind Krasniqi oder in dem Fall Marcel Cornils – und dann zappelt es in unserem Netz. Aber ich muss meiner Mannschaft ein brutales Lob machen. Wie sie das verteidigt haben hintenheraus, wie sie sich in jeden Ball geworfen haben, jeden Zweikampf feiern, jeden geblockten Schuss, ich glaube, das gebührt uns Respekt auswärts hier bei einem ungeschlagenen SC Weiche Flensburg. Es unterstreicht nochmal unsere Ambitionen, die wir in dieser Saison haben möchten. Ich bin froh. Die Jungs haben zwei Tage frei, das haben sie sich verdient. Und dann geht es für uns in zwei Wochen weiter gegen Hannover 96 II.“

Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Glückwunsch, Kevin, zum ‚Dreier‘ in Flensburg. Die Punkte geben wir ungern her. In Summe war es – glaube ich – ein, verrücktes, wildes Spiel, das vom Ergebnis her auch ein 4:4 hätte ergeben können. Es gab viele Chancen. Ein 3:0 sehe ich in der ersten Halbzeit nicht, aber vielleicht ein 2:2 oder ein 3:2 für Phönix. Die erste Halbzeit ging an Phönix, muss man sagen, die zweite aber aufgrund der Chancen an uns. Von daher: Ich glaube, ein 4:4 wäre okay gewesen; nicht zufriedenstellend für uns Trainer aufgrund der Gegentore. Für uns ist es absolut ärgerlich, weil wir aus dem Spiel kein Gegentor kriegen, sondern aus zwei Standardsituationen. Das ist extrem ärgerlich und bitter. Wir haben gewusst, dass wir irgendwann Lehrgeld bezahlen. Das haben wir in Schöningen mit dem Gegentor nach einem Standard getan und heute auch. Das ist dann nervig. Daran müssen wir arbeiten, dass man Standards verteidigt und nicht nur reinmacht. Da haben wir noch jede Mange Arbeit vor uns. Meine Jungs haben versucht, alles rauszuholen. Es sollte heute nicht sein. Vielleicht fehlte die Cleverness heute. Nächste Wochen geht es weiter gegen den Bremer SV, und dann haben wir Oldenburg hier zuhause. Heute hat man gesehen, dass wir gegen eine Top-Mannschaft absolut mithalten konnten – außer die ersten 25 Minuten, wo wir nicht gut im Spiel waren, wo wir keine gute Höhe hatten, keine gute Zweikampfführung. Aber ansonsten waren wir absolut auf Augenhöhe. Von daher bin ich absolut optimistisch. Heute mussten wir mal Dreck fressen. Das gehört bei einer jungen Mannschaft dazu. Sie wurde in den letzten Wochen viel gelobt. Sie müssen auch mal leiden. Das ist gerade so. Wir werden wieder aufstehen. Da bin ich mir zu 100 Prozent sicher. Wir werden nach Bremen fahren, da die nächsten Punkte einsammeln, und dann haben wir das nächste Top-Spiel hier zuhause gegen Oldenburg. Da freue ich mich drauf. Jetzt erstmal ist morgen auslaufen. Und dann werden wir uns vorbereiten auf das Spiel beim Bremer SV.“

Auf Nachfragen sagte Tim Wulff: „Es sind alles Menschen. Der Kopf spielt immer eine wichtige Rolle. Wir müssen den Schalter umlegen. Es gehört einfach als Fußballer dazu, dass man nicht nur gewinnt und gelobt wird, sondern auch mal verliert oder Kritik einstecken muss. Wir sind absolut kritikfähig; ich bin es und meine Jungs sind es auch. Wir werden es morgen in der Analyse besprechen und aufarbeiten. Aber ich bin da optimistisch, dass wir das Ruder wieder rumreißen und weiter für Punkte sorgen. Ich habe da keine Bedenken.“