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Bei den jungen Kiezkickern

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Bei den jungen Kiezkickern

Weiche reist am Sonntag zum FC St. Pauli II

24. Oktober 2026

Nach dem Spitzenspiel gegen die SV Drochtersen/Assel steht der SC Weiche Flensburg 08 vor der Aufgabe, auch den Liga-Alltag zu meistern. Am 15. Spieltag geht es zur U 23 des FC St. Pauli. Bevor es am Sonntagnachmittag ab 14 Uhr im Norderstedter Edmund-Plambeck-Stadion um die nächsten drei Punkte gehen wird, haben wir für Euch wieder ein paar Fakten zusammengestellt.

Zur Lage: Weiche gewinnt Top-Spiel

Am vergangenen 14. Spieltag behauptete Weiche vor 1.540 Fans mit einem 3:0-Sieg gegen Drochtersen/Assel die Tabellenführung. Zugleich endete damit die Siegesserie der Gäste, die auf Platz drei zurückfielen. Hannover 96 II gewann das Verfolgerduell gegen Schöningen mit 4:2 und schob sich damit auf Platz zwei vor. Oldenburg blieb mit einem schwer erkämpften 2:1-Auswärtssieg beim Hamburger SV II an der Spitzengruppe dran, während Phönix Lübeck durch das 2:2-Remis vor 1.450 Zuschauern in Emden zwei wichtige Punkte einbüßte. Der Ex-Flensburger Sandro Plechaty entriss mit seinem späten Ausgleichstor tief in der Nachspielzeit Phönix den Sieg. Es war bei seinem achten Saisoneinsatz sein Premierentreffer für die Kickers.

Im Tabellenkeller konnte Todesfelde mit dem 1:1-Remis beim HSC Hannover punkten, während der FC St. Pauli II durch die 1:4-Niederlage vor 2.143 Fans beim VfB Lübeck ebenso leer ausging wie der Bremer SV, der im Nachbarschaftsduell in Delmenhorst vor 1.364 Zuschauern mit 0:2-Toren den Kürzeren zog. Der SSV Jeddeloh II holte beim 3:2-Sieg gegen Werder Bremen II wichtige Punkte. Nach vielen Regenfällen musste die Partie zwischen Norderstedt und Eimsbüttel wegen Unbespielbarkeit des Platzes am Sonntag kurzfristig abgesagt werden.

Der kommende 15. Spieltag wird nur zu drei verschiedenen Anstoßzeiten ausgetragen. Am Samstag ab 14 Uhr gibt es drei Spiele. Aus Flensburger Sicht ist die Partie zwischen der U 23 von Hannover 96 und Eintracht Norderstedt sicherlich am interessantesten. Des Weiteren treffen Werder Bremen II und Kickers Emden sowie Eimsbüttel und der DFB-Pokal-Sechzehntelfinalist SSV Jeddeloh II aufeinander. Bei den Gästen aus dem Ammerland wird der neue Trainer Burak Bahar seinen Einstand haben. Vier Stunden später sind die beiden Liga-Top-Favoriten in Heimspielen gefordert. Drochtersen/Assel trifft auf Todesfelde, und der VfB Oldenburg erwartet den HSC Hannover.

Am Sonntag werden die vier übrigen Partien einheitlich um 14 Uhr angepfiffen. Dabei gastiert der Hamburger SV II beim Schlusslicht Bremer SV, Phönix Lübeck empfängt an der Lohmühle Atlas Delmenhorst, und Schöningen erwartet den VfB Lübeck. Außerdem wird der FC St. Pauli II versuchen, gegen unsere Jungs Punkte gegen den Abstieg zu erkämpfen.

Zum Gegner: zu wenig Punkte

Der Blick auf die Tabelle verrät, dass der FC St. Pauli II erneut zu wenig Punkte auf dem Konto hat. Das Dilemma hatte die U 23 der Kiezkicker bereits im Vorjahr. Mit nur vier Siegen nach 34 Spieltagen und lediglich 25 Punkten sprang für den Unentschieden-Spezialisten (13-mal!) ein enttäuschender Platz 16 heraus, der den ersten Abstieg aus der seit 2012/13 in dieser Konstellation bestehenden Regionalliga Nord bedeutet hätte. Im NLZ des FC St. Pauli hatten sich alle bereits mit dem Gang in die Hamburger Oberliga abgefunden, aber die Rettung kam, weil der TSV Havelse durch die Rückversetzung des TSV 1860 München in die Regionalliga Bayern doch in der 3. Liga verbleiben konnte. Der dadurch freiwerdende Platz in der Regionalliga Nord stand laut den Statuten des NFV der „Zweiten“ des FC St. Pauli zu, und dort wurde zugegriffen, obgleich die Kaderplanungen zu jenem Zeitpunkt bereits im Wesentlichen auf eine Spielzeit in der Oberliga ausgerichtet waren.

Treu blieb beispielsweise Rechtsverteidiger Luca Günther. Die Nummer 2 der jungen Kiezkicker ist einer der wenigen älteren Spieler. Der 24-jährige Kapitän hat schon 126 Liga-Spiele für den FC St. Pauli II absolviert und steht damit bereits auf Platz 6 der ewigen Einsatzliste der „Zweiten“ des Kiezklubs. Allerdings sind immerhin drei Spieler des aktuellen Kaders älter als er: der vom Nordost-Absteiger ZFC Meuselwitz gekommene Hendrik Wurr (31), Stürmer Nikky Goguadze (28), mit dessen Verpflichtung vor knapp zehn Monaten die Hoffnung verbunden war, endlich einen Torjäger zu haben, der die Mannschaft noch zum Klassenerhalt schießt, und der Ex-Kieler Noah Gumpert (24), der bei Kickers Emden nicht glücklich wurde und nach einem weiteren halben Jahr in den USA im Sommer 2026 in seine Heimatstadt Hamburg zurückkehrte. Hendrik Wurr wird dem FC St. Pauli II nach einer „Notbremse“ mit folgender Rote Karte vom vergangenen Samstag an der Lübecker Lohmühle allerdings am Sonntag gegen Weiche nicht zur Verfügung stehen. Fehlen wird auch der langzeitverletzte Rawley St. John, was schon eine Schwächung bedeutet. Der Australier war in der vergangenen Saison (14 Einsätze, 2 Tore, 2 Torvorlagen) durchaus auffällig geworden.

Insgesamt hat der neue Cheftrainer Alexander Hahn bei 17 Neuzugängen sicherlich noch an der Mannschaft zu basteln. Der Kader selbst ist aber mit guten Kickern bestückt. Genannt seien beispielsweise Innenverteidiger Jannik Westphal, Nick Schmidt und Marwin Schmitz, die auch schon im Kader der Profis auftauchten. Stammtorhüter ist der aus Norderstedt gekommene Niklas Petzsch, der zuweilen – bislang viermal – dem Österreicher Simon Spari den Vortritt lassen muss, damit der dritte Torhüter der Profis Spielpraxis erhält. Bester Torschütze ist Sturmtalent Jack Wardius, der bereits siebenmal traf. Haron Sabah und Nicky Goguadze folgen mit fünf bzw. vier Toren. Zu den absoluten Stammspielern zählt zudem Lucas Schulze. Insgesamt setzte Trainer Alexander Hahn schon 28 verschiedene Spieler ein, von denen Jannik Robatsch (3 Einsätze; Leihe nach Beveren) generell nicht mehr zur Verfügung steht. Die 28 sind momentan der Spitzenplatz der Regionalliga Nord – allerdings gemeinsam mit den Zweitvertretungen von Hannover 96 und Werder Bremen sowie der Eintracht aus Norderstedt. Zum Vergleich: Weiche setzte bislang 22 verschiedene Akteure ein, was nur vom VfB Lübeck (21) unterboten wird. Da die Profis des FC St. Pauli bereits am Freitag in Darmstadt spielen, ist eine Unterstützung „von oben“ durchaus möglich, wobei damit erfahrungsgemäß nicht immer eine Verstärkung verbunden ist. Zu rechnen ist auch mit dem erst 18-jährigen Stürmer Evans Quasi aus der U 19, der bei seinem Regionalliga-Debüt an der Lohmühle auffällig war und den Ehrentreffer zum 1:4-Endstand erzielte.

Nach einem missglückten Saisonstart mit drei Niederlagen zu Beginn hatte sich die U 23 zwischenzeitlich gefangen und gute Resultate erreicht wie beim 2:2 gegen Phönix Lübeck, den knappen 2:3-Auswärtsniederlagen bei Hannover 96 II und in Schöningen oder auch dem 0:1 in Drochtersen. Im „Stadionduell“ gegen Norderstedt gelang sogar ein 5:0-Kantersieg, dem ein ebenso eindrucksvoller 3:0-Erfolg beim Hamburger SV II folgte. Doch letztlich fehlen die Punkte. Nach dem 0:1 in Drochtersen gab es Niederlagen gegen Kickers Emden (0:2) und den HSC Hannover (3:4) vor heimischer Kulisse sowie die jüngste 1:4-Schlappe an der Lohmühle. So blieben die Jungs in Braun und Weiß zuletzt viermal ohne Zähler.

Das Heimpublikum sollte am Sonntag keinen großen Einfluss auf die Partie haben. Spiele des FC St. Pauli II besuchen kaum Fans. Gegen Phönix Lübeck kamen offiziell 131 Besucher; jüngst gegen den HSC Hannover waren es sogar nur 104.

Unsere Mannschaft: ohne „Ero“, aber mit viel Selbstvertrauen

Nach dem 3:0-Sieg im Spitzenspiel gegen die SV Drochtersen/Assel hatten sich unsere Jungs ein freies Wochenende redlich verdient. Trainer Tim Wulff bat seine Mannschaft am Montagnachmittag wieder auf den Trainingsplatz. Schon auf der Pressekonferenz unmittelbar nach dem Spiel gegen „D/A“ hatte er klar gemacht, dass der starke Auftritt vom vergangenen Freitag künftig nicht mehr zählt. Er sagte: „Am Montag werden wir weiterarbeiten, um im nächsten Spiel genau da wieder anknüpfen und die nächsten drei Punkte einfahren zu können.“ Im Gespräch mit unserem Teammanager Marc Peetz sagte er später: „Es gibt jedes Wochenende drei Punkte zu vergeben. Gegen den FC St. Pauli II wird es aber ein ganz anderes Spiel werden. Es ist eine U 23 mit Talenten, die spielstark sind, die mutig sind und viel probieren. Wir werden uns intensiv auf das Spiel vorbereiten.“

Ausfallen wird bekanntlich Erolind Krasniqi, der beim Torjubel gegen Drochtersen seine fünfte gelbe Karte der Saison sah. Die Trainer werden sich Gedanken machen, wie der Ausfall des Top-Torvorbereiters der Liga (10 Saisontore, 16 Torvorbereitungen) kompensiert werden kann. Tim Wulff bleibt in der Frage unaufgeregt und sagt: „Die ‚Gelb‘-Sperre vor ‚Ero‘ wirft uns nicht um. Da ist mir nicht bange. Wir haben einen guten Kader. Dann muss halt ein anderer in die Bresche springen.“

Konkret bedeutet dies, dass Ilir Serifi, der zuletzt viermal eingewechselt worden war, positionsgetreu in die Anfangsformation rücken könnte. Der 21-Jährige stand bislang sechsmal in der Startelf und hat einen Treffer selbst erzielt – beim 4:1-Sieg an gleicher Stelle gegen Eintracht Norderstedt – sowie vier weitere vorbereitet. Denkbar wäre zum Beispiel auch, dass Marcel Cornils von außen ins Zentrum rückt. Unser Spieler mit der Nummer 10 hat nach seinem verletzungsbedingt verspäteten Saisonstart inzwischen viermal eingenetzt und am Freitag seinen insgesamt 75. Treffer für unsere Mannschaft erzielt. Das Besondere daran ging vielleicht etwas unter: Er löste seinen Cheftrainer von der Spitze der „ewigen“ Flensburger Regionalliga-Torschützenliste ab. „Corni“ steht nun bei 62 Liga-Toren; Tim Wulff hat 61.

Sollte nun Tim Wulff den „ewigen Corni“ („Ich habe noch einiges im Tank.“) ins Zentrum rücken, wäre Platz für einen neuen Außenbahnspieler. Hier bieten sich mehrere Kandidaten an. Zuletzt schien Maksym Tytarenko, der auch schon bei vier Saisontoren steht, den Vorzug zu bekommen. Kandidaten wären aber ebenso Nick Selutin, der mal im Edmund-Plambeck-Stadion seine Heimspielstätte hatte, Joshua Nwokoma oder Randy Gyamenah.

Während Abwehrspieler Uchechi Duru nach auskurierter Verletzung wieder zur Verfügung stehen dürfte, sind die Ausfälle der noch immer angeschlagenen Torben Marten, Alexander Laukart – er wird am Spieltag 28 Jahre jung – und Joshua Hansen sicher. Alle anderen Spieler stünden dem Trainer nach aktuellem Stand zur Verfügung. Dabei wird die Partie für Ronny Seibt eine besondere. Für unseren Torhüter geht es nicht nur gegen seinen Ex-Verein, sondern auch seine Ex-Mannschaft. Neunmal lief der 21-Jährige, der inzwischen fünfmal ohne Gegentreffer blieb, für die U 23 des FC St. Pauli auf. Im NLZ des Kiezklubs waren zudem Ole Wagner, Ilir Serifi, Rasmus Tobinski und Geburtstagskind Alexander Laukart.

Die bisherige Bilanz gegen den FC St. Pauli II ist vielversprechend. Zehn der 26 Liga-Duelle gewann Weiche. Bei zwölf Remis und 40:29 Toren gingen nur viermal alle drei Punkte an die Hamburger. Von den 13 Aufeinandertreffen im Edmund-Plambeck-Stadion gewann der Kiezklubs nur eines: am 10. Oktober 2021 mit einem überragenden Niclas Nadj (heute SV Meppen) mit 2:1. Dem stehen sieben Flensburger Siege und fünf Remis bei insgesamt 23:10 Toren gegenüber.

Hinweise für alle Fans: keine weite Anreise

Das Spiel wird am Sonntag, 25. Oktober 2026, um 14 Uhr im Edmund-Plambeck-Stadion von Norderstedt angepfiffen werden. Schiedsrichter der Partie ist Jost Steenken (SV Vorwärts Nordhorn), der von Nils Musekamp (SV Adler Messingen) und Moritz Bramlage (TuS Lutten) an den Linien assistiert wird.

Achtung: Eine witterungsbedingte Absage der Partie kann nicht ausgeschlossen werden. Der Platz in Norderstedt war bereits am vergangenen Sonntag vom Regen aufgeweicht und nicht bespielbar. Nun soll es dort täglich erneut Regen geben. Bitte informiert Euch vor einer möglichen Abfahrt nach Norderstedt, z. B. über unsere Kanäle!

Für die Reise über die A 7 in die 147 km entfernte Spielstätte in Norderstedt im Kreis Segeberg müssen (ohne Staus) mit Pkw etwa eineinhalb Stunden eingerechnet werden. Die Spielstätte an der Ochsenzoller Straße verfügt zwar über einen Parkplatz, doch nur bei rechtzeitigem Erscheinen dürften die Parkmöglichkeiten günstig sein.

Die Anfahrt mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln klappt am besten mit Zügen der Linie RE 7 Flensburg-Hamburg (z. B.: 10.17 Uhr ab Flensburg) bis Hamburg Dammtor (Ankunft 12.16 Uhr) und Weiterfahrt nach ca. 250 Metern Fußweg mit der U1 ab Stephansplatz (z. B. ab 12.32 Uhr) bis Garstedt (Ankunft 13.02 Uhr). Von dort ist noch ein Fußweg von etwa 15 Minuten (1,4 km) über den Birkenweg und die Ochsenzoller Straße notwendig. Die Rückfahrt kann ebenfalls über Stephansplatz bzw. Hamburg Dammtor z. B. um 17.00 Uhr ab Garstedt mit der U 1 erfolgen. Ankunft in Flensburg hierfür ist planmäßig um 19.41 Uhr. Für die genannten Verbindungen sind komplett Fahrkarten des Nahverkehrs nutzbar.

Die Stadiontore und -kassen öffnen beim FC St. Pauli II eine Stunde vor Anpfiff, d. h. um 13 Uhr. Im Edmund-Plambeck-Stadion ist ein Teil der Gegen-Stehplatztribüne aus baulichen Gründen weiterhin gesperrt, sodass die Zuschauerkapazität von 5.068 derzeit auf 3.500 Plätze begrenzt ist. Tickets gibt es für 10 Euro (Sitzplatz) bzw. 7 Euro (ermäßigt) (Angaben ohne Gewähr).

Wer die Partie nicht live im Edmund-Plambeck-Stadion verfolgen kann, hat die Möglichkeit, sich hinter einer Bezahlschranke den kommentierten Livestream mit von handgeführter Kamera auf dem zentralen Vermarktungskanal der Regionalliga Nord über den Anbieter LEAGUES (www.leagues.football/rlnord) anzuschauen. Ihr gelangt zum Stream ebenso, wenn Ihr über unsere Homepage (weiche-liga.de) auf den Button „Weiche 08 TV“ geht. Infos zu Aufstellung, Spielbeginn, Halbzeit und Abpfiff werden wir wie gehabt auf unseren Social-Media-Kanälen geben.

Fans können sich gern an unseren Fanbeauftragten unter fanbetreuung@weicheflensburg08.de wenden.

Ein Hinweis zum Wetter: In Norderstedt werden für den Sonntag Temperaturen von bis zu 12 Grad erwartet. Regen kann dabei nicht ausgeschlossen werden.

Auch im Spiel beim FC St. Pauli II würde sich die Mannschaft über lautstarke Unterstützung sehr freuen. Wir wünschen allen Weiche-Fans eine problemlose Anreise, ein schönes Spiel und eine gut gelaunte Rückkehr nach Flensburg.