Abschlusssieg an der Lohmühle
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Abschlusssieg an der Lohmühle
VfB Lübeck – SC Weiche Flensburg 08 0:1 (0:1)
Der SC Weiche Flensburg 08 hat am 34. und damit letzten Spieltag der Saison 2025/26 in der Regionalliga Nord beim VfB Lübeck einen schönen 1:0-Auswärtssieg gefeiert. Unsere Mannschaft beendete die Spielzeit in der vierten Liga nach 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen auf Platz neun. Bei typischem Aprilwetter mit einem Mix aus Sonne, Nieselregen und Wind war Weiche vor 3.078 Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion an der Lohmühle am frühen Samstagabend die glücklichere Mannschaft, die mit Hilfe eines Eigentores gewinnen konnte. Mit dem schleswig-holsteinischen Landesduell nahmen die Routiniers Dominic Hartmann und Mads Albæk Abschied als Spieler vom leistungsorientierten Fußball. Für René Guder, wie Dominic Hartmann Spieler der Meistermannschaft von 2018, war es die letzte Partie im Weiche-Trikot. VfB-Trainer Guerino Capretti sprach nach den insgesamt gut 97 Spielminuten von fehlender Belohnung und Qualität. Unser Cheftrainer Tim Wulff zeigte sich hingegen sehr zufrieden: „Heute hatten wir das Spielglück. Nun schließen wir die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz ab. Damit sind wir zufrieden.“
Nach dem 2:2-Unentschieden im letzten Saisonheimspiel gegen Norderstedt änderte Cheftrainer Tim Wulff seine Startelf dreimal. Bjarne Schleemann, Raul Celotto und Thies Richter liefen für Mads Albæk (zunächst auf der Bank) sowie die verletzten Uchechi Duru und Marcel Cornils auf. Eingewechselt wurden im Verlauf der zweiten Halbzeit erst Mads Albæk und Obinna Iloka, zu Beginn der Nachspielzeit dann Erjanik Ghubasaryan und Joshua Hansen sowie kurz vor Abpfiff der Saisondebütant Alexander Laukart, der zuletzt im März 2025 ein Ligaspiel hatte bestreiten können und so nach gut 14 Monaten verletzungsbedingter Pause sein Comeback gab. Zum nur 17 Akteure umfassenden Spieltagsaufgebot zählte ferner einzig Torhüter Nils Bock. Nicht im Kader standen der gesperrte Randy Gyamenah sowie die verletzten Sandro Plechaty, Marcel Cornils, Uchechi Duru, Ole Wagner, Maxim Jurk, Makysm Tytarenko und Marian Sarr, die allesamt die Tour nach Lübeck dennoch auf sich genommen hatten.
Beim VfB Lübeck gab es gegenüber dem jüngsten Auftritt bei Kickers Emden (1:1) in der Anfangsformation zwei Änderungen. Statt Rohin Shivani (zunächst auf der Bank) und Davyd Ramaki (nicht im Kader) begannen Joel Amadi und der abwandernde Julian Albrecht (künftig FC Dornbreite Lübeck).
Nach abwartendem Beginn übernahmen die Lübecker das Kommando. Sie kamen auch zu Möglichkeiten. Den Anfang machte ein Rückpass von Marshall Faleu, der nur knapp neben dem Flensburger Kasten landete (6.). Die folgende Ecke, getreten von Marvin Thiel, bereinigte Kevin Ntika in gewisser Not (6.). Danach machte SC-Torhüter Ronny Seibt den ersten Hochkaräter des VfB zunichte. Nach schönem Pass von Gianluca Pelzer in die Schnittstelle scheiterte Mika Lehnfeld an der Fußabwehr (8.). Als Marvin Thiel über links anschob, schoss Yusuf Wardak über den Kasten (13.). Es spielte eigentlich nur eine Mannschaft, aber dann kam Weiche einmal entschlossener in die gegnerische Hälfte. Torben Marten fing einen Angriff ab und spielte aus dem Zentrum nach halblinks in den Raum zu Thies Richter heraus, der flach nach rechts hinüberpassen wollte, doch in die Eingabe rutschte Arber Mrjaj, der damit aus wenigen Metern seinen eigenen Schlussmann zum 0:1 überwand (18.).
Die Heimelf blieb dennoch am Drücker. Eine Flanke von Marvin Thiel köpfte Mika Lehnfeld per Aufsetzer knapp am Kasten rechts vorbei (22.). Den Schuss von Dardan Karimani aus 20 Metern wehrte Ronny Seibt mit schöner Flugeinlage zum Eckstoß ab (25.). Kurz vor der Pause parierte Ronny Seibt einen Freistoß, getreten von Marvin Thiel, mit starker Parade in die rechte untere Ecke (40.). Von unserer Mannschaft kam hingegen wenig. Sie befreite sich aus engen Situationen am eigenen Sechzehner oft mutig und sehr gefällig, konnte allerdings dann im zweiten Drittel selten das Spielgerät über längere Phasen mal in den eigenen Reihen halten oder sogar in das letzte Drittel des Feldes bringen. Aber sie hätte nach einem Steilpass von Theo Behrmann bei einem möglichen Foul von Torhüter Phillip Diestel an Ibrahim Bashiru Ali einen Strafstoß bekommen können (30.), und unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff köpfte Bjarne Schleemann einen Freistoß von René Guder über das Tor (44.), ehe Ibrahim Bashiru Ali nach einem weiteren Steilpass von Theo Behrmann am kurzen Pfosten vorbeischoss (45.).
Nach der Pause schienen die Ballbesitzanteile noch deutlicher für die Lübecker zu sprechen, doch Weiche verteidigte kompakt und ließ nun weniger zu. Einen tückischen Aufsetzer von Fabian Istefo parierte Ronny Seibt sicher (52.). Mika Lehnfeld verzog am langen Pfosten vorbei (58.). Beim nächsten Freistoß, diesmal von Yusuf Wardak von halblinks, tauchte wieder Ronny Seibt ins bedrohte Eck, sodass er die Murmel zur Seite ablenkte (61.). Und der Flensburger Torhüter war mittlerweile so warmgeschossen, dass er selbst den von Yusuf Wardak nach halbrechts flach getretenen Foulstrafstoß parierte (65.), nachdem Theo Behrmann den auf halblinks aus dem Strafraum laufenden Rohin Shivani regelwidrig zu Fall gebracht hatte (63.). Damit schien die Weiche-Defensive inzwischen unüberwindbar zu sein. Ronny Seibt fischte auch den nächsten Versuch von Marvin Thiel weg (72.) und war beim Schuss von Ware Pakia von halblinks im bedrohten kurzen Eck (83.). Nach insgesamt 11:2 Eckstößen für die Platzherren war Ronny Seibt ebenso beim letzten flachen Versuch von Ware Pakia zur Stelle (90.+3).
Weiche hatte nach der Pause phasenweise enorm wenig Ballbesitzanteile, stand tief in der Abwehr, machte dort die Räume dicht. Immerhin: Thies Richter konnte nach starkem Ballgewinn von Ibrahim Bashiru Ali auf rechts und Verlagerung von Dominic Hartmann aus aussichtsreicher Position von halblinks abschließen, legte den Ball aber rechts am langen Pfosten vorbei (57.). Den zweiten Flensburger Eckstoß köpfte Marshall Faleu knapp über das Tor (78.), und ein Versuch von Mads Albæk von halblinks aus Nahdistanz ging nur haarscharf am rechten Pfosten vorbei (88.). Am Ende blieb es beim denkbar knappen 1:0-Auswärtssieg.
Auffälligste Spieler des VfB waren Kapitän Marvin Thiel mit vielen offensiven Aktionen und Innenverteidiger Gianluca Pelzer, der das Spiel zu ordnen und aufzubauen versuchte. Bei unserer Mannschaft konnten sich Torhüter Ronny Seibt und Kevin Ntika als absolute Stützten besonders auszeichnen. Auch zum Beispiel Marshall Faleu, Bjarne Schleemann und Thies Richter zeigten sehr gute Leistungen.
Unsere Mannschaft geht damit in die Sommerpause. Start in die neue Regionalliga-Saison wird am Wochenende um den 1. August sein. Zuvor wird aller Voraussicht nach bereits mindestens eine Runde im SHFV-Landespokalwettbewerb absolviert werden.
VfB Lübeck: Diestel – Amadi, Pelzer, Mrjaj, Thiel (Kap.) – Karimani, Istefo, Pfundheller, Albrecht (40. Shivani) – Lehnfeld (78. Fili), Wardak (70. Pakia). Trainer: Capretti.
Weiche: Seibt – Behrmann, Faleu, Ntika, Schleemann – Marten (90.+4 Laukart) – Guder (70. Iloka), Celotto (70. Albæk), Hartmann (Kap./90.+2 Ghubasaryan), Richter (90.+2 Hansen) – Bashiru Ali. Trainer: Wulff.
Tor: 0:1 Mrjaj (18., Eigentor).
Zuschauer: 3.078 im Stadion an der Lohmühle, Lübeck-St. Lorenz Nord.
Schiedsrichter: Jannek Hansen (TSV Drelsdorf-Ahrenshöft-Bohmstedt).
Verwarnungen: –/Ntika (Foul an Amadi, 85.), Albæk (Foul an Pfundheller, 90.+6).
Besonderes Vorkommnis: Seibt hält Foulstrafstoß von Wardak (65.).
Trainerstimmen:
Der VfB-Trainer Guerino Capretti sagte: „Wir haben heute das einzige Tor geschossen. Eigentlich haben wir gewonnen. Spaß beiseite und Glückwunsch zum Sieg! Wir hätten schon in der ersten Halbzeit das eine oder andere Tor schießen können. Wir haben die Räume gefunden, die wir bespielen wollten und müssen uns belohnen. Aber wir hatten heute einfach nicht die Qualität. Ich weiß nicht, woran das lag. Vielleicht waren einige schon mit ihrem Abschied beschäftigt. Wenn man nun das große Ganze sieht, war die Saison für uns in Ordnung. Junge Spieler machen Fehler. Aber sie haben sich auch gut entwickelt. Jetzt frisch nach dem Spiel tut es mit der Niederlage noch weh. Nun freue ich mich auf den Urlaub.“
Unser Trainer Tim Wulff sagte: „Am letzten Spieltag haben wir nochmal drei Punkte geholt – wir sind zufrieden. Personell zeigte die Saison ihre Spuren. Umso schöner ist, dass wir die Saison positiv beendet haben. Wir wollten auf Konterchancen setzen, was uns aber nicht so gut gelang. Wir trafen auf einen starken Gegner, der dann auch Pech bei einigen Situationen hatte. So gingen wir mit einem positiven Ergebnis in die Halbzeit. Daran wollten wir anknüpfen. In der zweiten Halbzeit war dann der VfB nicht mehr ganz so stark. Aber unser Torwart musste da noch einen klar berechtigten Elfmeter halten. Allerdings hätten wir einen ebenso klaren Elfmeter in der ersten Halbzeit kriegen müssen. Heute hatten wir das Spielglück. Nun schließen wir die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz ab. Damit sind wir zufrieden. Jetzt freuen wir uns auf die neue Saison.“