Zu Gast im Ammerland
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Zu Gast im Ammerland
Weiche muss zum Tabellenvierten
Am kommenden Wochenende muss der SC Weiche Flensburg 08 wieder auswärts antreten. Die Reise geht in den niedersächsischen Landkreis Ammerland. Bevor unsere Mannschaft am späten Samstagnachmittag ab 16 Uhr in der Haskamp-Arena des Edewechter Ortsteils Jeddeloh II beim dortigen SSV antreten wird, haben wir für Euch wieder ein paar Fakten zusammengestellt.
Zur Lage: Meppen setzt sich etwas ab
Am vergangenen Wochenende lief alles maßgeschneidert für den Liga-Primus SV Meppen, der bereits jetzt seine Aufstiegsfeier in der dann ausverkauften Hänsch-Arena am letzten Spieltag gegen den FC St. Pauli II plant. Ob das mal nicht zu früh ist? Aber: Während sich die Emsländer bei Phönix Lübeck überraschend deutlich mit 4:0 behaupteten, mussten die Verfolger Drochtersen/Assel mit 0:1 bei Werder Bremen II und Oldenburg mit 2:3 bei Hannover 96 II spät entscheidende Gegentore zu einer Niederlage hinnehmen. Profiteur war auch der SSV Jeddeloh II, der sich mit 1:0 in Norderstedt durchsetzte und damit Anschluss an Platz drei fand.
Im Abstiegskampf konnte Schlusslicht FC St. Pauli II mit dem 1:1-Remis vor der Spieltagsrekordkulisse von 1.297 Fans in Flensburg nur einfach punkten. Gänzlich leer gingen neben Eintracht Norderstedt auch Altona 93 mit einer 0:4-Niederlage bei der Drei-Tore-Gala von Maurice Boakye vom Hamburger SV II, der HSC Hannover mit dem 0:2 gegen den Bremer SV und Schöningen mit einer 0:4-Heimpleite gegen den VfB Lübeck aus. Lohne holte beim 1:1-Remis gegen Emden wenigstens einen Punkt.
Am Mittwochabend wurde mit dem 2:1-Sieg der Kickers aus Emden in Schöningen gewissermaßen die nächste Spaltung in der Tabelle zementiert. Hinter dem Trio mit Emden, Weiche und Werder II, das auf den Plätzen zehn bis zwölf jeweils 32 Punkte aufweist, klafft eine kleine Lücke von sieben Zählern zum Tabellendreizehnten Schöningen. So wäre derzeit zu mutmaßen, dass die drei Absteiger möglicherweise beim aktuellen Schluss-Sextett zu finden sein werden.
Der 28. Spieltag am kommenden Wochenende bietet nur acht Begegnungen, weil die Partie zwischen Emden und Werder Bremen II auf den 15. April verlegt worden ist. Den Auftakt des Spieltags gibt es am Freitagabend ab 18.30 Uhr in Oldenburg, wo Phönix Lübeck gastieren wird. Eine Stunde später werden sich der VfB Lübeck und Lohne gegenüberstehen.
Bevor Weiche am Samstag ab 16 Uhr in Jeddeloh II antreten wird, stehen bereits die Spiele zwischen Meppen und Norderstedt ab 14 Uhr sowie zwischen Altona 93 und Hannover 96 II ab 15.30 Uhr auf dem Programm.
Drei Begegnungen gibt es auch am Sonntag. Jeweils ab 14 Uhr spielen der Hamburger SV II und Schöningen, der Bremer SV und Drochtersen/Assel sowie – im Kellerduell – der FC St. Pauli II und der HSC Hannover gegeneinander.
Zum Gegner: Überraschungsvierter
Der SSV Jeddeloh II steht aktuell „gesichert“ mit stolzen 48 Punkten auf Platz vier des Klassements. Viele andere Mannschaften hatten vor der Saison wohl den Anspruch, in jenen Tabellenregionen zu landen, aber eher kaum der SSV, der aktuell seine neunte Regionalliga-Saison bestreitet. Selten zuvor traf dabei der Slogan des SSV so zu wie in dieser Serie: „Ein Dorf rockt die Regionalliga.“ Der Landespokalhalbfinalist, der am 15. April gegen Drittligist TSV Havelse um den Einzug ins Endspiel kämpfen wird, hat bislang eine sehr starke Saison gespielt. Hinzugefügt werden muss: Die Schützlinge von Cheftrainer Björn Lindemann, der mit den Erfolgen Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt haben dürfte, haben nicht nur aus 25 Spielen mit bereits 14 Siegen – jeweils sieben auf eigenem und sieben auf fremdem Rasen – eine sensationell starke Ausbeute erreicht, sondern z. B. im Hinspiel in Flensburg einen spielerisch exzellenten Eindruck hinterlassen. Kein anderer Kontrahent hat unsere Mannschaft über die vollen 90 Minuten derart dominiert wie der SSV Jeddeloh II bei seinem 4:0-Sieg im Manfred-Werner-Stadion. Dabei fielen die Platzierungen der Ammerländer seit Überstehen der Corona-Pandemie immer zweistellig aus: Rang 11 in der Saison 2022/23, danach zweimal Platz 14.
Die eingespielten Blau-Weißen haben mit Tom Gaida einen herausragenden Torschützen, der bereits zehnmal einnetzte. Routinier Max Wegner, ein Mittelstürmer mit Oldenburger Vergangenheit, markierte acht Tore. Der mittlerweile 37-Jährige wird die Fußballschuhe nach dieser Saison an den berühmten Nagel hängen, womit der etatmäßige Kapitän von Bord gehen wird. Siebenmal traf in der aktuellen Saison der schnelle Stürmer Simon Brinkmann, sein Zwillingsbruder Moritz, Mittelfeldakteur, schoss zwei Tore. Lange Zeit galt Kasra Ghawilu als Dreh- und Angelpunkt des SSV-Spiels, doch der mitunter schnell reizbare Mittelfeldregisseur bestritt bislang in dieser Saison ganze zehn Partien, in denen er allerdings auch sechs Treffer markieren konnte. Dabei verwandelte der Ex-Kieler (2021/22) dreimal vom Elfmeterpunkt. Die Nummer 10 verletzte sich im vergangenen September schwerer, fehlte zuletzt allerdings auch zweimal wegen eines Platzverweises, den er bei der 0:4-Heimniederlage vor zwei Wochen in der Partie gegen Hannover 96 II kassiert hatte.
Bemerkenswert: Neben Torhüter Moritz Onken fehlte auch Gazi Siala keine Minute, und in allen 25 Liga-Spielen kamen zudem Keita Taguchi und Moritz Brinkmann zum Einsatz. Nur einmal fehlten Ebrima Ndure und Philip Gramberg. Mit anderen Worten: Der Cheftrainer Björn Lindemann kann sich auf eine eingespielte Mannschaft verlassen. In die dürften die zuletzt gesperrten Abwehrspieler Niklas von Aschwege (nach der 10. „Gelben“) und Ibrahim Touray (nach „Gelb-Rot“) zurückkehren. Da der Unterbau des SSV sehr „übersichtlich“ ist – die Zweite hat jetzt wieder in der 4. Kreisklasse begonnen –, muss der Kader sehr verlässlich sein. Bislang wurden (nur) 25 verschiedene Spieler eingesetzt; lediglich Drochtersen und Oldenburg kamen mit jeweils 23 Akteuren mit noch weniger aus. Aus dem Kader ist Pascal Steinwender noch zu erwähnen. Der 29-jährige Flügelflitzer kommt wie viele andere vom benachbarten VfB Oldenburg, doch versuchte er sich auch in der 2. Liga beim SC Paderborn, ehe er sich nach Zeiten beim SC Verl, bei Teutonia Ottensen und Kickers Emden erst nach Saisonbeginn den Ammerländern anschloss.
Der Spiel- und Sportverein aus Edewecht hatte nach der Winterpause eine kleine Ergebnisdelle, als nur ein Punkt aus den ersten drei Partien gelangen – ein torloses Remis beim Bremer SV. Mit den Heimniederlagen gegen Meppen (2:3) und Hannover 96 II (0:4) waren die heimlichen Titelträume rasch ausgeträumt. Zuvor gab es noch Spekulationen und ein ernsthaftes Abwägen, ob ein Drittliga-Lizenzantrag von einem „Dorfverein“ zu stemmen sei. Manche gingen in der Folge von einem Leistungsabfall beim SSV aus. Aber die Landung in der Realität gelang. Zuletzt wurde zweimal minimalistisch mit 1:0 gewonnen: erst „unter der Woche“ zuhause gegen den starken HSV II und dann am vergangenen Sonntag in Norderstedt.
Unsere Mannschaft: einziger Sieg in Jeddeloh II vor achteinhalb Jahren
Das 1:1-Remis vom vergangenen Samstag gegen den FC St. Pauli II sorgte zwar nicht für Begeisterungsstürme, aber allzu viel Enttäuschung wollte zumindest in der Mannschaft nicht aufkommen. Cheftrainer Tim Wulff erklärte mit gewisser Gelassenheit unaufgeregt: „Uns wirft das nicht um. Es ist ein Punkt mehr für die Tabelle. Es fehlte vielleicht ein Quäntchen Glück bei Eckbällen oder Standards.“ Und vorausschauend auf die kommende Aufgabe meinte er: „Wir müssen weiterarbeiten. Vielleicht haben wir im Auswärtsspiel in Jeddeloh II das Quäntchen mehr Glück, um die drei Punkte nach Hause mitzunehmen.“
Schon am frühen Sonntagmorgen fand die regenerative Einheit nach dem Ligaspiel statt. Nachmittags dann traten Torhüter Nils Bock sowie Marian Sarr und Bjarne Schleemann bei unserer U 23 in der Landesliga in Aktion, um Spielpraxis zu sammeln. Dass Bjarne Schleemann dabei den Treffer zum 3:1-Endstand (64.) gegen den TSV Friedrichsberg-Busdorf erzielte, wird der Trainer aufmerksam registriert haben. Ohnehin ist mit weiterer Entspannung der vor wenigen Wochen noch durchaus heiklen Personallage zu rechnen, obgleich mit Marcel Cornils ein Stammspieler wegen der fünften gelben Karte sowie weiterhin Uchechi Duru wegen des Platzverweises in Drochtersen fehlen werden. Dafür ist der zuvor „Gelb“-gesperrte Dominic Hartmann wieder dabei. Zuletzt hatten sich Mads Albæk, Torben Marten und Randy Gyamenah – wie auch Marian Sarr und Bjarne Schleemann – aus dem Verletztenstand zurückgemeldet und Einsatzzeiten gesammelt. Nachdem zudem schon Kevin Ntika im Spieltagskader gegen den FC St. Pauli II auftauchte, könnte alsbald auch Obinna Iloka wieder zur Verfügung stehen. Der Amerikaner war schon in der vorangegangenen Woche in das Trainingsgeschehen teilintegriert. Ob es für einen Platz im Kader vielleicht jetzt schon reichen wird, ist allerdings ungewiss. Positiv ist dabei, dass er die Offensivabteilung stärken würde. Zuletzt hatte der Cheftrainer nur noch Abwehrspieler bzw. „Defensivkünstler“ auf der Bank, sodass Alternativen für die Offensive in Zeiten wie diesen besonders gefragt sind. So sind aktuell nur drei Akteure verletzungsbedingt außen vor: Ole Wagner, Maxim Jurk und Alexander Laukart, der wegen einer Muskelverletzung noch ein paar Wochen ausfallen wird.
Obgleich Jeddeloh II und Weiche nunmehr in der neunten Saison in der gleichen Liga kicken, wird es am Samstag Corona-bedingt erst das 13. Aufeinandertreffen geben. In der Gesamtbilanz hat Weiche mit fünf Siegen, drei Unentschieden und vier Niederlage bei 22:21 Toren knapp die Nase vorn. Nach bislang fünf Auswärtsspielen steht allerdings erst ein Flensburger Sieg in der Statistik. Gleich im ersten Anlauf, am 21. Oktober 2017, gab es mit einem starken Auftritt und einem Treffer von René Guder (60.) einen 2:1-Sieg, zu dem Kevin Schulz nach einem Freistoß von Dominic Hartmann die zwischenzeitliche 2:0-Führung (67.) beigesteuert hatte. Im Vorjahr ärgerte sich unsere Mannschaft über einen späten Ausgleichstreffer in Überzahl, als es am 5. März 2025 auf einem Ausweichplatz in Edewecht ein 1:1-Remis gab. Das Hinspiel dieser Saison ging klar mit 4:0 an Jeddeloh II. Unser Cheftrainer weiß, dass die Aufgabe im Ammerland alles andere als einfach werden wird. Tim Wulff: „Es ist ein richtig starker Gegner, der guten und effektiven Fußball spielt. Wir dürfen uns dort nicht viele Fehler erlauben, müssen immer konzentriert sein. Aber wir wollen natürlich etwas mit nach Hause nehmen.“
Hinweise für alle Fans: aufpassen bei Rückfahrt mit ÖPNV
Das Spiel wird am Samstag, 28. März 2024, erst um 16 Uhr in der Haskamp-Arena im Edewechter Ortsteil Jeddeloh II angepfiffen werden. Schiedsrichter der Partie ist Björn Behrens (TuS Wettbergen/Hannover), der von Leo Heckmann (TSV Asendorf) und Patrick Herbach (TSV Havelse) an den Linien assistiert wird.
Einen vom Gastgeber kommentierten kostenfreien Livestream wird es auf dem zentralen Vermarktungskanal der Regionalliga Nord über den Anbieter SolidSport geben. Ihr erreicht ihn unter https://nordfv.tv/sc-weiche-flensburg-08 oder wenn Ihr über unsere Homepage (weiche-liga.de) auf den Button „Weiche 08 TV“ geht. Ferner werden wir einen Ticker mit Infos zu Aufstellung, Spielbeginn, Halbzeit und Abpfiff wie gehabt auf unseren Social-Media-Kanälen zu laufen haben.
Die Spielstätte in Jeddeloh II (Anschrift: Wischenstraße 46 in 26188 Edewecht) befindet sich auf der rechten Seite (Einfahrt Wischenstraße in Höhe der Küstenkanalbrücke) direkt an der B 401, die bereits ab der Autobahnabfahrt Oldenburg-Marschweg über mehr als 12 km linksseitig vom Küstenkanal begleitet wird. Autofahrer benötigen für die 326 km ab Flensburg über die A 7, A 261, A 1 und die A 28 bis Oldenburg sowie weiter auf der B 401 nicht ganz vier Stunden. Die Parkplatzsituation rund um die Haskamp-Arena ist schwierig. Empfohlen werden Parkplätze bei der Firma Poppen (dazu ca. 250 m weiter auf der Wischenstraße bleiben, dann linker Hand) und bei der Gaststätte „Zum Goldnen Anker“ auf der anderen Kanalseite (ca. 400 m von der Arena entfernt).
Für Nutzende des Öffentlichen Nahverkehrs gibt es eher betrübliche Informationen. Die Fahrt geht über Hamburg und Bremen nach Oldenburg und von dort mit dem Bus 910 ab Oldenburg ZOB Richtung Frisoythe bis zur Haltestelle „Jeddeloh II Brücke, Edewecht“. Die Verbindung funktioniert jedoch nicht stündlich. Relativ sicher wäre ein pünktliches Eintreffen bei Abfahrt ab Flensburg um 7.17 Uhr mit planmäßiger Ankunft um 11.58 Uhr (bei nicht Gelingen eines Anschlusses wäre die Ankunft voraussichtlich um 14.58 Uhr). Bei ausschließlicher Nutzung des Deutschland-Tickets müsste eine frühere Abfahrt ab Flensburg gewählt werden. Achtung: Die einzig umsetzbare Rückfahrt mit ÖPNV beginnt bereits kurz nach dem Abpfiff mit Abfahrt um 17.58 Uhr. Ankunft in Flensburg ist dann planmäßig um 22.42 Uhr.
Auf seiner Homepage gibt der SSV Jeddeloh II folgende Eintrittspreise an: Sitzplatz überdacht: 15 Euro, Sitzplatz überdacht ermäßigt: 12 Euro, Stehplatz: 12 Euro, Stehplatz ermäßigt: 10 Euro, Jugendliche (14-18 Jahre): 5 Euro, Schüler (6-14 Jahre): 3 Euro. Berechtigt für Ermäßigungen sind Auszubildende, Rentner, Studenten und Menschen mit Behinderung.
Fans können sich gern an unseren Fanbeauftragten unter fanbetreuung@weicheflensburg08.de wenden.
Ein Hinweis zum Wetter: In Edewecht werden für den Samstagnachmittag Temperaturen um 10 Grad erwartet. Es soll keinen Niederschlag geben.
Wir wünschen allen nach Edewecht bzw. Jeddeloh II fahrenden Weiche-Fans eine problemlose Anreise, ein schönes Spiel und eine gut gelaunte Rückkehr nach Flensburg.