Ostermontag beim HSC
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Ostermontag beim HSC
Weiche reist nach Hannover
Das Osterwochenende ist in der Regionalliga Nord geprägt von Nachholspielen. Der SC Weiche Flensburg 08 ist erst am Ostermontag an der Reihe. Bevor unsere Mannschaft zum Ausklang der Feiertage ab 15.30 Uhr im HSC-Stadion an der Constantinstraße der niedersächsischen Landeshauptstadt beim HSC Hannover antreten wird, haben wir für Euch wieder ein paar Fakten zusammengestellt.
Zur Lage: Tore satt
Am vergangenen 28. Spieltag fielen in nur acht Partien gleich 37 Tore. Im Titelrennen konnten die ersten Vier diesmal alle Punkte mitnehmen. Hatte der Spitzenreiter SV Meppen vor 8.388 Zuschauern schon zur Pause seinen 4:1-Heimerfolg gegen Norderstedt im Sack, so machte es Verfolger Drochtersen/Assel beim 3:2-Sieg in letzter Sekunde beim Bremer SV spannend. Der VfB Oldenburg hatte vor 2.600 Fans gegen Phönix Lübeck beim 3:1 weniger Mühe. Noch deutlicher war es in Jeddeloh II, wo der SSV gegen Weiche mit 5:1 gewann.
Am Tabellenende war der FC St. Pauli II der große Gewinner. Die jungen Kiezkicker gaben mit dem ersten Heimsieg der Saison im 14. Anlauf nicht nur die Rote Laterne an Altona 93 ab, sondern sie sorgten zugleich für gestiegene Abstiegsnöte beim mit 2:3-Toren unterlegenen HSC Hannover. Altona verlor mit 2:4 gegen Hannover 96 II. Auch Lohne musste eine Niederlage hinnehmen. Die Blau-Weißen zogen an der Lübecker Lohmühle gegen den dortigen VfB vor 2.867 Fans mit 0:2-Toren den Kürzeren. Außerdem trennten sich der Hamburger SV II und Schöningen 2:2-unentschieden. Die Partie zwischen Kickers Emden und Werder Bremen II war auf den 15. April verlegt worden.
Am Mittwochabend trennten sich Norderstedt und Phönix Lübeck in einem Nachholspiel 1:1-unentschieden, wodurch sich die Platzherren nicht Luft verschaffen und die Gäste im neunten Spiel noch immer nicht ihren ersten Rückrundensieg feiern konnten. Die Eintracht kam erst in der Nachspielzeit durch einen verwandelten Handstrafstoß zum Ausgleich. Das Nachholprogramm wurde am Donnerstagabend mit drei Partien fortgesetzt. Der Bremer SV bestätigte vor 1.130 Fans seine starke Form mit einem 4:0-Sieg und einem Hattrick von Leon Gino Schmidt (60., 80., 87.) gegen Kickers Emden. Keine Punkte im Abstiegskampf, dafür eine 2:7-Heimschlappe gab es für Altona 93 gegen den SSV Jeddeloh II. Hier sahen 1.695 Fans einen Dreierpack von Gäste-Routinier Max Wegner. Und Spitzenreiter SV Meppen gab sich keine Blöße, siegte mit 1:0 vor 1.555 Zuschauern bei der FSV Schöningen.
Weiter geht es mit zwei Spielen am Ostersonntag. Ab 13.30 Uhr empfängt Schöningen dann Hannover 96 II. Norderstedt hat ab 14 Uhr ebenfalls erneut Heimrecht und erwartet diesmal den Nachwuchs von Werder Bremen.
Zwei Begegnungen gibt es auch am Montag. Phönix Lübeck trifft ab 14 Uhr auf Kickers Emden, und zum Abschluss des langen Wochenendes wird Weiche ab 15.30 Uhr beim HSC Hannover gastieren. Damit werden im HSC-Stadion zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die etwas gutzumachen haben.
Zum Gegner: junge Mannschaft mit viel Potential
Der Aufsteiger HSC Hannover hatte nach der Hinrunde 21 Punkte eingesammelt und schien auf gutem Weg, sicher den Klassenerhalt zu schaffen. In der Hinrundentabelle war Platz zehn der Lohn. Allerdings sind aus den neun Partien danach erst drei Pünktchen – jeweils aus Unentschieden – hinzugekommen. Damit sind die Hannoveraner aktuell Letzter der Rückrundentabelle. Und so schrillen bei 24 Punkten aus 26 Partien die Alarmglocken. Die Mannschaft mit der aktuell nach Altona 93 (70) anfälligsten Defensive – 66 Gegentore – und der zweitschlechtesten Tordifferenz – minus 33 (Altona: -36) – hat nur noch drei Zähler Luft auf den Landeskonkurrenten Lohne, der auf dem ersten Abstiegsplatz steht. Folglich muss die Mannschaft des bereits seit Januar 2022 im Amt befindlichen Cheftrainers Vural Tasdelen ins Punkten kommen, zumal sich die Tordifferenz als schwere Hypothek erweisen könnte. Dass die Schützlinge des 49-jährigen Übungsleiters in der Liga mithalten können, haben sie oft genug nachgewiesen.
Die Philosophie des HSC kann als Gegenentwurf zum Mitaufsteiger FSV Schöningen interpretiert werden. Setzen die Ostniedersachsen mit der im Schnitt ältesten Mannschaft aller 18 Vertreter der Regionalliga Nord vor allem auf Erfahrung, so liegt der Schwerpunkt der Hannoveraner auf der Arbeit mit jungen Talenten aus der eigenen Region. Das Durchschnittsalter des Kaders liegt mehr als vier Jahre unter jenem von Schöningen und wird neben den U-Mannschaften der Proficlubs lediglich vom Bremer SV und VfB Lübeck unterboten. Der älteste von acht Neuzugängen des vergangenen Sommers ist der dritte Torwart Kai Bäte mit 29 Jahren. Auch die beiden Winterverpflichtungen Colin Piepenbrink (21, TSV Krähenwinkel/Kaltenweide) und Ebrima Jobe (20, zuvor vereinslos) sorgten nicht dafür, dass an Erfahrungsschatz gewonnen wurde. Die Philosophie des Vereins, mit jungen Talenten zu arbeiten, wird zudem daran deutlich, dass der HSC bereits jetzt zwei Abgänge im Sommer zu beklagen haben wird. Trainersohn Tayar Tasdelen wird nach Ablauf seiner aktuellen Leihe endgültig zu Zweitligist Holstein Kiel wechseln, Abwehrspieler Johann Wegner zum Ligarivalen SV Werder Bremen II.
Stammtorhüter ist Bastian Fielsch. Er flog wie Rechtsverteidiger Paul Wegner – Zwillingsbruder von Johann – beim denkwürdigen Spiel gegen Lohne (1:3), als es insgesamt drei rote Karten gab, vom Platz. Kapitän ist Mittelfeldspieler Marcel Langer, der schon sechsmal ins Schwarze traf. Sogar zehn Tore hat Finn Kiszka erzielt, der vor der Saison aus Hildesheim kam. Bester Vorlagengeber ist der erst 20-jährige Trainersohn Tayar Tasdelen, der meist hinter den Spitzen agiert, als großes Talent gilt und schon vor der Offerte von Holstein Kiel Angebote anderer Proficlubs ausgeschlagen haben soll.
Der HSC hatte in der aktuellen Saison zwischenzeitlich bereits eine schwierige Phase überstanden, als er vier Niederlagen am Stück kassierte: 1:4 beim Bremer SV, 0:2 gegen den FC St.Pauli II, 0:6 in Meppen und 1:4 gegen Jeddeloh II. Davon erholten sich die Grün-Weiß-Roten wieder, die u. a. auf der Lübecker Lohmühle (2:1) und im Stadtderby bei der „96“-Zweiten (3:1) gewannen. Nach dem 3:2-Heimsieg gegen Norderstedt, als sehr spät ein 1:2-Rückstand gedreht wurde, gab es allerdings zwei Niederlagen: 1:3 daheim gegen Lohne, sogar 1:5 beim Hamburger SV II. Zum Ende des vergangenen und zu Beginn des neuen Jahres wurde dann dreimal in Folge unentschieden gespielt, ehe es wieder vier Niederlagen setzte: 0:3 gegen Oldenburg, 0:3 in Altona, 0:2 gegen den Bremer SV und nun das bittere 2:3 beim FC St. Pauli II. Mit anderen Worten: Der HSC, amtierender Meister Niedersachsens, steckt in einer Negativserie von neun Spielen ohne Sieg. Der letzte „Dreier“ datiert vom 2. November 2025.
Das Heimpublikum – zuletzt kamen nach offiziellen Angaben 210 Zuschauer gegen den Bremer SV – sollte bei einem Schnitt von aktuell 319 am Montag kein wesentlicher Faktor werden. In der Hinsicht ist der HSC sogar Liga-Schlusslicht, noch hinter den U-Vertretungen der Profi-Vereine Hannover 96 (527), Hamburger SV (380) und FC St. Pauli (328).
Unsere Mannschaft: erst ein Auftritt beim HSC – 1:0-Sieg von 2019
Ungeachtet der hohen 1:5-Schlappe beim SSV Jeddeloh II hielten die sportlich Verantwortlichen an den Planungen für die „Karwoche“ fest und gaben der Mannschaft am vergangenen Sonntag und Montag frei. Am Dienstag begann die gezielte Vorbereitung auf die Partie am Ostermontag, wobei am Donnerstagnachmittag noch ein kurzfristig vereinbartes Testspiel beim Liga-Rivalen Hamburger SV II eingebaut wurde. Zwar war der Karfreitag dann frei, aber selbst am Samstag und Sonntag wird Cheftrainer Tim Wulff seine Jungs auf den Trainingsplatz bitten, ehe die Mannschaft am Montagmorgen nach Hannover aufbrechen wird.
Personell sollte sich die Lage weiter entspannen. Im Test beim HSV-Nachwuchs, der zwar mit 2:3-Toren verloren ging (Tore: Marcel Cornils, 34., und Ibrahim Bashiru Ali, 83.), in dem aber eine deutlich verbesserte Flensburger Mannschaft zu sehen war, erhielten mit Kevin Ntika und Obinna Iloka auch zwei Langzeitverletzte erstmals wieder Spielpraxis, sodass sich das Lazarett weiter lichtete. Torben Marten, ebenfalls vor kurzem noch verletzt, aber seit einiger Zeit wieder im Kader, bekam genauso dringend benötigte Spielzeit und überzeugte als Innenverteidiger. Über die vollen 90 Minuten gegen den HSV II konnte bedenkenlos hingegen Raul Celotto gehen, der am Montag „gelb“-gesperrt fehlen wird. Er löst damit gewissermaßen den zuvor „gelb“-gesperrten Marcel Cornils ab, der in Jeddeloh II am Spielfeldrand mitleiden musste und nun wieder zur Verfügung stehen wird. Davor hatte Dominic Hartmann wegen der fünften Verwarnung einmal ausgesetzt. Definitiv ausfallen werden beim HSC neben Raul Celotto nur die verletzten Ole Wagner, Maxim Jurk und Alexander Laukart. Erjanik Ghubasaryan und Marian Sarr fehlten zwar im Testvergleich beim HSV II, könnten bis Montag aber wieder gesunden.
Bisher standen sich der HSC und Weiche dreimal gegenüber – mit einer lupenreinen Bilanz aus Flensburger Sicht. In der ersten Regionalliga-Saison der Hannoveraner hatte es zwei Siege gegeben: 1:0 in Hannover und 4:1 in Flensburg. In der aktuellen Saison gewann Weiche das Hinspiel mit 4:0. Beim bislang einzigen Auftritt beim HSC Hannover am 31. Juli 2019 war Dominic Hartmann bereits dabei. Unser heutiger Cheftrainer Tim Wulff wurde damals eine Viertelstunde vor Schluss eingewechselt, als es darauf ankam, die Vorpausenführung – Gökay Isitan hatte die Murmel nach Querpass von Jonas Andersen ins leere Tor geschubst (36.) – gegen einen ehrgeizigen Neuling, der damals seine Regionalliga-Heimpremiere feierte, nach Hause zu bringen. Gerade in der Schlussphase segelte eine Unmenge an Flanken in den Flensburger Strafraum, die vor allem von Christian Jürgensen und Angelos Argyris postwendend wieder herausgeköpft wurden.
An das Hinspiel dieser Saison – der 4:0-Sieg am 3. Spieltag im Manfred-Werner-Stadion – sind die Erinnerungen noch relativ frisch. Die Unzufriedenheit des Gäste-Trainers über das Ergebnis wird erneut lebendig, wenn wir die Worte von Vural Tasdelen von der Pressekonferenz nach dem Spiel nachlesen: „Das Ergebnis ist aus meiner Sicht ziemlich brutal. Wir waren spielbestimmend, und nach den ersten 30 Minuten darf sich nach meiner Meinung Weiche nicht beschweren, wenn sie in Rückstand liegen. Weiche macht aus wenig viel. Es ist dann schwer, die Dynamik aufzuhalten. Ich kann meiner Mannschaft nichts vorwerfen. Den einzigen Vorwurf, den ich ihr machen kann, ist, dass sie sich für das tolle Spiel der ersten Halbzeit nicht belohnt hat. Fußball ist manchmal brutal.“
Das Hinspiel ist Geschichte, aber bei Vural Tasdelen sicherlich nicht vergessen. Damals war Tim Wulff noch nicht unser Cheftrainer. Er warf nach der jüngsten Schlappe in Jeddeloh II indes bereits einen kurzen Blick voraus, als er sagte: „Wir wollen in Hannover unbedingt die drei Punkte holen. Nach dem gebrauchten Tag in Jeddeloh II werden wir mit Wut im Bauch dorthin fahren.“ Selbstvertrauen geben sollte der Auftritt beim Test am Donnerstag im Schatten des Volksparkstadions. Tim Wulff: „Wenn wir am Montag auch so mutig auftreten, werden wir aus Hannover auf jeden Fall Punkte nach Hause mitnehmen können.“
Hinweise für alle Fans: Livestream aus Hannover
Das Spiel wird am Ostermontag, 6. April 2026, um 15.30 Uhr im HSC-Stadion an der Constantinstraße in Hannover-List angepfiffen. Schiedsrichter der Partie ist Jost Steenken (Vorwärts Nordhorn), der von Jan Kruse (TuS Ekern) und Irina Wehr (VSV 1897 Rössing) an den Linien assistiert wird.
Mit Pkw sollten für die knapp 308 km lange Strecke über die A 7 in den Norden Hannovers deutlich mehr als drei Stunden eingeplant werden, zumal am Ostermontag mit verstärkten Urlauber-Rückreiseverkehr vor allem auf der Autobahn zu rechnen ist. Parkflächen stehen im Umkreis der HSC-Sportanlage an der Constantinstraße zur Verfügung. Die Gastgeber empfehlen Parkplätze/Parknischen, die in der Günther-Wagner-Allee in geringem Umfang vorhanden sind.
Für Nutzer des ÖPNV bietet sich eine Verbindung am Montag um 9.07 Uhr ab Flensburg mit Schienenersatzverkehr zwischen Rendsburg und Neumünster sowie ICE-Nutzung zwischen Hamburg-Dammtor und Hannover an. Hannover Hbf. soll dann planmäßig um 13.23 Uhr erreicht werden. Von dort geht es mit einer Straßenbahn der Linie 7 Richtung Misburg (z. B. 13.31 Uhr) weiter. Die Haltestelle Pelikanstraße wird um 13.37 Uhr erreicht. Von der U-Bahn-Haltestelle Pelikanstraße ist noch ein Fußweg von etwa 750 Metern (maximal zehn Minuten) zu absolvieren. Der Weg führt über jene an der Haltestelle beginnende Pelikanstraße bis zur Ecke Constantinstraße, dort nach links in die Constantinstraße, wo sich nach weniger als 100 Metern der Stadioneingang befindet. Für die Rückreise bietet sich die Abfahrt um 17.51 Uhr ab Pelikanstraße bzw. 18.08 Uhr ab Hannover Hbf. (bis Neumünster!) an. Durch den Schienenersatzverkehr ab Neumünster wird Flensburg planmäßig um 22.18 Uhr erreicht. Achtung: Die Fahrzeiten verlängern sich entsprechend, wenn nur der Regionalverkehr und z. B. komplett das „Deutschlandticket“ genutzt werden.
Das Stadion in Hannover öffnet erst 60 Minuten vor Anpfiff, d. h. um 14.30 Uhr. „Lärmgeräte“ wie Trommeln sind aufgrund der Lage in einem Wohngebiet nicht gestattet.
Für in Flensburg verbleibende Weiche-Fans besteht die Möglichkeit, sich den kostenlosen kommentierten Livestream über den zentralen Vermarktungskanal des Anbieters SolidSport auf nordfv.tv anzuschauen. Ihr gelangt zum Stream unter https://nordfv.tv/sc-weiche-flensburg-08 und ebenso, wenn Ihr über unsere Homepage (weiche-liga.de) auf den Button „Weiche 08 TV“ geht. Der Stream läuft ab etwa 15.25 Uhr. Wir werden einen Ticker mit Infos zu Aufstellung, Spielbeginn, Halbzeit und Abpfiff wie gehabt auf unseren Social-Media-Kanälen zu laufen haben.
Fans können sich gern an unseren Fanbeauftragten unter fanbetreuung@weicheflensburg08.de wenden.
Ein Hinweis zum Wetter: Für den Ostermontag werden in Hannover Höchsttemperaturen um 13 Grad erwartet. Es könnte etwas Sonne, allerdings auch Regen geben.
Wir wünschen allen nach Hannover fahrenden Weiche-Fans eine problemlose Anreise, ein schönes Spiel sowie eine gut gelaunte Rückkehr nach Flensburg.