Knappe Niederlage in Schöningen
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Knappe Niederlage in Schöningen
FSV Schöningen – SC Weiche Flensburg 08 3:2 (1:0)
Drei Tage nach dem bitteren Pokal-Aus beim VfB Lübeck hat der SC Weiche Flensburg 08 am 14. Spieltag der Regionalliga Nord den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Unsere Mannschaft unterlag am Samstagnachmittag zum Abschluss der zweiten „englischen Woche“ hintereinander bei der FSV Schöningen mit 2:3-Toren. Vor 583 Zuschauern führte der Aufsteiger bei trockenem Herbstwetter im Elmstadion der ostniedersächsischen Kleinstadt im ersten Duell der beiden Klubs nach etwas mehr als einer Stunde bereits mit 3:0, ehe Weiche noch dem Ausgleich nahe kam. So wiederholen sich die Muster: Auch in Emden und in Hannover unterlag unsere Mannschaft mit 2:3, und es gab auch im dritten Spiel dieser „englischen Woche“ drei Gegentore. Unser Verantwortlicher Tim Wulff sagte: „Es ist sehr ärgerlich, ja schon auf eine Art enttäuschend, wie wir generell in der ersten Halbzeit aufgetreten sind. Meiner Mannschaft kann ich zur zweiten Halbzeit keinen Vorwurf machen. Da haben wir ein anderes Gesicht gezeigt, und wir hätten uns mit dem Ausgleich belohnen können. Wir betreiben einen Riesenaufwand und haben keinen Ertrag.“
Nach dem bitteren Ausscheiden aus dem Landespokalwettbewerb beim VfB Lübeck (1:3) gab es drei Änderungen in der Flensburger Startelf. Anstelle des „Gelb“-gesperrten Kevin Ntika sowie Raul Celotto und Marcel Cornils (beide zunächst auf der Bank) rutschten Bjarne Schleemann, Thies Richter und Moritz Göttel in die Anfangsformation. Trainer Tim Wulff wechselte bereits zur Pause zweimal, als er Erjanik Ghubasaryan und Randy Gyamenah brachte. Damit war erneut eine Umstellung in der Viererkette verbunden. Nach dem 0:2-Rückstand gab es einen Dreifachwechsel, als Raul Celotto, Marcel Cornils und Obinna Iloka kamen. Zum nur 19 Spieler umfassenden Kader zählten außerdem Torhüter Nils Bock, Marian Sarr und Maxim Jurk. Nicht zur Verfügung standen die verletzten Alexander Laukart, Torben Marten, Mads Albæk und Sandro Plechaty sowie die gesperrten Uchechi Duru und Kevin Ntika.
FSV-Trainer Christian Benbennek änderte seine Startelf gegenüber dem letzten Liga-Spiel vor sieben Tagen vor eigener Kulisse gegen Norderstedt (2:4) zweimal. Luca Marino und Jordi Njoya begannen anstelle von Lucas Arnold und Osman Mansaray (beide zunächst auf der Bank).
Die erste Torannäherung hatte René Guder, dessen Freistoß am Kasten vorbei ging (2.). Doch dann geschah das, was Weiche in dieser Saison immer wieder passiert: Mit dem ersten Angriff des Kontrahenten fällt ein früher Gegentreffer. Bei einem Konter setzte Federico Palacios Martinez seinen linken Nebenmann Ousman Touray in Szene, der dann nicht mehr zu stellen war und von halblinks aus wenigen Metern oben links in den Winkel traf (7.). Unsere Mannschaft antwortete direkt, doch der Kopfball von Maksym Tytarenko nach Flanke von René Guder wurde von einer Abwehrhand für alle sichtbar aufgehalten, sodass dann FSV-Torhüter Johann Dahncke problemlos zupacken konnte (13.). Es wird das Geheimnis des Unparteiischen bleiben, warum hier der fällige Strafstoßpfiff ausblieb.
Die restlichen Szenen der ersten Halbzeit gingen beinahe komplett an die Heimelf, die auf einfache Art und Weise immer wieder immer wieder über Jordi Njoya (rechts) und Ousman Touray (links) durchbrechen konnte. Hierzu genügten Bälle in den Rücken unserer Viererkette, und es brannte. Nach einer flachen Eingabe von rechts klärte erst René Guder im Fünfmeterraum (20.), dann bereinigte unsere Nummer 17 die Gefahr sogar erst kurz vor der Linie, nachdem der Ball bei einer Flanke – wieder von rechts – erst auf der Latte tanzte und dann in den Weiche-Torraum herunterkam (24.). Zwischendurch hatte Philipp Harant bei einem Konter eine richtig gute Möglichkeit, doch scheiterte er allein vor unserem Torhüter an Christian Rust (23.). Und nochmals hatte Weiche Glück. Bei einer weitgezogenen Flanke von links von Ousman Touray nahm Jordi Njoya die Murmel direkt, doch der rechte Flügelspieler verfehlte den Kasten knapp links vorbei (31.). Kurz vor der Pause trat Luca Marino einen Eckstoß von links, an den Daniel Reiche nur mit der Fußspitze herankam, sodass Christian Rust parieren konnte (45.). Ein Schuss von Jordi Njoya von der Strafraumkante ging vorbei (45.+2). Und den Schlusspunkt unter die ersten rund 48 Minuten setzte dann Weiche. Nach einem Eckstoß, getreten von Dominic Hartmann, sorgte eine Flanke von René Guder für Gefahr im FSV-Strafraum (45.+3). Insgesamt aber war von Weiche wenig zu sehen. Torgefahr entstand fast gar nicht, während sich die Flensburger Defensive immer wieder anfällig präsentierte.
Doch dann klappte es einmal: Ole Wagner schickte Dominic Hartmann auf links, dessen Flanke Obinna Iloka im Hechtflug mit Hilfe des Innenpfostens zum 1:3 ins Netz beförderte (67.). Und beinahe wäre Obinna Iloka der perfekte Doppelschlag gelungen. Nach einer Eingabe von René Guder ließ Randy Gyamenah passieren, doch der Abschluss aus sechs Metern geriet zu zentral, sodass Johann Dahncke mit Fußabwehr parieren konnte (68.). Jetzt war aber Zug im Flensburger Spiel – Zug zum Tor. Marcel Cornils nahm auf halblinks den Ball mit und wurde von Tom-Luca Winter im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter setzte aber Randy Gyamenah über den Kasten (77.).
Weiche gab nicht auf, rannte weiter an. Einmal konnte Obinna Iloka im eigenen Strafraum retten (84.). Auf der Gegenseite parierte der Torhüter einen Kopfball von Erjanik Ghubasaryan nach Freistoßflanke von René Guder (86.). Dann setzte Dominic Hartmann am rechten Fünfmetereck nach Eckstoß von René Guder und Kopfballablage von Obinna Iloka den Ball nach kurzer Annahme mit der Brust per Dropkick zum 2:3-Anschlusstreffer vehement unter die Latte (90.+5). Die übrigen Sekunden brachte der Aufsteiger dann über die Zeit.
Die Platzherren hatten in den beiden Außenstürmern Jordi Njoya (über rechts) und Ousmann Touray (über links) ihre auffälligsten Akteure. Bei Weiche konnten sich Torhüter Christian Rust und Kapitän Dominic Hartmann die besten Noten verdienen. Zudem konnten die eingewechselten Spieler und speziell Obinna Iloka mit zwei Torbeteiligungen ihre Ansprüche anmelden.
Unsere Mannschaft darf jetzt nach zwei „englischen Wochen“ in Folge einmal kurz durchatmen. Am kommenden Samstag, 18. Oktober 2025, empfängt sie ab 13.30 Uhr im Manfred-Werner-Stadion den Spitzenreiter VfB Oldenburg.
Schöningen: Dahncke – Bremer (72. Winter), Behrendt, Reiche, Klump – Skoda (Kap.), Marino – Njoya (85. Cankor), Palacios Martinez (74. Evseev), Touray (62. Mansaray) – Harant (62. Beck). Trainer: Benbennek.
Weiche: Rust – Guder, Faleu, Behrmann, Wagner – Schleemann (61. Celotto), Hartmann (Kap.) – Bashiru Ali (46. Ghubasaryan), Tytarenko (46. Gyamenah), Richter (61. Cornils) – Göttel (61. Iloka). Trainer: Wulff.
Tore: 1:0 Touray (7.), 2:0 Harant (58.), 3:0 Beck (64.), 3:1 Iloka (67.), 3:2 Hartmann (90.+5).
Besonderes Vorkommnis: Gyamenah schisst Strafstoß über das Tor (77.).
Zuschauer: 583 im Elmstadion, Schöningen.
Schiedsrichter: Ben Henry Uhrig (SG Egenbüttel/Hamburg).
Verwarnungen: Trainer Benbennek (Meckern, 33.), Bremer (Spielverzögerung, 38.), Mansaray (Foul an Behrmann, 75.), Cankor (Foul an Guder, 90.+7)/Behrmann (Foul an Reiche, 70.).
Trainerstimme:
sagte: „Es ist sehr ärgerlich, ja schon auf eine Art enttäuschend, wie wir generell in der ersten Halbzeit aufgetreten sind. Gefühlt war es mutlos. Eine entscheidende Szene ist sicherlich, dass wir in der Aktion nach dem Gegentor bei einem klaren Handspiel keinen Elfmeter bekommen. Es war ein klarer Elfmeter. Dann müssen wir sagen, dass wir vor der Pause Glück haben, kein zweites Gegentor zu bekommen. Aber generell bekommen wir zu schnell Gegentore, jeweils kurz nach Anpfiff oder Wiederanpfiff. Das müssen wir unbedingt abstellen, weil wir sonst jedes Mal hinterherlaufen. Meiner Mannschaft kann ich zur zweiten Halbzeit keinen Vorwurf machen. Da haben wir ein anderes Gesicht gezeigt, und wir hätten uns mit dem Ausgleich belohnen können. Doch zwei Momente genügen gegen uns, um Gegentore zu bekommen. Wir betreiben einen Riesenaufwand und haben keinen Ertrag.“