SC Weiche Flensburg 08
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Zweite Heimniederlage an einem „gebrauchten Tag“

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – TSV Havelse 1:2 (0:2)

Dem TSV Havelse ist die Revanche für die schmerzhafte 1:2-Hinspielniederlage gegen den SC Weiche Flensburg 08 und ein wichtiger „Dreier“ im Abstiegskampf gelungen. Am Sonnabendnachmittag unterlag unsere Mannschaft als noch amtierender Meister im heimischen Manfred-Werner-Stadion den Gästen aus dem niedersächsischen Garbsen mit dem gleichen Resultat. Bei kühlem Frühlingswetter und Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt siegten die Gäste am 30. Spieltag der Regionalliga Nord vor 719 Zuschauern verdientermaßen, weil bei den Fördestädtern zu viele einen „gebrauchten Tag“ hatten und die Schlussoffensive zu spät kam. So musste unsere Mannschaft vor dem freien Osterwochenende eine für sie äußerst seltene zweite Niederlage in Folge hinnehmen. Zugleich endeten damit lange Flensburger Erfolgsserien. Weiche verlor gegen diesen Rivalen erstmals seit dem 31. August 2014 – 0:2 in Havelse – und damit nach acht Spielen ohne Niederlage wieder. Und sogar mehr als sechs Jahre mussten die Gäste auf ihren zweiten Sieg im Manfred-Werner-Stadion warten. Hier hatten sie ihren bislang einzigen Erfolg beim 3:2 am 9. März 2013 feiern können. 

Trainer Daniel Jurgeleit tauschte das Personal gegenüber der Startelf aus der Vorwoche (3:4 beim HSV II) zweimal. Für den „Gelb“-gesperrten Torge Paetow, der erstmals in der aktuellen Saison nicht dabei war, und Nico Empen liefen mit Tim Wulff und Marvin Ibekwe die beiden zuletzt eingewechselten Torschützen von Beginn an auf. In die Dreierkette vor Torhüter Florian Kirschke rückte neben Patrick Thomsen (rechts) und Jonas Walter (zentral) dadurch Kevin Njie (links). Wie zuletzt kamen Nedim Hasanbegovic, Jannick Ostermann und Dominic Hartmann im zentralen Mittelfeld zum Einsatz. Die Außenbahnen wurden von Gökay Isitan (rechts) und Florian Meyer (links) bearbeitet. Tim Wulff und Marvin Ibekwe bildeten die neue Doppelspitze. Eingewechselt wurden zunächst Kevin Schulz und der zuletzt erkrankte Ilidio Pastor Santos, die positionsgetreu Jannick Ostermann und Gökay Isitan ersetzten. Dann kam noch Joël Keller zu einem Einsatz. Für ihn musste Florian Meyer weichen. Außerdem standen Torhüter Raphael Straub, Leon Pascal Kroiß, erstmals in diesem Jahr und nach langer Verletzungspause Finn Wirlmann sowie Nico Empen im Aufgebot des Spieltages. Neben dem gesperrten Torge Paetow fehlten der lange erkrankte etatmäßige Kapitän Christian Jürgensen sowie die allesamt beim 2:0-Auswärtssieg unserer Oberliga-Mannschaft beim PSV Neumünster eingesetzten Jannik Drews (ein Tor), Hendrik Ostermann (ebenfalls ein Tor), Jannis Pläschke und Gary Noël. 

Die Partie nahm nur langsam Fahrt auf. Bei einem ersten Abschluss fehlte Nedim Hasanbegovic die Feinjustierung (8.), wie überhaupt viele Ungenauigkeiten und Passfehler das Spiel auf einem holprigen Rasen prägten. Dabei schien ein langer Ball von Dominic Hartmann in den Lauf des schnellen Marvin Ibekwe noch ein Versprechen auf Angriffsfußball zu sein. Der Ex-Hildesheimer wurde erst kurz vor dem Strafraum auf halblinks durch Tasky mit einem Foul gestoppt, das folgerichtig eine Verwarnung für den Innenverteidiger des TSV nach sich zog (11.). Ansonsten blieben auf Flensburger Seite aus der ersten Halbzeit lediglich zwei Kopfbälle erwähnenswert. Den ersten von Tim Wulff von halbrechts aus 13 Metern nach Freistoß von Jonas Walter aus dem Mittelkreis parierte Schlussmann Rehberg ohne Mühe (16.). Beim zweiten Kopfball war Marvin Ibekwe im Zentrum nach der Eingabe von Florian Meyer relativ unbedrängt, der Angreifer setzte die Kugel aber rechts vorbei (37.). 

Zu jenem Zeitpunkt hatten die Gäste bereits erkannt, dass an diesem Tage Weiche verwundbar war. Bei einem ersten Alarm im Strafraum der Gäste klärte Jonas Walter am zweiten Pfosten per Kopf in höchster Not vor Foelster, nachdem Jaeschke geflankt hatte (14.). Wenig später vertändelte Lucic eine gute Konterchance der Gäste, nachdem unserer Mannschaft im Spielaufbau ein grober Fehler unterlaufen war (17.). Danach wurde es immer knapper. Ein Kopfball des aufgerückten Innenverteidigers Tasky nach Freistoß von Yilmaz verfehlte nur knapp das Ziel, wobei ein Flensburger zuletzt am Leder gewesen sein soll (23.). Nur Sekunden später tauchte Plume im Zentrum vor Torhüter Florian Kirschke auf, doch er hob die Kugel, unter Bedrängnis, über den Kasten (24.). Ein weiterer Kopfball von Tasky nach Eckstoß von Yilmaz verfehlte rechts das Weiche-Tor (28.). Und schließlich war Yilmaz blank vor Florian Kirschke, aber der quirlige TSV-Angreifer setzte die Kugel aus 16 Metern, zentrale Position, am Kasten vorbei (28.). Das hätte eigentlich schon längst die Gästeführung sein müssen, die dann wenig später Realität wurde. Yilmaz kam vom linken Strafraumeck zum Abschluss, Florian Kirschke konnte den tückischen Schuss nur prallen lassen, vom heranstürzenden Nedim Hasanbegovic sprang die Kugel zum 0:1 ins eigene Netz (30.). Die Gästeführung war überfällig und allemal verdient. 

Auch in der Folge gelang es unserer Mannschaft nicht, guten Fußball zu spielen. Immer wieder wurde das Streitobjekt mehr gedroschen und in die Höhe geschlagen als gepasst; fast alles ereignete sich auf der linken Flensburger Seite, wo auf engstem Raum verbissen gekämpft wurde. Und besonders im Zweikampf war den Garbsenern nicht beizukommen, die diszipliniert und mit viel Engagement zu Werke gingen. Da passte es ins Bild, dass unsere Mannschaft noch vor der Pause das 0:2 hinnehmen musste. Nedim Hasanbegovic war nach einer „Kerze“ von Patrick Thomsen im eigenen Strafraum beim Kopfballduell in Plume gerannt (42.). Der auffällig agierende Yilmaz verwandelte den Strafstoß sicher unten rechts (43.). 

Das Spiel wurde aus Flensburger Sicht auch zu Beginn der zweiten 45 Minuten nicht besser. Am ehesten war ein Schussversuch von Gökay Isitan notierenswert, doch der Ball ging am kurzen Pfosten vorbei (55.). Es blieb bis 20 Minuten vor Schluss eine mühselige und für Weiche-Anhänger wenig vergnügliche Angelegenheit. Havelse geriet nicht in Bedrängnis, meldete sich aber offensiv erst spät wieder im Spiel an. Ein langer Lauf des eingewechselten Langfeld über die rechte Seite endete bei SC-Torhüter Florian Kirschke (71.), der schließlich auch stark gegen Plume parierte, nachdem ein Konter über Jaeschke gelaufen war (76.). Weil die Niedersachsen die endgültige Entscheidung verpassten, wurde es plötzlich noch einmal eng. Nicht zuletzt mit der Einwechslung von Joël Keller (69.) kam endlich mehr Zug in das Flensburger Spiel, obgleich die richtigen Torchancen nach wie vor fehlten. Doch nach einem Foul von Plume an Dominic Hartmann im Strafraum (84.) verwandelte Joël Keller den fälligen Strafstoß mit seinem Premierentreffer für Weiche humorlos unten rechts zum 1:2-Anschluss, obgleich Gästetorwart Rehberg in jene Ecke abgetaucht war (85.). Damit erhielt die Hoffnung, die zweite Heimniederlage der Saison abwenden zu können, neue Nahrung, zumal Florian Kirschke nochmals eine gute Gästechance von Langfeld vereitelte (89.). Aber nachdem TSV-Schlussmann Rehberg auch den Kopfball von Marvin Ibekwe ohne Mühe pariert hatte (90.+3), war der verdiente Sieg der engagiert auftretenden Gäste perfekt. 

Bei unserer Mannschaft verdienten sich Abwehrchef Jonas Walter die beste und Torhüter Florian Kirschke eine ordentliche Note. Positive Eindrücke hinterließ zudem der eingewechselte Joël Keller, dem es in seinen 20 Spielminuten gelang, etwas mehr Ordnung in das Geschehen zu bringen. Die Gäste aus Niedersachsen hatten in Mittelfeldspieler Plume, Kapitän Foelster als Defensivabräumer vor der Abwehr und der besonders vor der Pause sehr aktiven Offensivkraft Yilmaz ihre auffälligsten Akteure. 

Nach der letzten kleinen Pause – am Oster-Wochenende hat unsere Mannschaft keine Partie auf dem Spielplan – geht es für Weiche erst 15 Tage später mit dem Auswärtsspiel beim Lüneburger SK Hansa weiter und zugleich in die letzten fünf Pflichtaufgaben der Saison. Die Partie wird am Sonntag, 28. April 2019, um 15 Uhr im Stadion an den Sülzwiesen der niedersächsischen Hansestadt angepfiffen. Dort hatte Weiche in der Meistersaison am 20. August 2017 einen 0:1-Pausenrückstand durch Treffer von Nico Empen (47.) und Jannick Ostermann (69., 78.) in einen 3:1-Auswärtssieg umgewandelt. Auch das Hinspiel der laufenden Saison hatte unsere Mannschaft klar gewonnen. Beim 4:1 traf Gary Noël gleich dreifach (28., 74., 79.), nachdem Christian Jürgensen das erste Tor besorgt hatte (10.). In der Vergangenheit war der LSK jedoch oft ein Spielverderber für die Fördestädter. Die Elf des inzwischen 70jährigen Trainer-Routiniers Rainer Zobel, der als Profi in den 1970er Jahren beim FC Bayern München seine Titel sammelte, steckt mitten im Abstiegskampf und wird die Punkte mit Sicherheit nicht ohne Gegenwehr unseren Jungs überlassen. 

Weiche: Kirschke – Thomsen, Walter (Kap.), Njie – Isitan (58. Pastor Santos), J. Ostermann (58. K. Schulz), Hartmann, Hasanbegovic, F. Meyer (69. Keller) – Wulff, Ibekwe. 

Tore: 0:1 Hasanbegovic (30., Eigentor), 0:2 Yilmaz (43., Strafstoß), 1:2 Keller (85., Strafstoß). 

Zuschauer: 719 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche. 

Schiedsrichter: Christian Meermann (SC SF Niedersachsen Vechta), mit insgesamt guter und unaufgeregter Spielleitung, bei der ihm drei Verwarnungen für die Gäste halfen (Tasky nach Foul an Ibekwe, 11.; Foelster nach Foul an Hasanbegovic, 43.; Kina nach Handspiel, 76.).

Die Trainerstimmen: Der TSV-Trainer Jan Zimmermann zeigte sich gut gelaunt. „Wir sind sehr zufrieden, nachdem wir schon in der vergangenen Woche ein ähnlich gutes Spiel gemacht haben“, begann er seine Einschätzung. Man habe richtig gut gespielt, sei mutig aufgetreten. Allerdings habe man aber auch gesehen, weshalb „wir weiter unten stehen, als wir müssten“, so der Trainer, denn das Spiel ist noch einmal eng geworden. Eine Stärke von Weiche sei es, immer weiter zu spielen, unbeirrt, den Stiefel herunterzuspielen. Vielleicht sei es dann eben der Unterschied gewesen, dass es für die eine Mannschaft um nicht mehr viel, für die andere jedoch um jede Menge ging. Für seine Mannschaft sei es am Ende ein verdienter, ganz wichtiger Auswärtssieg, um in der Klasse bleiben zu können. „Auf das Ergebnis und die Leistung können wir aufbauen“, meinte der Gästetrainer, der sein Fazit optimistisch beendete: „Dann kommen wir hoffentlich nächstes Jahr wieder nach Flensburg.“ Unser Trainer Daniel Jurgeleit schloss sich der Einschätzung des Gästetrainers an. Er sei enttäuscht, und der Kollege habe alles gesagt. Die Mannschaft, die mit mehr Konsequenz agierte, habe gewonnen. Das 0:1 müsse nicht passieren, dem 0:2 sei ein unnötiger Elfmeter vorausgegangen. Mannschaften, die in der Tabelle unten stehen, können auch gut verteidigen und würden bei eigener Führung alles reinwerfen. Havelse sei robust in den Zweikämpfen aufgetreten. Seine Mannschaft habe da erst nicht gegenhalten können, sich dann aber zurückgekämpft und nicht wie beim HSV II vor einer Woche den dritten Gegentreffer bekommen. Der unbedingte Wille und die letzte Konsequenz würden eben fehlen, wenn es nur noch maximal um Platz drei geht. Heute sei es nicht gelungen, dieses auszugleichen. Er habe auch etwas von einer falschen Aufstellung gehört, doch haben jene gespielt, die vor einer Woche einen 0:3-Rückstand beinahe umgebogen und ihre Sache gut gemacht hätten. Letztlich sei es eine Kopfsache. „Es ist eine verdiente Niederlage“, meinte unser Trainer, der seine abschließenden Worte an sein Gegenüber richtete: „Havelse wünsche ich alles Gute, um in der Klasse zu bleiben.“

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