SC Weiche Flensburg 08
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Weiche im Verfolgerduell chancenlos

  Spielinfo

VfB Lübeck – SC Weiche Flensburg 08 3:1 (2:0)

Das prestigeträchtige Verfolgerduell und Landesderby beim Tabellenzweiten VfB Lübeck verlor der SC Weiche Flensburg 08 am Freitagabend klar mit 1:3 (0:2) Toren. Am 16. und damit vorletzten Hinrundenspieltag der Regionalliga Nord war unsere Mannschaft dem Ex-Zweitligisten „kein guter Gegner“, wie Trainer Daniel Jurgeleit nach der Niederlage eingestehen musste. Nach zuletzt vier aufeinanderfolgenden Siegen hatte sich Weiche tabellarisch wieder vorn herangekämpft, doch wie schon mit der 2:3-Niederlage gegen Spitzenreiter Wolfsburg II verliert der amtierende Meister erneut durch ein direktes Duell gegen einen Titelanwärter wertvollen Boden. Während auf der altehrwürdigen Lübecker Lohmühle die meisten der 2.875 Zuschauer – Saisonrekord für den VfB – feierten, passte das regnerisch-nasse Herbstwetter für die wenigen Flensburger Anhänger ins Bild eines ziemlich misslungenen Auftritts ihres SC. Ohne eine gewaltige Steigerung wird auch bei den beiden ausstehenden Begegnungen im größten Stadion Schleswig-Holsteins – schon in fünf Tagen in der zweiten Runde des DFB-Pokal-Wettbewerbs gegen den SV Werder Bremen (Mi., 31.10.2018) und im Landespokalfinale gegen eben jenen VfB Lübeck im Mai 2019 – nichts zu holen sein. Den Hansestädtern schmeckte der Sieg besonders gut, hatten sie doch in der vergangenen Saison in allen drei Duellen gegen unsere Elf bittere Niederlagen hinnehmen müssen.

 

Nach dem 1:0-Sieg in Drochtersen änderte Trainer Daniel Jurgeleit die Anfangself lediglich auf zwei Positionen, obgleich ihm mit Ausnahme des am Vortage im Training verletzten Jonas Walter erstmals seit langem nahezu der komplette Kader zur Verfügung stand. Torge Paetow und Ilidio Pastor Santos begannen für Joël Keller und Marvin Ibekwe. So bildeten Kevin Njie (rechts), Patrick Thomsen (zentral) und Torge Paetow (links) am Beginn die Dreier-Abwehrkette vor Torhüter Florian Kirschke. Vor der Abwehr spielten Finn Wirlmann und Dominic Hartmann im defensiven Mittelfeld. Die Außenpositionen wurden von Ilidio Pastor Santos (rechts) und Kapitän Christian Jürgensen (links) besetzt. Hinter der Doppelspitze mit Gary Noël und Nico Empen unterstützte Gökay Isitan die Offensive. Schon früh reagierte Trainer Daniel Jurgeleit, brachte nach knapp einer halben Stunde Marvin Ibekwe für Nico Empen. Der Ex-Hildesheimer rückte auf die linke Bahn, Christian Jürgensen ins Zentrum und Gökay Isitan nach vorn. Zur Pause ersetzte Kevin Schulz den „gelb-rot“-gefährdeten Dominic Hartmann. Fortan wurde die Dreierkette erneut umgestellt. Torge Paetow verteidigte nun rechts, Christian Jürgensen links, und Finn Wirlmann rückte im Tausch mit Patrick Thomsen zurück. Kevin Schulz ging auf die rechte Bahn, Marvin Ibekwe in die Spitze. Zehn Minuten vor Schluss kam noch Florian Meyer für Gökay Isitan. Auf der Bank blieben Ersatztorhüter Raphael Straub, Hendrik Ostermann, Jannick Ostermann und Jannis Pläschke. Aus dem Regionalliga-Kader schafften es neben dem verletzten Jonas Walter (Wadenzerrung) auch Joël Keller, Nedim Hasanbegovic und Tim Wulff (alle nach Verletzungen) sowie Jannik Drews nicht in das Spieltagsaufgebot.

 

Die Partie begann mit der erwarteten Lübecker Drangphase. Nachdem SC-Torhüter Florian Kirschke den 20-m-Schuss von Arslan zum Auftakt noch sicher pariert hatte (3.), herrschte gleich beim nächsten Angriff der Heimischen, diesmal über links mit Eingabe von Hoins an den Fünfmeterraum ein heilloses Durcheinander in der Flensburger Defensive, Franziskus behielt kühlen Kopf, versenkte die Kugel zum 1:0 (7.). Und wenig später bebte die Lohmühle erneut. Diesmal konnten die Lübecker über rechts einen Konter fahren, ohne attackiert, geschweige denn gebremst zu werden. Franziskus setzte sich erst in Höhe der Mittellinie auf rechts durch, schickte Arslan, der seine Schussposition nicht nutzte, stattdessen quer auf halblinks zu Thiel passte, der aus zwölf Metern trocken sofort abschloss und zum 2:0 traf (12.). Was war hier los? Das Duell des Tabellenzweiten gegen seinen unmittelbaren Verfolger schien früh entschieden. Unsere Mannschaft wirkte behäbig, nicht entschlossen genug, während Lübeck aggressiver in die Zweikämpfe ging und viele Bälle resolut weggrätschte. So hatte in der Folge der Gast zwar oft die Kugel, ging ein Zuspiel aber mal in die gegnerische Hälfte, war der Ball schnell verloren, weil zu fahrig und ungenau agiert wurde. Ganz anders traten die Lübecker auf. Bei ihnen ging bei Ballbesitz ziemlich schnell die Post nach vorn ab. Da der VfB allerdings seine Angriffe auch nicht gut ausspielte, kamen die Gastgeber nur zu einer weiteren Torchance, als Arslan mit einer Körpertäuschung am rechten Strafraumeck zwei Flensburger ins Leere laufen ließ und sofort abzog. SC-Torhüter Florian Kirschke war aber unten, krallte sich die Kugel sicher (37.). Und Weiche? Nach einer Flanke von Christian Jürgensen aus dem linken Halbfeld kam Gary Noël mal zum Kopfball, doch die Kugel verfehlte weit ihr Ziel (28.). Kurz vor der Pause trat Gökay Isitan den ersten Eckstoß des SC, bei dem Torhüter Tittel keine gute Figur machte, doch – typisch zumindest für die erste Halbzeit – resultierte daraus ein schneller Gegenangriff, den Patrick Thomsen nur durch ein mit „Gelb“ bedachtes Foulspiel unterbinden konnte (41.). Nachdem zuvor schon Dominic Hartmann (17.) und Gökay Isitan (30.) nach Foulspielen verwarnt worden waren, zeigten diese Szenen, dass die Nerven bei einigen Flensburgern in der zuweilen hitzigen ersten Halbzeit blank lagen.

 

Nach dem Seitenwechsel und mehreren Umstellungen verbesserte sich der Eindruck über den Flensburger Auftritt etwas, wenngleich eine Wende im Spiel lange nicht in Sicht war. Dagegen machte Franziskus – meist als einziger Angreifer – weiterhin auf sich aufmerksam. Aus spitzem Winkel zielte er von der rechten Seite am kurzen Pfosten vorbei (50.). Dann brachte er eine gefährliche Flanke von links, die Christian Jürgensen unter Bedrängnis nur knapp neben den eigenen Kasten setzen konnte (51.). Und noch einmal war es Franziskus, der nach einem Missverständnis in der Flensburger Defensive überraschend an das Streitobjekt kam, aber aus 16 Metern rechts am Kasten verzog (56.).

 

Unsere Mannschaft buchte dann Mitte der zweiten Halbzeit auch ihre ersten erfolgversprechenden Angriffe. Nach einem langen Pass von Kevin Schulz von Rechtsaußen konnte Marvin Ibekwe zwar am zögerlichen VfB-Schlussmann Tittel vorbeigehen, traf aber dann aus zu spitzem Winkel nur das Außennetz (63.). Marvin Ibekwe, im Angriff deutlich wirkungsvoller als auf der Bahn und letztlich gefährlichster Flensburger, nahm wenig später auf halbrechts einen Flachpass von Patrick Thomsen in die Tiefe auf und knallte die Kugel gegen den rechten Pfosten (67.) – das war sie, die beste Angriffsaktion der Gäste und die Chance, dem Spiel vielleicht doch eine Wende zu geben. So aber blieb Lübeck aus abwartender Haltung agierend Herr im eigenen Hause. Immer wieder trieb der starke Arslan an. Nach einem Lauf durch das verwaiste Mittelfeld zog er ab, Florian Kirschke war unten (65.). Dann passte Thiel auf Hoins, der SC-Torhüter parierte den Schuss wieder sicher (66.) wie auch jenen des gerade eingewechselten Nogovic aus spitzem Winkel (70.). Die größte Tat vollbrachte der beste Fördestädter, als er nach einem Traumpass von Mende stark antizipierte und schnell aus seinem Kasten geeilt kam, sodass Deichmann an ihm scheiterte (74.). Machtlos war Florian Kirschke allerdings, nachdem ein Querschläger von Patrick Thomsen zwei eigentlich im Abseits stehende Lübecker in Szene setzte, Franziskus nutzte die Verwirrung der vom Assistenten fehlerhaft angezeigten Abseitsstellung und setzte die Kugel problemlos flach ins linke untere Eck zum 3:0 – die Entscheidung (76.). Kapitän Christian Jürgensen holte sich gleich noch wegen Meckerns „Gelb“ ab wie auf der Gegenseite Halke nach einem Foulspiel an Ilidio Pastor Santos (78.), nachdem zuvor bereits Mende auf Seiten des VfB nach einem Foul an Finn Wirlmann verwarnt worden war (23.).

 

In den letzten zehn Minuten war die Luft aus der Partie, wobei man unseren Mannen zugute halten kann, dass sie um eine Resultatsverbesserung bis zum Schluss bemüht waren. Nachdem Christian Jürgensen per Kopf nach einem Freistoß von Florian Meyer tatsächlich mal den Lübecker Schlussmann Tittel zu einer Parade gezwungen hatte (83.), war es schließlich Kevin Schulz, der nach einer unübersichtlichen Aktion am gegnerischen Fünfmeterraum die Kugel am zweiten Pfosten dann über die Linie bugsierte und so den späten Ehrentreffer erzielte (90.). Zuvor hatten auf Lübecker Seite noch Innenverteidiger Grupe per Kopf, der an Florian Kirschke scheiterte (84.), und der eingewechselte Sezer von links, der den Ball aber am langen Pfosten vorbeisetzte (88.), zwei Möglichkeiten zum vierten Treffer der Marzipanstädter ausgelassen.

 

Beim VfB fielen neben dem kaum zu stellenden zweifachen Torschützen Franziskus im Angriff vor allem in der Mittelfeldzentrale die beiden aggressiven Strategen Arslan und Mende auf, die viele Bälle abfingen, Zweikämpfe gewannen und für das schnelle Umschalten der Gastgeber sorgten. Die beste Note beim SC Weiche verdiente sich bezeichnenderweise Torhüter Florian Kirschke. Am ehesten konnten ansonsten Ilidio Pastor Santos, Finn Wirlmann und Kevin Schulz die Erwartungen erfüllen.

 

Nach diesem enttäuschenden Auftritt beim Liga-Auswärtsspiel auf der Lohmühle wird unsere Mannschaft am kommenden Mittwochabend, 31. Oktober 2018, ab 18.30 Uhr im Spiel der zweiten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs an gleicher Stelle Heimrecht genießen und hoffentlich ganz anders agieren. Fußball-Flensburg fiebert dem Knaller gegen den Bundesligisten SV Werder Bremen schon seit dem Tage der Auslosung am 26. August entgegen. Die Rollen des Favoriten und des Außenseiters sind klar verteilt, zumal die Grün-Weißen in der Eliteliga bislang eine starke Saison spielen. Angesichts der Akribie, mit der sich heutzutage Erstligisten auch auf solche Partien vorbereiten, dürfte es kaum Möglichkeiten geben, den sechsfachen DFB-Pokalsieger taktisch zu überraschen. Bemerkenswertes Detail am Rande: Während der viermalige deutsche Meister SV Werder in Lübeck sein elftes Pflichtspiel der Saison bestreiten wird, ist es für unseren SC Weiche bereits der 21. (!) Pflichtauftritt. Zwei Dinge machen aber Mut: Die bisherigen vier Pokalspiele – bei Stern Flensburg (4:0), in Heide (1:0) und in Reinfeld (2:0) jeweils im Landespokal sowie das Heimspiel im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum (1:0) – gewann unsere Mannschaft ausnahmslos ohne Gegentor. Und zuletzt verlor Weiche ein Pokalspiel vor über zwei Jahren – am 20. August 2016 mit 0:2 gegen den damaligen Drittligisten Holstein Kiel.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Thomsen (V), Paetow – Pastor Santos, Wirlmann, Hartmann (V/46. K. Schulz), Jürgensen (Kap./V) – Isitan (V/80. F. Meyer) – Empen (32. Ibekwe), Noël.

 

Tore: 1:0 Franziskus (7.), 2:0 Thiel (12.), 3:0 Franziskus (76.), 3:1 K. Schulz (90.).

 

Zuschauer: 2.875, darunter etwa 30 Flensburger, im Stadion an der Lohmühle, Lübeck.

 

Schiedsrichter: Daniel Fleddermann (VfL Weiße Elf Nordhorn), mit souveränem Auftreten; korrekte Entscheidung vor dem 3:0, als er die fälschlich nach oben gegangene Fahne des Assistenten ignorierte bzw. überstimmte (76.).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit wollte sein Statement auf der Pressekonferenz kurz halten, zumal die Stimmung beim Gastgeber ja richtig gut sei. Er beglückwünschte den VfB zum absolut verdienten Sieg. „Wir waren heute nicht der Gegner“, stellte er fest, zumal man gerade am Beginn nicht richtig da gewesen sei. „In keiner Phase des Spiels haben wir annähernd zu unserer Form gefunden“, meinte er und ergänzte: „Wir haben ein Spiel verloren, da kann man dem Gegner nur beglückwünschen, zumal bei diesem der Stachel nach den Niederlagen der vergangenen Saison sicherlich tief saß. Wir haben es heute dem Gegner viel zu einfach gemacht. So hat er absolut verdient gewonnen.“

 

Der Lübecker Trainer Rolf Martin Landerl nahm die Glückwünsche gerne an. „Wir wollten die Festung verteidigen und waren dazu hoch motiviert, nachdem wir in der vergangenen Saison dreimal verloren hatten“, meinte der Österreicher. „Man darf nicht vergessen, dass wir hier gegen den amtierenden Meister gespielt haben. Flensburg hat eine hohe individuelle Qualität und das auch als Mannschaft. Es ist nicht einfach, gegen Weiche zu gewinnen. Daher freut es mich umso mehr, dass wir es geschafft haben.“ Dann schilderte Landerl die unwirtlichen Bedingungen mit viel Nässe und Regen. „Das war ein Fight, das war Lohmühlenfußball.“ Weiche sei aber bis zum Schluss gefährlich gewesen und durch einen Standard dann ja auch zum Tor gekommen. Er erinnerte an seinen Geburtstag vor zwei Tagen und habe sich nichts sehnlicher gewünscht als einen Sieg. So stellte er abschließend fest: „Die Mannschaft hat mich heute unglaublich glücklich gemacht.“    

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