SC Weiche Flensburg 08
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Weiche duselt sich zum Auswärtssieg

  Spielinfo

SV Drochtersen/Assel SC Weiche Flensburg 08 0:1 (0:0)

Der SC Weiche Flensburg 08 bleibt oben dran. Nachdem am 15. Spieltag der Regionalliga Nord die Konkurrenten VfL Wolfsburg II mit einem 1:0-Sieg gegen Hannover 96 II und VfB Lübeck mit einem 3:1-Erfolg gegen Werder Bremen II vorgelegt hatten, meisterte der amtierende Champion seine schwierige Auswärtsaufgabe am Sonntagnachmittag bei der SV Drochtersen/Assel mit einem verdammt knappen und auch glücklichen 1:0-Sieg. Im Kehdinger Stadion sahen 700 Zuschauer bei trockenem Herbstwetter einen gerade in der zweiten Halbzeit überlegenen Gastgeber, der aber seine Chancen nicht nutzen konnte und nach dem Rückstand aus einer Standardsituation nur noch mit dem Referee haderte. Die gut 40 Flensburger Anhänger jubelten hingegen über den dritten Sieg gegen „DA“ in Folge, obgleich jedermann wusste, dass da auch reichlich Glück dabei war. Vor den beiden anstehenden Spielen in Lübeck – erst auswärts in der Liga beim heimischen VfB (Fr., 26.10.2018), dann in der 2. Runde um den DFB-Pokal als Heimmannschaft gegen den SV Werder Bremen (Mi., 31.10.2018) – sollte unsere Mannschaft mit dem vierten Sieg in Folge ordentlich Selbstvertrauen getankt, aber hoffentlich noch nicht alles Glück der Saison aufgebraucht haben. Schon der „Dreier“ in Havelse vor zwei Wochen (2:1) hatte am seidenen Faden gehangen. Während die Mannschaft die Punkte auf dem Rasen längst erobert hatte, erwies es sich allerdings als deutlich schwieriger als erwartet, die wichtigen Zähler auch tatsächlich – quasi wortwörtlich – in den sicheren Hafen zu bringen. Nach der Partie steckten Mannschaft und viele der mitgereisten Anhänger fast zwei Stunden auf der Elbfähre fest, ehe es erneut via Drochtersen mit enormer Verspätung und großem Umweg endlich gen Flensburg ging.

 

Im Vergleich zum 4:1-Sieg gegen Lüneburg in der Vorwoche setzte Trainer Daniel Jurgeleit auf vier neue Spieler. Für die angeschlagenen Florian Meyer (dennoch in Drochtersen dabei) und Ilidio Pastor Santos sowie Torge Paetow und Jannis Pläschke (beide auf der Bank) liefen Kevin Njie nach langer Verletzungspause, Finn Wirlmann, Gökay Isitan und Nico Empen von Beginn an auf. Vor Torhüter Florian Kirschke bildeten Kevin Njie (rechts), Patrick Thomsen (zentral) und Joël Keller (links) die Dreier-Abwehrkette. Während auf den beiden Außenpositionen Marvin Ibekwe (rechts) und Gökay Isitan (links) agierten, spielte Finn Wirlmann einen klassischen „Sechser“. Davor unterstützte Christian Jürgensen den offensiveren Dominic Hartmann in der Zentrale. Die Doppelspitze war mit Gary Noël und Nico Empen besetzt. Joël Keller knickte früh um und wurde von Jannick Ostermann abgelöst, der mit Christian Jürgensen die Positionen tauschte (13.). In der zweiten Halbzeit kam erst Torge Paetow für Nico Empen (58.), wobei er seinen angestammten Platz hinten rechts einnahm, während Kevin Njie eine Position nach vorn und Marvin Ibekwe in die Spitze rückte. Dann ersetzte Hendrick Ostermann noch Dominic Hartmann (68.). Ersatztorhüter Raphael Straub, Jonas Walter, Jannis Pläschke und Kevin Schulz blieben auf der Bank. Aus dem Kader fehlten diesmal die verletzten Nedim Hasanbegovic (Wade), Tim Wulff (Rücken), Ilidio Pastor Santos und Florian Meyer sowie Jannik Drews (spielte am Vortage in der Oberliga-Mannschaft).

 

In die Partie kam unsere Mannschaft ganz ordentlich, wobei die erst einmal abwartende Haltung der Gastgeber Weiche entgegenkam. So generierte die Elf von Trainer Daniel Jurgeleit auf dem nicht völlig ebenen Platz viel Ballbesitz und konnte sich etwas Sicherheit holen. Nach einem weiten Ball von Joël Keller geriet die Kopfballrückgabe von Mau etwas zu kurz, sodass Nico Empen beinahe vor Torhüter Siefkes an die Kugel gekommen wäre (1.). Und nach einem Freistoß von Dominic Hartmann von halbrechts kam Gary Noël zum Kopfball, doch Siefkes war zur Stelle (3.). Auch bei der besten Vorpausenaktion der Gäste war Siefkes die Endstation, nachdem Gary Noël seinen Sturmpartner Nico Empen in die Tiefe geschickt und letzterer sofort von halbrechts auf das lange Eck abgezogen hatte (14.). Allerdings war es das auch schon von Flensburger Seite. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit erreichte Drochtersen zunächst Ausgeglichenheit und hatte dann die besseren Chancen. Stör war als erster dran. Der linke Flügelspieler konnte sich gut durchsetzen, seine tückische Flanke auf das kurze Eck wehrte SC-Torhüter Florian Kirschke ins Toraus ab (5.). Dann kam Gooßen am linken Strafraumeck in Position, nachdem sich Florian Kirschke und Marvin Ibekwe uneinig waren, aber der fleißige Stürmer von „DA“ zögerte zulange, schloss die Aktion nicht ab (14.). Und schließlich musste Kevin Njie eine brenzlige Situation bereinigen, als die Gastgeber wieder über links kamen, die Eingabe durch den Fünfmeterraum ging und die Niedersachsen auch von rechts den Abschluss verpassten (23.). Das war die erste richtig große Gelegenheit der Gastgeber, die gleich noch eine zweite folgen ließen, als der Kopfball von Fiks nach einem Freistoß nur knapp den Kasten verfehlte (30.). Schließlich hielt Gooßen aus vollem Lauf doch einmal drauf. Seinen 20-Meter-Knaller faustete Florian Kirschke über die Latte (34.). Da waren die letzten beiden Abschlüsse vor der Pause schon harmloser: El Saleh von halbrechts zog flach vorbei (40.), und Kapitän Mau verfehlte deutlich das Ziel (45.+1). So ging es torlos, aber mit Vorteilen für die Niedersachsen in die Pause.

 

Nach dem Seitenwechsel tat sich zunächst wenig, obgleich „DA“ mit Neumann und dem flinken Jung zwei neue Stürmer gebracht hatte. Die ersten Abschlüsse gehörten allerdings den Gästen aus dem hohen Norden. Den Schuss von Jannick Ostermann parierte Torhüter Siefkes ebenso sicher (56.) wie jenen von Gary Noël, der nach langem Pass von Patrick Thomsen nicht lange gefackelt hatte (57.). Schließlich kam Marvin Ibekwe, gerade durch die Einwechslung von Torge Paetow in die Spitze gerückt (58.), zu einem schönen Lauf über links, wobei Torhüter Siefkes bei der Flanke erstmals Probleme hatte (60.). Doch diese offensiven Akzente unserer Mannschaft waren trügerisch. Es folgte eine starke Phase der Gastgeber, die vor allem über den kleinen Flügelspieler El Saleh sowie den schnellen Jung jetzt viel Druck über die rechte Seite entfachen konnten. Jung lief mit Ball am Fuß von rechts über den halben Platz nach links, drang dort in den Flensburger Strafraum ein und zwang Torhüter Florian Kirschke zum Verlassen seines Kastens, bevor Patrick Thomsen die Situation im letzten Moment bereinigen konnte (67.). Das war der Auftakt zum Chancenwucher der Kehdinger. Stöhr traf von halblinks den rechten Pfosten, von wo die Kugel in die Arme von Florian Kirschke sprang (73.). Schließlich parierte der Gäste-Schlussmann großartig, als Neumann vor ihm auftauchte, während Gooßen den Nachschuss dann neben den Pfosten setzte – was für eine Gelegenheit im Doppelpack (81.)! Und so mancher der Zuschauer mag sich da gedacht haben, dass sich dieses Auslassen an hochkarätigen Chancen doch rächen könnte.

 

Nachdem Andrijanic mit seinem Aufsetzer aus der Distanz an Florian Kirschke gescheitert war (84.), setzte auch der Gast mal wieder ein Zeichen. Der Flachschuss von Gökay Isitan verfehlte zwar den Kasten, war aber abgefälscht (86.). Und dann kam es, wie es kommen musste: Den folgenden Eckball von Gökay Isitan von links verlängerte Patrick Thomsen per Kopf auf den zweiten Pfosten, wo Kapitän Christian Jürgensen die Kugel ins Tordreieck wuchtete. Mit seiner Rettungsaktion erwischte „DA“-Schlussmann Siefkes den Ball offensichtlich erst hinter der Linie: 0:1 (87.)!

 

Der bis dahin fairen Partie – die erste Verwarnung bekam Finn Wirlmann für ein Foulspiel nach 71 Minuten, die Gegenseite nach 75 Minuten – drohte nun ein Eklat, weil sich die Gastgeber benachteiligt fühlten. Erst holte sich Torhüter Siefkes „Gelb“ wegen Meckerns ab (87.), und nach einer weiteren „Gelben“ (89.) musste Gooßen, der sich in Rage versetzt hatte, folgerichtig mit „Gelb-Rot“ vom Platz (90.+2). Zu jenem Zeitpunkt hatte Weiche das Geschehen endlich halbwegs unter Kontrolle. Nach dem Führungstreffer brannte nichts mehr an. Im Gegenteil: Gary Noël ließ den eigentlich sicheren zweiten Treffer liegen, nachdem er Torhüter Siefkes an der linken Außenlinie die Kugel abgejagt hatte, sich dann aber nicht den Abschluss aus spitzem Winkel auf das leere Tor zutraute. Nach seinem Schwenk nach innen hatte sich ein Spieler der Heimelf auf der Torlinie postiert, den der Weiche-Stürmer auch prompt anschoss (90.+3). Das war aber letztlich egal, weil gleich darauf der Unparteiische die Begegnung beendete.

 

Bei der Spielvereinigung fielen vor allem Stöhr und El Saleh auf den beiden Flügeln sowie der eingewechselte Jung, rechts in der Spitze, auf. Auf Flensburger Seite konnte sich Finn Wirlmann die beste Note verdienen. Stützen der Mannschaft waren auch Patrick Thomsen und Christian Jürgensen sowie Torhüter Florian Kirschke.

 

In der Liga geht es am kommenden Freitagabend, 26. Oktober 2018 (19.30 Uhr), mit dem Landes- und Verfolgerduell beim VfB Lübeck weiter. Spiele gegen den Ex-Zweitligisten sind immer etwas Besonderes, zumal es seit einiger Zeit um die schleswig-holsteinische Nummer Zwei hinter Holstein Kiel geht. Der VfB konnte auch zwei Landespokalendspiele auf der Lohmühle für sich entscheiden (2012, 2016), schied aber in der vergangenen Saison im Pokal in einem denkwürdigen Viertelfinalspiel (3:3 n. V.) nach Elfmeterschießen aus und kassierte dann eine schmerzhafte 0:4-Heimpleite in der Liga, als unsere Mannschaft eine grandiose Gala bot. Flutlichtspiele in Lübeck vor stimmungsvoller, garantiert vierstelliger Kulisse motivieren unsere Mannschaft, die an einem Freitagabend am 9. Oktober 2015 nach einem Kopfballtreffer von Tim Wulff auf Flanke von Kevin Schulz (24.) schon einmal unter Flutlicht mit 1:0 in Lübeck vor damals 1.351 Zuschauern siegen konnte. Schiedsrichter war übrigens Patrick Mewes, der diesmal unsere Partie in Drochtersen leitete. Brisanz trägt die Paarung nicht zuletzt auch, weil erst im Sommer 2018 mit Gökay Isitan und Gary Noël zwei Leistungsträger der Grün-Weißen an die Förde wechselten. Auch Kevin Schulz und Dominic Hartmann sowie Trainer Daniel Jurgeleit haben eine Vergangenheit in der Marzipanstadt.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Thomsen, Keller (13. J. Ostermann) – Wirlmann (V) – Ibekwe, Hartmann (69. H. Ostermann), Jürgensen (Kap.), Isitan – Empen (58. Paetow), Noël.

 

Tor: 0:1 Jürgensen (87.).

 

Zuschauer: 700, darunter etwa 40 Flensburger, im Kehdinger Stadion, Drochtersen.

 

Schiedsrichter: Patrick Mewes (SpVg Laatzen), jederzeit Herr der Lage mit sachlicher, sehr guter Spielleitung, musste sich zu Unrecht einiges von der Tribüne und später auch von Offiziellen von „DA“ anhören.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit verwies zunächst darauf, dass es in Drochtersen keinen Schönheitspreis zu vergeben gab. Es hätten schon andere hier sehr gut gespielt und dann verloren. Offen gab er zu: „Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht gut gespielt, Drochtersen hingegen schon. Chancen hatte Drochtersen. Aber man muss sie auch verwerten. Ob es heißt, der Sieg sei unverdient oder verdient, glücklich oder nicht glücklich, spielt am Ende keine Rolle.“ Abschließend fügte er – mit etwas schelmischem Blick – hinzu: „Es gleicht sich über eine Saison ja alles aus.“

 

Der Trainer von „DA“, Lars Uder, wollte zunächst den Worten seines Gegenübers nichts hinzufügen, bemängelte dann allerdings die Passqualität, mit der er in der ersten Halbzeit nicht zufrieden gewesen sei. Die zweite Halbzeit oder zumindest 35 Minuten derer habe seine Mannschaft dann dominiert und drei einhundertprozentige Chancen gehabt. Verdient habe man die Niederlage nicht; ein Punkt wäre sicherlich gerecht gewesen, meinte der „DA“-Trainer.

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