SC Weiche Flensburg 08
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Umjubeltes DFB-Pokal-Debüt: Weiche kegelt Bochum raus!

  Spielinfo

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“, hallte es kurz nach dem Abpfiff des sehr gut amtierenden Unparteiischen René Rohde (Rostock) unter der knackend vollen überdachten Stehtribüne des Manfred-Werner-Stadions hervor. Das hatte die ehrwürdige Spielstätte des SC Weiche Flensburg 08 an der Bredstedter Straße nun wahrlich noch nicht erlebt; ja, ganz Flensburg hatte so ein wundersames Fußballfest noch nicht gesehen! Weiche hat beim Debütauftritt im DFB-Vereinspokal gleich mal gezeigt, was den Wettbewerb bundesweit so einmalig und anziehend macht. Klein gegen Groß, vierte gegen zweite Liga, David gegen Goliath – der SC Weiche bezwang den traditionsreichen VfL Bochum am Sonntagnachmittag bei bestem Fußballwetter vor ausverkauftem Haus durchaus nicht unverdient mit 1:0. Und 3.500 Augenzeugen waren dabei, wie sich unsere Mannschaft in diesen Pokalkampf stürzte. Am Ende war die überwiegende Mehrzahl stolz auf ihre Mannschaft, die das kleine Fußballwunder schaffte, während die knapp 500 Gäste-Fans enttäuscht von dannen zogen. Weiche steht in der Runde der letzten 32 Vereine im nationalen Pokalwettbewerb!

Trainer Daniel Jurgeleit nahm gegenüber dem Spiel gegen Hannover 96 II (1:1) vor acht Tagen lediglich zwei Änderungen in der Startaufstellung vor. Er brachte Kevin Schulz und Ilidio Pastor Santos für Nedim Hasanbegovic und Hendrik Ostermann, die beide zunächst auf der Bank Platz nahmen, später jedoch eingewechselt wurden. Allerdings nahm der Trainer weitere Umstellungen vor. So verteidigte erstmals Kevin Njie hinten rechts in der Dreierkette, die durch Patrick Thomsen (zentral) und Torge Paetow (links) vervollständigt wurde. Im Tor stand wie gewohnt Florian Kirschke. Zentral vor der Abwehr räumte Kapitän Christian Jürgensen ab, der wechselseitig von den mitunter auch offensiv agierenden Dominic Hartmann und Kevin Schulz im zentralen defensiven Mittelfeld unterstützt wurde. Die Außenbahnen wurden durch Ilidio Pastor Santos (rechts) und Florian Meyer (links) besetzt. Nico Empen spielte zumeist alleinige Spitze, weil Gökay Isitan etwas defensiver agierte. Neben Nedim Hasanbegovic, der den entkräfteten Kevin Schulz ersetzte (66.), und Hendrik Ostermann, der für den ausgepowerten Ilidio Pastor Santos kam (72.), wurde noch Marvin Ibekwe für Nico Empen, der ebenfalls mit den Kräften am Ende war, eingewechselt (78.). Den 18er Kader komplettierten Ersatztorhüter Raphael Straub, Jonas Walter, Joël Keller und Tim Wulff. Nicht im Aufgebot waren die verletzten Jannis Pläschke (Außenband), Finn Wirlmann (Syndesmoseband), Gary Noël (Knieprellung) und Benjamin Safo-Mensah sowie Jannik Drews (spielte am Freitagabend 75 Minuten beim 0:0 unserer Oberliga-Mannschaft gegen Inter Türkspor Kiel) und Jannick Ostermann.

Auch wenn sich unsere Mannschaft nicht versteckte, sondern gerade anfangs ein relativ offenes Spiel anbot, bei dem sie sich sogar einige Eckbälle erarbeiten konnte (am Ende laut „Kicker“ Eckenverhältnis 5:7), gehörten die ersten Abschlüsse dem ganz in Grün angetretenen Favoriten. Losilla hatte sich beim Eckstoß von Perthel von der linken Seite schön in die Höhe geschraubt, köpfte aber rechts am Kasten vorbei (3.), und auch der auffällige Ganvoula verfehlte das Tor, als er auf der rechten Bahn mal Platz hatte, den Abschluss aber am langen Pfosten vorbeisetzte (5.). Noch knapper wurde es nach einer Aktion über Pantovic, der auf links Platz hatte, dann Hinterseer ins Spiel brachte, doch der satte Abschluss aus der Drehung von der Strafraumgrenze flog knapp am Dreiangel vorbei (22.). Da war erst einmal Durchpusten beim Gastgeber angesagt, der nun ein paar bange Minuten zu überstehen hatte. Als Hoogland von rechts flankte, nahm Pantovic die Kugel am zweiten Pfosten direkt, doch Florian Kirschke hielt den scharfen Schuss aus Nahdistanz, dann beförderte Torge Paetow ihn aus der Gefahrenzone (23.). Und der Torhüter des SC war gleich noch einmal hellwach, als Pantovic aus Nahdistanz an der Fußabwehr von Florian Kirschke scheiterte (24.).

Unsere Mannschaft kam offensiv quasi nicht zu Abschlüssen, konnte sich aber danach wieder zunehmend besser befreien und die Bälle im Mittelfeld auch mal behaupten. Besonders positiv ist hier Nico Empen zu nennen, der immer wieder mit großem Einsatz Bälle klemmte und so auch Freistöße herausholte. Und wie es so bei einem typischen Pokalkampf des Kleinen gegen den Großen ist, nutzt der Außenseiter seine erste richtige Chance gleich zur Führung. Dominic Hartmann hatte auf der linken Seite den Ball behauptet und auf Florian Meyer gepasst, und dieser wiederum mit einem Lupfer hinter die VfL-Abwehr gespielt. Kevin Schulz tauchte frei vor Torhüter Dornebusch auf, der vielleicht einen Moment zu lange mit dem Herauslaufen zögerte. So konnte Kevin Schulz mit dem Knie über Dornebusch hinweg zum vielumjubelten Flensburger Führungstreffer lupfen (34.). Nun war wohl auch dem Letzten im Stadion klar, dass eine Überraschung im Bereich des Möglichen war.

Vor der Pause musste der Weiche-Anhang nur noch einmal die Luft anhalten, als nach einer Eingabe von der linken Seite erneut Ganvoula im Sturmzentrum aus Nahdistanz zum Abschluss kam, den Ball aber über den Weiche-Kasten setzte (41.). So blieb es bei der 1:0-Führung des Außenseiters zur Pause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde die Dominanz der Gäste deutlicher. Sie hatten nun jede Menge Ballbesitz (laut „Kicker“ am Ende: 76 Prozent) und Feldanteile, und auch Chancen ließen nicht lange auf sich warten. Nach einem Eckball von Celozzi klärte Florian Meyer am zweiten Pfosten gut einen Meter vor der Torlinie (48.), dann war Florian Kirschke rechtzeitig nach unten abgetaucht, als Ganvoula nach Eckstoß von Celozzi von links auf den Kasten köpfte (50.). Schließlich setzte Ganvoula einen Schuss von der Strafraumgrenze flach rechts vorbei (55.). Und bei einer Doppelchance parierte wieder Florian Kirschke stark; erst beim 14-m-Schuss von Ganvoula, dann beim nachfolgenden Kopfball von Hinterseer (57.). Der Favorit wusste um die bedrohliche Situation und war in der Anfangsphase der zweiten 45 Minuten dem Ausgleich sehr nahe. Dem hatte unsere Mannschaft offensiv lediglich ihren zweiten Torabschluss entgegenzusetzen. Dominic Hartmann trat einen Freistoß von halbrechts direkt, konnte damit allerdings Torhüter Dornebusch nicht in Verlegenheit bringen (51.).

Doch die Stadionuhr lief erbarmungslos gegen den Favoriten und für unsere Mannschaft, der es in der Folge wieder besser gelang, die Bochumer vom eigenen Tor fern zu halten. Und tatsächlich kamen die Westdeutschen in der letzten halben Stunde zu keinem nennenswerten Abschluss mehr, sieht man vielleicht noch einmal von einem Schuss von Ganvoula ab, den Torhüter Florian Kirschke jedoch sicher parierte (69.). Am Ende standen laut „Kicker“ 20:4 Torschüsse für die Gäste in der Bilanz.

Bochum versuchte weiterhin, auf den Ausgleich zu drücken, holte aber mehr und mehr die Brechstange heraus. Unsere Mannschaft, inzwischen mit drei frischen Kräften, verteidigte immer wieder mit geschicktem Einsatz – am Ende nach „Kicker“ mit 58 Prozent gewonnenen Zweikämpfen –, schlug zuweilen auch einfach nur die Bälle aus der eigenen Spielfeldhälfte und wurde für gelungene Abwehraktionen vom Publikum frenetisch gefeiert. Die Überraschung bahnte sich immer klarer an, weil der VfL einfach keine Mittel fand. In der fünfminütigen Nachspielzeit befreite sich dann unsere Mannschaft zuweilen sehr imposant aus der Umklammerung. Erst wurde ein Vorstoß von Gökay Isitan, der auf halblinks auf und davon zog, noch zum Eckstoß geblockt (90.), dann scheiterte Marvin Ibekwe nach starkem Ballgewinn von Nedim Hasanbegovic im Mittelfeld am VfL-Torhüter Dornebusch (90.+3). Als schließlich Dominic Hartmann über rechts eine weitere Entlastung fuhr, im Zentrum aber keinen Abnehmer fand (90.+5), war es egal, denn unmittelbar danach folgte der Abpfiff des Unparteiischen, der im Jubel der heimischen Anhängerschaft beinahe unterging.

Aus unserer sehr kompakt agierenden Mannschaft, die sich durch hohe Laufbereitschaft auszeichnete, ragten Torhüter Florian Kirschke und Rechtsverteidiger Kevin Njie noch heraus. Aber auch beispielsweise Florian Meyer und Nico Empen oder Ilidio Pastor Santos hatten bärenstarke Leistungen abgeliefert. Beim VfL Bochum waren der vielleicht etwas zu zurückhaltend agierende Losilla im defensiven Mittelfeld, der Außenbahnspieler Pantovic sowie Angreifer Ganvoula die auffälligsten Akteure, wobei Letzterer ausreichend Möglichkeiten hatte, um das Ausscheiden seines VfL zu verhindern.

Die Runde der letzten 32 Vereine wird am kommenden Sonntag, 26. August, ab 18 Uhr in der ARD ausgelost. Spieltermine sind der Dienstag, 30. Oktober, und Mittwoch, 31. Oktober 2018 (Reformationsfeiertag!). Da wieder die Amateure ihren eigenen Lostopf erhalten werden, ist ein Heimspiel gegen einen Erst- oder Zweitligisten garantiert.

Am kommenden Wochenende geht es für Weiche mit dem Alltag in der Regionalliga Nord weiter. Dann empfängt unsere Mannschaft am Sonnabend, 25. August, ab 13.30 Uhr im Manfred-Werner-Stadion den BSV Schwarz-Weiß Rehden. Es ist gar nicht lange her, da sicherten sich die Niedersachsen am 9. Mai 2018 mit einem 1:1-Remis an der Bredstedter Straße im Endspurt der Saison 2017/18 einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf. Das Hinspiel am 2. September 2017 hatte der BSV sogar mit 3:1 gewonnen. Beide Male war unser Neuzugang Kevin Njie über 90 Minuten auf Rehdener Seite mit von der Partie. Erfolgreicher verliefen die vorherigen zehn Duelle als ETSV – sieht man einmal von den ersten drei Heimspielen ab, die allesamt an die Gäste aus dem Landkreis Diepholz gingen (27.10.2012: 0:1; 16.11.2013: 0:2 und 17.05.2015: 1:2). Diesen Niederlagen stehen immerhin sechs Siege gegenüber. Aktuell steht Rehden mit vier Zählern aus fünf Partien und nur einem Punkt weniger als Weiche schon wieder auf einem Abstiegsrang.


Weiche: Kirschke – Njie, Thomsen, Paetow – Jürgensen (Kap.) – Pastor Santos (72. H. Ostermann), K. Schulz (66. Hasanbegovic), Hartmann, F. Meyer – Isitan – Empen (78. Ibekwe).

Tor: 1:0 K. Schulz (34.).

Zuschauer: 3.500 im ausverkauften Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

Schiedsrichter: René Rohde (Rostock), hatte keine Probleme mit der zwar umkämpften, aber doch sehr fairen Partie, bei der nur der Bochumer Leitsch mit Gelb bedacht wurde (75.).

Die Trainerstimmen:
Der Bochumer Trainer, Robin Dutt, gratulierte zunächst seinem Kollegen und dessen Team zum verdienten Sieg. Er sah ein typisches Pokalspiel, bei dem der eine das Spiel machen muss, während der andere abwartend agieren kann. Das habe Flensburg aber sehr gut gemacht. „Wir hatten nie die zündende Idee und haben es später auch mit der Brechstange nicht geschafft“, so der ehemalige DFB-Sportdirektor weiter. Die Flensburger hätten nur wenige Chancen zugelassen.

Unser Trainer Daniel Jurgeleit bedankte sich zunächst für die Glückwünsche und konnte der Einschätzung seines Kollegen zustimmen. „Wir wollten gut aus der Ordnung heraus spielen, mit kompaktem Defensivverhalten, um dann punktuell auch nach vorn etwas zu machen“, so der Ex-Profi weiter. Das sei sehr gut gelungen. Dann spiele die Zeit für uns, weil der Gegner immer mehr unter Zugzwang gerate. Das 1:0 habe in unsere Karten gespielt. Vielleicht habe man Anfang der zweiten Halbzeit etwas gebraucht, um wieder in die Partie zu kommen, und gegen Ende habe man sogar Chancen, um das zweite Tor zu erzielen. Dann erinnerte Daniel Jurgeleit noch einmal daran, was bei Weiche passiert ist: „Es ist eine unglaubliche Geschichte in den letzten Jahren hier abgelaufen“, so der Trainer. Er sei sehr zufrieden mit einer tollen Leistung, und am Ende sei es vielleicht sogar verdient.

Der Geschäftsführer der Weiche-Liga-GmbH, Harald Uhr, ergriff auch das Wort. Er wünschte dem VfL Bochum für die weitere Saison alles Gute. Vielleicht sei eine solche Niederlage in einem späteren Saisonrückblick sogar leichter zu verkraften, wenn man in der zweiten Bundesliga vielleicht Zweiter oder Dritter geworden ist. Er betonte zudem, dass das Erreichen der zweiten Runde im DFB-Pokal auch aus wirtschaftlichen Gründen für Weiche bedeutend sei, weil es nun gelingen würde, einen ausgeglichenen Haushalt ohne Zuschuss eines Mäzens aufzustellen.

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Verstanden!