SC Weiche Flensburg 08
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Tore zur Frustbewältigung

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – SSV Jeddeloh II 4:2 (1:1) Mit einem 4:2-Heimsieg gegen den SSV Jeddeloh II startete der SC Weiche Flensburg 08 am Sonnabendnachmittag erfolgreich in die Rückrunde der Regionalliga Nord. Die 698 Zuschauer im Manfred-Werner-Stadion wurden mit sechs Treffern für ein zumindest phasenweise nicht sonderlich gutes Viertligaspiel entschädigt. Bei ruhigem und vergleichsweise mildem Herbstwetter konnte der amtierende Meister auf rutschigem Geläuf nach zuletzt drei Pflichtauftritten ohne Sieg gelungene Frustbewältigung betreiben und zugleich Revanche für die 1:2-Hinspielniederlage nehmen. Bis dahin war es allerdings ein weiter steiniger Weg, auf dem Verunsicherungen in unserer Mannschaft nicht zu übersehen waren.

 

Gegenüber dem Heimspiel gegen den VfB Oldenburg (2:2) vor sechs Tagen nahm Trainer Daniel Jurgeleit vier Änderungen in der Anfangself vor, die erstmals von Torge Paetow als Kapitän auf das Feld geführt wurde. Für die verletzten Kevin Njie, Joël Keller und Kapitän Christian Jürgensen sowie Tim Wulff (Bank) liefen Finn Wirlmann, Hendrik Ostermann, Patrick Thomsen und Nico Empen von Beginn an auf. So ergab sich, dass sich die Dreierkette vor Torhüter Florian Kirschke mit Torge Paetow (rechts), Finn Wirlmann (zentral) und Hendrik Ostermann (links) neu formierte. Im defensiven zentralen Mittelfeld agierten Patrick Thomsen und Dominic Hartmann. Wie zuletzt übernahmen Ilidio Pastor Santos (rechts) und Florian Meyer (links) die Außenpositionen. Die mit Nico Empen und Gökay Isitan besetzte Doppelspitze wurde von Kevin Schulz im Mittelfeld unterstützt. Eingewechselt wurden erstmals nach langer Verletzungspause Nedim Hasanbegovic sowie Jannick Ostermann und Gary Noël. Neben Ersatztorhüter Ole Rathmann, der Raphael Straub vertrat, blieben Jannis Pläschke, Marvin Ibekwe und Tim Wulff auf der Bank. Im 18er-Spieltagskader fehlte neben Raphael Straub, dem schon länger verletzten Jonas Walter (Muskelfaserriss in der Wade) sowie den angeschlagenen Kevin Njie, Christian Jürgensen und Joël Keller auch Jannik Drews.

 

Unsere Mannschaft begann ordentlich. Schon nach nicht einmal 60 Sekunden sorgte eine Eingabe von Nico Empen von rechts für erste Unruhe beim Gast, doch fehlte da ein Abnehmer im Zentrum (1.). Geduldig baute Weiche auf. Vor allem Torge Paetow und Finn Wirlmann passten sich in der Anfangsphase die Kugel an der Mittellinie immer wieder zu, sammelten reichlich Ballkontakte. Die Flensburger wurden früh belohnt. Nachdem Abschlüsse von Torge Paetow und Florian Meyer auf der linken Seite geblockt wurden, legte Dominic Hartmann die Kugel am Sechszehner mit viel Übersicht quer, und Gökay Isitan nahm den nicht einfachen Ball direkt, versenkte ihn von halbrechts trocken zum 1:0 ins rechte Eck (12.).

 

Vielleicht wäre die Partie weiter in solch kontrollierten Bahnen gelaufen, wenn da nicht eine Aktion dazwischengekommen wäre, die viele als Slapstick-Einlage ansahen. Hendrik Ostermann, in dieser Szene auf rechts, hatte den Ball ohne große Not und offenbar „im blinden Vertrauen“ aus rund 40 Metern zurückgespielt, doch Torhüter Florian Kirschke konnte den Pass nicht erreichen, die Kugel landete ohne Zutun der Gäste zum 1:1 im Flensburger Kasten (20.).

 

Der überraschende Ausgleichstreffer sorgte für einen sichtbaren Bruch im Spiel des SC. Die Gäste wurden etwas stärker und hatten zunächst nach einer Flanke von Istefo eine Möglichkeit, doch der im Zentrum frei stehende Oltmer erreichte die Kugel nicht (21.). Schließlich setzte Torge Paetow, nach einem Halten von Ghawilu früh verwarnt (10.), eine Kopfballabwehr nur knapp neben den eigenen Kasten (33.). Die Verunsicherung bei unserer Mannschaft war nach den ungewohnt vielen Gegentreffern in den vergangenen Spielen bis unter der Zuschauertribüne zu spüren. Patrick Thomsen holte sich nach einem taktischen Foul an Samide am Mittelkreis „Gelb“ ab (32.). Und schließlich hätten die Niedersachsen, die gerade offensiv wahrlich nicht viel zustande brachten, in Führung gehen müssen. Einen satten Schuss von Oltmer parierte SC-Torhüter Florian Kirschke ebenso wie den Nachschuss von Ghawilu, der dann den zweiten Nachschuss aus Nahdistanz links am Kasten vorbeisetzte (42.). So blieb es beim 1:1-Zwischenstand zur Pause und dem Unparteiischen der verbale Höhepunkt der ersten 45 Minuten vorbehalten. Als er direkt vor der Stehtribüne den meckernden Istefo mit „Das war ein Foulspiel – watt laberst Du mich voll hier“ zurückraunte, erntete er die Lacher des zu jenem Zeitpunkt sonst wenig amüsierten Publikums (37.).

 

In die zweite Halbzeit startete Weiche wiederum bestens. Eine Eingabe von rechts von Nico Empen drückte Kevin Schulz im Zentrum zum 2:1-Führungstreffer ins Netz (49.). Nach Vorarbeit von Patrick Thomsen jagte Dominic Hartmann kurz darauf einen Schuss flach am Tor vorbei (51.). Doch die Offensivbemühungen der Gastgeber ließen alsbald nach, und die Gäste übernahmen das Kommando. Sie kamen auch zu zwei Ausgleichschancen. Nach Vorarbeit von Ghawilu über die linke Seite setzte Tönnies im Zentrum die Kugel über den Kasten (61.), und einen direkt getretenen Freistoß von Oltmer parierte Florian Kirschke sicher (64.). Auf der Gegenseite scheiterte Nico Empen an Torhüter Meyer (67.), der wenig später aber geschlagen war. Nach Foulspiel an Kevin Schulz verwandelte Gökay Isitan den fälligen Strafstoß sicher zum 3:1 (69.). „Übeltäter“ Hahn hatte für das Foul ebenso „Gelb“ gesehen (69.) wie zuvor sein Mannschaftskamerad Geiger nach Foul an Gökay Isitan (57.) sowie auf Seiten der Förderstädter Florian Meyer wegen Meckerns (60.) und Kevin Schulz nach Foul an Ghawilu (63.).

 

Es passte allerdings ins Bild, dass Weiche die Partie trotz einer 3:1-Führung noch nicht durchgebracht hatte. Ein von Oltmer erfolgreich abgefälschter 16-m-Schuss des eingewechselten von Aschwege landete im Netz (82.); die Flensburger Proteste, der Schütze hätte im Abseits gestanden, fanden kein Gehör, sodass wieder gezittert werden durfte. Doch den Niedersachsen gelang es nicht mehr, das Tor von Florian Kirschke ernsthaft in Gefahr zu bringen. Sie kassierten sogar noch den Treffer zum 4:2-Endstand. Der gerade eingewechselte Gary Noël war beim Abschluss geblockt worden, den Abpraller nahm Ilidio Pastor Santos auf Rechtsaußen auf, und sein langer Ball landete im hinteren Toreck (90.+2).

 

Bester Flensburger war erneut Kevin Schulz, der nicht nur ein wichtiges Tor erzielte und vor dem Strafstoßtreffer zum 3:1 gelegt wurde. Auch Doppeltorschütze Gökay Isitan verdiente sich ein Extra-Lob, wie zudem Finn Wirlmann insgesamt überzeugen konnte. Beim Kontrahenten fiel vor allem Ghawilu mit Fleiß und Schnelligkeit als linker Angreifer positiv auf. Zudem hinterließ Ziga im Mittelfeld mit vielen Ballgewinnen einen guten Eindruck. Ein Aktivposten der Gäste-Offensive war zudem Oltmer.

 

Am nächsten Spieltag reist unsere Mannschaft am Sonntag, 18. November 2018, nach Wolfsburg zum Aufsteiger Lupo Martini. Im dortigen Lupo-Stadion im Norden der Autostadt wird um 14 Uhr das vierte Duell zwischen beiden Vereinen angepfiffen. Beim Klub der italienischen Gastarbeiter trat Weiche bislang einmal an, siegte am völlig verregneten 19. März 2017 durch ein sehr spätes Tor von Fiete Sykora in der Nachspielzeit dort glücklich mit 2:1, wobei Lupo Martini damals gerade aufgrund jenes Gegentreffers mit Weiche und dem Unparteiischen haderte, weil am Mittelkreis ein Wolfsburger Spieler verletzt am Boden lag. Nach der Niederlage führte die Talfahrt der Niedersachsen direkt in die fünfte Liga, aus der sie aber sofort zurückkehren konnten. Allerdings steckt Lupo Martini auch heuer als aktueller Tabellenfünfzehnter in tiefster Abstiegsnot. Insbesondere der schwächste Angriff der Liga – erst 14 Treffer – dürfte Trainer Klaus Fricke zu schaffen machen. Die bisherigen drei Siege – 3:0 gegen VfB Oldenburg, jeweils 2:0 gegen Egestorf und Havelse – gelangen indes im eigenen kleinen Stadion, wo der Neuling nach acht Partien sogar über ein positives Torverhältnis von 10:8 verfügt. Das Hinspiel am 1. August hatte unsere Mannschaft nach einer Gala und zwei Toren von Gökay Isitan mit 4:0 gewonnen. Außerdem hatten damals Finn Wirlmann und Christian Jürgensen getroffen.

 

Weiche: Kirschke – Paetow (Kap./V), Wirlmann, H. Ostermann – Pastor Santos, Thomsen (V), Hartmann (68. Hasanbegovic), F. Meyer (V) – K. Schulz (V) – Empen (86. J. Ostermann), Isitan (90. Noël).

 

Tore: 1:0 Isitan (12.), 1:1 H. Ostermann (20., Eigentor), 2:1 K. Schulz (49.), 3:1 Isitan (69., Strafstoß), 3:2 Oltmer (82.), 4:2 Pastor Santos (90.+2).

 

Zuschauer: 698 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Jorrit Friedrich Eckstein-Staben (SC Wentorf/Hamburg), leitete konsequent, pfiff damit unsauber geführte Zweikämpfe relativ früh ab und blieb dieser Linie weitgehend treu.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des SSV Jeddeloh II, Key Riebau, gratulierte den Gastgebern zum Sieg. Es sei immer schwierig, wenn man gleich nach der Halbzeitpause nicht richtig auf dem Platz ist, wie es bei seiner Mannschaft auch schon zuletzt der Fall war. Gute Gegner würden das ausnutzen; Flensburg habe es getan. Das ärgerte den Trainer auch deshalb, weil man vor der Pause selbst die Chance zur 2:1-Führung ausgelassen hatte. Wenn diese Riesenchance genutzt worden wäre, hätte man tiefer stehen und selbst Konter setzen können, was seine Elf gut könne. Dann kam der berechtigte Elfmeter, und das Spiel sei damit eigentlich durch gewesen. Der Sieg für Weiche sei sicherlich gerecht gewesen, aber vielleicht auch um ein Tor zu hoch ausgefallen. Zu guter Letzt klang doch Enttäuschung beim Gästetrainer durch, weil man diesmal die Chance gehabt hätte, mehr zu erreichen. So meinte er: „Flensburg kenne ich stärker und habe es auch schon stärker erlebt als heute.“

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit nahm die Glückwünsche dankend an. Es seien verdiente drei Punkte, aber man habe auch gesehen, dass die gewisse Stabilität und Sicherheit momentan fehlt. Zur Halbzeit habe es nicht so ausgesehen, als dass man noch drei Tore schießen würde, doch das hätten die Jungs dann gut gemacht. Die fehlende Stabilität sei völlig normal, aber man habe zwar wie in Jeddeloh II zwei Gegentore kassiert, diesmal jedoch mehr Treffer erzielt, erinnerte der Ex-Profi an das Auftaktspiel vom Sommer. Man habe bis Weihnachten einiges an Arbeit vor sich. Doch seine Elf sei als Mannschaft aufgetreten. Dies sei ein guter Anfang, mehr nicht. Der Trainer zeigte sich erleichtert, die drei Punkte eingefahren zu haben.

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