SC Weiche Flensburg 08
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Spannung und Stimmung, aber keine Tore im Landesderby

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – VfB Lübeck 0:0

 

Im letzten Saisonheimspiel hat sich der Vorjahresmeister SC Weiche Flensburg 08 vom Tabellenzweiten VfB Lübeck torlos getrennt. Am 33. Spieltag der Regionalliga Nord erlebten 1.482 Zuschauer – Saisonrekord für das Manfred-Werner-Stadion – am Freitagabend bei trockenem Wetter, aber recht frischen Temperaturen ein von Taktik und gegenseitigem Respekt geprägtes Landesderby, das auf gutem Niveau stand und von der stimmungsvollen Kulisse her eines Spitzenspiels würdig war. Nur die Tore als Würze eines rundum gelungenen Fußballabends fehlten. Wann gab es das schon, dass der harte Kern der Flensburger Fans nicht nur über das gesamte Spiel Stimmung verbreitete, sondern ihre Lieblinge auch noch eine Viertelstunde nach dem Abpfiff feierte, obgleich die Mannschaft schon längst in die Kabine verschwunden war? Die Gäste gerieten mit ihrer besten Abwehr der Liga, die bislang nur 21 Gegentreffer, davon ganze acht in der Rückrunde kassiert hatte, defensiv zwar kaum in Bedrängnis, kamen jedoch selbst ebenso selten zu echten Torchancen. So sorgte das Resultat 15 Tage vor dem Landespokalfinale zwischen den beiden Rivalen dafür, dass Weiche den vierten Tabellenplatz endgültig sichern konnte, zugleich aber die Meisterschaftshoffnungen der von rund 250 Fans unterstützten Hansestädter fast vollständig begraben sind. Nutznießer des Duells um die schleswig-holsteinische Nummer Zwei ist letztlich die U 23 des VfL Wolfsburg, die nun zwei Matchbälle zur Meisterschaft hat und bereits am frühen Sonnabendabend mit einem Heimsieg gegen Germania Egestorf/Langreder den Titelgewinn als Nachfolger des SC Weiche perfekt machen könnte.

 

Nach dem jüngsten 2:0-Sieg gegen Drochtersen/Assel nahm Trainer Daniel Jurgeleit erneut keine Änderungen in der Startelf vor, sodass – eine Seltenheit – zum dritten Mal in Folge die gleiche Anfangsformation auflief. Die Dreierkette vor Torhüter Florian Kirschke bildeten daher Kevin Njie (rechts), Jonas Walter (zentral) und Christian Jürgensen (links). Im zentralen Mittelfeld spielten Torge Paetow, Patrick Thomsen und Dominic Hartmann. Auf den Außenbahnen agierten Ilidio Pastor Santos (rechts) und Florian Meyer (links). Die Doppelspitze bestand aus Marvin Ibekwe und – etwas zurückgezogen – Gökay Isitan. Zur Pause wurde Kevin Schulz für Florian Meyer eingewechselt, wobei der Ex-Lübecker hinter die einzige Spitze Marvin Ibekwe ging, während sich Gökay Isitan auf die linke Außenbahn fallen ließ. In der Schlussphase kam Finn Wirlmann für Gökay Isitan. Verletzungsbedingt musste schließlich Kapitän Christian Jürgensen nach einem Treffer in die „Weichteilgegend“ passen, sodass Jannick Ostermann in der siebenminütigen Nachspielzeit die Defensive stärkte. Zum Spieltagsaufgebot gehörten außerdem Torhüter Raphael Straub, Nico Empen, Tim Wulff und Gary Noël. Aus dem Regionalliga-Kader fehlten die weiterhin angeschlagenen Nedim Hasanbegovic, Joël Keller und Jannis Pläschke sowie Leon Pascal Kroiß, Hendrik Ostermann und Jannik Drews, die zuletzt in der Oberliga-Elf zum Einsatz gekommen waren.

 

Die ersten Minuten waren besonders vom gegenseitigen Respekt geprägt, wobei der Tabellenzweite das Kommando übernahm und den Ball überwiegend in seinen Reihen hatte. Auch nach den ersten Torannäherungen – hier ein zu hoch angesetzter Kopfball des Lübecker Hoins (10.), da ein erster zum Eckstoß geblockter Versuch von Gökay Isitan nach Zusammenspiel mit Marvin Ibekwe (12.) – wurde die Phase des Abtastens nicht beendet. Wie zwei abwartende Boxer standen sich die Kontrahenten gegenüber, lauerten jeweils auf Fehler, um vielleicht über schnelle Umschaltaktionen zum Erfolg kommen zu können. Die insgesamt aktivere Mannschaft blieben die grün-weißen Gäste, die dann auch ein Chancenplus vor der Pause verbuchen konnten. Arslan hatte auf der linken Seite Mende eingesetzt, der aber vom Strafraumeck über den Kasten schoss (32.). Dann konnte sich Riedel auf links gegen mehrere Flensburger regelrecht durchwühlen, traf jedoch nur das Außennetz (38.). Den Abschluss von Deichmann parierte SC-Torhüter Florian Kirschke sicher (43.). Die beste Vorpausenchance vergab dann Gäste-Kapitän Halke, der im Nachgang nach dem ersten Lübecker Eckstoß vielleicht etwas überraschend, allerdings doch sehr freistehend am zweiten Pfosten zum Kopfball kam, die Kugel nicht richtig traf und sie vorbeisetzte (45.+2). Auf Flensburger Seite war lediglich ein Abschluss notierenswert, als Dominic Hartmann einen zweiten Ball satt traf, der Schuss aber am VfB-Tor vorbeiging (22.). Ansonsten erinnerte die Partie gewaltig an Rasenschach, wobei die Grün-Weißen fortlaufend am Zuge waren und die Fördestädter die passenden Antworten gaben. Bewegung kam in diese Patt-Situation immer dann, wenn entweder unsere Mannschaft in der Vorwärtsbewegung den Ball verlor und Lübeck mal die Chance zum Umkehrspiel hatte oder die beiden Akteure jeweils auf der rechten Bahn – Deichmann beim VfB und Ilidio Pastor Santos bei Weiche – 1-gegen-1-Duelle erfolgreich auflösen und dadurch von den Außen Gefahrenmomente schaffen konnten.

 

Mit Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild etwas. Unsere Mannschaft wirkte mutiger, beherzter, attackierte früher und kam so schneller in den Ballbesitz. Nun lagen die optischen Vorteile zwischenzeitlich auf Flensburger Seite. Zu großen Tormöglichkeiten kamen die Platzherren in jener Phase dennoch nicht. Auch ein verheißungsvoller langer Ball des auf die linke Seite gewechselten Gökay Isitan in den Lauf von Marvin Ibekwe geriet dann letztlich einen Tick zu ungenau und zu lang, sodass der kaum geprüfte Torhüter Tittel rechtzeitig zur Stelle war (61.). Mit dem etwas offeneren Angebot der Flensburger hätten die Lübecker eigentlich besser Umschaltsituationen kreieren können. Doch der VfB kam nur noch zu zwei Tormöglichkeiten. Einmal traf Riedel die Kugel satt, aber SC-Torhüter Florian Kirschke war zur Stelle (68.), dann setzte Halke einen Flugkopfball vorbei (74.). Unsere Mannschaft hatte hingegen bei zwei Aktionen gut zehn Minuten vor Schluss den Siegtreffer vor Augen. Erst setzte Patrick Thomsen von links Marvin Ibekwe im Sturmzentrum ein, doch Torhüter Tittel war zur Stelle (79.), dann hatten die Weiche-Fans bei einer Dreifachchance den Torschrei auf den Lippen, doch Marvin Ibekwe und im Nachsetzen Kevin Schulz wurden geblockt, ehe schließlich vom dazueilenden Torge Paetow die Kugel knapp neben das Tor ging (81.).

 

Zu spät versuchten die Gäste, das Visier zu öffnen und den Vorwärtsgang einzulegen. Sie brachten zwar mit Parduhn (64.), Nogovic (82.) und schließlich Richter (85.) frische Kräfte und wollten den Siegtreffer erzwingen, doch trotz siebenminütiger Nachspielzeit hatte Weiche den letzten nennenswerten Torabschluss zu verzeichnen. Der in der 90. Minute nach einem Treffer in die „Weichteilgegend“ verletzt ausscheidende Kapitän Christian Jürgensen kam am Strafraum aus der Drehung zum Abschluss, setzte die Kugel aber über den Kasten der Hansestädter (87.), sodass es beim am Ende gerechten 0:0-Remis blieb.

 

Aus unserer Mannschaft ragte der schnelle und gewandte Ilidio Pastor Santos heraus. Gute Noten konnten sich u. a. auch Christian Jürgensen, Kevin Njie, Jonas Walter und Torge Paetow verdienen. Die besten Gästespieler waren Deichmann und Riedel, die über die starke rechte Lübecker Seite Gefahrenmomente heraufschwören konnten. Das Spiel der Grün-Weißen lief ansonsten oft über den ebenfalls auffälligen Mende.

 

Zum letzten Regionalligaspiel der Saison 2018/19 wird unsere Mannschaft am Sonntag, 19. Mai 2019, zum VfB Oldenburg reisen. Im Stadion am Marschweg, direkt an der Autobahn A 28 gelegen, wird die Partie um 14 Uhr angepfiffen. Der Ex-Zweitligist hat sich im Vergleich zur Saison 2017/18 deutlich stabilisieren können. Die jüngsten beiden Aufeinandertreffen endeten 2:2-Remis, sodass eine kurzweilige Partie erwartet werden kann, zumal es für den im Tabellenmittelfeld platzierten traditionsreichen VfB um nicht mehr viel geht. Die Partie der Hinrunde am 4. November 2018 endete ebenso mit jenem 2:2-Unentschieden wie das bislang letzte Gastspiel von Weiche, als es am 1. Mai 2018 für beide Mannschaften um enorm viel ging und die Flensburger einen frühen 0:1-Rückstand zu einer zwischenzeitlichen 2:1-Führung gedreht hatten. Auch diesmal ließe sich auf ein Unentschieden tippen, treffen doch die beiden Remis-Spezialisten der Liga aufeinander, wobei sich die Niedersachsen sogar einmal mehr die Punkte mit einem Gegner geteilt haben. Beim VfB Oldenburg hat unsere Mannschaft bei sechs Gastspielen noch nie verloren. Neben vier Remis stehen zwei knappe Auswärtssiege (1:0, 2:1) in der Bilanz. Die letzte Flensburger Niederlage gegen den VfB Oldenburg – mit 2:3 daheim am 28. September 2014 – liegt mittlerweile schon fast fünf Jahre zurück.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Walter, Jürgensen (Kap./90. J. Ostermann) – Pastor Santos, Paetow, Thomsen (V), Hartmann, F. Meyer (46. K. Schulz) – Ibekwe, Isitan (76. Wirlmann).

 

Tore: keine.

 

Zuschauer: 1.482 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Christian Scheper (SV Emstek 1921), ließ zweimal fällige Verwarnungen stecken (Arslan nach Foul von hinten am davoneilenden Pastor Santos, 25.; Thiel nach Foul mit gestrecktem Bein an K. Schulz, 53.), hatte aber insgesamt die Partie sehr gut im Griff und kam so mit dreimal „Gelb“ über die Runden (Thomsen nach Foul an Riedel, 83./Hoins nach Foul an Pastor Santos, 41.; Mende nach taktischem Foul an Pastor Santos, 90.+1).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des VfB Lübeck, Rolf Martin Landerl, bestätigte den Eindruck des Moderators Edgar Nies, der auf der Pressekonferenz einleitend von einem 0:0 der besseren Art gesprochen hatte. Dann sagte der VfB-Trainer, dass sich nach einer Phase des Abtastens ein offenes Spiel entwickelt habe. Man wollte durch schnelles Umschalten zu Chancen kommen. Das sei in der zweiten Halbzeit nicht anders gewesen. Man habe sehr gute Chancen gehabt und gegen Ende mehr riskiert. „Weiche Flensburg hat aber traditionell gut verteidigt, sodass es eine gerechte Punkteteilung ist, die uns sehr weh tut“, so der Österreicher, der dann noch einen Blick in die Gefühlswelt seiner Mannschaft gab. „Meine Burschen sind jetzt sehr traurig, aber ich habe ihnen nichts vorzuwerfen. Ein großes Kompliment an meine Mannschaft!“

 

Auch unser Trainer Daniel Jurgeleit schloss sich der Auffassung an, dass es trotz des 0:0 ein gutes Spiel gewesen sei: „Über 96 Minuten haben beide Mannschaften ein sehr ordentliches Spiel abgeliefert“, meinte er. Es habe eben eine Phase des Abtastens gegeben, aber man habe sehen können, dass seine Mannschaft das Spiel gewinnen wollte. Er schloss sein kurzes Fazit optimistisch: „Wir haben zu Null gespielt und dagegengehalten.“ So sei das Ergebnis auch in Ordnung.

 

 

Weitere Stimmen:

Unser Kapitän Christian Jürgensen zeigte sich nach dem Spiel sehr zufrieden, nicht nur, weil er sich vom Niederschlag in der Schlussphase schon wieder erholt hatte. „Es war wichtig, dass wir erneut stabil gestanden haben. Wir haben wie schon gegen Drochtersen keinen Gegentreffer kassiert. Es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

 

Auch Abwehrchef Jonas Walter freute sich: „Ich hatte befürchtet, dass man im Spiel nur die Lübecker Fans hören würde. Aber das war überhaupt nicht so. Wir hatten eine tolle Fan-Unterstützung.“

 

 

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