SC Weiche Flensburg 08
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Weiche in der Saison „danach“: Halten des hohen Niveaus

Nach dem Gewinn des Meistertitels der Regionalliga Nord, dem Triumph im Landespokalfinale und den Aufstiegsspielen zur Dritten Liga gegen den FC Energie Cottbus stand der SC Weiche Flensburg 08 vor keiner einfachen Situation. Nach Jahren des kontinuierlichen sportlichen Fortschritts seit dem Viertligaaufstieg von 2012 war im Sommer 2018 klar, dass es kaum so weitergehen konnte. Eine erneut verbesserte Platzierung gegenüber der Saison 2017/18 war nun nicht mehr möglich; die Titelverteidigung hingegen nicht programmierbar. Fünf bzw. – mit dem in der Rückrunde geliehenen Marvin Kleihs – sechs Abgänge mussten durch fünf Zugänge aufgefangen werden, wobei nicht nur die 16 Saisontreffer von René Guder, sondern auch seine enorme Präsenz und Gefährlichkeit auf dem Platz, die Gegenspieler bindet, kaum aufzufangen waren. Immerhin wechselten mit René Guder (SV Wehen Wiesbaden; inzwischen SV Meppen), Marvin Kleihs (zurück zu den Würzburger Kickers; inzwischen Berliner AK) und Junior Ebot-Etchi (SF Lotte; inzwischen TSV Steinbach) gleich drei Spieler in die Dritte Liga. Und der Abgang des Routiniers Fiete Sykora (Karriereende) mit seiner Ruhe und Souveränität am Ball, aber auch außerhalb des Platzes sorgte wohl für eine größere Lücke, als mancher damals wahrhaben wollte. Zudem verließen mit Tayfun Can zum Liga-Konkurrenten Eintracht Norderstedt und Fabian Arndt zur Husumer SV zwei junge Talente den Verein, sodass sich Lücken im Bereich der geforderten U-23-Akteure bereits andeuteten.

Fünf „Neue“

Zum Trainingsauftakt konnten dafür vier Neuzugänge aus der gleichen Liga präsentiert werden. Vom Landesrivalen VfB Lübeck kamen mit Gary Noël und Gökay Isitan zwei Offensivkräfte. Mit Marvin Ibekwe aus Hildesheim wechselte ein weiterer Angreifer an die Bredstedter Straße. Nachdem zum Start der Saisonvorbereitung nur Kevin Njie aus Rehden den defensiven Bereich verstärkt hatte, kam kurz vor dem ersten Punktspiel auch noch Joël Keller vom FC St. Pauli als fünfter Zugang hinzu.

Ausgeglichene Auswärtsbilanz

Die Saison begann mit einer ärgerlichen 1:2-Niederlage beim SSV Jeddeloh II, als unsere Mannschaft in der ersten Halbzeit zwei Strafstoßgegentore und einen Platzverweis kassierte, selbst aber ihre Möglichkeiten nicht zu mehr als einem Treffer zu nutzen vermochte. Und auch in der Folge blieben zunächst die Auswärtsauftritte „das Problem“. Beim FC St. Pauli II konnte mit etwas Dusel und einem zweifelhaften eigenen Treffer zum 1:1-Ausgleich in Unterzahl immerhin noch ein Punkt mitgenommen werden. Mit einfachen Mitteln und einer konzentrierten Defensivleistung kam Egestorf/Langreder an einem Mittwochabend Anfang August zu einem 1:0-Heimsieg. Wenn auch Monate später, so ähnelte der Flensburger Auftritt am 2. Dezember bei Hannover 96 II jenem in Egestorf. Die zahlenmäßig schon in der ersten Halbzeit reduzierten Hannoveraner ließen beim 0:0 wenig anbrennen, obgleich Weiche in der zweiten Halbzeit hier ebenfalls jede Menge Ballbesitz hatte. Schließlich gewann der VfB Lübeck daheim gegen unsere Mannschaft mit 3:1, die in jener Partie fünf Tage vor dem Pokal-Kracher an gleicher Stelle gegen den SV Werder Bremen nicht richtig bei der Sache schien. Und Weiche zeigte ungewohnte Schwächen. Wann wurden zuvor schon sicher geglaubte Führungen noch so aus der Hand gegeben wie bei den ärgerlichen 2:2-Unentschieden bei Eintracht Norderstedt und bei Lupo Martini Wolfsburg? Die sportlichen Höhepunkte auswärts setzte unser SC mit dem starken 2:0-Sieg beim Aufsteiger Holstein Kiel II, der fraglos eine Bereicherung der Liga darstellt und andere Spitzenmannschaften bezwungen hatte, und beim 1:1-Remis auf dem berühmten Platz 11 am Bremer Weserstadion gegen die U 23 des SV Werder. Jene Partie zählte sicherlich zu den spielerisch besten, was die Liga in der Hinrunde zu bieten hatte. Das Remis war am Ende aus Flensburger Sicht vielleicht etwas glücklich, aber es zeigte auch, dass unsere Mannschaft gegen einen spielstarken Drittliga-Absteiger mithalten und überdies nach Rückstand zurückkommen kann. Auswärtssiege gab es zudem in Havelse (2:1) und in Drochtersen (1:0), wobei hier jeweils das Glück im Weiche-Trikot helfend zur Seite stand. So ist letztlich die Bilanz aus den elf Partien in fremden Stadien völlig ausgeglichen: Den drei Siegen stehen ebenso viele Niederlagen bei fünf Remis und 13:13 Toren gegenüber.

Eine Heimniederlage – und die schmerzte besonders

Auch daheim zeigte sich ein Manko: Wenn unsere Elf in Führung lag, ließ sie in der Meistersaison selten noch etwas anbrennen. Das änderte sich jetzt, obgleich Weiche vor eigenem Anhang immerhin in vier Spielen jeweils vier Treffer erzielte – gegen Lupo Martini 4:0, Lüneburg 4:1, Jeddeloh II 4:2, Egestorf/Langreder 4:0 – und bei der DFB-Pokal-Premiere gegen den VfL Bochum mit dem 1:0-Sieg bei den eigenen Fans pure Glückseligkeit produzierte. Dennoch blieben Spiele ohne Gegentore eine Ausnahme. Neben den überzeugenden Auftritten gegen Lupo Martini und Egestorf gelang es nur beim 1:0-Erfolg gegen den Aufsteiger VfL Oldenburg, ohne Gegentreffer des Kontrahenten zu bleiben. Gegen Hannover 96 II (1:1), den VfB Oldenburg (2:2) und den FC St. Pauli II (3:3) kosteten Gegentore jeweils zwei Punkte, gegen Rehden (2:1 nach 1:1-Ausgleichstreffer) und den Hamburger SV II (3:1 nach 0:1-Pausenrückstand) konnte unsere Mannschaft jeweils noch gewinnen. Und möglicherweise entscheidend für den weiteren Saisonverlauf erwies sich der dritte Gegentreffer in der Schlussminute im Spitzenduell gegen den VfL Wolfsburg II. Mit der 2:3-Niederlage – der einzigen Pleite vor eigenem Publikum bei sieben Siegen und drei Remis – gingen die Leistungskurven beider Vertretungen auseinander. Während die Jung-Wölfe in der Folge keine Schwächen mehr zeigten, verabschiedete sich Weiche aus dem Titelrennen, ließ zu den Wolfsburgern letztlich soweit abreißen, dass bei 15 Zählern Rückstand und nur zwölf ausstehenden Partien der Zug in Richtung Meisterschaft ohne Weiche abgefahren ist.

Kür im DFB-, Pflicht im Landespokalwettbewerb

Bei alledem Regionalliga-Alltag dürfen die beiden Saisonhöhepunkte nicht vergessen werden. In der ersten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs gab es zur Premiere vor 3.500 Fans im ausverkauften Manfred-Werner-Stadion gegen den Zweitligisten VfL Bochum einen starken 1:0-Sieg. Zwar folgte in Runde zwei nach einer 1:5-Niederlage gegen den Erstligisten SV Werder Bremen das Pokal-Aus, aber die Partie vor 8.637 Zuschauern auf der Lübecker Lohmühle ging fraglos in die Vereinschronik ein. Da waren die drei Auftritte im Landespokal – alle ohne Gegentreffer – weniger spektakulär. Einem 4:0-Sieg im Stadtderby bei IF Stjernen Flensborg folgte ein 1:0-Erfolg beim Heider SV, und im Halbfinale räumte Weiche mit einem 2:0-Sieg den SV Preußen 09 Reinfeld aus dem Weg ins Endspiel. Dort wird unsere Mannschaft zum dritten Mal in einem Pokalfinale auf den Ligarivalen VfB Lübeck treffen und darum kämpfen, nach den schmerzhaften Niederlagen von 2012 (2:4 n. V.) und 2016 (1:2) erstmals als Sieger hervorzugehen.

Weiche-untypisch: drei Platzverweise

Auch in der Fairplay-Tabelle hat unsere Mannschaft diesmal kaum noch eine Chance auf einen Spitzenplatz. Zweimal musste Joël Keller gleich zu Beginn bei seinen ersten beiden Einsätzen mit „Rot“ vom Platz. Mit Gökay Isitan – beim 2:1-Sieg in Havelse in der Nachspielzeit – sah ein anderer Flensburger Neuzugang die gelb-rote Karte. Allein sieben der 42 gelben Karten gehen auf das Konto von Patrick Thomsen.

Platz 3 in der Zuschauertabelle

In der Zuschauertabelle konnte Weiche Platz 3 aus dem Vorjahr bislang verteidigen, wenn auch der aktuelle Schnitt auf 802 leicht gesunken ist. Hier liegen weiterhin die traditionsreichen Ex-Zweitligisten VfB Lübeck (2.005) und VfB Oldenburg (1.411) vorn. Den besten Weiche-Besuch gab es gegen den Spitzenreiter VfL Wolfsburg II, als bislang das einzige Mal die 1.000er Marke geknackt wurde und 1.021 Fans begrüßt werden konnten. Zur letzten Partie vor Weihnachten pilgerten am 8. Dezember hingegen lediglich 558 Zuschauer ins Manfred-Werner-Stadion. Sie verpassten mit dem 4:0-Sieg gegen Egestorf einen der beiden höchsten Saisonsiege.

21 eingesetzte Spieler

Trainer Daniel Jurgeleit setzte in der laufenden Saison bislang 21 Akteure ein. Einzig Torhüter Florian Kirschke verpasste keine Spielminute. Auch Torge Paetow (22 Spiele/kein Tor) fehlte bei keiner Partie. Sofern sie fit waren, zählten zudem die Abwehrrecken Kapitän Christian Jürgensen (13/6) und Patrick Thomsen (17/1), im zentralen Mittelfeld Dominic Hartmann (20/1) sowie auf den Außenbahnen Ilidio Pastor Santos (20/1) und Florian Meyer (17/1) zum gesetzten Personal. Spannend wurde es immer wieder in der Offensivbesetzung, wo Trainer Daniel Jurgeleit die Qual der Wahl hatte. Gökay Isitan ist mit sieben Saisontoren – davon sechs vor eigenem Publikum – in 18 Einsätzen bester Schütze, dennoch nicht immer von Beginn an dabei. Mit fünf Treffern lässt sich die Bilanz von Gary Noël (14 Spiele) eigentlich ebenfalls durchaus sehen, wobei auf sein Konto allein drei Tore beim 4:1-Sieg gegen Lüneburg gingen. Genauso hatten Nico Empen (etwa gegen St. Pauli II und Egestorf jeweils in den Rückspielen; 17/5), Marvin Ibekwe (vor allem in Bremen und Kiel; 18/6) und Tim Wulff (speziell in Jeddeloh II; 8/1) starke Auftritte, und doch ist da mit dem enorm vielseitig einsetzbaren Kevin Schulz (12/5) ein weiterer torgefährlicher Spieler zu nennen, der nicht nur den Siegtreffer im DFB-Pokal gegen Bochum erzielte, sondern des Öfteren in vorderster Front auftauchte. Nirgends ist der Konkurrenzkampf beim SC härter als im Sturm, wobei zudem unser Defensivspezialist Christian Jürgensen auch noch sechs Tore beisteuerte. Dementsprechend hat Weiche mit 43 erzielten Treffern aus 22 Partien gemeinsam mit dem VfB Lübeck den zweitbesten Angriff hinter dem Tabellenführer VfL Wolfsburg II (58 Tore).

In der Defensive könnten Torge Paetow (rechts), Patrick Thomsen (zentral) und Christian Jürgensen (links) als gesetzt gelten. Es kamen aber auch Kevin Njie (14/-) – mit starken Auftritten hinten rechts vor seiner Verletzung –, der ebenfalls von Verletzungen geplagte Finn Wirlmann (zentral; 10/1) sowie Hendrik Ostermann (10/-) und Joël Keller (jeweils links; 11/-) zum Einsatz. In der Mittelfeldzentrale gehören neben Dominic Hartmann die länger bzw. oft verletzten Jonas Walter (10/-) und Nedim Hasanbegovic (12/2) sowie Jannick Ostermann (12/1) zu den Eckpfeilern. Jannis Pläschke (4/-) fiel leider weitgehend verletzt aus, nachdem es ihn schon in der Vorsaison arg erwischt hatte.

In der aktuellen Spielzeit kamen aus dem Regionalliga-Kader bislang Jannik Drews und Ersatztorhüter Raphael Straub nicht zum Einsatz. Aus unserer Oberliga-Mannschaft waren die Torhüter Ole Rathmann und Nicolai Steensbeck-Vest sowie Brian Jungjohann, Marcel Cornils und Sebastian Kiesbye in Testspielen oder auf der Bank dabei. Zumindest zum Teil zeigte sich darin auch das Problem, dass der Regionalliga-Kader nach den Abgängen von Fabian Arndt und Tayfun Can im U-23-Bereich nicht optimal aufgestellt war. Seit dem Januar gehören die 20jährigen Martin Paustian Pitter und Sebastian Tramm zum erweiterten Kader, wie auch USA-Rückkehrer Leon Pascal Kroiß – 22 Jahre alt – der Regionalliga-Elf wieder zur Verfügung steht. Durch Einsätze in der jungen Oberliga-Mannschaft von Trainer Thomas Seeliger verschafften sich wiederum einige Spieler aus dem Kader von Daniel Jurgeleit wertvolle Spielpraxis (Jannik Drews 13/2, Jannis Pläschke 4/1, Hendrik Ostermann 4/-, Jannick Ostermann 2/-, Raphael Straub 2/-, Tim Wulff 2/-), um sich für Aufgaben in der vierthöchsten Liga zu empfehlen.

Auftakt in Rehden, Höhepunkt und Abschluss in Lübeck

Nun stehen noch zwölf Regionalligaspiele sowie an- bzw. abschließend das wichtige Landespokalfinale am 25. Mai in Lübeck gegen den dortigen VfB an. In der Rückrunde ist Weiche nach immerhin fünf absolvierten Partien ungeschlagen (zwei Siege, drei Remis, 13:7 Tore). Sicherlich wird Trainer Daniel Jurgeleit für den „Rest“ der Saison jetzt nicht die Zeit der Pflichtfreundschaftsspiele ausrufen. Noch immer gibt es Ziele, die es zu erreichen lohnt. Zu diesen zählt neben dem Pokalsieg und dem damit verbundenen Wiedereinzug in den DFB-Pokalwettbewerb auch das Abschneiden in der Meisterschaft. Rang 3, vielleicht sogar Rang 2 im Endklassement sind lohnenswerte Platzierungen, die anzeigen, dass bei Weiche weiterhin mit hoher Konstanz leistungsorientiert gearbeitet wird. Und es könnte ein positives Signal sein, um in der Serie 2019/20 wieder ganz oben angreifen zu können. Dazu wiederum wäre ein gelungener Auftakt ins Jahr 2019 hilfreich. Erster Kontrahent wird am 23. Februar auswärts ab 15 Uhr der BSV Schwarz-Weiß Rehden sein, ehe eine Woche später am 2. März ab 13.30 Uhr mit dem SV Werder Bremen II eine enorm spielstarke Mannschaft im Manfred-Werner-Stadion gastieren wird. Angesichts des gutklassigen Hinspiels (1:1) ist eine sehenswerte und spannende Partie zu erwarten. Daher sollten sich Flensburger Fußball-Fans diesen Leckerbissen nicht entgehen lassen.

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