SC Weiche Flensburg 08
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Punkteteilung gegen Remis-Spezialisten

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – VfB Oldenburg 2:2 (1:1)

Am 17. und damit letzten Hinrundenspieltag der Regionalliga Nord trennte sich der SC Weiche Flensburg 08 vom Remis-Spezialisten VfB Oldenburg 2:2-unentschieden. Bei trockenem, doch trübem Herbstwetter sahen 789 Zuschauer am ungewohnten Sonntagnachmittag im Manfred-Werner-Stadion eine abwechslungsreiche und unterhaltsame Partie mit einem letztlich gerechten Spielausgang. Die Gäste aus dem niedersächsischen Oldenburg standen bis kurz vor Schluss vor dem ersten Saisonauswärtssieg und kamen am Ende zum achten Remis beim neunten Auftritt in fremden Stadien. Der amtierende Meister wiederum konnte zwar den zweiten VfB-Sieg im 13. Duell mit dem Traditionsverein abwenden, hat aber auf die Tabellenspitze zwei weitere Zähler eingebüßt und dürfte sich bei Saisonhalbzeit und elf Punkten Rückstand auf Hinrundenmeister VfL Wolfsburg II vom Ziel der Titelverteidigung zumindest vorerst verabschiedet haben.

 

Nur vier Tage nach der Ausnahmepartie um den DFB-Pokal gegen Bundesligist Werder Bremen veränderte Trainer Daniel Jurgeleit für den Liga-Alltag seine Startelf fünfmal. Kevin Njie, Joël Keller, Dominic Hartmann, Gökay Isitan und Tim Wulff begannen für Patrick Thomsen, Hendrik Ostermann (beide nicht im Kader), Finn Wirlmann, Jannick Ostermann und Marvin Ibekwe (alle auf der Bank). Die defensive Formation im 5-4-1 gegen Werder wechselte zu einer offensiveren Aufstellung. In die Dreierkette vor Torhüter Florian Kirschke mit Kevin Njie (rechts), Joël Keller (zentral) und Kapitän Christian Jürgensen (links) reihte sich zumeist Torge Paetow ein, der in Makangu einen direkten Gegenspieler hatte. Die Außenpositionen besetzten wie zuletzt Ilidio Pastor Santos (rechts) und Florian Meyer (links), während im zentralen Mittelfeld Dominic Hartmann und Kevin Schulz agierten. Die Spitze bildeten Tim Wulff und Gökay Isitan. Gewechselt wurde offensiv. Zunächst kam Marvin Ibekwe für den defensiveren Kevin Njie für die rechte Außenbahn. Schließlich brachte Daniel Jurgeleit mit Nico Empen und Gary Noël zwei weitere Stürmer, wobei die Angreifer aus der Startelf Gökay Isitan und Tim Wulff Platz machen mussten. Auf der Bank blieben neben Ersatztorhüter Raphael Straub auch Finn Wirlmann, Jannis Pläschke und Jannick Ostermann. In den 18er-Spieltagskader schafften es diesmal der verletzte Jonas Walter (Muskelfaserriss in der Wade) sowie Nedim Hasanbegovic (Trainingsrückstand), Patrick Thomsen, Hendrik Ostermann (beide Pause) und Jannik Drews (spielte am Vortage eine Halbzeit im Derby beim 3:3-Remis der Oberliga-Mannschaft gegen den TSB) nicht.

 

Die Partie begann mit Vorteilen für die Gäste, die früh attackierten und Weiche erst gar nicht das Spiel aufbauen ließen. Schnell zeigte sich, dass die Oldenburger nicht nur mit Makangu, sondern auch mit J. Kadiata ausgesprochen schnelle Stürmer an die Förde mitgebracht hatten. Und vor allem J. Kadiata machte meistens über rechts ordentlich Alarm. Erst war er noch von Saglam über links in die Spitze geschickt worden, wobei seine gefährliche Eingabe keinen Abnehmer fand (7.), dann musste Kevin Njie in höchster Not mit riskantem Tackling von hinten im eigenen Strafraum gegen J. Kadiata klären (15.). Es brannte zudem, als Lukowicz aus 12 Metern zum Abschluss kam, aber auf die Fäuste von SC-Torhüter Florian Kirschke zielte (24.), ehe Makangu zweimal die Gästeführung verpasste. Erst erlief sich der Kongolese, aus früheren Zeiten auch vom BSV Rehden bekannt, auf halbrechts einen Ball, behauptete sich gegen Torge Paetow, legte jedoch die Kugel in höchstem Tempo frei vor Florian Kirschke knapp rechts am Pfosten vorbei (27.). Dann scheiterte er am Flensburger Schlussmann, nachdem er auf Linksaußen schneller als Kevin Njie war, der Winkel für den Stürmer nach seinem langen Lauf allerdings zu spitz wurde (30.). Da war aus Sicht der Fördestädter einige Male tiefes Durchatmen angesagt, denn der Gast hätte angesichts solcher Chancen führen können. Es kam aber anders.

 

Vielleicht zu jenem Zeitpunkt etwas überraschend ging unsere Mannschaft in Führung, die ihre zweite Torchance nutzen konnte. Christian Jürgensen hatte von links geflankt, den Kopfball von Tim Wulff auf das lange Eck konnte VfB-Torhüter Pöpken gerade noch parieren, jedoch nur auf Kevin Schulz, von dem die Kugel ins Netz prallte (34.). Zuvor war Gökay Isitan in guter Position am VfB-Torhüter Pöpken gescheitert, und als Dominic Hartmann den Nachschuss im Kasten untergebracht hatte, ging die Fahne des Assistenten wegen einer Abseitsstellung nach oben (17.).

 

Mit der Führung im Rücken wirkte unsere Mannschaft sicherer. Viele hohe Bälle segelten in den Oldenburger Strafraum, die nun dreimal Glück und einen starken Torhüter hatten. Beim Kopfball von Christian Jürgensen nach Flanke von Florian Meyer reagierte Pöpken prächtig, lenkte die Kugel um den Pfosten (35.), und er war gleich noch einmal mit ähnlich starker Reaktion da, als er nach einem weiten Einwurf von Torge Paetow von seinem Mitspieler Makangu geprüft wurde (36.). Dann wurde ein Kopfball von Torge Paetow von halblinks von der Linie geholt (42.). Obgleich der zweite Treffer der Gastgeber also förmlich in der Luft lag, hieß es zur Pause plötzlich 1:1. Der rechte Stürmer J. Kadiata, zwischenzeitlich abgetaucht, hatte sich auf der rechten Seite stark durchgesetzt und den Ball von der Grundlinie an den Fünfmeterraum gebracht, wo ihn Lukowicz mit dem Rücken zum Tor mit der Seite nur knapp nach hinten abtropfen ließ – der Ball rollte zum 1:1-Halbzeitstand ins lange Eck (45.).

 

Nach dem Stimmungsdämpfer mit dem Halbzeitpfiff des Referees, der vor dem Seitenwechsel nur beim rustikalen Foul von Madroch gegen den davonziehenden Tim Wulff eingreifen und dem Übeltäter – eher noch gnädig – „Gelb“ zeigen musste (3.), wurden die zweiten 45 Minuten ebenso unterhaltsam, allerdings auch für den Schiedsrichter heikler. Dabei begann es mit einem Kopfball von Dominic Hartmann, den Torhüter Pöpken im Rückwärtslaufen nur mit Mühe klären konnte (47.). Als sich aber L. Kadiata auf der linken Seite mit grenzwertigem Einsatz gegen Ilidio Pastor Santos durchsetzte und der Pfiff des Unparteiischen ausblieb, nickte der im Zentrum ungedeckte Lukowicz die Flanke gekonnt zur 2:1-Gästeführung ins lange Eck – unerreichbar für Florian Kirschke (49.). Die rasche Antwort der Heimischen blieb aus, weil Tim Wulff nach der Flanke von Florian Meyer von links den Ball am zweiten Pfosten zwar gegen die Laufrichtung des Schlussmanns, aber auch am Kasten vorbei köpfte (54.).

 

Es folgte ein mehr oder weniger stürmisches Anlaufen der Gastgeber, der mit Marvin Ibekwe (63.), Nico Empen (67.) und Gary Noël (74.) im Laufe der Zeit schließlich drei weitere Offensivkräfte brachte. Viele Flanken segelten in den Strafraum der Oldenburger. Dabei lagen ständig Möglichkeiten quasi in der Luft, doch beide Seiten blieben gut 30 Minuten lang ohne klare Torchancen. Dafür nahm die Intensität der Zweikämpfe zu. Tim Wulff nach Foul an den eingewechselten Celikyurt (58.) und Erdogan nach Foul an Tim Wulff (46.) sahen zunächst „Gelb“. Dann traf es Nico Empen und L. Kadiata nach einer Rangelei (78.), wenig später auch J. Kadiata nach einer Unsportlichkeit (80.), den eingewechselten Ndure nach heftigem Foul an Christian Jürgensen (83.), der daraufhin nur humpelnd auf dem Platz blieb, weil das Wechselkontingent erschöpft war. Der Schiedsrichter blieb nicht nur beim Foul an Christian Jürgensen eher gnädig, bedenkt man, dass sich der bereits vorbestrafte Ndure noch ein Handspiel am eigenen Strafraum leistete (86.). Unverständlich blieb zudem, dass das Einsteigen von Makangu von hinten gegen Ibekwe zwar mit Foul, aber ohne „Gelb“ geahndet wurde (89.).

 

In der hektischen Schlussphase gab es dann doch wieder Torchancen. Den Beginn machte L. Kadiata, der in bester Position die Kugel über den Weiche-Kasten jagte und so die Entscheidung verpasste (82.). Auf der Gegenseite landete ein Kopfball von Kevin Schulz nach Flanke von Ilidio Pastor Santos an der Latte (87.). Kevin Schulz war dann auch maßgeblich am Ausgleich beteiligt, als er sich am Fünfmeterraum die Kugel angelte und gefoult wurde. Der Unparteiische ließ das Spiel jedoch laufen, und aus spitzem Winkel drückte Nico Empen den Ball zum 2:2 ins Netz (90.). Anschließend reklamierten die Gästespieler heftig, weil sie glaubten, dass der Schuss des SC-Angreifers über das nach einer Grätsche eines VfB-Akteurs inzwischen offene Außennetz den Weg ins Tor gefunden habe. Doch der Referee blieb nach minutenlanger Diskussion bei seiner Entscheidung.

 

In der Nachspielzeit stockte den Flensburger Zuschauern allerdings noch einmal der Atem. Lukowicz war plötzlich in zentraler Position zum Abschluss gekommen; die Kugel zischte haarscharf rechts am Pfosten des SC-Tores vorbei (90.+5). So blieb es bei der am Ende wohl verdienten Punkteteilung.

 

Von unserer Mannschaft konnten sich Kevin Schulz und Joël Keller die besten Noten verdienen. Lange Zeit konnte zudem Tim Wulff mit seiner Präsenz und Zweikampfstärke überzeugen. Auffälligste Akteure der Gäste waren der kaum zu stellende Jan-Patrick Kadiata sowie Kifuta Kiala Makangu und der zweifache Torschütze Maik Lukowicz im Angriff. Aber auch Ahmet Saglam, links in der Innenverteidigung neben dem Ex-Flensburger Angelos Argyris agierend, sowie Torhüter Pöpken konnte bei den Gästen überzeugen.

 

Schon am kommenden Wochenende geht die Regionalliga Nord in die Rückrunde. Zum 18. Spieltag wird der SSV Jeddeloh II nach Flensburg-Weiche anreisen. Anpfiff der Partie im Manfred-Werner-Stadion wird dann wieder zum traditionellen Spieltermin am Sonnabend (10. November) um 13.30 Uhr sein. Die Gäste, die sicherlich erneut ihren Ex-Flensburger Manfred Kallweit als Betreuer mitbringen werden, befinden sich in ihrer zweiten Viertliga-Saison, in die sie am 28. Juli mit einem glücklichen 2:1-Heimsieg gegen unsere Mannschaft gestartet waren. In Unterzahl – Joël Keller hatte bei seinem Debüt kurz vor der Pause wegen einer vermeintlichen Notbremse „Rot“ gesehen (38.) – erzielten die Flensburger damals durch Tim Wulff den Anschlusstreffer (63.). Mehr gelang trotz einiger guter Torchancen seinerzeit nicht mehr. So dürfte unsere Mannschaft hoch motiviert sein, um sich für die Hinspielniederlage nun zu revanchieren und in die Rückrunde besser zu starten. Bekannteste Akteure in der Elf von Trainer Key Riebau sind wohl Weltenbummler Björn Lindemann (zuvor Egestorf), der schnelle Thorsten Tönnies (ehemals im Nachwuchs von Werder Bremen, zuletzt VfB Oldenburg) sowie Torjäger Nils Laabs (auch mit Vergangenheit beim benachbarten VfB Oldenburg). Aktuell bester Torschütze ist Florian Stütz mit sechs Treffern (zuvor ebenfalls VfB Oldenburg).

 

Weiche: Kirschke – Njie (63. Ibekwe), Paetow, Keller, Jürgensen (Kap.) – Pastor Santos, Hartmann, K. Schulz, F. Meyer – Wulff (V/74. Noël), Isitan (67. Empen/V).

 

Tore: 1:0 K. Schulz (34.), 1:1 Lukowicz (45.), 1:2 Lukowicz (49.), 2:2 Empen (90.).

 

Zuschauer: 789, darunter auch etliche Oldenburger, im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Julian Lüddecke (SF Ahlum/Wolfenbüttel), hatte kein leichtes Amtieren und ließ bei sieben Verwarnungen (zwei für Weiche, fünf für den VfB) eher noch ein paar Karten stecken.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des VfB Oldenburg, Marco Elia, meinte, dass er ein „komisches Spiel“ gesehen habe. „Wir sind gut reingekommen und hatten in der ersten Halbzeit drei gute Möglichkeiten zur Führung. Dann kam der Rückstand, und wir schwammen hinten“, meinte der VfB-Trainer, der von einer enorm hohen Kopfballpräsenz von Weiche sprach. Man habe sich nach Kräften gewehrt und könne mit dem Ergebnis am Ende gut leben.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit konnte den Kollegen gut verstehen, meinte aber darüber hinaus, dass sich der Kollege vielleicht sogar ärgern müsse, nicht gewonnen zu haben. Der Gegner habe es gerade in der Offensive anfangs sehr gut gemacht. „Spätestens mit dem 1:0 hatten wir das Spiel aber unter Kontrolle“, meinte der Trainer, der sich jedoch ärgerte, in der 45. Minute ausgekontert zu werden. Da sei der Kopf entscheidend, so der Ex-Profi, der – u. a. mit Blick auf das Heimspiel gegen die U23 des VfL Wolfsburg – darauf verwies, dass es nicht zum ersten Mal in der aktuellen Saison passiert ist. Für den Gegner sei diese Situation vom Kopf her super gewesen. Dann habe man den Gegner nicht gedeckt, sodass man nach einem eigentlich ordentlichen Spiel sich quälen und kämpfen muss, um wenigstens den Rückstand auszugleichen. „Wir müssen ja damit leben, aber wir müssen uns auch fragen, warum das so ist, dass wir die Dinge nicht über die Zeit bringen“, so der Trainer weiter, der abschließend anfügte, dass er angesichts des späten Ausgleichs dann doch zufrieden sei.

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