SC Weiche Flensburg 08
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Weiche vor Herzschlagfinale

  Spielinfo

Im letzten Heimspiel der laufenden Saison in der Regionalliga Nord trennte sich der SC Weiche Flensburg 08 am frühen Mittwochabend vom BSV Schwarz-Weiß Rehden 1:1-unentschieden. In der Nachholpartie des 24. Spieltages kam unsere Mannschaft gegen einen unbequemen Kontrahenten bei beinahe sommerlichem Wetter vor 1.391 Zuschauern – darunter offenbar auch einige besonders interessierte Cottbusser – im Manfred-Werner-Stadion nicht wie gewünscht zum Zuge. Zwar blieb der SC damit zum siebenten Mal in Folge (fünf Siege, zwei Remis) ungeschlagen, doch die Tabellenführung konnte vom Hamburger SV II, der am Montag bei Altona 93 mit 2:1 gewonnen hatte, diesmal nicht wieder zurückerobert werden. Beide Kontrahenten liefern sich bei Punktgleichheit und identischer Tordifferenz – der HSV hat aber sieben Treffer mehr erzielt – ein hochspannendes Fernduell im Titelrennen. Die Hamburger haben ihre 69 Punkte aus 33 Spielen gesammelt, unsere Mannschaft aus 32 Begegnungen. Weiche steht nun bei zwei ausstehenden Auswärtsspielen vor einem Herzschlagfinale, nachdem sich Rehden erneut als ein Stolperstein erwies. Die Niedersachsen hatten das Hinspiel sogar mit 3:1 gewonnen und konnten nun einen wertvollen Punkt im Kampf gegen den Abstieg mit in den Landkreis Diepholz entführen. An der Bredstedter Straße – ein Dank für deren Verständnis ging vor dem Anpfiff an die Anwohner – ließ unsere Mannschaft nach zuvor sechs überzeugenden Siegen somit erstmals im laufenden Kalenderjahr Punkte liegen.

 

Trainer Daniel Jurgeleit nahm im Vergleich zum Spitzenspiel vor vier Tagen gegen den VfL Wolfsburg II (3:1) vier Änderungen in der Startelf vor. Für die leicht angeschlagenen Finn Wirlmann und Christian Jürgensen (jeweils nicht im Kader) sowie Jonas Walter und Nico Empen (beide Bank) kamen Kevin Schulz, Ilidio Pastor Santos, Fiete Sykora und Tim Wulff neu in die Anfangsformation. Nicht im Spieltagskader waren außer Kapitän Christian Jürgensen und Finn Wirlmann auch die verletzten Torge Paetow, Jannis Pläschke, Fabian Arndt und Jannik Drews sowie Tayfun Can. Der später eingewechselte Nedim Hasanbegovic feierte nach langer Verletzungspause sein Punktspieldebüt in diesem Jahr.

 

Schon früh deutete sich an, dass sich Weiche gegen den unbequemen Gast schwer tun würde. In der Offensive lief zunächst nicht viel zusammen, und defensiv offenbarte sich eine erste Unsicherheit, als der gerade anfangs auffällige Njie mit klugem Pass Stojanovic am Fünfmeterraum einsetzte, dem dann aber der Ball versprang (2.). So kam der Rückstand nicht völlig überraschend, wenngleich doch gewissermaßen wie aus heiterem Himmel. Mehanovic hatte aus etwa 25 Metern, halblinke Position, sehenswert abgezogen; der Sonntagsschuss am Mittwochabend landete zum 0:1 im linken Dreiangel (19.). Zu jenem Zeitpunkt hatten die Gäste bereits einmal in der Defensive umstellen müssen, weil Innenverteidiger Wessel verletzungsbedingt ausscheiden musste. Für ihn kam Neziri ins Spiel (15.).

 

Erst in der Folge wurde Weiche dominanter und zielstrebiger. Hatte zuvor einzig ein Flachschuss von René Guder, der jedoch den Ball nicht voll traf, den Rehdener Schlussmann Faderl beschäftigt (13.), so bekamen Torhüter und Abwehr der Schwarz-Weißen nun ordentlich zu tun. Zwei direkt getretene Freistöße von René Guder von der halblinken Seite (22., 39.) parierte der BSV-Schlussmann ebenso wie einen Freistoß von halbrechts, den Dominic Hartmann direkt auf den Kasten zog (26.). Der Torhüter vollbrachte eine Glanztat, als Patrick Thomsen aus Nahdistanz zum Abschluss kam (28.). Schließlich stand ihm auch das Glück zur Seite, als sein Mannschaftskollege Mehanovic mit dem Hinterkopf eine Flanke von René Guder von links nur haarscharf über den eigenen Kasten verlängerte (31.). Zudem verpasste Tim Wulff einen Eckstoß von Marvin Kleihs von links am rechten Fünfmetereck knapp (23.), und der verheißungsvolle Abschluss von Fiete Sykora wurde noch geblockt (27.). Es hätte bei dieser Chancendichte sicherlich inzwischen längst der verdiente Ausgleich für Weiche fallen dürfen.

 

Allerdings befreiten sich die abstiegsbedrohten Niedersachsen aus dem zwischenzeitlich eingesetzten Flensburger Angriffswirbel wieder. Lokaj hatte sogar die große Möglichkeit zum 0:2, doch SC-Torhüter Florian Kirschke parierte aus Nahdistanz glänzend (34.). Beim nachfolgenden Eckstoß der Rehdener von links kam Lokaj gleich noch einmal unbedrängt zum Kopfball, setzte ihn aber zu hoch an (34.). Weiche musste auf der Hut sein. Auch bei den letzten beiden notierenswerten Szenen der ersten Halbzeit stand der SC-Schlussmann im Mittelpunkt. Florian Kirschke boxte einen Freistoß von Stojanovic zum Eckstoß (43.) und hielt dann einen weiteren Schuss von Stojanovic (45.). So ging es mit der 1:0-Führung für die Gäste in die Pause.

 

Weiche agierte mit Beginn der zweiten Halbzeit wieder zielstrebiger und wurde früh dafür belohnt. Nachdem der Unparteiische bei einer strittigen Szene im Strafraum mit möglichem Foulspiel an René Guder weiterspielen ließ (46.), zappelte die Kugel endlich im Netz der Rehdener. Bei einem flüssigen Gegenzug hatte Marvin Kleihs den Ball aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum gechipt, wo René Guder vor dem in dieser Szene vielleicht etwas zögerlich agierenden Gäste-Torhüter Faderl an den Ball kam und ihn ins Netz köpfte (50.). Weil Rehden jedoch durchaus gefährlich blieb und über einen Aufsetzer von Stojanovic, den Florian Kirschke sicher parierte, gleich wieder eine offensive Duftmarke setzte (51.), konnte der SC seinen Sturmlauf nicht bedenkenlos fortsetzen. Weiche kam durchaus zu Möglichkeiten, allerdings blieben die wirklich großen Torchancen aus. So setzte Ilidio Pastor Santos seinen Abschluss von halblinks ebenso über den Kasten (59.) wie Fiete Sykora den Kopfball nach Freistoß von Marvin Kleihs von der rechten Seite (63.) oder Dominic Hartmann einen Freistoß (70.). Die beste Gelegenheit zur Führung ließ dann Kevin Schulz ungenutzt, als er nach starker Vorarbeit von René Guder, der sich rechts durchdribbeln konnte, im Strafraum zum Abschluss kam, die Kugel aber links am Pfosten vorbeisetzte (73.). Als Marvin Kleihs ebenfalls über rechts gefährlich vor den Kasten flanken konnte, rettete Torhüter Faderl in höchster Not zum Eckstoß (75.), und schließlich war der Rehdener Schlussmann erneut zur Stelle. Diesmal hatte Tim Wulff mit Kopfballverlängerung den gerade eingewechselten Nico Empen eingesetzt (78.). Doch auch die Umstellungen beim SC halfen nicht mehr, obgleich Weiche immer offensiver agierte. Erst war mit der Einwechslung von Nedim Hasanbegovic Kevin Schulz weiter nach vorn gerückt (68.), dann kam mit Nico Empen ein dritter Stürmer (76.).

 

In den Schlussminuten gelangen den Flensburgern keine durchdachten Angriffe mehr. Stattdessen musste unsere Mannschaft bei den wenigen, aber gefährlichen Gegenangriffen auf der Hut sein. In die verwaiste rechte Abwehrseite stieß erst Pekrul, dessen Schuss Florian Kirschke parierte (64.), dann setzte Njie seinen Abschluss aus beinahe identischer Position kraftvoll über den Kasten (70.). Und hätte der kurz vor Schluss noch eingewechselte Florian Meyer einen Konter an der Mittellinie nicht durch ein zu Recht mit „Gelb“ geahndetes Foulspiel unterbunden, wäre daraus eine 3:1-Überzahlsituation für die Gäste entstanden, die in dieser Szene mit der fehlenden Vorteilsauslegung haderten (90.+2).

 

So blieb es in einer für neutrale Besucher durchaus unterhaltsamen und spannenden, aber nicht unbedingt hochklassigen Partie beim insgesamt nicht unverdienten 1:1-Remis. Zwar hatte Weiche deutlich mehr investiert, zudem die Kopfballhoheit und auch ein Plus an Gelegenheiten, doch Rehden verteidigte sehr kompakt und konnte mit gefährlichen Gegenstößen dem Gastgeber dann und wann wehtun. Zahlreiche Spielunterbrechungen, mitunter gedehnt durch Behandlungen auf dem Platz, kamen dabei den Gästen entgegen. So gelang es dem BSV immer wieder, den Kontrahenten aus dem Rhythmus zu bringen.

 

Aus unserer Mannschaft konnten sich der Torschütze René Guder und sein Vorlagengeber Marvin Kleihs sowie erneut Abwehrchef Patrick Thomsen die besten Noten verdienen. Torjäger René Guder war zugleich der beste Feldspieler auf dem Platz. Zum Rehdener Rückhalt wurde Torhüter Faderl, an dem die Flensburger oftmals scheiterten. Auffällig bei den unbequemen Gästen agierten auch Lokaj, Stojanovic und Njie, die offensiv ihre Akzente setzen konnten.

 

Zum Abschluss der Saison muss unsere Mannschaft nun noch zweimal reisen. Zunächst steht am regulären 34. Spieltag das Gastspiel beim Landesrivalen Eutin 08 auf dem Programm (So., 13.05.2018, 14 Uhr), danach muss der SC Weiche zum Nachholspiel beim TSV Havelse in Garbsen antreten (Mi., 16.05.2018, 19 Uhr). Der kommende Kontrahent Eutin 08 ist unserer Mannschaft nicht nur aus dem Hinrundenspiel, bei dem Weiche durch einen Treffer in letzter Sekunde von Torge Paetow noch zu einem 1:1-Remis kam, sondern auch aus Testspielen im vergangenen Winter bekannt. Die Rosenstädter haben als Neuling den Klassenerhalt in der Regionalliga verpasst, obgleich sie in bislang 32 Partien immerhin 46 Tore erzielen und im eigenen Fritz-Latendorf-Stadion am Steinredder ordentliche 18 Zähler aus 16 Begegnungen holen konnten. Unsere Elf sollte damit in mehrfacher Hinsicht vor den Ostholsteinern ausreichend gewarnt sein. Und für die Flensburger Fußballfans sollte es nun heißen: auf nach Eutin!

 

Weiche: Kirschke – Safo-Mensah, Thomsen, H. Ostermann – K. Schulz (76. Empen), Hartmann – Kleihs, Sykora (Kap./68. Hasanbegovic), Pastor Santos (89. F. Meyer/V) – Wulff, Guder (V).

 

Tore: 0:1 Mehanovic (19.), 1:1 Guder (50.).

 

Zuschauer: 1.391 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Jorrit Friedrich Eckstein-Staben (SC Wentorf/Hamburg), lag bei den wesentlichen Situationen richtig und ließ sich insgesamt nicht beirren.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der BSV-Trainer Benedetto Muzzicato bilanzierte auf der Pressekonferenz nur kurz: Nach der vorherigen Leistung gegen den FC St. Pauli II (1:2/H am vergangenen Sonnabend) und vor so einer Kulisse bei einem solch starken Gegner hier so aufzutreten, nötige großen Respekt für die eigene Mannschaft ab. Es wäre für seine Elf sogar mehr drin gewesen, wenn einige Kontermöglichkeiten besser ausgespielt worden wären. Aber ein 1:1 in Flensburg hätte er vor dem Spiel auch gern unterschrieben. Der Gästetrainer freute sich und wünschte dem SC Weiche schon einmal ganz viel Glück für Meisterschaft und Relegation. Weiche solle sich mit dem Aufstieg für die Saison belohnen.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit meinte, viele enttäuschte Gesichter zu sehen, weil nicht das gewünschte Ergebnis herausgesprungen sei. Manchmal könne er es nicht verstehen, weil seine Mannschaft auf einen Gegner getroffen sei, der angesichts seiner Tabellensituation hier alles gegeben hat. Man habe ein Traumtor kassiert, bei dem es müßig sei, darüber zu spekulieren, ob der Schuss haltbar gewesen sei oder nicht. In der ersten Halbzeit habe man vielleicht etwas zu pomadig gepasst und sei daher nicht hinter die Kette des Gegners gekommen. Die zweite Halbzeit sei dann wesentlich besser gewesen. Man sei dann auch hinter die Abwehr gekommen und hätte Möglichkeiten gehabt. Der Gegner blieb jedoch kompakt und stabil. Aber wie sein Trainerkollege schon angemerkt habe, hätte Rehden genauso noch die Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen. „Am Ende wird man sehen, wie viel der Punkt wert ist; ich kann mit dem Punkt leben“, meinte der Trainer, der davon ausgeht, dass seine Mannschaft gegen Eutin wieder zurückkommen wird.

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