SC Weiche Flensburg 08
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Weiche punktet beim VfB Oldenburg

  Spielinfo

Der SC Weiche Flensburg 08 kam in der Nachholbegegnung des 23. Spieltages der Regionalliga Nord am Dienstagnachmittag beim abstiegsbedrohten VfB Oldenburg zu einem 2:2-Unentschieden. Die 761 Zuschauer im Stadion am Marschweg, darunter etwa 20 Flensburger Anhänger, sahen bei zunächst nass-kaltem, später sich besserndem Wetter eine abwechslungsreiche Partie, die weniger von der Klasse als vielmehr von der Spannung lebte. Weiche musste dabei nach vier Zu-Null-Siegen in Folge erstmals wieder Zähler abgeben, zeigte sich nach den 90 Minuten aber ebenso wie der Gastgeber mit der letztlich gerechten Punkteteilung nicht unzufrieden. Unsere Mannschaft baute damit zwar die Tabellenführung mit nunmehr 65 Punkten zumindest vorübergehend etwas aus, doch könnte der Hamburger SV II (63 Punkte, ein Spiel mehr) am Mittwochabend mit einem Sieg beim SSV Jeddeloh II wieder an den Fördestädtern vorbeiziehen. Immerhin blieb Weiche nach nunmehr sechs Gastspielen im niedersächsischen Oldenburg beim Ex-Zweitligisten weiterhin ungeschlagen.

 

Trainer Daniel Jurgeleit nahm gegenüber dem Auftritt vor drei Tagen in Drochtersen (2:0) gleich sechs Änderungen in der Startelf vor. Für Torge Paetow, Marvin Kleihs, Jonas Walter, Dominic Hartmann, Tim Wulff und Nico Empen liefen Jannick Ostermann, Kevin Schulz, Junior Ebot-Etchi, Ilidio Pastor Santos, Fiete Sykora und Florian Meyer von Beginn an auf. In Oldenburg fehlten die Rekonvaleszenten bzw. verletzten Torge Paetow, Finn Wirlmann, Benjamin Safo-Mensah, Nedim Hasanbegovic, Jannis Pläschke, Fabian Arndt und Jannik Drews im 18er-Spieltagskader. Torge Paetow verpasste aufgrund seiner in Drochtersen erlittenen Verletzung damit als letzter Akteur erstmals ein Pflichtspiel von Weiche in dieser Saison. Die meiste Einsatzzeit hat nunmehr Torhüter Florian Kirschke, der einzig einmal komplette 90 Minuten (0:1 daheim gegen Hildesheim) fehlte. Nach langer (Verletzungs-)Zeit stand Florian Meyer zum ersten Mal wieder in der Startelf.

 

Die Partie hätte für die Gäste von der Förde kaum ungünstiger beginnen können. Nach einem Stellungsfehler auf der linken Seite der Abwehrkette trat Patrick Thomsen aus dem Zentrum und blockte die Eingabe von Makangu, wobei der Ball erst an das Knie, dann an den Arm und schließlich über die Torauslinie sprang. Referee Hippel entschied zwar erst folgerichtig auf Eckstoß, jedoch nach Hinweis seines Assistenten an der Linie zur allgemeinen Überraschung auf Handstrafstoß (3.). Diese Gelegenheit ließ sich Saglam nicht entgehen. Er verwandelte vom Punkt sicher zur frühen Führung des Gastgebers (4.). Und auch in der Folge waren zunächst die Niedersachsen die aktivere und gefährlichere Elf. Nachdem SC-Torhüter Florian Kirschke einen Kopfball nach Eckstoß pariert hatte (8.), musste unsere Mannschaft schon ein Stoßgebet ausrufen, um die nächste Chance der Heimischen ohne Gegentreffer zu überstehen. Bei einem Diagonalball von links auf die verwaiste halbrechte Position kam Franziskus vor Schlussmann Florian Kirschke an das Leder, doch der VfB-Stürmer köpfte den Ball nur an den Pfosten (10.).

 

Weiche tat sich schwer, in die Partie zu finden und kam dennoch schnell zurück. Von der linken Außenlinie trat René Guder einen Freistoß halbhoch und scharf vor den Oldenburger Kasten, an Freund und Feind vorbei landete der Ball zum 1:1-Ausgleich im Netz (13.). Auch nach diesem turbulenten Auftakt blieb die Ereignisdichte zunächst recht hoch, wenngleich die ganz großen Torchancen fehlten. Auf Flensburger Seite versuchte sich weitere dreimal René Guder, der vor der Pause die meiste Gefahr ausstrahlen konnte. Der nunmehr elffache Saisontorschütze jagte erst einen Freistoß aus zentraler Position aus etwa 22 Metern über den Kasten (21.), zwang dann vom rechten Strafraumeck den VfB-Schlussmann Klinkmann mit einem sehenswerten 22-m-Schuss aus der Drehung zu einer Glanztat (24.) und jubelte schließlich zu früh über seinen Kopfballtreffer, bei dem der Assistent an der Linie zu Recht wegen einer Abseitsstellung die Fahne gehoben hatte (39.). Auch Jannick Ostermann versuchte es mit einem Distanzschuss, der jedoch den Kasten verfehlte (25.).

 

Unsere Mannschaft hatte zunehmend das Heft in die Hand genommen und die Partie weitgehend im Griff. In der Offensive sahen einige Kombinationen über Fiete Sykora, den sehr agilen Florian Meyer und René Guder bis zum Strafraum vielversprechend aus. Allerdings blieben die Niedersachsen auf der Gegenseite nicht völlig passiv. So setzte Innenverteidiger Saglam nach einem Eckstoß die Kugel aus 18 Metern über den Kasten (15.). Und SC-Torhüter Florian Kirschke hielt einen Schuss von Tönnies, der sich auf der linken Seite mal durchgesetzt hatte, beim Abschluss aber von Christian Jürgensen noch entscheidend gestört wurde (32.).

 

Die zweite Halbzeit hielt zunächst kaum Höhepunkte bereit. Temin wurde mal auf halbrechts schön freigespielt, setzte den Ball dann jedoch – halb Schuss, halb Eingabe – am langen Pfosten des SC-Tores vorbei (54.). Insgesamt plätscherte das Geschehen ein wenig so dahin, und doch gerieten die Gäste mal wieder auf die Siegerstraße. Einen Eckstoß von links, von René Guder getreten, bugsierte Kevin Schulz „irgendwie“ zur 2:1-Gästeführung über die Linie (62.). Und da inzwischen die Weiche-Abwehr einen gefestigten Eindruck hinterließ, Oldenburg auch kaum noch Gefährlichkeit ausstrahlte, schien die Partie aus Flensburger Sicht genau in den gewünschten Bahnen zu verlaufen. Allerdings zog sich unsere Mannschaft nach der Führung zu weit zurück, und sie setzte auch keine eigenen Angriffe mehr. Diese Passivität sollte sich rächen. Zwar parierte Florian Kirschke den Schuss von Franziskus aus der Drehung sicher (68.), doch als Lach aus dem rechten Halbfeld unbedrängt flanken konnte, köpfte Siala am zweiten Pfosten das Leder im Duell mit dem ungünstig postierten Kevin Schulz zum 2:2-Ausgleich in die Maschen (76.).

 

Der Treffer weckte auf beiden Seiten noch einmal den Ehrgeiz. Unsere Mannschaft bemühte sich nun wieder um ein offensiveres Agieren und hatte auch zwei Möglichkeiten. Erst kam René Guder nach einer Flanke von Ilidio Pastor Santos von der linken Seite einen halben Meter über den Boden zu einem Kopfball, den aber Klinkmann sicher parieren konnte (84.). Dann war der Oldenburger Schlussmann rechtzeitig da, als der eingewechselte Jonas Walter den gestarteten René Guder bedienen wollte (86.). Die besseren Chancen zum Sieg hatte jedoch der Gastgeber. So kam der gerade erst eingewechselte Aug zentral aus elf Metern in eine blendende Schussposition, zögerte aber etwas, sodass er noch geblockt wurde (89.). Beim folgenden Eckstoß parierte Florian Kirschke den Kopfball von Makangu (90.). Weil die Kontrahenten ihre Möglichkeiten also nicht nutzen konnten, blieb es beim am Ende leistungsgerechten Remis, das beide nicht unzufrieden, jedoch ebenso nicht restlos glücklich zurückließ.

 

Bei den Gastgebern konnten Torhüter Klinkmann sowie die Defensivspieler aus der Viererkette Saglam und Bastürk überzeugen. Offensiv einen auffälligen Eindruck hinterließ – mal wieder – Franziskus. Unsere Elf überzeugte durch mannschaftliche Geschlossenheit. Besonders erwähnt seien Kevin Schulz und Ilidio Pastor Santos. Vor der Pause fiel auch Florian Meyer mit Dynamik, Ballsicherheit und Ideen auf.

 

Am kommenden 33. Spieltag empfängt unsere Mannschaft im vorletzten Heimspiel der Regionalliga-Saison mit dem VfL Wolfsburg II einen unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um den Meistertitel. Der Tabellendritte spielt fraglos einen sehr guten, technisch ansprechenden Fußball. Die Fans dürfen sich demnach auf einen spielerischen Genuss freuen, zumal der Bundesliga-Nachwuchs aus der Autostadt im Manfred-Werner-Stadion seine letzte Chance auf den dritten Meistertitel nach 2014 und 2016 wahren und deshalb gewinnen möchte. Ein wichtiger Baustein im Rezept von Trainer Rüdiger Ziehl ist dabei Blaz Kramer, der bereits 15 Saisontreffer erzielen konnte und somit hinter dem HSVer Törles Knöll (19) der zweitbeste Schütze der Liga ist. Aber unsere Mannschaft muss sich bei allem Respekt vor dem spielstarken Kontrahenten nicht verstecken. Das gutklassige Hinspiel in der Autostadt gewann Weiche nach Treffern von Christian Jürgensen (35.) und René Guder mit 2:1 (88.). Und von den fünf bisherigen Gastspielen an der Bredstedter Straße hat der VfL-Nachwuchs nur eines – am 22. März 2014 mit 1:0 – gewinnen können. Vielen Fans wird noch der 3:2-Sieg von Weiche vom 8. Oktober 2014 in Erinnerung sein, als nach schwerer Verletzung von Matthias Hummel unsere Elf zweimal zurück lag. Auch der 1:0-Sieg vor 1.496 Zuschauern am 15.11.2015 konnte die Fans begeistern. Beim SC Weiche kicken mittlerweile mit Marvin Kleihs, Junior Ebot-Etchi und Jannis Pläschke drei Ex-Wolfsburger.

 

Weiche: Kirschke – Jürgensen (Kap.), Thomsen, H. Ostermann – J. Ostermann, K. Schulz (88. Can) – Ebot-Etchi (V), Sykora, Pastor Santos – Guder, F. Meyer (V/75. Walter).

 

Tore: 1:0 Saglam (4., Handstrafstoß), 1:1 Guder (13.), 1:2 K. Schulz (62.), 2:2 Siala (76.).

 

Zuschauer: 761, darunter ca. 20 Flensburger Anhänger, im Stadion am Marschweg, Oldenburg.

 

Schiedsrichter: Timo Hippel (DJK Germania Blumenthal/Bremerhaven), leitete nicht fehlerfrei, hatte die zwar umkämpfte, aber faire Partie jedoch alles in allem im Griff.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit ordnete das 2:2-Remis erst einmal generell ein: „Wenn man weiß, um was es für Oldenburg heute ging, dann haben wir immerhin einen Punkt geholt.“ Nach dem unglücklichen Beginn mit dem Elfmeter hätte es noch schlimmer für seine Elf kommen können. Oldenburg habe da gut gespielt. Seine Mannschaft habe dann die 2:1-Führung herausgespielt, die man „auch mal hätte verteidigen können“. Insgesamt meinte der Trainer, dass das Ergebnis in Ordnung ginge. Und: „Wir können mit dem Punkt leben.“

 

Der Trainer des VfB Oldenburg, Stephan Ehlers, hätte vor der Partie das 2:2 gegen den Spitzenreiter unterschrieben. Nun meinte er allerdings, dass vielleicht auch mehr drin gewesen wäre. Man wollte sich als Team zusammenraufen und den Bock umstoßen. Die kämpferische Leistung insgesamt sei topp gewesen, später ebenso die spielerische und die taktische. Man habe es gut gemacht, und man sei mit dem Punkt zufrieden. Dennoch: Das 2:0 sei durch Franziskus möglich gewesen. Viele Clubs würden – mit Blick auf Stadion und Unterstützung von den Rängen – neidvoll nach Oldenburg blicken. Heute ginge man zufrieden nach Hause, aber es käme nun auf eine schnelle Regeneration an („Meine Spieler sind jetzt schon in der Eistonne.“), um bereits am Donnerstag drei Punkte gegen Egestorf einzufahren.

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