SC Weiche Flensburg 08
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Weiche gewinnt Fußballfest und Nervenschlacht

  Spielinfo

Gut fünf Minuten vor Spielschluss hallte es „Oh wie ist es schön ...“ von der Tribüne des Manfred-Werner-Stadions. Wann hat man sowas schon in Fußball-Flensburg erlebt? Am 33. und damit vorletzten regulären Spieltag der Regionalliga Nord kam der SC Weiche Flensburg 08 am Sonnabendnachmittag zu einem verdienten 3:1-Sieg gegen den Tabellendritten VfL Wolfsburg II. Vor 1.812 zumeist begeisterten Zuschauern lieferten sich die Kontrahenten bei frühlingshaft-sonnigem Wetter eine gutklassige und leidenschaftlich geführte Partie, bei der es auf beiden Seiten um viel ging und bei der daher die Nerven eine entscheidende Rolle spielten. Unsere Mannschaft übernahm nach der inzwischen schon wieder sechsten Partie ohne Niederlage in Folge (fünf Siege, ein Remis) mit nunmehr 68 Punkten aus 31 Spielen erneut die Tabellenführung. Während der Hamburger SV II (66 Punkte, 32 Spiele) am Montagabend mit einem Sieg im Stadtderby bei Altona 93 an unserer Mannschaft wieder vorbeiziehen könnte, hat der VfL Wolfsburg II nach dieser Niederlage im Titelrennen nur noch theoretische Chancen. Es passte ins schöne Bild eines rundum gelungenen Fußballfestes, dass Harald Uhr, Geschäftsführer der Liga-GmbH, vor der Partie Beke Sterner aus der C-Jugend des SC Weiche für ihr Nationalmannschaftsdebüt in der deutschen U-15-Auswahl gegen Belgien unter dem Beifall der fast 2.000 Zuschauer ehrte.

 

Vier Tage nach dem 2:2-Remis beim VfB Oldenburg änderte Trainer Daniel Jurgeleit die Startelf erneut gleich auf sechs Positionen. In die Anfangsformation rotierten Benjamin Safo-Mensah, Marvin Kleihs, Finn Wirlmann, Jonas Walter, Dominic Hartmann und Nico Empen für Kevin Schulz, Junior Ebot-Etchi, Ilidio Pastor Santos, Jannick Ostermann, Fiete Sykora und Florian Meyer. Im 18er-Spieltagskader fehlten die Rekonvaleszenten bzw. verletzten Torge Paetow, Nedim Hasanbegovic, Jannis Pläschke, Fabian Arndt und Jannik Drews sowie der „Gelb“-gesperrte Ex-Wolfsburger Junior Ebot-Etchi und Tayfun Can. Mit Benjamin Safo-Mensah und Finn Wirlmann rutschten zwei zuletzt angeschlagene Akteure sofort in die erste Elf.

 

Beim Anpfiff der Partie lag die Spannung beinahe zum Greifen über dem Manfred-Werner-Stadion. Die spielstarken Gäste benötigten unbedingt einen Sieg, um im Titelrennen noch eingreifen zu können. Doch die ersten Akzente setzte Weiche, als der Aufsetzer von Nico Empen nach weitem Einwurf geblockt wurde (7.). Wenig später bot sich bereits die große Chance zur Führung, als René Guder im Wölfe-Strafraum gefoult wurde (7.). Dominic Hartmann verwandelte den Strafstoß sicher unten links (9.). Der Treffer passte ins Konzept unserer Elf.

 

In der Folge übernahmen die Gäste das Kommando. Während sich Weiche weitgehend in die eigene Hälfte zurückzog, generierte der VfL mit seinen technisch versiert ausgebildeten Jung-Profis viel Ballbesitz. Ging es aber in die torgefährliche Zone, war der SC mit seinen Abwehrrecken immer wieder klärend zur Stelle. VfL-Torjäger Kramer, der in der beiderseits robust geführten Partie viel einstecken musste, hatte besonders gegen den wachsamen Hendrik Ostermann einen schweren Stand. So kamen die Gäste bis zur Pause trotz deutlich mehr Spielanteilen kaum zu Torchancen. Die erste ernsthafte Annäherung an das Gehäuse von SC-Schlussmann Florian Kirschke resultierte aus Minute 37, als der fleißige Justvan aus 19 Metern aus der Drehung die Kugel über den Kasten jagte. So hatte Weiche in der vor der Pause eigentlich ereignisarmen, aber alles andere als langweiligen Partie sogar die besseren Möglichkeiten, wenngleich auch diese kaum hochkarätig waren. Christian Jürgensen setzte einen Fallrückzieher deutlich zu hoch an (30.). Die weitgezogene Freistoßflanke von Marvin Kleihs von links verpasste Patrick Thomsen am Fünfmeterraum nur knapp (33.). Nach einem Abschlag von Florian Kirschke verzog schließlich Nico Empen auf halbrechts; der Ball ging am langen Pfosten vorbei (34.). Mit solchen Szenen konnte sich Weiche wenigstens etwas aus der Umklammerung befreien, denn zuweilen hatte unsere Mannschaft Probleme damit, das Geschehen mal aus der eigenen Hälfte in die gegnerische zu verlagern. Als dennoch eine Halbzeitführung in Aussicht war, segelte in der Nachspielzeit ein von Saglam getretener Eckstoß von links in den Weiche-Strafraum, Stutter kam ungehindert zum direkten Abschluss, jagte die Kugel als Stimmungstöter zum 1:1-Ausgleich direkt unter die Latte (45.+1).

 

Von diesem Rückschlag mit dem Pausenpfiff erholte sich unsere Mannschaft glänzend. Zwar setzten die Gäste über Justvan, der seinen Flachschuss am rechten Pfosten vorbei zog (46.), im zweiten Abschnitt das erste Signal, doch erfolgreich war der Gastgeber. Christian Jürgensen konnte sich auf Linksaußen einen Ball erlaufen, ihn nach innen bringen, Finn Wirlmann verlängerte auf den rechts stehenden Nico Empen, der die Kugel vor das Tor brachte, wo René Guder schnell reagierte und den Ball aus vier Metern zur umjubelten 2:1-Führung versenkte (48.). Und anders als nach der 1:0-Führung blieb Weiche nun am Drücker. Den Freistoß aus 22 Metern, direkt getreten von Dominic Hartmann, lenkte Torhüter Menzel um den Pfosten (52.). Nach dem folgenden Eckball parierte der Wolfsburger Schlussmann den Schuss von Marvin Kleihs sicher (53.). Dennoch fiel in diese stärkste Flensburger Phase das vorentscheidende 3:1. René Guder hatte schnell reagiert und mit Einwurf von rechts seinen Sturmpartner Nico Empen im Strafraum eingesetzt. Dessen Schwenk um einen Gegenspieler herum stoppte der Wolfsburger mit einem Foul (55.). Den fälligen Strafstoß verwandelte nun René Guder (56.).

 

Inzwischen war richtig Feuer in der Partie. Der VfL-Nachwuchs sah seine letzten Titelchancen schwinden. Die bis dahin zwar umkämpfte, aber sehr faire Partie wurde nun nickliger. Nacheinander sahen jetzt Marvin Kleihs (Foul an May, 57.), Jonas Walter (taktisches Foul, 66.) und Benjamin Safo-Mensah (Foul an Kramer, 76.) auf Flensburger Seite sowie Saglam (Foul an Finn Wirlmann, 53.), Franke (Foul an Nico Empen, 61.), Klamt (Foul an Dominic Hartmann, 62.) und Ziegele (Foul an Christian Jürgensen, 64.) bei den Jungwölfen die „Gelbe Karte“. Höhepunkt des Farbenspiels war dann die fällige „Gelb-Rote“ gegen Saglam, der kurz vor dem rechten Strafraumeck Dominic Hartmann stoppte und damit eine exzellente Konterchance zunichtemachte (69.).

 

Fußball wurde in der letzten halben Stunde auch noch gespielt. Die Wolfsburger legten zwar bis zum Schluss den Vorwärtsgang ein. Doch zu Gelegenheiten kamen die merklich angeschlagenen Gäste weiterhin kaum. Nennenswerte Möglichkeiten hatten noch Saglam, dessen Freistoß über das Weiche-Tor flog (67.), sowie Ziegele, dessen Kopfball nach Freistoß von Linksaußen ebenfalls das Ziel verfehlte (72.). Die besseren Chancen besaßen die schnell konternden Fördestädter. Den Freistoß von Jonas Walter entschärfte Torhüter Menzel (63.). Der VfL-Schlussmann blieb auch zweimal gegen René Guder Sieger; erst nach einem langen Befreiungsschlag von Patrick Thomsen gegen einen versuchten Heber des Flensburger Torjägers (80.), dann aus spitzem Winkel, als unsere Nummer 18 von Dominic Hartmann bedient wurde (84.). Als schließlich auch noch Ilidio Pastor Santos nach starker Vorarbeit von Christian Jürgensen und Tim Wulff über rechts die Kugel von halblinks aus zwölf Metern über den Kasten setzte (90.+3), war der letztlich sogar hochverdiente 3:1-Sieg des SC Weiche nach leidenschaftlichen 90 Minuten und starker zweiter Halbzeit perfekt.

 

Aus unserer insgesamt sehr engagiert auftretenden Mannschaft ragte René Guder mit seiner individuellen Klasse noch heraus. Außerdem konnten sich beispielsweise Benjamin Safo-Mensah, Jonas Walter und Dominic Hartmann sehr gute Noten verdienen, wie auch der Ex-Wolfsburger Marvin Kleihs vor allem in der zweiten Halbzeit viel Dampf machen konnte. Besonders auffällig bei den Gästen aus der Autostadt agierten Kapitän Klamt als cleverer Antreiber aus der Defensive und der dynamische Justvan im zentralen Mittelfeld. Eine sehr gute Note verdiente sich zudem VfL-Schlussmann Menzel, der eine höhere Wolfsburger Niederlage verhinderte.

 

Spitzenspiele kann unsere Mannschaft jedenfalls. Sie holte in dieser Saison in den sechs Partien gegen die drei anderen Toppvertretungen Hamburger SV II (2:0, 1:1), VfL Wolfsburg II (3:1, 2:1) und VfB Lübeck (1:0, 4:0) sensationelle 16 der möglichen 18 Zähler. Und sie blieb in den sechs Heimbegegnungen im Jahre 2018 ohne Punktverlust. Beides sind grandiose Bilanzen.

 

Weiter geht es allerdings gegen einen Kontrahenten, der tabellarisch nicht zur Spitze zu zählen ist. Schon am Mittwoch (09.05.2018, 18.45 Uhr) wird das letzte Heimspiel dieser Regionalliga-Saison an der Bredstedter Straße angepfiffen. Als Gast erwartet unsere Mannschaft dann den BSV Schwarz-Weiß Rehden, der aktuell noch im Abstiegskampf steckt, weil der 15. Tabellenplatz keine Sicherheit für den Klassenerhalt bietet. Entsprechend motiviert werden die Gäste aus der Samtgemeinde des Landkreises Diepholz auftreten. Für den SC ist das Hinspiel Warnung genug. Am 2. September 2017 war der BSV daheim gegen Weiche mit 3:1 zu seinem ersten Saisonsieg gekommen. Nun hat die Elf von Trainer Benedetto Muzzicato eine deutlich bessere Rückrunde gespielt. Mit den Ex-Profis Francky Sembolo (u. a. Holstein Kiel, Arminia Bielefeld, VfL Osnabrück, SV Meppen) und Addy Waku Menga (u. a. VfL Osnabrück, Hansa Rostock, Preußen Münster) verfügen die Niedersachsen über prominente Stürmer – beide mit Länderspieleinsätzen für ihr Heimatland Kongo –, wobei diese derzeit nur bedingt Stammspieleransprüche beim BSV stellen können und Sembolo „gelb“-gesperrt am Mittwoch fehlen wird. Zuletzt hatte Weiche bei den jüngsten Gastspielen der Rehdener mit 3:0 und 2:0 gewonnen. Zuvor waren allerdings die Gäste in Flensburg dreimal siegreich (1:0, 2:0, 2:1).

 

Weiche: Kirschke – Safo-Mensah (V), Thomsen, H. Ostermann – Wirlmann (72. Pastor Santos), Walter (V) – Kleihs (V), Hartmann (90. Wulff), Jürgensen (Kap.) – Empen (85. K. Schulz), Guder.

 

Tore: 1:0 Hartmann (9., Strafstoß), 1:1 Stutter (45.+1), 2:1 Guder (48.), 3:1 Guder (56., Strafstoß).

 

Zuschauer: 1.812 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Christian Meermann (SC SF Niedersachsen Vechta), mit sehr guter Leistung; hatte gerade in der zweiten Halbzeit allerhand zu tun, lag aber bei beiden Strafstoßentscheidungen und den persönlichen Strafen (7mal „Gelb“ plus einmal „Gelb-Rot“) richtig.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des VfL Wolfsburg II, Rüdiger Ziehl, gratulierte dem Kontrahenten nicht nur zum Sieg, sondern auch schon zur Meisterschaft. So wie Weiche auftritt, mit einem ausgeglichenen Kader, schnellen Spielern und torgefährlichen Angreifern, sei das verdient. Er sah eine kampfbetonte Partie mit einem unglücklichen Gegentor durch den Elfmeter, bei dem seine Mannschaft die Situation nicht geklärt habe. Danach sei seine Elf ins Spiel und durch einen Standard zum Ausgleich gekommen. Nach der Halbzeit wollte seine Mannschaft ähnlich zurückkommen. Doch man habe sich immer wieder in viel zu viele Duelle und Zweikämpfe verwickelt. Daher konnte man zu wenig Torgefahr herausspielen, sodass Flensburg verdient gewonnen habe.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit bedankte sich zunächst für die Glückwünsche zum Sieg. Es sei ein schweres Spiel gewesen, bei dem es um sehr viel ging, zumal man wusste, dass Wolfsburg sehr gut vorbereitet anreisen würde. Nach dem 1:0 habe seine Mannschaft den Spielbetrieb fast eingestellt. Ärgerlich war dann der Ausgleich mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit. Das habe die Mannschaft getroffen, die sehr geknickt in die Kabine ging. „Aber wir wollten dann mit Brust raus und wie Kerle wiederkommen und auf dem Platz selbst etwas machen“, meinte der Trainer, der hinzufügte, dass man auch mit nur einem Punkt durchaus hätte leben können. Aufgrund der zweiten Halbzeit war es ein verdienter Erfolg, auch wenn Wolfsburg immer wieder gefährlich gewesen sei und mit einem Anschlusstreffer das Spiel noch mal richtig eng hätte werden können. Der Trainer zeigte sich sehr zufrieden, auch wie die Mannschaft nervlich den Druck standgehalten habe.

 

Glückwünsche zur Meisterschaft wies der Trainer ab. Aber: „Stand heute haben wir mehr Punkte (68/d. Red.) als in der letzten Saison (66).“

 

Befragt nach einzelnen Spielern sagte der Trainer, dass René Guder sehr wichtig sei. Marvin Kleihs und Benjamin Safo-Mensah hätten auch einen richtig guten Tag gehabt, doch die Mannschaft insgesamt funktionierte. Es sei wichtig, aber auch anstrengend und spannend, wenn man aufgrund der außergewöhnlichen Situation fünf, sechs Spieler pro Begegnung tauschen muss.

 

Abschließend lud Liga-GmbH-Geschäftsführer Harald Uhr alle zum kommenden Mittwoch ein, um „das letzte Heimspiel mit uns zu feiern“.