SC Weiche Flensburg 08
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Weiche darf stolz sein: auf Augenhöhe mit Cottbus!

  Spielinfo

Im Rückspiel der Aufstiegsrelegation kam der SC Weiche Flensburg 08 beim favorisierten FC Energie Cottbus zwar zu einem torlosen Remis, doch nachdem die erste Partie vor drei Tagen in Kiel mit 2:3 verloren wurde, reichte das sehr achtbare Teilergebnis nicht, um in der Summe den Ex-Bundesligisten zu bezwingen. Am Sonntagnachmittag bot unsere Mannschaft dem Meister der Regionalliga Nordost vor 20.056 Zuschauern im – was den Heimbereich betrifft – erstmals seit knapp vier Jahren wieder ausverkauften Cottbusser Stadion der Freundschaft bei schwül-warmem Fußballwetter alles in allem Paroli, konnte jedoch selbst kaum torgefährlich werden. Die heimischen Fans feierten mit Schlusspfiff um 15.59 Uhr die Rückkehr in die 3. Liga und damit in den Profifußball mit einem kurzen Pyro-Feuerwerk auf der Stehtribüne und einem anschließenden friedlichen Platzsturm. Der herausragend starken Saison unserer Mannschaft blieb die Krönung somit versagt. Doch Meisterschaft und Landespokalsieg kann dem SC keiner mehr nehmen. Und Weiche konnte – wie Trainer Daniel Jurgeleit voller Stolz meinte – das Cottbusser Stadion der Freundschaft erhobenen Hauptes verlassen. Die Flensburger Spieler waren nach dem Schlusspfiff indes enttäuscht und leer, weil dem Fußballmärchen im Mai 2018 der krönende Abschluss fehlte. Aber mit dem Abstand einiger Tage dürfte auch bei ihnen große Zufriedenheit über das in der Saison Erreichte einziehen. Männer, ihr habt eine Klasse-Saison gespielt!

 

Während der Cottbusser Trainer Claus-Dieter Wollitz gegenüber dem Hinspiel vor drei Tagen der gleichen Startelf vertraute, nahm Trainer Daniel Jurgeleit drei Veränderungen vor. Für Benjamin Safo-Mensah, den in der Schlussphase in Kiel verletzt ausgeschiedenen Nadim Hasanbegovic und Nico Empen liefen Finn Wirlmann, der zu den Sportfreunden Lotte wechselnde Junior Ebot-Etchi und Tim Wulff von Beginn an auf. Marcel Cornils war erneut nicht nur im Kader, sondern wurde in der Schlussphase – wie Nico Empen und Fiete Sykora – auch eingewechselt. Weiterhin im Aufgebot waren der Ex-Cottbusser Raphael Straub (Tor), Kevin Schulz, Jannick Ostermann und Ilidio Pastor Santos. Im 18er-Kader fehlten die verletzten Torge Paetow, Jannis Pläschke, Nedim Hasanbegovic und Jannik Drews sowie Benjamin Safo-Mensah, Fabian Arndt, Florian Meyer und Tayfun Can.

 

Schnell deutete sich an, dass beide Mannschaften ihre Hausaufgaben gemacht hatten. Sowohl die drei Tore der Cottbusser wie die beiden Treffer von Weiche waren im Hinspiel über die jeweils rechte Angriffsseite eingeleitet worden. Nun standen beide Mannschaften gerade auf den Außenbahnen gut gestaffelt und machten die Seiten zu. So entwickelte sich eine von der Taktik geprägte Partie, der Tempo und Spielwitz weitgehend fehlten. Vielmehr belauerten sich die Kontrahenten, warteten ab und griffen jeweils erst in der eigenen Hälfte an. Dennoch kam Weiche gut in die Partie. Als Junior Ebot-Etchi 25 Meter vor dem gegnerischen Tor nach rechts herausspielte, hatte Marvin Kleihs ziemlich viel Platz. Er verzog aber aus 22 Metern flach links vorbei (1.). Auch in der Folge hatten die Fördestädter sogar mehr Aktivität zu verzeichnen, wenngleich die Güte der Torgelegenheiten eher mäßig war. René Guder traf nach Dribbling über rechts erst nur das Außennetz (8.), fand später bei einer ähnlichen Situation nach weitem Pass von Jonas Walter im Zentrum keinen Abnehmer, sodass er es fast von der Torauslinie versuchte, aber an Torhüter Spahic scheiterte (40.). Tim Wulff traf nach Flanke von Dominic Hartmann von rechts den Ball per Kopf nicht richtig und verfehlte so den Kasten deutlich (19.). Ein Freistoß von Marvin Kleihs von halblinks aus gut 35 Metern passierte Freund und Feind, aber auch das Cottbusser Tor (23.). Dann luchste Tim Wulff auf der rechten Außenlinie einem Cottbusser den Ball ab und stiefelte los, brachte aber keinen Abschluss mehr zustande (24.). Das alles roch jetzt nicht nach allergrößter Torgefahr, war aber im Vergleich zu den Platzherren beinahe noch ein Angriffswirbel. Energie durfte erst nach einer halben Stunde den ersten nennenswerten Abschluss verbuchen, als Zimmer einen Freistoß fast von der linken Eckfahne – vor dem mit leider nur rund 100 Fans besetzten Gästeblock – direkt auf das Gehäuse setzte, doch SC-Torhüter Florian Kirschke war im bedrohten kurzen Eck (30.). Es war die einzige Gelegenheit der Lausitzer in Halbzeit eins, die nach 38 Spielminuten immerhin den ersten Eckstoß der Partie buchen konnten. Die Cottbusser, die allerdings angesichts des Hinspielresultats reserviert agieren konnten, fanden wenig Mittel und versuchten es immer wieder mit weiten Diagonalbällen aus der eigenen Hälfte, insbesondere auf Viteritti auf links und Weidlich auf rechts. Die beiden Außenbahnspieler der Brandenburger konnten sich aber nicht derart in Szene setzen wie im Hinspiel. So sah der Spielaufbau von Weiche zumindest manchmal sogar gefälliger aus. Ansonsten war die erste Halbzeit geprägt von einer Phase mit vielen giftigen Zweikämpfen im Mittelfeld. Daher holten sich Zimmer (Unsportlichkeit, 23.) und De Freitas Costa (Foul an Tim Wulff, 27.) auf der einen sowie Christian Jürgensen (Foul an Weidlich, 28.) und Marvin Kleihs (Foul an Viteritti, 29.) auf der anderen Seite binnen weniger Minuten „Gelb“ ab. Danach hatte der FIFA-Referee Dingert aber Ruhe auf dem Platz.

 

Im zweiten Spielabschnitt übernahm zunehmend der Gastgeber die Initiative, der nun auch zu seinen Möglichkeiten kam. Nach einer Flanke von rechts köpfte De Freitas Costa per Aufsetzer nur haarscharf links vorbei (53.), dann setzte Zimmer einen Freistoß von halblinks nur knapp über das rechte Tordreieck (59.). Die größte Möglichkeit ergab sich, als nach einem Fehler im Flensburger Spielaufbau Mamba allein auf Torhüter Florian Kirschke zulaufen konnte. Aber der schnelle Angreifer schloss überhastet ab und verfehlte den Kasten (64.) – Glück für Weiche. Unsere Mannschaft überließ nun dem Kontrahenten zu sehr die Initiative, fand selbst kaum noch zu Aktionen und produzierte mit einfachen Pässen ins Seitenaus viele Fehler. Konzentration und Kraft gingen sichtlich verloren; zudem schien nun auch zunehmend der Glaube zu fehlen, die notwendigen beiden Treffer in Cottbus erzielen zu können. Dominic Hartmann klärte noch vor dem einschussbereiten De Freitas Costa (78.).

 

In der Schlussphase reagierte Trainer Daniel Jurgeleit, brachte erst Marcel Cornils für Finn Wirlmann (71.), dann mit Nico Empen einen frischen Stürmer für Tim Wulff (77.) und schließlich mit Fiete Sykora eine weitere Offensivkraft, für den Abwehrspieler Hendrik Ostermann weichen musste (80.). Unsere Mannschaft versuchte es nun mit dem Mute der Verzweifelung. Einen Hauch von Chance gab es, als Marcel Cornils nach einem Solo kurz vor dem Strafraum Nico Empen steil schickte, doch Torhüter Spahic hatte aufgepasst (79.). Und doch hätte das Spiel beinahe noch eine dramatische Schlussphase bekommen, denn sie kam tatsächlich – die große Chance zum Gästeführungstreffer. Marvin Kleihs hatte den ersten (und einzigen) Eckstoß des SC von links nach innen gebracht, Christian Jürgensen kam an das Leder, dann scheiterte Nico Empen aus zwei Metern an dem vor ihm postierten Torhüter Spahic, Marcel Cornils brachte den Abpraller aus Nahdistanz nicht aufs Tor (82.). Da war für einen Moment völlige Ruhe unter den 20.000 Fans eingezogen, ehe ein laut hörbares kollektives Aufatmen zu vernehmen war.

 

Die letzten Minuten waren geprägt von einem verzweifelten Anrennen unserer Mannschaft und immer wieder Konterchancen der Lausitzer, die selbst aber oft genug versuchten, das Leder eher zu halten als zielstrebig auf den Führungstreffer zu gehen. So war Patrick Thomsen bei einer Eingabe von rechts am Elfmeterpunkt vor dem diesmal eher unscheinbar gebliebenen Mamba zur Stelle (85.). Und schließlich scheiterte der eingewechselte Scheidhauer per Kopf an Torhüter Florian Kirschke (90.+4). Das war den Gastgebern aber egal, denn unmittelbar danach ertönte der Abpfiff, der im Cottbusser Aufstiegsjubel beinahe unterging.

 

Bei den Gastgebern waren Kruse als vorbildlicher „Sechser“ sowie Schlüter, Zimmer und De Freitas Costa, die das Spiel aus der Defensive nach vorn trugen, die auffälligsten Akteure. Auf Flensburger Seite kann von einer mannschaftlich geschlossenen Leistung gesprochen werden, in der keiner abfiel. Die besten Noten bei unserer Elf konnten sich Torhüter Florian Kirschke, Abwehrchef Jonas Walter und Angreifer René Guder verdienen.

 

Mit der zweiten Begegnung gegen den FC Energie Cottbus endet nicht nur der Marathon der vergangenen Wochen mit 19 Pflichtspielen binnen 69 Tagen, sondern auch diese denkwürdige Saison 2017/18, in der unsere Mannschaft mit der Regionalligameisterschaft und dem Landespokalsieg die bislang größten Triumphe des Vereins feiern konnte. Nach einigen Wochen wohlverdienter Regeneration wird es im Sommer mit der Vorbereitung auf die neue Spielzeit wieder losgehen. Höhepunkte vor dem Regionalliga-Auftakt werden die Partien gegen den FC St. Pauli (07.07.18, 12 Uhr) und Borussia Mönchengladbach (14.07.18, 14 Uhr), jeweils im Flensburger Manfred-Werner-Stadion, sein.

 

Weiche: Kirschke – Thomsen, Walter, H. Ostermann (80. Sykora) – Wirlmann (71. Cornils), Jürgensen (Kap./V) – Kleihs (V), Hartmann, Ebot-Etchi – Guder, Wulff (77. Empen).

 

Tore: keine.

 

Zuschauer: 20.056, darunter rund 100 Flensburger, im – was den Heimbereich betrifft – ausverkauften Stadion der Freundschaft, Cottbus.

 

Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries/TSG Burg-Lichtenberg), zückte in der ersten halben Stunde auf beiden Seiten je zweimal „Gelb“ und hatte anschließend wenig Mühe mit der fairen Partie.

 

 

Trainerstimmen: