SC Weiche Flensburg 08
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Starker Auftritt: Weiche fordert die Störche

  Spielinfo

Holstein Kiel – SC Weiche Flensburg 08 3:2 (0:0)

 

Der SC Weiche Flensburg 08 hat das sehr kurzweilige und unterhaltsame Testspiel am Mittwochabend bei Holstein Kiel zwar mit 2:3 verloren, aber über weite Strecken einen sehr guten Eindruck hinterlassen und beim einzigen Profifußballverein aus Schleswig-Holstein sicherlich Respekt hinterlassen. Vor etwa 900 Zuschauern im Citti-Fußball-Park, der Anlage des Nachwuchsleistungszentrums der KSV, zeigte unsere Mannschaft in der ersten Halbzeit eine couragierte, konzentrierte und taktisch kluge Vorstellung. Nach einer schwächeren Viertelstunde zu Beginn der zweiten 45 Minuten musste man zwar zwischenzeitlich ein ähnliches Desaster wie bei der 1:6-Niederlage im Test gegen den FC St. Pauli befürchten, doch Weiche demonstrierte nur einen Tag nach dem Landespokal-Achtelfinalspiel vom Dienstagabend (4:0 bei IF Stjernen Flensborg) Moral und Kampfkraft, sodass der 0:3-Rückstand noch deutlich korrigiert wurde. Im dritten Testspiel und beim vierten Saisonauftritt insgesamt sprang daher die bislang beste Gesamtleistung heraus, die deutlich machte, dass der SC auf gutem Wege ist, wieder ein starkes Kollektiv zu werden. Der gastgebende Zweitligist hatte bei trockenem Fußballwetter ordentlich zu tun, um vor den Augen auch von Fiete Sykora – der einst bei Holstein und zuletzt bei Weiche aktiv war – unsere Mannschaft im Duell der beiden aktuell besten Fußballmannschaften Schleswig-Holsteins auf Distanz zu halten.

 

Trainer Daniel Jurgeleit bot knapp 21 Stunden nach dem Abpfiff des Pokalspiels bei IF Stjernen Flensborg (4:0) eine Startelf auf, in der mit Kapitän Christian Jürgensen (90 Minuten am Vortag) sowie den Teilzeitkräften Finn Wirlmann, Kevin Schulz, Marvin Ibekwe und Jannick Ostermann insgesamt fünf Akteure standen, die schon am Vortage zum Einsatz gekommen waren. Insgesamt setzte unsere Mannschaft im Verlauf der Partie 20 Spieler ein. Erstmals dabei war der am Donnerstag vergangener Woche verpflichtete Joël Keller (vormals FC St. Pauli). Als einzige Akteure spielten Torhüter Florian Kirschke – mit seinem Debüteinsatz in dieser noch jungen Saison – und Patrick Thomsen die 90 Minuten durch.

 

In der Partie gab es kein langes Abtasten. Der Zweitligist legte gleich ein hohes Tempo vor und kam schnell zu Möglichkeiten. Doch ein Treffer von Kinsombi wurde wegen Abseitsstellung nicht anerkannt (3.), und Dehm zielte nach schöner Hackenablage von Mörschel deutlich über den Kasten (4.). Unsere Mannschaft kam aus einer defensiven, kompakten Grundordnung alsbald auch zu Möglichkeiten. Den ersten Abschluss hatte Jannick Ostermann, der das Tor verfehlte (5.). Dann verlängerte Tim Wulff einen weiten Schlag aus der Defensive per Kopf in den Lauf von Kevin Schulz, der es aus gut 45 Metern direkt mit einem Heber versuchte, den Torhüter Reimann nur mit Mühe zur Ecke abwehren konnte (9.). Jannik Drews, der erneut auf der linken Bahn agierte, nahm eine Flanke seines rechten Pendants Jannis Pläschke aus spitzem Winkel direkt, doch Torhüter Reimann parierte (20.). Dann schickte er Marvin Ibekwe, der nach langem Lauf und aus spitzem Winkel ebenfalls an Reimann scheiterte, wobei kein SC-Spieler mitgelaufen war (25.). Reimann war auch bei einem Schuss von Marvin Ibekwe zur Stelle, nachdem Jannick Ostermann die Vorarbeit geleistet hatte (34.). Das alles sah schon sehr gut aus, war zwischenzeitlich allerdings durch die Rote Karte gegen den Ex-Herthaner van den Bergh begünstigt, der wegen einer (vermeintlichen) Schiedsrichterbeleidigung vom Platz flog (14.). Nach Intervention der Mannschaftsverantwortlichen der KSV und mit Zustimmung von SC-Trainer Daniel Jurgeleit komplettierte der Zweitligist einige Minuten später mit Lewerenz seine Elf (23.). Was unsere Mannschaft in jener Phase zeigte, war einfach nur Klasse.

 

Die Kieler Störche wurden gegen Ende der ersten Halbzeit stärker. Nach einem Lauf von Lewerenz über links hatte Serra die beste Vorpausenchance, doch aus Nahdistanz setzte er seinen Abschluss über den Kasten (27.). Beim Flachschuss von Kinsombi aus gut 20 Metern hatte SC-Torhüter Florian Kirschke ein paar Probleme (32.), um dann aber gegen Lewerenz rechtzeitig zur Stelle zu sein (33.) und den Flachschuss von Mühling sicher zu parieren (38.). Zu guter Letzt zielte noch Janzer am Kasten vorbei (44.), sodass es nach einem munteren Spiel durchaus gerecht mit einem Remis in die Kabinen ging.

 

Nach der Halbzeitpause hatte Torge Paetow durch bissiges Nachsetzen am gegnerischen Strafraum gleich die erste Chance (46.). Dann aber übernahm der nach acht Wechseln neu aufgestellte Zweitligist – nur Torhüter Reimann, Abwehrchef Thesker und der früh eingewechselte Lewerenz blieben auf dem Platz – klar das Kommando. Nach einem Fehler hinten links erzielte der Testspieler Niklas Schmidt (Werder Bremen) mit strammem Abschluss ins lange Eck die Führung der Störche (48.). Nachdem er gleich noch einmal den Kasten anvisiert hatte, ihn allerdings knapp verfehlte (49.), netzte KSV-Neuzugang Girth – den Flensburgern aus dessen Meppener Zeiten bekannt – aus Nahdistanz zum 2:0 ein. Die Vorarbeit, erneut über die nun bessere rechte Kieler Seite, hatte Sen geliefert (51.). Florian Kirschke musste dann den 20-m-Flachschuss von Herrmann entschärfen (52.) und war ebenfalls zur Stelle, als Lewerenz diesmal Herrmann eingesetzt hatte und erneut Girth im Zentrum auftauchte (60.). Den folgenden Eckstoß brachte dann der Ex-Meppener mit der Hacke zum 3:0 unter (61.).

 

Der gute Vorpauseneindruck, den Weiche hinterlassen hatte, schien nun dahin, und angesichts der immer größer werdenden Spielfreude des Zweitligisten musste man bei den Gästen nun Schlimmes fürchten. Doch auch wenn sich jetzt sehr viel am und im Flensburger Strafraum abspielte, lag die Kugel nur noch einmal im Gäste-Tor, wobei der Treffer von Girth wegen Abseitsposition nicht anerkannt wurde (68.).

 

Unsere Mannschaft versuchte, sich aus dem Druck zu befreien. Ein erstes Signal setzte – nachdem Kevin Schulz den Ball durch das Mittelfeld getrieben hatte – Marvin Ibekwe, dessen Schuss von halblinks Torhüter Reimann aber vor keine Probleme stellte (58.). Ähnlich schnell ging es, als Jannis Pläschke die rechte Bahn herunterlief und Marvin Ibekwe im Zentrum noch zum Eckstoß geblockt wurde (62.). Solche Aktionen machten Mut. Und sie wurden belohnt: Gökay Isitan legte von der Mittellinie Gary Noël die Kugel perfekt in den Lauf, dieser behauptete sich gegen Mohr, wurde dann im Strafraum gehalten. Der Gefoulte verwandelte den fälligen Strafstoß sicher oben rechts zum 1:3 (74.). Und als Florian Meyer über links abging und nach innen spielte, hatte der gerade eingewechselte Nico Empen die Fußspitze dran, um die Kugel zum 2:3-Anschluss einzuschieben (86.). Was war denn hier los? Schließlich hatte Gökay Isitan per Kopf nach Fehler des Störche-Schlussmannes Reimann, der an der Strafraumgrenze im Luftkampf nicht an die Kugel kam, sogar die Chance zum 3:3-Ausgleich, doch der Ball trudelte gemächlich am linken Torpfosten vorbei ins Aus (89.). Das wäre vielleicht auch des Guten zu viel gewesen. Ungeachtet dessen sollte Weiche beim Kieler Publikum Eindruck hinterlassen haben.

 

Bei der KSV fielen aus der Startelf besonders Abwehrchef Thesker und später Peitz als Führungsspieler auf. In der Offensive erzielten die beiden Torschützen Girth und Schmidt die größte Wirkung. Auf Flensburger Seite konnten vor allem Torhüter Florian Kirschke, der eher unauffällig, aber sehr wichtig agierende Jannick Ostermann und der präsente Finn Wirlmann überzeugen. Auch Marvin Ibekwe zeigte mit seiner Beweglichkeit gute Ansätze im Angriff.

 

Der neue Trainer der Kieler Störche, Tim Walter, zeigte sich nach der Partie durchaus nicht unzufrieden. Vor der Pause hätten seine Spieler häufig zwischen Dribbeln und Passen die falschen Entscheidungen getroffen. Auch habe sich hier jeder anbieten wollen, was dazu geführt habe, dass die Mannschaftsleistung darunter gelitten hätte. In der zweiten Halbzeit habe man sich viele Chancen erspielt, und er hätte sich gewünscht, dass dort mehr Tore erzielt worden wären. Die beiden Gegentore würden ihn aber in keinster Weise beunruhigen.

 

Zum nächsten Testvergleich empfängt unsere Mannschaft am kommenden Sonnabend (14.07.2018, 14 Uhr) nun Borussia Mönchengladbach. Die Partie im Manfred-Werner-Stadion gegen den renommierten Erstligisten wird – darauf weist bereits der Vorverkauf hin – sehr gut besucht sein. Man darf gespannt sein, wie sich die Schützlinge von Trainer Daniel Jurgeleit gegen einen Kontrahenten schlagen werden, der zahlreiche Nationalspieler aus verschiedenen Ländern aufbieten wird.

 

SC Weiche 08: Kirschke – Paetow (V/75. Keller), Thomsen, Jürgensen (Kap./30. H. Ostermann) – J. Ostermann (83. Empen), K. Schulz (83. F. Meyer) – Pläschke (64. Noël), Wirlmann (64. Walter), Drews (46. Njie) – Ibekwe (75. Hartmann), Wulff (57. Isitan).

 

Tore: 1:0 Schmidt (48.), 2:0 Girth (51.), 3:0 Girth (61.), 3:1 Noël (74., Strafstoß), 3:2 Empen (86.).

 

Schiedsrichter: Malte Göttsch (TuS Hartenholm), zog zur Überraschung aller „Rot“ für van den Bergh (14.); ansonsten solider Leiter eines umkämpften, aber fairen Spiels (einmal „Gelb“ für Paetow, 71.).

 

Zuschauer: 900 im Citti-Fußball-Park am Steenbeker Weg, Kiel-Projensdorf.

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