SC Weiche Flensburg 08
//
www.weiche-liga.de

Neuigkeiten

Immer auf dem neusten Stand

In Unterzahl zum ersten Auswärtspunkt

  Spielinfo

Zum Ende der ersten „englischen Woche“ kam Meister SC Weiche Flensburg 08 am Sonntag im Auswärtsspiel bei der U 23 des FC St. Pauli zu einem 1:1-Remis. Bei angenehmen Temperaturen von knapp über 20 Grad sahen 141 Zuschauer, darunter mindestens die Hälfte aus Flensburg, im Edmund-Plambeck-Stadion von Norderstedt eine schnelle und niveauvolle Partie, bei der vor allem eine Szene aus der 13. Minute für Gesprächsstoff sorgte. In deren Folge musste unsere Mannschaft einen Foulstrafstoß und – wie schon beim ersten Auswärtsspiel vor acht Tagen in Jeddeloh II – erneut eine Rote Karte hinnehmen. Am Ende verdiente sich der Gast diesen einen schwer erkämpften Punkt, mit dem die Serien erhalten blieben: Auch beim siebenten Gastauftritt beim FC St. Pauli II blieb unsere Mannschaft nach erst vier Siegen nun mit dem dritten Remis in Folge ungeschlagen, und es war jeweils das dritte 1:1-Remis nacheinander gegen den Nachwuchs des Kiezklubs sowie im Stadion des FC Eintracht Norderstedt. Überhaupt: Weiche hat in nun 13 Duellen gegen den FC St. Pauli II bei sechs Siegen und sieben Remis noch nicht verloren. Während es für den jüngst vom FC St. Pauli gewechselten Joël Keller erneut ein rabenschwarzer Tag war, halfen mit Florian Kirschke (90 Minuten) und Nico Empen (kam in der Nachspielzeit) zwei weitere Ex-Kicker des Hamburger Stadtteilklubs, den ersten Auswärtspunkt der Saison nach Flensburg zu entführen.

Erneut wechselte Trainer Daniel Jurgeleit kräftig durch. Vier Tage nach dem 4:0-Sieg gegen Lupo Martini Wolfsburg änderte er die Startaufstellung fünfmal. Für Dominic Hartmann, Marvin Ibekwe, Jannick Ostermann, Nico Empen (alle auf der Bank) und Florian Meyer (nicht im Kader) rutschten Joël Keller (nach „Rot“-Sperre), Patrick Thomsen, Nedim Hasanbegovic, Kevin Njie und Gary Noël in die Anfangsformation. Vor Torhüter Florian Kirschke verteidigten Torge Paetow, Finn Wirlmann und Christian Jürgensen in der Dreierkette. Das zentrale Mittelfeld wurde von Nedim Hasangebovic, Jonas Walter und Patrick Thomsen besetzt. Auf den Außenbahnen spielten Kevin Njie (rechts) und Joël Keller (links). Das Angriffsduo bildeten Gökay Isitan und Gary Noël. In der Schlussphase wurden Marvin Ibekwe, Jannick Ostermann und Nico Empen eingewechselt. Ersatztorhüter Raphael Straub, Kevin Schulz, Dominic Hartmann und Tim Wulff komplettierten den 18er Kader des Spieltags. Nicht im Aufgebot für die Partie beim Nachwuchs des FC St. Pauli waren neben dem verletzten Jannis Pläschke (Außenbandriss) auch Benjamin Safo-Mensah (ebenfalls angeschlagen), Hendrik Ostermann, Jannik Drews (beide zeitgleich 90 Minuten beim 2:0-Sieg der Oberliga-Elf gegen Lübeck II dabei), Ilidio Pastor Santos und Florian Meyer.

Die ersten beiden Angriffsaktionen gehörten den Gästen aus Flensburg. Als Torge Paetow den Ball von Rechtsaußen flach und scharf auf das Tor zog, senste Innenverteidiger Otte über die Kugel, Torhüter Schmidt konnte dann zupacken, bevor ein Fördestädter zur Stelle gewesen wäre (5.). Und bei einem Schuss von Christian Jürgensen musste Schlussmann Schmidt schon nachfassen (8.). Dann allerdings übernahm der Gastgeber das Kommando. Vor allem über deren rechte Angriffsseite ging die Post ab, wenn S. Conteh seine Schnelligkeit ausspielen konnte. Dieser Conteh zielte erst aus spitzem Winkel am langen Pfosten vorbei (9.) und wurde dann nach einem feinen Pass von Keßner im Strafraum von Joël Keller gestoppt. Der Unparteiische gab Strafstoß und zückte zum Entsetzen der Gäste obendrein „Rot“ für unseren Schweizer (13.). Vom Punkt verwandelte Zehir sicher zur 1:0-Führung der Hamburger (15.). Auch nach der Partie wurde über die beiden Entscheidungen des Unparteiischen heftig diskutiert, sodass wohl weder von einer klaren Sache noch von eindeutigen Fehlern des Referees gesprochen werden kann.

Wie schon in Jeddeloh II stellte Trainer Daniel Jurgeleit die Dreierkette nach dem Platzverweis um. Torge Paetow ging nach links, Patrick Thomsen nach hinten rechts. Unsere Mannschaft brauchte einige Zeit, um sich vom Schreck des frühen Rückstands und der Dezimierung zu erholen. Conteh, in jener Phase kaum zu stoppen und überragender Akteur auf dem Platz, zielte erst über den Kasten (18.), wurde dann auf der linken Seite noch im Strafraum tief geschickt, brachte die Kugel vor das Flensburger Tor, wo die Situation nur mit größter Mühe bereinigt wurde (24.). Einen Schuss von Münzner parierte Weiches Torhüter Florian Kirschke dann sicher (28.). Den Hamburgern, die oft viel Platz hatten, gelang es immer wieder, mit Bällen aus dem Halbfeld in die Tiefe Tempo ins Spiel zu bringen und für Gefahr zu sorgen. Hierbei taten sich besonders Zehir und Coordes hervor.

In der Folge fand Weiche wieder besser in die Partie. Nachdem Finn Wirlmann eine schöne Rechtsflanke von Patrick Thomsen nicht mit der Stirn erreicht hatte (30.), hieß es plötzlich 1:1. Finn Wirlmann und Torge Paetow hatten an der rechten Außenlinie einen Freistoß schnell ausgeführt, Gökay Isitan hatte auf halbrechts vom Strafraum dann draufgehalten, Gary Noël offenbar die Richtung des Balles noch entscheidend verändert. Die Kugel passierte die Torlinie, wobei der Hamburger Schlussmann Schmidt dabei alles andere als gut aussah und schließlich heftig wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung protestierte (35.).

Zwei weitere Szenen hatte die erste Halbzeit zu bieten. Zunächst legte Meißner einen direkten Freistoß aus bester Position Florian Kirschke beinahe in die Arme (37.), nachdem Zehir am Strafraum gefoult worden war. Danach hatte unsere Mannschaft eine große Chance zur Führung, doch den Kopfball von Christian Jürgensen nach Flanke von Torge Paetow lenkte Torhüter Schmidt mit starker Parade noch an die Latte (44.). So ging es mit einem 1:1-Zwischenstand in die Pause.

In der zweiten Halbzeit hatten die Heimischen weiterhin mehr Ballbesitz. Die ganz großen Torchancen sprangen allerdings eher selten heraus. Distanzschüsse von Meißner (51.), Münzner (58.), Koglin (62.) und Zehir (69., 77.) verfehlten das Ziel. Und kam dann doch etwas auf den SC-Kasten, war Torhüter Florian Kirschke zur Stelle, so beim Flachschuss von Meißner aus etwa 17 Metern nach vorherigem Fehlpass von Finn Wirlmann (59.) und nochmals von Meißner, der aus acht Metern die beste Schussgelegenheit liegen ließ (76.). Die größte Chance vergab indes der eingewechselte Kovacic, der nach tollem Flugball des ebenfalls eingewechselten C. J. Conteh auf halbrechts frei vor dem Flensburger Torhüter auftauchte, aber dann aus vier Metern Entfernung im Fünfmeterraum nicht selbst abschloss, sondern uneigennützig nach links ablegen wollte (88.).

Unsere Mannschaft, die meist in ihre Hälfte gedrängt war, blieb nicht tatenlos. Die größte Chance für die Gäste konnte Gary Noël nicht nutzen. Mit langem Pass vom eigenen Strafraum geschickt, konnte er nach einem Fehler von Otte allein auf den Schlussmann der Braun-Weißen zulaufen, wurde dann aber im letzten Moment noch mit sauberem Tackling von Koglin von hinten gestört (55.). Ansonsten kam Weiche in der zweiten Halbzeit trotz einiger guter Ansätze nicht zu Abschlusshandlungen, weil beim finalen Pass die Genauigkeit fehlte. So trafen sich die beiden besten Flensburger, Gökay Isitan und Kevin Njie, auf Rechtsaußen zum Duett, doch die Kugel ging schließlich über den Kasten (60.), und als Gökay Isitan nach vorherigem Zusammenspiel mit Marvin Ibekwe über links abging, fehlte der Abnehmer im Zentrum (90.). So fielen letztlich in der zweiten Halbzeit keine Treffer mehr, und Weiche konnte den einen schwer erkämpften, aber nicht unverdienten Punkt mit nach Flensburg entführen.

Der Gastgeber hatte in Koglin und Zehir – beide aus dem Profi-Kader – seine auffälligsten Akteure. Gerade in den ersten 30 Minuten konnte zudem S. Conteh seine Schnelligkeit auf Rechtsaußen wirkungsvoll einbringen. Bei unserer Mannschaft konnten sich mit Gökay Isitan und Außenbahnspieler Kevin Njie zwei Neuzugänge die besten Noten verdienen. Als Stützen erwiesen sich insbesondere auch Torge Paetow, der viele die Offensive unterstützende Aktionen hatte, und Jonas Walter im zentralen Mittelfeld sowie Torhüter Florian Kirschke. Leicht angeschlagen musste Finn Wirlmann in der Schlussphase vom Platz.

Die Terminhatz geht gleich weiter. Der ersten „englischen Woche“ folgt bereits die zweite. Weil unsere Mannschaft am 19. August 2018 (15.30 Uhr/H) im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum antritt, wird die Partie des 5. Spieltages vorgezogen. So muss der SC am kommenden Mittwoch (08.08.2018, 19 Uhr) nach Egestorf am Deister reisen. Dort trifft Weiche dann zum insgesamt fünften Mal auf den 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Zum dritten Mal werden die Fördestädter im Stadion an der Ammerke des Ortsteils von Barsinghausen zu Gast sein. Hatte unsere Mannschaft die vom Winde verwehte Premiere am 30.04.2017 mit 1:3 verloren, so gelang am diesjährigen Pfingstmontag ein knapper 1:0-Sieg, weil René Guder (69.) an jenem 2. April ins Schwarze traf. In der aktuellen Saison wird es für die Egestorfer bereits das dritte Heimspiel sein. Nach dem 2:0-Sieg gegen den Hamburger SV II zum Auftakt trennten sie sich nun von Lüneburg daheim torlos. Wichtigste personelle Änderung bei „GEL“ ist ein Abgang: Torjäger Hendrik Weydandt (15 Saisontore) wechselte im Sommer zu Hannover 96, wo er in den Testspielen auch bei den Profis einige Treffer erzielen konnte.

Weiche: Kirschke – Paetow, Wirlmann (79. J. Ostermann), Jürgensen (Kap.) – Hasanbegovic (V), Walter – Njie, Thomsen (V), Keller (13. Rote Karte) – Isitan (90.+3 Empen), Noël (74. Ibekwe).

Tore: 1:0 Zehir (15., Strafstoß), 1:1 Noël (35.).

Zuschauer: 141, darunter etwa die Hälfte Flensburger, im Edmund-Plambeck-Stadion, Norderstedt.

Schiedsrichter: Franz Bokop (SC Niedersachsen Vechta), hinterließ in der ersten Halbzeit keinen souveränen Eindruck, diskutierte zudem wiederholt lange; deutlich verbessert in den zweiten 45 Minuten.

Die Trainerstimmen:
Unser Trainer Daniel Jurgeleit meinte nach der Partie, dass es insgesamt wieder ein sehr intensives Spiel mit hoher Laufbereitschaft und viel Tempo gewesen sei. So, wie die Partie gelaufen ist, sei er mit dem Punkt zufrieden. Wie in Jeddeloh gab es wieder einen Foulelfmeter mit Roter Karte gegen seine Mannschaft. „Auch dort hätten wir den Punkt eigentlich verdient gehabt“, so der Trainer. Dann habe seine Mannschaft selbst zwei gute Möglichkeiten zur Führung gehabt; erst durch den Kopfball von Christian Jürgensen in der ersten Halbzeit und dann – noch besser – durch die Chance von Gary Noël. So musste seine Mannschaft bis zum Schluss hart arbeiten und fighten, aber letztlich habe sie sich den Punkt redlich verdient.

Gefragt nach Joël Keller meinte der Trainer, dass es letzte Woche sehr unglücklich gelaufen sei und jetzt auch wieder. Heute sei es für die Mannschaft besonders schwer gewesen, weil der Gegner sehr laufstark war. Aber dann habe seine Mannschaft den Kampf angenommen. Der Trainer, der darauf verwies, dass man nach zweimal „Rot“ nun keine Ansprüche anmelden würde, wie in den letzten Jahren die Fairplaywertung zu gewinnen, entgegnete auf die vorherige Einschätzung seines Gegenübers weiter: „Von daher würde ich nicht sagen, dass St. Pauli klar besser war. Es war meines Erachtens nach ein verdienter Punkt.“

Der Trainer der U 23 des FC St. Pauli, Joachim Philipkowski, zeigte sich zufrieden und enttäuscht gleichermaßen. Mit einem Punktgewinn gegen den Meister hätte er vorher gut leben können, aber nach dem Spiel sei er nicht zufrieden. In den ersten 30 Minuten habe seine Mannschaft das Geschehen klar beherrscht und sei verdient durch den Elfmeter in Führung gegangen. Dann kam der Treffer zum Ausgleich, bei dem sich ein Spieler zur Verhinderung des schnell ausgeführten Freistoßes nicht vor den Ball gestellt habe. Allerdings sei er sich ohnehin ganz sicher, dass der Ausgleich ein Abseitstor gewesen sei. Diese Szene habe seine Mannschaft in der Endphase der ersten Halbzeit aus dem Rhythmus gebracht. Danach hätten seine Spieler in der zweiten Halbzeit sehr viel investiert und gute Möglichkeiten gehabt. So sei er mit der spielerischen Leistung vollkommen zufrieden, da seine heute die bessere Mannschaft gewesen sei.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Mehr erfahren
Verstanden!