SC Weiche Flensburg 08
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Gefühlte Niederlage in Norderstedt

  Spielinfo

Der SC Weiche Flensburg 08 hat am 11. Spieltag der Regionalliga Nord eine 2:0-Führung noch hergegeben und beim FC Eintracht Norderstedt durch das 2:2-Remis am Ende zwei Punkte liegen gelassen. Damit fühlte sich das Unentschieden für den amtierenden Meister letztlich wie eine Niederlage an. Die 410 Zuschauer im Edmund-Plambeck-Stadion, darunter etwa 100, die es mit den Flensburgern hielten, sahen eine lange Zeit dominierende Gäste-Elf, die sich aber auch beim vierten Auftritt in jener Spielstätte in diesem Kalenderjahr nach zuvor drei 1:1-Remis mit einem Unentschieden begnügen musste. In dem Landesderby gab es ein Wiedersehen mit dem Ex-Weicher Tayfun Can, der nach einer Stunde Spielzeit auf Seiten der Eintracht eingewechselt wurde, den 2:2-Ausgleich mit einer mustergültigen Flanke vorbereitete, letztlich jedoch die große Chance zum Siegtreffer der Norderstedter liegen ließ. Unter den Augen von Thomas Seeliger, Trainer unserer Oberligamannschaft, blieb es bei herbstlichem Wetter immerhin dabei, dass es auch nach elf Duellen zwischen Weiche und Norderstedt bislang erst eine einzige Niederlage gab: am 16.08.2015 mit 1:2 in Norderstedt.

 

Trainer Daniel Jurgeleit änderte nach der 2:3-Heimniederlage gegen Wolfsburg II die Startelf lediglich einmal. Für den verletzten etatmäßigen Kapitän Christian Jürgensen lief sein Stellvertreter Jonas Walter von Beginn an auf. Damit blieb die Formation nahezu unverändert. Torhüter Florian Kirschke wurde von der Dreierkette mit Kevin Njie (rechts), Patrick Thomsen (zentral) und Torge Paetow (links) unterstützt. Während die Außenbahnen von Ilidio Pastor Santos (rechts) und Florian Meyer (links) bearbeitet wurden, besetzten Nedim Hasanbegovic, Dominic Hartmann und Jonas Walter das Zentrum. Als Doppelspitze agierten wie zuletzt Marvin Ibekwe und Kevin Schulz. Lediglich Gary Noël wurde kurz vor Schluss für den verletzt ausscheidenden Kevin Njie eingewechselt. Auf der Bank blieben damit diesmal gleich sechs Akteure: Ersatztorhüter Ole Rathmann, Hendrik Ostermann, Joël Keller, Gökay Isitan, Tim Wulff und Nico Empen. Nicht im 18er-Spieltagskader waren neben den verletzten Christian Jürgensen (Muskelfaserriss), Finn Wirlmann (Syndesmoseband) und Jannis Pläschke (Außenband; seit kurzem wieder im Training) auch Raphael Straub, Brian Jungjohann, Jannick Ostermann und Jannik Drews, die alle am Vortage bei der 0:1-Heimniederlage der Oberliga-Mannschaft gegen den Tabellenführer NTSV Strand 08 zum Einsatz kamen, sowie Benjamin Safo-Mensah.

 

Unsere Mannschaft begann schwungvoll und kam alsbald zu Möglichkeiten. Schon am Beginn schickte Dominic Hartmann auf links Florian Meyer in die Tiefe, dessen Eingabe noch zum Eckstoß geblockt wurde (2.). Die gefährlichere Seite war allerdings die rechte, wo sich Kevin Njie und Ilidio Pastor Santos wiederholt zum Zusammenspiel fanden, hierzu oft einen „Prallspieler“ im Mittelfeld nutzten. Als Kevin Njie über jene Seite mal Jonas Walter tief in den Strafraum schickte, dieser nicht im Abseits stand, brannte es schon lichterloh. Den flachen Abschluss auf das kurze Eck parierte Eintracht-Torhüter Höcker (10.). Beim folgenden Eckstoß von Dominic Hartmann klärten die Heimischen den Kopfball von Kevin Schulz vor der Linie (11.). Nachdem Jonas Walter aus der Distanz flach rechts vorbei gezielt (18.) und Dominic Hartmann die Kugel aus Abseitsposition versenkt hatte (19.), war die Gästeführung überfällig. Und sie fiel nach einem sehenswerten Spielzug mit ebenso feinem Abschluss: Patrick Thomsen hatte Kevin Schulz und dieser direkt zu Ilidio Pastor Santos gepasst, die Flanke des Brasilianers von der rechten Bahn versenkte Marvin Ibekwe von halb links direkt zum 0:1 (26.). Das ging für die Eintracht einfach zu schnell. Die Norderstedter kamen nur mit Flensburger Unterstützung zu Torannäherungen. Erst war es Florian Meyer, der bei einer Eingabe von der rechten Seite von Facklam beinahe ein Eigentor fabriziert hätte (8.), dann schloss Drinkuth nach einem Solo von halbrechts ins Zentrum gegen zu halbherzig verteidigende Fördestädter mit links ab, verfehlte jedoch den Kasten (27.).

 

Ansonsten aber bestimmte unsere Mannschaft das Geschehen. Sie kombinierte sich immer wieder, meistens über rechts, in gute Positionen. Obgleich sie nach dem Führungstreffer nicht mehr so zielstrebig agierte, hatte sie noch zwei richtig gute Gelegenheiten, um auf 2:0 zu erhöhen. Erst blockte Ilidio Pastor Santos auf rechts in Höhe der Mittellinie den Ball und setzte so den schnellen Kevin Njie ein, der den aus Altona nach Norderstedt gewechselten Brisevac locker abschüttelte und die Kugel von der Grundlinie zurückzog. Den Abschluss von Dominic Hartmann von der Strafraumgrenze verteidigten die Gastgeber dann gemeinschaftlich vor der Torlinie (30.). Und als Marvin Ibekwe über die linke Seite nicht zu halten war, konnte sich Kevin Njie im Fünfmeterraum nicht durchsetzen, wurde zum Eckball geblockt (45.+1).

 

Den zweiten Treffer holte unsere Mannschaft zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einem starken Konter nach. Marvin Ibekwe hatte von rechts Kevin Schulz im Zentrum eingesetzt, der mit einem Klassezuspiel auf Jonas Walter den Raum geöffnet. Der Kapitän lief auf den Eintracht-Torhüter zu, passte uneigennützig nach links herüber, wo Marvin Ibekwe angerauscht kam und die Kugel versenkte (50.). Ohne nun dauerhaft ein Offensiv-Feuerwerk abzubrennen, beherrschte Weiche das Geschehen, wirkte spielerisch deutlich überlegen und reifer. Glück hatte der Gastgeber, als Marvin Ibekwe mit seiner Schnelligkeit im Strafraum von Marxen gestoppt wurde, der Referee jedoch nur auf Eckstoß entschied (53.). Nichts deutete darauf hin, dass Weiche die Partie noch aus der Hand geben sollte.

 

Die Gastgeber waren urplötzlich aber doch wieder im Spiel. Nach einem Eckball von Brisevac von der rechten Seite war Facklam unter gütiger Hilfe von SC-Torhüter Florian Kirschke erfolgreich (57.). Der überraschende Anschlusstreffer sorgte beim zuletzt arg gebeutelten Gastgeber für neuen Mut; Marxen versuchte es gleich mal satt aus der Distanz, verzog jedoch (59.).

 

Es kam die Zeit, in der es unsere Mannschaft versäumte, den Sack zuzubinden. Einen Ball von Ilidio Pastor Santos – halb Schuss, halb Flanke – bereitete Torhüter Höcker ordentliche Mühe (63.). Beim folgenden von Jonas Walter kurz zu Dominic Hartmann gespielten Eckstoß war Höcker erneut zur Stelle, holte den strammen Schuss von der Strafraumkante noch aus dem bedrohten oberen Eck (64.). Und nach dem nun folgenden Eckstoß parierte Höcker gleich doppelt bravourös, wobei die Flensburger den Ball schon hinter der Torlinie wähnten (65.). Auch der einsetzende Landregen sorgte nicht für ein Ende des Flensburger Chancenfestivals. Dominic Hartmann brachte die Kugel über links an den kurzen Pfosten, wo Marvin Ibekwe sie knapp vorbeisetzte (67.). Dann schickte Ilidio Pastor Santos über rechts Jonas Walter, bei dessen Eingabe auf den kurzen Pfosten Kevin Schulz zum Eckstoß geblockt wurde (68.). Längst hätte Weiche den entscheidenden dritten Treffer setzen müssen.

 

Weil er ausblieb, kam Norderstedt nach mehreren Spielerwechseln und angetrieben besonders von Rechtsverteidiger Marxen immer wieder elanvoll in die Offensive. Nach einer Kopfballverlängerung kam Facklam am kurzen Pfosten auf halbrechts zum Abschluss, verzog aber (72.). Doch die Gastgeber hatten sich jetzt in die Partie gearbeitet, setzten Weiche unter Druck. Der aus der defensiven Zentrale antreibende Toksöz zielte aus 20 Metern vorbei (73.). Und als Marxen dann Brisevac in die Tiefe schickte, parierte SC-Torhüter Florian Kirschke im kurzen Eck mit den Fäusten (74.). Schließlich brachte der Ex-Flensburger Can eine Flanke vom rechten Strafraumeck nach innen, Drinkuth setzte sich ab, köpfte die Kugel per Aufsetzer zum 2:2-Ausgleich ins lange Eck (86.).

 

Nun war es ein echtes Kampfspiel, bei dem Norderstedt viel Willen und Einsatz zeigte und damit so manche Defizite übertünchen konnte. Nach vorherigen Verwarnungen für Ilidio Pastor Santos (Foul an Rose, 52.) und Jonas Walter (Foul an Can, 78.) sowie den Norderstedter Mohr (Foul an Ibekwe, 79.) schien die Situation kurzzeitig zu eskalieren, als erst Brisevac an der Mittellinie Dominik Hartmann umsenste und dieser sich revanchierte. Schiedsrichter Schwengers, der die Szene nicht gesehen hatte, beließ es nach Rücksprache bei seinem Assistenten zum Glück für die beiden Übeltäter wohlwollend bei zwei weiteren Gelben Karten (87.). Mit dem Remis wollten sich die Kontrahenten allerdings nicht zufrieden geben, und so kamen beide noch zu je einer klaren Chance. Erst schoss Can auf halblinks nach einem Chaos in der Flensburger Defensive den zentral am Boden liegenden Patrick Thomsen an, sodass die Kugel das Tor verfehlte – großes Durchatmen im Lager der Gäste (89.). Dann passte auf der Gegenseite der eingewechselte Gary Noël das Streitobjekt in den Lauf von Ilidio Pastor Santos, dessen Ball noch von der Linie geholt wurde (90.+1). So blieb es in einem – aus Flensburger Sicht – „Spiel der vergebenen Möglichkeiten“ beim 2:2-Remis.

 

Bei der Eintracht waren der „Sechser“ Toksöz, vor der Pause zudem Kapitän Koch und in der letzten halben Stunde der mit viel Dynamik antreibende Rechtsverteidiger Marxen die auffälligsten Akteure. Zu den besten Norderstedtern zählte fraglos auch Torhüter Höcker, der mit seinen Paraden dafür sorgte, dass Norderstedt in der Partie blieb. Aus unserer Mannschaft konnten Doppeltorschütze Marvin Ibekwe und der Brasilianer Ilidio Pastor Santos an ihre zuletzt gezeigten sehr guten Leistungen anknüpfen. Eine gute Note konnten sich zudem u. a. Patrick Thomsen, Jonas Walter und Kevin Schulz verdienen.

 

Für den SC Weiche geht es am kommenden Sonnabend (29.09.2018) ab 13.30 Uhr mit dem Heimspiel im Manfred-Werner-Stadion gegen den Hamburger SV II weiter. Es ist das Duell des Meisters gegen den Vizemeister. Beide Kontrahenten hatten sich in der vergangenen Saison bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, bei dem die Hamburger bis zum Schlusspfiff der Nachholpartie unserer Mannschaft in Havelse (1:1) wartender- und zuschauenderweise selbst auf den Titel hoffen durften. Ein weiterer Treffer des TSV hätte gereicht, und die U 21 des HSV hätte in der Relegation gegen Energie Cottbus gespielt. Nun sind die Elbestädter von der Tabellenspitze der Regionalliga Nord doch ein Stückchen entfernt. Vier der bisherigen fünf Auftritte in der Fremde hat der HSV-Nachwuchs in der aktuellen Saison verloren. Eine Niederlage gab es auch beim denkwürdigen letzten Duell zwischen beiden Kontrahenten. Am 11. April 2018 besiegte Weiche den HSV II vor sage und schreibe 2.824 Fans im damaligen Spitzenspiel begeisternd mit 2:0.

 

Weiche: Kirschke – Njie (85. Noël), Thomsen, Paetow – Hasanbegovic, Hartmann (V) – Pastor Santos (V), Walter (Kap./V), F. Meyer – K. Schulz, Ibekwe.

 

Tore: 0:1 Ibekwe (26.), 0:2 Ibekwe (50.), 1:2 Facklam (57.), 2:2 Drinkuth (86.).

 

Zuschauer: 410, darunter ca. 100 Flensburger, im Edmund-Plambeck-Stadion, Norderstedt.

 

Schiedsrichter: Patrick Schwengers (TSV Travemünde), ließ sehr viel durchgehen und dadurch auch sowohl Brisevac als auch Hartmann jeweils mit „Gelb“ auf dem Platz (85.).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit zeigte sich enttäuscht: „Wir haben aus unserer Sicht zwei Punkte absolut verschenkt und müssen am Ende sogar noch glücklich sein, dass wir wenigstens einen Punkt geholt haben.“ Nach der 2:0-Führung sei die Mannschaft nicht mehr so fokussiert gewesen, habe dem Gegner ein Geschenk gemacht und sei dann ohne Not in Schwierigkeiten geraten. Von den eigenen Möglichkeiten wollte der Trainer erst gar nicht sprechen. Mit der Leistung sei er eigentlich zufrieden. „Aber nun haben wir in zwei Spielen, in denen wir überlegen waren, insgesamt schon fünf Punkte verschenkt, denn auch gegen Wolfsburg waren wir die bessere Mannschaft“, so der Ex-Profi weiter. Darüber müsse man sich extrem ärgern. „Wir haben nicht den entscheidenden Dreier geholt, und das ist sehr enttäuschend.“

 

Ganz anders war die Gefühlslage bei Eintracht-Trainer Dirk Heyne: „Ich bin vollkommen zufrieden nach der letzten Woche (1:5 in Drochtersen/d. Red.) und so wie das Spiel lief.“ In der ersten Halbzeit sei seine Mannschaft überhaupt nicht so aufgetreten, wie man es vorgehabt habe. „Wir haben nicht in die Tiefe gespielt, der Mut hat gefehlt, und vielleicht hat sogar Angst mitgespielt, nachdem wir vor einer Woche so abgestraft worden waren.“ Dann sei man plötzlich in der Partie gewesen, habe Mut geschöpft, sei selbstbewusster aufgetreten, hätte Zweikämpfe gesucht und sich behauptet. „Wir haben uns mit dem zweiten Tor schließlich belohnt, wobei man auch sagen muss, dass uns ‚Höcki’ im Spiel gehalten hat“, so der Ex-DDR-Nationaltorwart weiter, der seinen Trainerkollegen und dessen Ärger verstehen konnte. „Heute ist es ein besseres Gefühl als letzte Woche“, freute sich der ehemalige Magdeburger.

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