SC Weiche Flensburg 08
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Ernüchterung nach der Festtagsgala – 0:1 in Hildesheim

  Spielinfo

Der SC Weiche Flensburg 08 hat am 30. Spieltag der Regionalliga Nord seine dritte Saisonniederlage hinnehmen müssen. Beim Abstiegskandidaten VfV Borussia 06 Hildesheim gab es zum Abschluss der „echten“ englischen Woche und zum Auftakt der „Stresswoche“ mit vier Spielen in nur sieben Tagen eine enttäuschende 0:1-Niederlage. Vor 740 Zuschauern im Friedrich-Ebert-Stadion an der Pottkuhle konnte unsere Mannschaft bei bestem frühlingshaftem Fußballwetter nicht an die Leistung vom vergangenen Mittwoch anknüpfen und damit auch nicht den erneuten Patzer des Spitzenreiters Hamburger SV II nutzen, der am Vortage beim 2:3 gegen Lüneburg seine erste Heimniederlage hinnehmen musste. Damit verpassten die Fördestädter den erstmaligen Sprung an die Tabellenspitze. Nach zuvor 13 aufeinanderfolgenden Spielen ohne Niederlage und zuletzt drei Zu-Null-Siegen verlor Weiche erstmals seit dem 14. Oktober 2017 – also seit einem halben Jahr – wieder. Auch damals hieß es 0:1 gegen Hildesheim – allerdings im eigenen Stadion. Beim dritten Gastauftritt an der Pottkuhle war es die erste Niederlage der Flensburger. Die stark vom Abstieg bedrohte Borussia konnte ihr Glück indes kaum fassen. Mit dem dritten Zu-Null-Heimsieg binnen einer Woche darf der Ex-Verein von Dominic Hartmann wieder Hoffnung im Kampf um den Liga-Verbleib schöpfen.

 

Nach der Festtagsgala mit dem 2:0-Heimsieg am Mittwoch gegen den HSV II änderte Trainer Daniel Jurgeleit die Startelf auf zwei Positionen. Jannick Ostermann und Ilidio Pastor Santos nahmen in der Anfangsformation die Plätze von Hendrik Ostermann und Finn Wirlmann ein. Kapitän Christian Jürgensen rückte wieder zurück auf die Position hinten links in der Dreierkette. Nicht im 18er-Spieltagskader waren wie schon zuletzt die Rekonvaleszenten bzw. verletzten Nedim Hasanbegovic, Jannis Pläschke und Jannik Drews sowie der noch erkrankte Kevin Schulz. Außerdem fehlten die am Vortage bei der 1:2-Heimniederlage unserer Oberliga-Mannschaft gegen Todesfelde eingesetzten Benjamin Safo-Mensah, Tayfun Can und Florian Meyer.

 

Die Partie gegen die nach zwei Heimsiegen unter neuem Trainer wiedererstarkten Niedersachsen begann zwar für Kapitän Christian Jürgensen mit einem unangenehmen Nasenstupser nach 37 Sekunden schmerzhaft, doch nach Einwurf von Torge Paetow kam der Ball über Nico Empen zum antrittsstarken René Guder, dessen Dribbling erst mit riskanter Grätsche von Doege im Strafraum zum Eckstoß gestoppt werden konnte (3.). Der hoffnungsvolle Auftakt verpuffte jedoch schnell, sodass sich eine Partie auf spielerisch eher mäßigem Niveau entwickelte, der zunächst der „Zunder“ fehlte. Weiche spielte überwiegend langatmig in die Breite, kontrolliert aufbauend. Ging der Ball aber mal in die Tiefe, war er oft schnell verloren. Die Hildesheimer wiederum versuchten, vor allem gut organisiert zu stehen und wenig zuzulassen. Offensiv hatten die Heimischen nicht viel anzubieten. Ein direkt getretener Freistoß von Schulze vom linken Strafraumeck verfehlte den Kasten (5.), Kilic – mit viel Platz – drosch mit Anlauf aus 25 Metern die Kugel in die dritte Etage (21.). Schließlich kam der Abstiegskandidat noch zu seiner besten Vorpausenchance, als Ibekwe am zweiten Pfosten die weite Flanke von der rechten Seite von Kaiser nur knapp neben den Flensburger Kasten köpfte (24.).

 

Die Bemühungen der Gäste sahen vielleicht etwas geschliffener aus, doch gefährlich wurde Weiche nur selten. Der vielversprechende Antritt von Dominic Hartmann durch das Mittelfeld, der dann mehrere Optionen gehabt hätte, wurde von Schulze auf Kosten einer gelben Karte gestoppt (14.). Und als der Ex-Hildesheimer im Weiche-Dress von der Mittellinie René Guder schickte, war VfV-Torhüter Zumbeel am rechten Strafraumeck einen Tick vor dem Ex-Kieler am Leder (18.). Patrick Thomsen setzte dann mit einem Pass in die Tiefe Jonas Walter ein, dessen 20-m-Schuss Zumbeel mit den Fäusten entschärfte (24.). Und der Borussen-Torwart vollbrachte seine größte Tat, als ein Befreiungsschlag von Patrick Thomsen bei Nico Empen landete, der dann seinen Sturmkollegen René Guder einsetzte. Es war die beste Chance der Flensburger vor der Pause, die Zumbeel vereitelte (36.). Ansonsten blieb vieles Stückwerk, weil technische Patzer – auf beiden Seiten – zuhauf produziert wurden. Viele Pässe der Flensburger gerieten auf dem wiesenartigen, nach Regen etwas feuchten Platz zu kurz oder zu lang. Manche Gäste-Akteure fanden sich wiederholt und auch ohne gegnerische Kontakte auf der grünen Wiese wieder, weil sie Standschwierigkeiten hatten. Aufgrund solcher stockender Elemente versandeten viele Angriffsaktionen, z. B. bei denen Dominic Hartmann seine Angriffsspitzen in Szene setzen wollte. In der ersten Halbzeit war der Ex-Hildesheimer auffälligster Flensburger, zumindest weil er eifrig die meisten Ballkontakte sammelte.

 

Nach dem Pausentee und einem Wechsel bei den Fördestädtern – Finn Wirlmann kam für Jannick Ostermann (46.) – sollte die Partie eigentlich besser werden. Zwingender wurden die von 28 Fans im Stehplatz-Gästeblock angefeuerten Gäste allerdings nicht. Zwei gute Chancen kamen zustande. Erst konnte Doege den enteilten Ilidio Pastor Santos nur mit Grätsche von hinten und auf Kosten der hochverdienten gelben Karte stoppen; die gute Konterchance mit Überzahlsituation war jedoch dahin (50.). Dann wurde mal über Jonas Walter und Dominic Hartmann das Spiel von rechts auf links verlagert, Nico Empen schob die Kugel jedoch aus 13 Metern von halblinks am langen Pfosten vorbei (56.). Es war die beste Gelegenheit zur Führung. So aber lag plötzlich der eifrige Kontrahent vorn. Zunächst hatte Prior Bautista auf halblinks eine gute Schussposition noch versiebt (55.), dann aber traf ein schneller Gegenzug den Favoriten mitten ins Mark. Über rechts ging die Post ab, die hohe Flanke war eigentlich schon zu weit geraten. Doch Ibekwe holte sich die Kugel, zog mit einem Schwenk nach innen und dann flach ab. Die Kugel passte genau ins kurze Eck zur von den Gastgebern umjubelten 1:0-Führung (68.).

 

Jetzt war Weiche gefordert und deutlich mehr „Zunder“ in der Partie. Doch obgleich Weiche später mit Tim Wulff einen dritten Stürmer brachte, für den mit Jonas Walter ein defensiver Mittelfeldspieler geopfert wurde (79.), wirkte unsere Mannschaft in ihren Angriffsbemühungen nicht wirklich überzeugend. Die einzig nennenswerte Chance hatte René Guder, dem das Leder nach weitem Einwurf von Torge Paetow vor die Füße fiel, doch sein direkter Versuch aus acht Metern wurde geblockt (83.). Zu viele Ungereimtheiten hemmten auch in der Schlussphase das Spiel des Favoriten. Ein Pass von Junior Ebot-Etchi an der eigenen linken Eckfahne auf den bedrängten Torhüter Florian Kirschke führte beispielsweise zu einem Eckstoß für die Gastgeber (80.), und Finn Wirlmann holte sich nach einer „Schwalbe“ im Hildesheimer Strafraum „Gelb“ ab (85.). So blieb es bei der 0:1-Niederlage, weil unsere Mannschaft vor allem in Mittelfeld und Angriff einiges schuldig blieb, während die Domstädter mit viel Herz antraten und damit spielerische Nachteile wettmachen konnten.

 

Bei den fleißigen Niedersachsen fielen vor allem die Innenverteidiger Schulze und Doege sowie „Arbeiter“ Kaiser im Mittelfeld auf. Torhüter Zumbeel war zudem ein sicherer Rückhalt, obgleich er nur zwei-, dreimal ernsthaft gefordert war. Die besten Noten bei unserer Mannschaft konnten sich mit Patrick Thomsen und Christian Jürgensen zwei Abwehrspieler verdienen, obgleich auch die Defensive keineswegs fehlerfrei agierte.

 

Schon knapp 50 Stunden nach Abpfiff des Gastspiels in Hildesheim geht es für unsere Mannschaft mit dem Auftritt in der Nachholpartie beim Altonaer FC 93 weiter. Am Dienstag, 17.04.2018, Anpfiff 19 Uhr, gibt der SC Weiche erstmals seine Visitenkarte beim Hamburger Traditionsverein in der Adolf-Jäger-Kampfbahn in Ottensen ab. Der Aufsteiger steht als Schlusslicht mit dem Rücken zur Wand, weil er seine bisherigen elf Heimspiele komplett in den Sand gesetzt und die 14 Punkte allesamt aus fremden Stadien entführt hat. Dennoch wird der Neuling im eigenen Stadion von durchschnittlich knapp über 1.000 Fans unterstützt, was in der Zuschauertabelle bemerkenswerterweise Platz drei – unmittelbar vor dem SC Weiche – bedeutet. Das Premierenduell beider Kontrahenten in der Hinrunde – mit einem 2:0-Heimsieg unserer Mannschaft nach Toren von Dominic Hartmann (26.) und Fabian Arndt (59.) – sahen bei Schmuddelwetter am 9. September 2017 in Flensburg allerdings nur 641 Zuschauer.

 

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, Jürgensen (Kap.) – J. Ostermann (46. Wirlmann/V), Walter (V/79. Wulff) – Kleihs (64. Ebot-Etchi), Hartmann, Pastor Santos – Empen, Guder.

 

Tor: 1:0 Ibekwe (68.).

 

Zuschauer: 740, darunter 28 Flensburger Fans im Stehplatz-Gästeblock, im Friedrich-Ebert-Stadion, Hildesheim.

 

Schiedsrichter: Daniel Fleddermann (VfL Weiße Elf Nordhorn), ohne gravierende Fehler, passte sich dem Gesamtniveau an.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit erinnerte zunächst daran, dass seine Mannschaft bereits das Hinspiel gegen Hildesheim mit 0:1 verloren hatte. Dann gratulierte er dem Gastgeber zum Sieg, der nicht unverdient gewesen sei. Aus Flensburger Sicht sei es aber eine absolut ärgerliche Niederlage. Nach dem Sieg und der sehr guten Leistung vom Mittwoch sei es darum gegangen, nun nachzulegen. Das sei in der ersten Halbzeit überhaupt nicht gelungen. Mit dem für Flensburger Verhältnisse außergewöhnlichen Wetter und vergleichsweise hohen Temperaturen habe genauso der Gegner zu tun gehabt, der die gleichen Bedingungen vorfand, so der Trainer. Es habe die Ruhe im Spiel gefehlt. In der zweiten Halbzeit wurde es dann etwas besser, aber der Gegner kann bei einem 0:0 jederzeit ein Tor schießen, was ihm dann auch gelang. Seine Mannschaft habe die Nerven nicht richtig im Griff gehabt. Gleichwohl habe sie nach dem Gegentor noch eine gute Chance durch René Guder gehabt. Der Trainer schloss: „Zum Glück geht es am Dienstag gleich weiter. Hildesheim hat sechs Punkte gegen Weiche geholt – dafür zolle ich Respekt.“

 

Gefragt nach der nun anstehenden außergewöhnlichen Belastung mit Spielen im Zwei-Tages-Rhythmus meinte Daniel Jurgeleit zunächst etwas flockig-ironisch: „Morgen kriegen die Spieler im Training richtig Feuer – und dann spielen am Dienstag zehn andere. Außerdem haben wir noch eine gute Oberliga-Mannschaft.“ Mit ernster Stimme fügte er hinzu, dass er ob des Spielplanes kein Verständnis habe, da die Saison nur um drei Tage verlängert wurde. „Es ist den Spielern nicht zuzumuten, zumal diese ja arbeiten müssen.“ Wieder mit stark ironischem Ton meinte er: „Leider haben wir im Bus kein Entmüdungsbecken“.

 

Der neue Hildesheimer Trainer Thomas Siegel bedankte sich zunächst für die Glückwünsche und meinte – mit schelmischem Seitenblick auf die Tabellenkonstellation – dann gleich, dass alle Hildesheimer Weiche für das Spiel gegen Altona die Daumen drücken würden. Weiche sei trotz des heutigen Spiels für ihn der Meisterschaftsfavorit. Es sei klar gewesen, dass seine Mannschaft heute weniger Torchancen bekommen würde und Weiche Stärken bei den Standards habe, die schwer zu verteidigen seien. Man habe auch Glück gehabt, aber dieses bekäme nur derjenige, der hart arbeite. „Aus den wenigen Torchancen, die wir kriegen würden, wollten wir unbedingt ein Tor machen“, so der neue Trainer weiter, der kämpferische und optimistische Worte für seine Mannschaft parat hatte. Es gelte alles dafür zu tun, dass der Klassenerhalt gelinge, wovon er überzeugt sei.

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