SC Weiche Flensburg 08
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Drei Punkte aus Havelse glücklich entführt

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Die Rückkehr an den Ort des Titelgewinns vom 16. Mai 2018 hätte für den SC Weiche Flensburg 08 kaum glücklicher ausfallen können. Am 13. Spieltag der Regionalliga Nord entführte der amtierende Meister keine fünf Monate nach dem vielumjubelten Zitter-Remis aus dem Wilhelm-Langrehr-Stadion beim 2:1-Sieg gegen den TSV Havelse diesmal sogar alle drei Punkte. Die 412 „Schlawiner“ (O-Ton Stadionsprecher) erlebten bei sonnig-trockenem Wetter eine höchstunterhaltsame und spannende Partie, bei der die Gastgeber eine sehr unglückliche Niederlage einstecken mussten. Unsere Mannschaft durfte sich am Ende über den zweiten Sieg in Havelse – zuvor mit dem gleichen Resultat am 2. April 2017 – freuen. Es war zugleich der vierte Auftritt im Wilhelm-Langrehr-Stadion in Folge ohne Niederlage.

Wiederum nur vier Tage nach dem 2:0-Sieg im Landespokalhalbfinale in Reinfeld lief in Garbsen eine nur auf zwei Positionen veränderte Startelf auf. Dominic Hartmann und Gökay Isitan nahmen die Plätze der Zwillinge Hendrik und Jannick Ostermann ein. Die Dreier-Abwehrkette vor Torhüter Florian Kirschke blieb unverändert mit Torge Paetow (rechts), Patrick Thomsen (zentral) und Joël Keller (links). Im defensiven Mittelfeld spielten Dominic Hartmann und Jonas Walter. Davor sollte im Zentrum Kevin Schulz die Doppelspitze mit Nico Empen und Gary Noël unterstützen. Die Außenbahnen wurden von Ilidio Pastor Santos (rechts) und Gökay Isitan (links) besetzt. In der zweiten Halbzeit wurden Jannick Ostermann, Marvin Ibekwe und Hendrik Ostermann eingewechselt. Auf der Bank blieben der erstmals für den Regionalligakader nominierte Ersatztorhüter Nicolai Steensbeck-Vest sowie Finn Wirlmann (erstmals nach Verletzung wieder im Kader), Florian Meyer und Tim Wulff. Im Spieltagsaufgebot fehlten weiterhin die verletzten Nedim Hasanbegovic (Wade), Kevin Njie (Außenband) und Jannik Drews (Knie) sowie der am Vortage Spielpraxis in unserer Oberligamannschaft sammelnde Jannis Pläschke, der beim 3:3-Remis gegen den SV Todesfelde 70 Minuten dabei war und das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 erzielt hatte. In der zweiten Mannschaft kamen zudem Raphael Straub und Brian Jungjohann über jeweils 90 Minuten zum Einsatz. Der etatmäßige Kapitän Christian Jürgensen war zwar nach seiner Muskelverletzung mit an Bord, wurde aber ebenfalls noch geschont und kam als lautstarker Motivator an der Linie zum Einsatz.

Die Partie wurde zwar von Beginn an mit viel Tempo geführt, doch beide Mannschaften scheuten zunächst das große Risiko, und die finalen Zuspiele kamen hüben wie drüben nicht an. So gab es mit Ausnahme des Flensburger Führungstreffers aus der ersten halben Stunde kaum etwas zu notieren. Das Tor war über die linke Seite vorbereitet worden: Gökay Isitan hatte tief zu Nico Empen gepasst, dieser den Ball an den Fünfmeterraum gebracht, wo sich Gary Noël behauptete und zum 0:1 einnetzte (13.). Es blieb für lange Zeit der einzige Höhepunkt, sieht man vielleicht von einem „gelb“-würdigen Foulspiel von Dominic Hartmann an Bremer am Strafraum des TSV einmal ab, das deshalb für Aufsehen sorgte, weil sich Bremer sogleich an seinem Gegenspieler revanchierte; beide Akteure kamen ohne die fälligen Verwarnungen davon (25.). Und der sehr weichen Linie blieb der Unparteiische Benjamin Schmidt in der ersten Halbzeit treu. Als Hotes den davon eilenden Ilidio Pastor Santos von hinten umgrätschte und damit zudem eine Kontermöglichkeit der Gäste unterband (33.), blieb die Gelbe Karte ebenso stecken wie bei einem verwarnungswürdigen Foul von Krüger gegen Joël Keller (45.+2). Als sich zwischenzeitlich Dominic Hartmann nach einer Begegnung mit Krüger im Rücken des Unparteiischen auf dem Grün wälzte, hatte der Assistent an der Linie offenbar ebenfalls nichts gesehen (39.). Es schien beinahe, als würden die Akteure auf dem Platz eine gewisse Narrenfreiheit genießen können.

Fußball gespielt wurde auch, aber weitere Torchancen ergaben sich erst nach einer halben Stunde. Nach einem Warnschuss von Jonas Walter, der aus der Distanz knapp über den Kasten zielte (30.), traf Gökay Isitan aus ähnlicher Position nur drei Minuten später zum 0:2 in den Dreiangel (33.). Weil unsere Mannschaft defensiv bis zu jenem Zeitpunkt nichts zugelassen hatte, schien es auf einen souveränen Auswärtssieg hinauszulaufen, zumal die eigene Effektivität schon etwas überraschte. Bis zu jenem Zeitpunkt resultierten die zwei Treffer aus nur drei Abschlüssen.

Doch die Gastgeber, die zuvor schon mit ihren kleinen, wendigen Spielern wie Cicek, Hotes oder Tuna größte Aufmerksamkeit auf Flensburger Seite herausforderten – wenngleich sie nicht zu Abschlüssen gekommen waren –, meldeten sich sofort zurück im Spiel. Erst beschwerte sich Kina lautstark – und vielleicht auch zu Recht – darüber, dass er nach seinem Solo auf halbrechts keinen Strafstoß zugesprochen bekam (34.), dann musste SC-Torhüter Florian Kirschke erstmals eingreifen. Einen Schuss von Yilmaz aus gut 20 Metern faustete er zur Seite weg, den Nachschuss setzte Hotes aus spitzem Winkel über das Tor (40.). Nach dieser bis dahin besten Möglichkeit des TSV wurden die Heimischen schnell mit dem Anschlusstreffer belohnt. Nach einem Foul von Jonas Walter auf der rechten Außenbahn, 15 Meter in der Flensburger Hälfte, segelte der Freistoß von Yilmaz an den Strafraum, wo Krüger den Ball in Richtung des zweiten Pfostens verlängerte und Kapitän Foelster mit einem Spreizschritt die Kugel im Netz unterbrachte (42.). Der Treffer hatte sich angedeutet, und die Gastgeber hätten beinahe noch vor dem Seitenwechsel den Gleichstand erzielt. An einen zweiten Freistoß, von nahezu identischer Position und wieder von Yilmaz getreten, kam Kasumovic mit dem Kopf heran, aber Florian Kirschke packte sicher zu (43.). Dann flankte Kasumovic von links, doch Kina verfehlte die Kugel im Zentrum knapp (45.). So ging es mit einer etwas schmeichelhaften Flensburger Führung in die Kabinen.

An die starke Schlussphase der ersten Halbzeit konnte Havelse nach dem Pausentee nahtlos anknüpfen. Nun gab es Torraumszenen fast im Minutentakt und ausnahmslos vor dem Kasten von SC-Torhüter Florian Kirschke. Zunächst zielten die Gastgeber noch schlecht: Nach Eingabe von links traf Kasumovic aus guter Position das Tor ebenso wenig (46.) wie Hotes nach einem Sololauf (47.), der lange Krüger per Kopf (48.), Kina nach einem Solo aus der Distanz (49.) oder Yilmaz ebenfalls nach einem Marsch durch das Mittelfeld (51.). Alsbald aber zeigte sich, dass am Flensburger Schlussmann kaum ein Vorbeikommen war. Er war am kurzen Eck gegen den Abschluss von Krüger zur Stelle (48.), parierte einen Kopfball vom selben Spieler sicher (52.) und stand bestens, als ihm Kasumovic den Ball nach einer Flanke von der linken Seite und Verlängerung von Krüger aus drei Metern in die Arme schoss (55.). Dann kam ihm bei einer wohl abgefälschten Flanke an die Latte das Glück zur Hilfe (57.), ehe er erst wiederum einen Kopfball von Krüger nach einem Freistoß hielt (59.) und schließlich eine Riesentat vollbrachte, indem er nach unten abtauchte, um den Schuss aus der Drehung von Kasumovic aus dem bedrohten Eck zu fischen (66.). Inzwischen konnte sich Weiche bei Florian Kirschke bedanken. Aber wie lange konnte das aus Sicht der Norddeutschen noch gutgehen?

Es ging weiterhin gut, was daran lag, dass die Gastgeber entweder das Tor verfehlten – so wie Cicek vom linken Strafraumeck (67.), Krüger erneut per Kopf denkbar knapp (86.) und wieder Cicek aus Nahdistanz am zweiten Pfosten (90.+2) – oder an Florian Kirschke scheiterten. Außerdem musste Havelse nach gut 70 Spielminuten auch wieder Defensivarbeit verrichten, wodurch der ganz große Druck etwas nachließ. Eine starke Aktion hatte Kina über die rechte Seite, nach dessen Vorarbeit Kasumovic zum Abschluss kam. Der Schuss wäre oben im kurzen Eck eingeschlagen, doch erneut war der SC-Torhüter zur Stelle (70.). Er parierte – nun mittlerweile fast schon ein wenig lässig – noch einen Distanzschuss von Yilmaz (84.). Inzwischen – gerade mit der Einwechslung von Marvin Ibekwe (67.) – kam unsere Mannschaft endlich wieder zu Entlastungsangriffen. Bei einem taktischen Foul von Foelster an Marvin Ibekwe blieb die fällige Verwarnung erneut stecken (72.), wie auch wenig später der Unparteiische bei einem Zweikampf mit Bremer, an den Marvin Ibekwe mit der größeren Schnelligkeit eigentlich schon vorbei und allein auf das TSV-Tor zuzulaufen schien, überraschend auf Freistoß für die Roten entschied (74.). Da passte es ins Bild, dass bei einem Treffer von Marvin Ibekwe die Fahne des Assistenten wegen einer vermeintlichen Abseitsposition nach oben ging (90.+1).

So oder so – in der Schlussphase setzte unsere Mannschaft auch selbst mal wieder Duftmarken. Dominic Hartmann traf mit einem 18-m-Schuss die Latte (84.), bei einem schnellen Gegenangriff verpasste Marvin Ibekwe das Querspiel zu Kevin Schulz, der nach der Einwechslung von Jannick Ostermann in die Spitze gerückt war. Der flinke Ex-Hildesheimer schloss selbst ab und auf die Fäuste von Torhüter Dlugaiczyk (85.). Dann hatte Kevin Schulz die große Chance, den Sack zuzubinden, doch nachdem Gökay Isitan über die linke Seite bis zur Grundlinie gezogen war, setzte er die Kugel aus drei Metern knapp neben den kurzen Pfosten (90.). Ein letztes Mal trat SC-Torhüter Florian Kirschke in Erscheinung, als er nach einem Pass von Cicek in die Tiefe zu Hotes die flache Eingabe vor Krüger erreichte (90.+1). Den Schlusspunkt der kurzweiligen Partie setzte der Referee, der den verblüfften Gökay Isitan wegen vermeintlichen Zeitspiels die zweite Gelbe Karte zeigte, nachdem er den Ball beim Einwurf seinem Mitspieler Joël Keller überlassen wollte (90.+3). Zuvor hatten Gökay Isitan nach Foul an Kina (57.), Nico Empen und sein Gegenspieler Kina wegen einer Rangelei (58.), Dominic Hartmann nach Foul an Cicek (62.) und Ilidio Pastor Santos nach einem Foul an Kasumovic (75.) „Gelb“ gesehen.

Bei den quirligen Gastgebern fielen die Ballgewandtheit von Tuna (defensives Mittelfeld), Cicek (offensives Mittelfeld) sowie den beiden Außenspielern Kina (rechts) und Hotes (links) besonders auf. Die Spitzen Kasumovic und der großgewachsene Krüger wirkten enorm gefährlich, waren an diesem Tage aber im Abschluss glücklos. Unsere Mannschaft hatte in Torhüter Florian Kirschke ihren überragenden Akteur. Außerdem konnten sich Joël Keller und Patrick Thomsen – wenn auch nicht fehlerfrei – die besten Noten auf Flensburger Seite verdienen.

Am kommenden 14. Spieltag der Regionalliga Nord empfängt der SC Weiche Flensburg 08 am Sonnabend, 13. Oktober 2018, ab 13.30 Uhr im Manfred-Werner-Stadion den Lüneburger SK Hansa. Zwar ist die Gesamtbilanz gegen die Niedersachsen bei jeweils drei Siegen und zwei Remis (9:8 Tore) ausgeglichen, doch Weiche hat die vergangenen drei Duelle gegen die Lüneburger allesamt gewonnen (1:0 A, 3:1 A, 2:0 H). Allerdings hat der LSK, der vom fast 70jährigen Rainer Zobel trainiert wird, in der laufenden Saison von sechs Auswärtsspielen lediglich zwei verloren: sehr unglücklich in Kiel (1:2), deutlicher in Lübeck (0:3). Bemerkenswert: Derzeit stellen die Lüneburger die fairste Mannschaft der Liga. Man darf gespannt sein, wie sich die Hansestädter an der Bredstedter Straße präsentieren werden.

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, Keller – Pastor Santos (V), Hartmann (V), Walter (Kap./79. H. Ostermann), Isitan (90.+3 Gelb-Rote Karte) – K. Schulz – Empen (V/67. Ibekwe), Noël (60. J. Ostermann).

Tore: 0:1 Noël (13.), 0:2 Isitan (33.), 1:2 Foelster (42.).

Zuschauer: 412, darunter rund 15 Flensburger, im Wilhelm-Langrehr-Stadion, in Garbsen-Havelse.

Schiedsrichter: Benjamin Schmidt (SvVg Laatzen), hatte mit der alles andere als einfach zu leitenden Partie seine Schwierigkeiten.

Die Trainerstimmen:
Unser Trainer Daniel Jurgeleit zeigte sich etwas verlegen und meinte: „Es war am Ende ein glücklicher Sieg für uns. Wir haben gut angefangen, aber der Anschlusstreffer hat uns aus dem Konzept gebracht. Dann haben wir keine zweiten Bälle mehr bekommen. Ich bin froh, dass wir die drei Punkte haben, die sehr glücklich waren.“

Der Trainer des TSV Havelse, Christian Benbennek, stellte die sehr gute Leistung seiner Mannschaft in den Vordergrund und nicht ohne Stolz fest: „Ich war begeistert von unseren Jungs. Sie waren aggressiv, gierig und in der zweiten Halbzeit überragend. Wir brauchten keine Halbzeitansprache, weil die Mannschaft schon in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit den Schalter umgelegt hat. Wir hätten hier heute mit zwei, drei Toren Abstand gewinnen können. Es tut mir so leid für die Mannschaft. Wir haben eine ganz tolle zweite Halbzeit gespielt. Wenn wir heute nach Hause gehen, freuen wir uns lieber über die zweite Halbzeit, als dass wir uns darüber ärgern, gegen den Meister verloren zu haben.“

Weitere Stimmen:
Tobias Foelster (Kapitän des TSV Havelse): „Flensburg hat viele lange Bälle gespielt. Wir waren aggressiv in der zweiten Halbzeit, haben uns aber nicht belohnt. Jetzt sind wir megaenttäuscht. Wir waren vier Spiele ungeschlagen (einschl. Landespokal/d. Red.). Jetzt war es ein herber Rückschlag. Wir haben gegen Flensburg aber gezeigt, dass wir gegenhalten können.“

Christian Jürgensen (etatmäßiger Kapitän des SC Weiche): „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in einem Punktspiel schon mal so viele Torchancen zugelassen haben wie heute.“

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