SC Weiche Flensburg 08
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Dank Herz, Moral und Steigerung: Weiche darf noch träumen

  Spielinfo

Der SC Weiche Flensburg 08 hat das Hinspiel in der Aufstiegsrelegation gegen den FC Energie Cottbus mit 2:3 (0:3) verloren, aber dank einer starken zweiten Halbzeit die Hoffnungen auf ein Wahrwerden des Fußballmärchens am Leben halten können. Es war nach dem 0:1 in Hildesheim erst die zweite Niederlage für die Fördestädter in diesem Jahr 2018. Am Donnerstagabend sah es gegen den die erste Halbzeit dominierenden Meister der Regionalliga Nordost vor 5.972 Zuschauern im ausverkauften Holstein-Stadion von Kiel bei allerbestem Fußballwetter lange Zeit danach aus, als sei das Rückspiel für den Ex-Bundesligisten nur noch reine Formsache. Die etwa 3.500 friedlichen Gäste-Fans feierten da nicht nur den Auswärtssieg, sondern bereits voreilig den vermeintlichen Abschied aus der 4. Liga. Doch unsere anfangs sehr nervös wirkende Mannschaft gab nicht auf, zeigte eine tolle Moral, steigerte und belohnte sich schließlich mit zwei Treffern, die Mut für das Rückspiel machen sollten. Erfreuliches Detail am Rande: Alles in allem war die Fantrennung im Holstein-Stadion gelungen, es wurde nicht nur ein ereignisreiches, sondern auch ein stimmungsvolles Spiel, bei dem es auf den Rängen friedlich ablief, sieht man vielleicht von einem Minifeuerwerk im Cottbusser Block während (33.) und dann auch nach dem Spiel einmal ab. Ein großer Dank geht daher insbesondere an die KSV Holstein, die Kieler Polizei und die Fans beider Mannschaften.

 

Nur drei Tage nach dem Landespokalfinale gegen Husum (3:0) änderte Trainer Daniel Jurgeleit die Startelf erneut auf sechs Positionen. Lediglich die Defensive blieb wie gehabt mit Torhüter und Geburtstagskind Florian Kirschke, der Abwehrreihe mit Benjamin Safo-Mensah, Patrick Thomsen und Hendrik Ostermann sowie Jonas Walter im defensiven Mittelfeld. Für Junior Ebot-Etchi, Fiete Sykora, Jannick Ostermann, Ilidio Pastor Santos, Tim Wulff und Florian Meyer liefen diesmal Nedim Hasanbegovic, Marvin Kleihs, Dominic Hartmann, Christian Jürgensen, Nico Empen und René Guder auf. Überraschend war erstmals Marcel Cornils aus unserer Oberliga-Mannschaft im Spieltagskader dabei. Er wurde dann auch Mitte der zweiten Halbzeit eingewechselt und kam so zu seinem ersten Saisonpflichtspieleinsatz in der Regionalliga-Elf. Zudem wurden Finn Wirlmann und Kevin Schulz eingewechselt. Auf der Bank blieben Raphael Straub (Tor), Fiete Sykora, Junior Ebot-Etchi und Tim Wulff. Nicht im 18er-Kader waren die weiterhin verletzt fehlenden Torge Paetow, Jannis Pläschke und Jannik Drews sowie Jannick Ostermann, Ilidio Pastor Santos, Fabian Arndt, Florian Meyer und Tayfun Can.

 

Zwar war unsere Mannschaft durchaus gut in die Partie gekommen, doch der Gast hatte die ersten kleineren Möglichkeiten. Nedim Hasanbegovic war bei einer flachen Eingabe von links vor Mamba im Zentrum zur Stelle (7.), dann setzte Kruse beim folgenden Eckstoß von links die Kugel am langen Pfosten knapp neben den Kasten (8.). Zunächst aber hielt Weiche noch gut mit, kam nach einer Freistoß-Eingabe von Dominic Hartmann zur ersten kleineren Chance, als vor Christian Jürgensen noch zum Eckstoß geklärt wurde (9.). Und nach Verwarnungen stand es schnell 1:1, weil erst Startsev „Gelb“ nach einem Foul an René Guder sah (9.) und auf der Gegenseite Jonas Walter für ein Halten gegen Mamba ebenfalls mit „Gelb“ bedacht wurde (13.). Doch dann nahm das Unheil aus Flensburger Sicht seinen Lauf. Weidlich hatte auf der rechten Seite reichlich Platz, brachte die Kugel nach innen, Mamba war im Zentrum zur Stelle, netzte aus Nahdistanz zum 0:1 ein (16.). Der Cottbusser Jubel kannte kaum Grenzen.

 

In der Folge hatte die Partie erst einmal eine kurze „Ereignispause“. Unsere Mannschaft versuchte, sich zu sortieren und Herr der eigenen Nerven zu werden. Zahlreiche Pässe gingen ins Seitenaus, mit viel Aufwand erkämpfte Bälle wurden schnell wieder hergeschenkt. Am ehesten gab es noch eine Torannäherung, als ein weiter Einwurf von Dominic Hartmann von der linken Seite in den Energie-Strafraum kam, doch Gäste-Torhüter Spahic konnte problemlos zupacken (28.). Die nächste Dusche folgte prompt, und wieder ging es über die rechte Cottbusser Seite, wo erneut Weidlich die Szene einleitete. Dessen flacher Ball an die Strafraumgrenze konnte von Benjamin Safo-Mensah zwar vor Mamba geklärt werden, doch legte der Weiche-Verteidiger dabei für Zimmer auf, der sich mit technisch feiner Aktion die Chance nicht entgehen ließ: 0:2 (29.). Die Cottbusser wirkten in jener Phase sicherer in ihren Aktionen und traten im Stile einer souveränen Gäste-Elf auf, wenn auch der auffällige Mamba nach einem Foul an Patrick Thomsen als nächster die gelbe Karte sah (31.). Unsere Mannschaft hingegen wirkte noch mehr verunsichert. Zwar sprang nach einem Zuspiel von Christian Jürgensen von der linken Außenseite an das rechte Strafraumeck ein Torabschluss von Nico Empen heraus (34.), doch der Ball ging in die zweite Etage, sodass der Lausitzer Torhüter Spahic weiterhin ohne ernsthafte Prüfung blieb. Wie nervlich angespannt einige Flensburger waren, zeigte sich auf der Gegenseite: Benjamin Safo-Mensah stoppte einen Diagonalpass kurz vor dem Strafraum mit der Hand, kassierte dafür ebenfalls „Gelb“ (37.). Den fälligen direkten Freistoß zirkelte Zimmer aus 18 Metern gekonnt über die Mauer zum 0:3 (38.).

 

Damit schienen frühzeitig alle Messen nicht nur im Holstein-Stadion, sondern auch für das Gesamtduell der beiden Meister gesungen. Trainer Daniel Jurgeleit reagierte, brachte Finn Wirlmann für das Mittelfeld neu in die Mannschaft und stellte die Defensive um. Patrick Thomsen rückte auf die Position hinten rechts, Jonas Walter nahm dessen Platz als zentraler Akteur der Dreierkette ein (42.). Die 3:0-Pausenführung für die Lausitzer war angesichts der Effektivität der Gäste, die ihre drei Torchancen eiskalt nutzten, aber auch keine echte Flensburger Möglichkeit zugelassen hatten, sicherlich verdient.

 

Das Bild sollte sich nach dem Seitenwechsel ändern. Einen ersten Warnschuss gab Nico Empen ab, der von Dominic Hartmann eingesetzt wurde und dann nach einem Schwenk im Zentrum zum Abschluss kam. Torhüter Spahic lenkte den Ball noch an die Latte (47.). Aber: Der Ex-Bundesligist hatte zunächst noch zwei große Chancen, um den Sack mit einem 0:4 endgültig zuzumachen. Erst passte Mamba auf Viteritti, der die Kugel aus halblinker Position rechts am langen Pfosten vorbeisetzte (54.), dann nahm Mamba eine Flanke von Viteritti unbedrängt aus Nahdistanz direkt, setzte die Kugel aber über den Flensburger Kasten (63.). Weiche mühte sich indes um Ballbesitz, mehr Kontrolle und mehr Zug zum Tor. Und mit mehr Ballbesitz stieg die Sicherheit in den Aktionen. Das alles sah nun weitaus besser aus, wobei sich Finn Wirlmann (Foul an Viteritti, 52.), Marvin Kleihs (Foul an Schlüter, 59.) und später auch der eingewechselte Kevin Schulz (Foul bei einem Konter, 78.) noch „Gelb“ abholten. Dennoch: Der SC generierte Ballbesitz und dann auch allmählich Chancen. René Guder setzte einen Distanzschuss über den Kasten (57.) wie auch Marvin Kleihs vom rechten Strafraumeck, nachdem Nico Empen abtropfen ließ (66.). Den mittlerweile verdienten Flensburger Treffer markierte dann Christian Jürgensen, der eine Eingabe von Marvin Kleihs von der rechten Seite nach Fehler von Stein über die Linie bugsierte (68.). Dominic Hartmann steckte auf der linken Seite schließlich schön auf René Guder durch, der erst im letzten Moment auf Kosten des nächsten Eckstoßes für den SC gestoppt wurde (73.). Der Eckenstand von 5:2 für Flensburg zeigte, dass unsere Mannschaft nun deutlich besser im Spiel war.

 

In der Schlussphase hatte Energie in der Defensive ordentlich zu tun und kassierte für Kruse (Foul an Dominic Hartmann, 84.) und Schlüter (Foul an Marvin Kleihs, 90.+2) weitere gelbe Karten. Als Kevin Schulz auf den ebenfalls eingewechselten Marcel Cornils ablegte, parierte Torhüter Spahic noch (83.). Bei der Flanke von Marvin Kleihs von rechts war auch er geschlagen, als René Guder am schnellsten schaltete und die Kugel unter Bedrängnis im Netz unterbrachte: nur noch 2:3 (89.). Was war hier nur los? Inzwischen waren auch die Flensburger Fans wieder voll da und peitschten ihre Mannschaft nach vorn. Und beinahe wäre sogar noch der Ausgleich geglückt, als erneut Marvin Kleihs von der rechten Seite gefährlich flankte, danach jagte dann Finn Wirlmann die Kugel aus 22 Metern knapp über den Cottbusser Kasten (90.+3). Inzwischen hatte sich der Gastgeber derart in das Spiel gesteigert, dass der Favorit ins Wanken gekommen war.

 

Aus unserer Mannschaft, die eine tolle Moral zeigte, ragte Jonas Walter besonders heraus. Auch Patrick Thomsen erledigte seine Aufgaben sehr ordentlich. Sinnbildlich für die Steigerung im zweiten Spielabschnitt stand Marvin Kleihs, der mit viel Druck nach vorn über den rechten Flügel beide Treffer vorbereitete. Bei den Brandenburgern waren lange Zeit Weidlich auf der rechten Bahn und Zielspieler Mamba im Angriffszentrum die auffälligsten Akteure. Defensiv räumten Stein – mit Ausnahme der Szene, die zum 1:3 führte – sowie Kruse gut ab. Nach dem Seitenwechsel machte sich zudem Viteritti mit einigen schönen Aktionen stärker bemerkbar.

 

Bereits in drei Tagen gibt es mit dem Rückspiel im Cottbusser Stadion der Freundschaft das Wiedersehen. Am Sonntag, 27.05.2018, ab 14 Uhr stehen sich beide Mannschaften erneut gegenüber, wobei die Brandenburger schon vor Wochen ein für den Heimbereich ausverkauftes Stadion meldeten, sodass unsere Mannschaft dort vor über 20.000 Zuschauern spielen wird. Die beeindruckende Kulisse dürfte indes auch die Jungs von Trainer Daniel Jurgeleit anspornen, als Außenseiter, der nichts zu verlieren hat, im letzten Saisonspiel noch einmal alles zu geben.

 

Weiche: Kirschke – Safo-Mensah (V/42. Wirlmann/V), Thomsen, H. Ostermann – Hasanbegovic (72. K. Schulz/V), Walter (V) – Kleihs (V), Hartmann, Jürgensen (Kap.) – Empen (68. Cornils), Guder.

 

Tore: 0:1 Mamba (16.), 0:2 Zimmer (27.), 0:3 Zimmer (38.), 1:3 Jürgensen (68.), 2:3 Guder (89.).

 

Zuschauer: 5.972 im ausverkauften Holstein-Stadion, Kiel.

 

Schiedsrichter: Dr. Robert Kampka (Mainz/TSV Schornbach), brachte als Bundesliga-Schiedsrichter die erforderliche Qualität für dieses Spiel ein, war allerdings zuweilen sehr schnell mit gelben Karten zur Stelle.

 

 

Trainerstimmen:

 

Der Gäste-Trainer Claus-Dieter „Pele“ Wollitz begann seine Analyse damit, dass die Aufgabe gewesen sei, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Zur Pause sei es ein Top-Ergebnis gewesen. Nach 15 Minuten habe seine Mannschaft das Spiel unter Kontrolle bekommen, man habe in der ersten Halbzeit nichts zugelassen und stark gegen den Ball gearbeitet. Mit der 3:0-Führung komme man dann in die Lage, dass man denkt, auch mal zwei Schritte weniger machen zu können. Dennoch habe man zwei Riesendinger gehabt, die man dann nicht machte. Das letzte Gegentor sei sehr ärgerlich, aber das würde der Kollege von seinen Gegentreffern sicherlich auch sagen. Die Mannschaft habe die Voraussetzungen und die Qualität, um im zweiten Spiel erfolgreich zu sein. Es sei für beide ein Nervenspiel. Die Voraussetzungen für das Rückspiel seien nicht schlecht, aber man sei eben noch nicht durch.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit gratulierte zunächst Cottbus zum absolut verdienten Sieg. Seine Mannschaft sei sehr nervös gewesen, habe eben wie ein Neuling agiert. Es wurden einfache Fehler gemacht, und man sei an den Leuten nicht nah genug dran gewesen. Mit dem 0:3 sei die Sache im Grunde gelaufen gewesen. In der zweiten Halbzeit habe die Mannschaft versucht zu zeigen, dass es besser geht. Vielleicht hat da der Gegner auch etwas mitgeholfen, weil er nachlässiger wurde. Seine Elf habe versucht, nun zu kombinieren. Und jetzt habe man ein wesentlich besseres Ergebnis als zur Halbzeit erzielt. Die Leistung in der zweiten Halbzeit sei absolut in Ordnung gewesen. Nun könne er mit dem Ergebnis angesichts des Verlaufs nicht unzufrieden sein.