SC Weiche Flensburg 08
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Belohnung für langes Warten: Furioser Auftakt in die Stresswochen

  Spielinfo

Endlich ist auch der SC Weiche Flensburg 08 als letzte Vertretung der Nord-Staffel in das Regionalliga-Jahr 2018 gestartet. Mehr als drei Monate nach dem Heimspiel gegen Lüneburg (2:0) kam Weiche in der ersten von neun (!) angesammelten Nachholbegegnungen vor eigener Kulisse gegen den Nachwuchs des Zweitligisten BTSV Eintracht Braunschweig zu einem schwer erkämpften und in der Summe durchaus glücklichen 5:3-Sieg. Neutrale Besucher unter den immerhin 563 Zuschauern im Manfred-Werner-Stadion werden sich angesichts der mehrfach wechselnden Gefühlswelten und acht Treffer mit Spannung bis in die Nachspielzeit an diesem späten Dienstagnachmittag (Anstoßzeit 16.30 Uhr!) wunderbar unterhalten gefühlt haben. Die Gäste-Elf von Trainer Henning Bürger zeigte immer wieder Schwächen in der Rückwärtsbewegung der Gastgeber auf, vermochte es aber letztlich nicht, sich dafür zu belohnen. Selten hat man eine so offensivfreudige Gäste-Elf an der Bredstedter Straße gesehen. Zuletzt hatte der HSV II am 26. Februar 2017 drei Treffer als Gast in Weiche erzielt – und mit 3:5 verloren. Diese Last mussten nun auch die Braunschweiger tragen. So bleibt es dabei: Bei nur einem Remis (2:2 im Vorjahr) ist Weiche in zehn Vergleichen mit den Junglöwen ungeschlagen und die Eintracht ein gern gesehener Kontrahent. Das lange Warten auf das Auftaktspiel hat sich aus Flensburger Sicht also voll gelohnt.

 

Trainer Daniel Jurgeleit konnte aus dem Vollen schöpfen, standen ihm doch mit Ausnahme von Florian Meyer alle Spieler des 25 Akteure umfassenden Regionalligakaders zur Verfügung. Im Vergleich zur vorherigen Partie, dem 2:0-Sieg an gleicher Stelle gegen Lüneburg am 9. Dezember 2017, änderte er die Startelf dreimal. Für Jannick Ostermann, Junior Ebot-Etchi und Tim Wulff liefen Finn Wirlmann, Marvin Kleihs und René Guder von Beginn an auf. Neuzugang Marvin Kleihs konnte damit sein Pflichtspieldebüt im Weiche-Dress feiern, während Finn Wirlmann nach langer Verletzungspause erstmals seit 16 Monaten (zuletzt am 20.11.2016 bei der 1:2-Niederlage in Drochtersen) wieder zum Einsatz kam. Der nicht eingewechselte Junior Ebot-Etchi verpasste erstmals ein Pflichtspiel für Weiche. Nicht in den 18er Spieltagskader schafften es neben Florian Meyer aus verschiedenen Gründen auch der leicht angeschlagene Nedim Hasanbegovic, Jannick Ostermann, Jannis Pläschke, Benjamin Safo-Mensah, Tayfun Can und Jannik Drews.

 

Unsere Mannschaft kam weitaus besser in die Partie als es angesichts der langen Pause zu befürchten war. Die Braunschweiger, die bereits vier Spiele mehr absolvieren konnten, verschliefen den Beginn und lagen nach 54 Sekunden zurück. Marvin Kleihs hatte auf Rechtsaußen Nico Empen geschickt, der wiederum im Zentrum René Guder fand (1.) – was für ein Auftakt des neuen Fußballjahres!

 

Auch in der Folge war Weiche zunächst gut im Spiel, hatte die besseren Möglichkeiten. Patrick Thomsen passte quer auf den zweiten Pfosten, wo René Guder heranrauschte, aber noch geradeso geblockt wurde (12.). Dann setzte Dominic Hartmann wieder den gefährlichen René Guder ein, doch Torhüter Bangsow war zur Stelle (25.). Im Gegenzug fiel aber der Ausgleich. Canbaz hatte auf halblinks Undav in Szene gesetzt, der die Kugel an Torhüter Florian Kirschke vorbei zum 1:1 ins Netz schob (26.). Zu jenem Zeitpunkt mag der Treffer etwas überraschend gefallen sein, weil es die erste echte Gelegenheit der Braunschweiger war. Doch die Eintracht deutete zuvor schon einige Male ihre Gefährlichkeit speziell über die rechte Außenbahn mit Canbaz und dem Zielspieler Undav im Zentrum an. Hier bekam Weiche immer wieder Probleme in der Rückwärtsbewegung. Zwar hatte Finn Wirlmann noch eine Schussgelegenheit – Bangsow parierte sicher (32.) –, doch die gefährlichere Elf waren nun die Blau-Gelben. Nach einem bösen Fehlpass unsere Kapitäns Christian Jürgensen konnte Undav allein auf Florian Kirschke zulaufen, doch er schaufelte das Leder über den Kasten (34.), und Canbaz konnte am linken Strafraumeck Torge Paetow austanzen und nach innen ziehen, den Schuss auf den kurzen Pfosten parierte aber Weiches Schlussmann (37.). Dennoch fiel die durchaus verdiente Pausenführung für die sehr geordnet auftretenden Gäste. Nach einem weiten Schlag von Panourgias trat der SC-Torhüter am Ball vorbei, Undav hatte freie Bahn, schob zum 1:2 ein (42.).

 

Waren die ersten 45 Minuten schon unterhaltsam, so sollte die zweite Halbzeit furios werden. Sie begann mit zwei guten Gelegenheiten des eifrigen Nico Empen (50., 55.). So kündigte sich der Ausgleichstreffer bereits an, der nach weitem Pass von Dominic Hartmann auf Christian Jürgensen fiel. Die Eingabe unseres Kapitäns von links sorgte für große Verwirrung im Strafraum, dann flankte René Guder von der anderen Seite, und im Zentrum war Ilidio Pastor Santos zur Stelle: 2:2 (57.). Die Ernüchterung folgte prompt. Canbaz setzte auf der linken Seite zum Solo an und versenkte die Kugel zur erneuten Eintracht-Führung im Netz (58.).

 

Unsere Mannschaft zeigte eine tolle Moral und steckte den Rückstand bravourös weg. Nico Empen platzierte noch einen Kopfball nach Flanke von Ilidio Pastor Santos zu hoch (60.). Doch Torge Paetow nahm nach einem von Marvin Kleihs getretenen Eckstoß von der linken Seite den zu kurz abgewehrten Ball sehenswert direkt und traf zum 3:3-Ausgleich (63.). Nico Empen hätte keine Minute später eigentlich schon die Führung erzielen müssen, doch allein vor Torhüter Bangsow ließ er sich zu weit nach außen abdrängen (64.). Schließlich setzte Patrick Thomsen wieder Christian Jürgensen auf links ein, dessen Flanke diesmal René Guder zum 4:3 versenkte (76.).

 

Damit war das turbulente Spiel noch nicht durch, denn die jungen Löwen hatten ihr Pulver längst nicht verschossen. Zwar konnte Weiche nun defensiver agieren, doch die Eintracht kam immer wieder zu Chancen. Zwei schnell ausgeführte Freistöße brachten erst Dogan in Position, dessen Abschluss noch zum Eckball abgewehrt wurde (78.), dann Undav, der am rechtzeitig aus dem Kasten geeilten Florian Kirschke scheiterte (82.). Das Flensburger Publikum konnte zudem aufatmen, als bei einem Braunschweiger Treffer die Fahne des Assistenten wegen einer Abseitsposition nach oben ging (86.). So musste bis in die lange Nachspielzeit gezittert werden. Die Braunschweiger Niederlage besiegelte schließlich der gerade eingewechselte Kevin Schulz, der nach einem weiten Abwehrschlag in die Braunschweiger Hälfte plötzlich allein auf Bangsow zulaufen und zum 5:3-Endstand vollenden konnte (90.+5). Was für ein Spiel!

 

Aus unserer Mannschaft verdienten sich Doppeltorschütze René Guder sowie – speziell für deren Unterstützung der Offensive in der zweiten Halbzeit – Kapitän Christian Jürgensen und Torge Paetow die besten Noten. Bei den Gästen fielen vor allem Doppeltorschütze Undav und der linke Flügelspieler Canbaz sowie der Routinier Dogan positiv auf.

 

In der Liga soll es nun Schlag auf Schlag gehen, um die „übrigen“ 15 (!) Punktspiele innerhalb der kommenden 54 Tage bis zum Saisonfinale am 13. Mai in Eutin über die Bühne bringen zu können. Am kommenden Sonntag, 25.03.2018, gastiert unser SC ab 14 Uhr beim FC Eintracht Norderstedt. Die Elf von Ex-DDR-Nationaltorwart Dirk Heyne hatte zuletzt in der Liga einige Probleme, kam aber am vergangenen Sonnabend beim Gastspiel in Braunschweig nach einem 1:3-Rückstand in den letzten Minuten noch zu einem 3:3-Remis. Das Hinspiel am 30. September 2017 hatte Weiche nach einem 0:1-Rückstand (Kummerfeld, 11.) durch Treffer von René Guder (41.) und Nedim Hasanbegovic (56.) mit 2:1 gewonnen. So verlief auch der bislang letzte Flensburger Auftritt in Norderstedt. Am 10. August 2016 waren Tim Wulff (27.) und René Guder (76.) die Torschützen, nachdem Lüneburg (20.) die Gastgeber in Führung gebracht hatte. Im Edmund-Plambeck-Stadion könnte der SC Weiche nach der Partie eigentlich gleich bleiben, denn schon zwei Tage später, Dienstag, 27.03.2018, steht dort das Nachholspiel beim FC St. Pauli II auf dem Programm.

 

Weiche: Kirschke – Paetow, Thomsen, Jürgensen (Kap./V) – Wirlmann, Walter – Kleihs, Hartmann (90.+4 H. Ostermann), Pastor Santos – Empen (V/88. Wulff), Guder (90.+1 K. Schulz).

 

Tore: 1:0 Guder (1.), 1:1 Undav (26.), 1:2 Undav (42.), 2:2 Pastor Santos (57.), 2:3 Canbaz (58.), 3:3 Paetow (63.), 4:3 Guder (76.), 5:3 K. Schulz (90.+5).

 

Zuschauer: 563 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Murat Yilmaz (FC Türkiye Wilhelmsburg/Hamburg), kam in der umkämpften, aber fairen Partie mit dreimal Gelb (Jürgensen, Empen/Undav) gut über die Runden.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Gästetrainer Henning Bürger, seit 2011 in Braunschweiger Diensten (und damit ähnlich lange im Amt wie sein Gegenüber), gratulierte auf der Pressekonferenz dem Gastgeber zu dessen erfolgreichen Auftakt, gab aber auch zu verstehen, dass er angesichts des Spielausgangs „restlos bedient“ ist. Er hatte ein gutes Spiel von beiden Mannschaften gesehen. Der gebürtige Thüringer beklagte den verschlafenen Beginn seiner eigenen Elf, die dann aber das Spiel gebogen, jedoch als Team nicht konsequent verteidigt habe. Weiche habe eine starke Moral und guten Einsatz gezeigt. Insgesamt sei es eine Partie gewesen, aus der man Lehren ziehen müsse, um es bei den zahlreichen kommenden Gelegenheiten besser zu machen. Abschließend wünschte er Weiche viel Glück.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit bedankte sich zunächst für die Glückwünsche. Er hatte ein richtig gutes Spiel gesehen, bei dem der Gegner nahe dran war, vielleicht auch drei Punkte mitzunehmen. Seine Mannschaft sei gut in das Spiel gekommen; eigentlich besser als nach der langen Pause zu erwarten war. Würde es dann 2:0 stehen, wäre es wohlmöglich eine ganz andere Partie geworden. So kassierte seine Mannschaft nach schnellem Umschalten des Gegners das 1:1. Der Kontrahent habe dann erkannt, dass hier etwas gehen könnte. Weiche habe aber eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt, bei der in der Pause angesprochene Dinge umgesetzt worden seien. Hinzu kamen eine tolle Moral und Glück, denn die Partie hätte auch 4:4 ausgehen können, so der Ex-Stürmer weiter. Er sei aber froh und es sei wichtig, das erste Spiel nach der Pause gewonnen und zudem dabei noch Hindernisse und Widerstände überwunden zu haben, so Daniel Jurgeleit.

 

Angesprochen auf die aktuelle Situation in der Regionalliga mit einem gedrängten, kaum noch vertretbaren Spielplan nahm Daniel Jurgeleit eine klare Position ein: „Wir wollen uns nicht beschweren, aber es ist unverantwortlich, was mit uns und in der Liga gemacht wird.“ Erstens sei es schon Wettbewerbsverzerrung, wenn andere Mannschaften viel mehr Spiele bereits absolviert haben. Zweitens sind es keine Profis, die englische Wochen in Serie ertragen müssten. Drittens wird die Gesundheit der Akteure gefährdet. Und viertens gehen die Spieler auch noch arbeiten. Dass es angesichts der außergewöhnlichen Situation nicht möglich sein solle, die Saison irgendwie zu verlängern, sei verantwortungslos.

 

Braunschweigs Trainer Henning Bürger schloss sich seinem Flensburger Kollegen in der Einschätzung zur Situation in der Liga an, wenngleich er mit einer Nachwuchsmannschaft eines Zweitligavereins andere Voraussetzungen hat.

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