SC Weiche Flensburg 08
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Gladbach zu stark für Weiche

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Borussia Mönchengladbach hat das Freundschaftsspiel gegen den SC Weiche Flensburg 08 am Sonnabendnachmittag im Manfred-Werner-Stadion vor 2.053 Zuschauern problemlos mit 4:0 (3:0) und damit im Rahmen des shz-Fußballsommers auch den „NOSPA-Cup“ – eine sehenswerte Pokaltrophäe – gewonnen. Während es für den Bundesligisten die zweite Partie nach dem Auftakt am Freitagabend beim VfB Lübeck (2:0) war, durfte unsere Mannschaft bei allerbestem Fußballwetter mit solchem Höhepunkt der Saisonvorbereitung eine spannende Woche mit dem vierten Spiel in acht Tagen abschließen. Nur drei Tage nach der sehr achtbaren 2:3-Niederlage beim Zweitligisten Holstein Kiel geriet Weiche in diesem vierten Test sehr schnell auf die Verliererstraße. Der bundesweit beliebte Altmeister vom Niederrhein machte vor allem in den ersten 25 Spielminuten den Drei-Klassen-Unterschied auf dem Rasen deutlich sichtbar. Für den SC Weiche war es dennoch eine gelungene Veranstaltung und für die Mannschaft genau zwei Wochen vor dem Regionalliga-Auftakt in Jeddeloh II (Sa., 28.07.2018, 14 Uhr) eine lehrreiche Angelegenheit.

Trainer Daniel Jurgeleit setzte insgesamt 22 Spieler ein, wobei keiner die kompletten 90 Minuten auf dem Platz stand. In die Startelf berief er mit Kevin Njie, Gökay Isitan und Gary Noël drei Neuzugänge. Die beiden anderen, Joël Keller und Marvin Ibekwe, wurden nach einer Stunde eingewechselt. In der Startelf stand auch Florian Meyer, der damit seinen 31. Geburtstag auf dem Rasen feiern durfte. Aus dem Regionalliga-Kader fehlten diesmal lediglich der verletzte Ilidio Pastor Santos und Jannick Ostermann.

Die Gladbacher, die am Vorabend an der Lübecker Lohmühle in ihrem ersten Testspiel mit 2:0 gewonnen und von dort mit dem Flugzeug den Weg an die Förde angetreten hatten, legten gleich ordentlich los und sorgten gerade am Beginn für klare Verhältnisse. Der 57malige amerikanische Nationalspieler Johnson nahm einen weiten Diagonalball von Hanraths von hinten links auf halbrechts auf, lieferte sich ein Laufduell mit Benjamin Safo-Mensah und konnte erst in höchster Not von Torhüter Florian Kirschke geblockt werden (1.). Mit dem ebenso einfachen wie genialen Flugball war die Weiche-Defensive schnell in Verlegenheit geraten. Beinahe in Kopie jener Szene hatte Johnson nur vier Minuten später nach einem Pass von Kapitän Wendt wieder über links freie Bahn. Er schob die Kugel diesmal zum 0:1 ins lange Eck (5.). Und der anfangs nicht zu stellende Johnson war gleich noch einmal durch, als er einen schönen Pass vom 2014er Weltmeister Kramer gekonnt mitnehmen, Torhüter Florian Kirschke ausspielen und die Kugel locker zum 0:2 einschieben konnte (13.). Das, was die Fohlenelf mit unserer Mannschaft in jener Phase veranstaltete, erinnerte doch sehr an den Auftritt des FC St. Pauli vor einer Woche. Weiche konnte die Räume nicht zustellen und mit dem Tempo beim Erkennen von Situationen nicht mithalten, kam gar nicht erst in die Zweikämpfe und wirkte dadurch nicht kompakt. Immerhin meldete sich Weiche offensiv zu Wort. Beim Freistoß von Geburtstagskind Florian Meyer aus dem linken Halbfeld bekam Gladbachs Torhüter Nicolas ein paar Probleme, zumal Hendrik Ostermann beinahe noch seinen Kopf an den Ball bekommen hätte (14.). Nur wenig später ging ein Abschluss von Gary Noël, durchaus auffällig, abgefälscht rechts am Kasten vorbei (16.). Auf der Gegenseite verfehlte Neuhaus mit einem Aufsetzer aus gut 22 Metern nur knapp das Tor (19.). Zwar konnte sich Florian Kirschke im Weiche-Gehäuse dann mal bei einem Flachschuss von Makridis, der zuvor mit Doppelpass freigespielt wurde, auszeichnen (22.). Doch er war nur Sekunden später chancenlos, als Kramer für Müsel auflegte, der freistehend aus Nahdistanz zum 0:3 einschieben konnte (22.). Diese erste Hälfte der ersten Halbzeit ernüchterte die Flensburger Fußballfreunde, schuf klare Verhältnisse, raubte der Partie aber auch den Atem.

Musste man aus Sicht der Fördestädter nun ein Debakel befürchten, so stellte Weiche in der Folge defensiv um. Christian Jürgensen übernahm die zentrale Position in der Dreierkette, Hendrik Ostermann rückte nach hinten links und Jonas Walter ging auf die „Sechs“. Ob es an jenen Änderungen lag oder am nachlassenden Tordrang des Bundesligisten: Es zog deutlich mehr Stabilität und Kompaktheit in das Defensivverhalten des Außenseiters. So hatte die Borussia nur noch eine nennenswerte Offensivaktion vor dem Seitenwechsel, doch der fleißige Neuhaus setzte die Kugel aus der Drehung in die zweite Etage (27.). Unsere Equipe, die den Rückstand und die ernüchternde Anfangsphase gut verarbeitete, hatte in der ersten Halbzeit die letzte gefährliche Aktion. Als Gökay Isitan auf seinen „Lübecker Kumpel“ Gary Noël durchsteckte, war Torhüter Nicolas aufmerksam (35.).

Zur zweiten Halbzeit brachte Borussen-Trainer Dieter Hecking mit Ausnahme des Torhüters Nicolas eine komplett neue Mannschaft, wechselte damit aber offensichtlich auch die Zielstrebigkeit nahezu vollständig aus. Auf Flensburger Seite blieben zunächst nur fünf Spieler in der Kabine, während es nach knapp einer Stunde dazu kam, dass die übrigen sechs Akteure ausgetauscht wurden. Insgesamt setzte sich allerdings das Geschehen weitgehend von der Schlussviertelstunde der ersten Halbzeit fort. Unsere Mannschaft hatte einen besseren Zugriff auf die Partie, konnte das Spiel nun weitgehend ausgeglichen gestalten, profitierte aber wohl auch davon, dass der Erstligist deutlich zurücksteckte. So blieben die Höhepunkte nach der Pause rar gesät. Gladbachs Mayer jagte die Kugel aus der Distanz mal ebenso in die zweite Etage (58.) wie später Benes (83.). Dazwischen gelang den Gästen nach einem Fehler im Flensburger Spielaufbau und schnellem Umschalten das 0:4, als das wenig später leider verletzungsbedingt ausgewechselte (74.) Gladbacher Geburtstagskind Hofmann mit finalem Pass den Brasilianer Raffael schickte, der sich die 1:1-Situation vor Torhüter Raphael Straub nicht entgehen ließ und unseren sonst kaum beschäftigten Schlussmann dabei tunnelte (70.). Unsere Mannschaft, die nun besser gegenhielt, aber vorn kaum zu Abschlusssituationen kam, hatte ihre einzig notierenswerte Chance, als Tim Wulff einen Ball in der Spitze nur knapp verpasste (79.). So blieb unserer Mannschaft zwar der Ehrentreffer verwehrt. Sie konnte das Resultat letztlich aber doch in Grenzen halten.

Der SC Weiche kam in der ersten Halbzeit über ein paar gute Ansätze kaum hinaus. Den besten Eindruck konnten so Dominic Hartmann mit einigen dynamischen Aktionen im Mittelfeld und Gary Noël in der Spitze hinterlassen, während Torhüter Florian Kirschke bei den Treffern chancenlos war und Schlimmeres verhinderte. Nach der Pause zeigten Torge Paetow eine überragende und Patrick Thomsen eine starke Partie. Bei der Gladbacher Borussia hingegen fiel gerade in der Anfangsphase der nicht zu stoppende Amerikaner Fabian Johnson positiv auf. Er wurde dann auch von den Vertretern der schreibenden Zunft zum „Spieler des Tages“ gekürt, sodass er eine Kiste mit Flensburger Rum nach Hause nehmen konnte. Vor der Pause beeindruckten zudem Weltmeister Christoph Kramer als Dreh- und Angelpunkt im defensiven Mittelfeld sowie der engagierte Torben Müsel. Nach dem Wechsel hinterließen auf Gladbacher Seite Benes und Mayer den besten Eindruck.

Der nächste terminierte Auftritt unserer Elf in der bislang so ereignisreichen Saisonvorbereitung ist im Landespokal-Viertelfinale, also wieder ein Pflichtspiel. Die Partie beim Heider Sportverein von 1925 ist nunmehr für den kommenden Sonnabend, 21. Juli, 15 Uhr, angesetzt. Der Oberligist kann sich im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße gewöhnlich über einen guten Zuschauerzuspruch freuen. Derzeit ist nicht davon auszugehen, dass Weiche vorher noch einmal testen wird.


SC Weiche 08: Kirschke (46. Straub) – Safo-Mensah (46. Paetow), Walter (46. Thomsen), Jürgensen (Kap./62. Keller) – Hartmann (62. Hasanbegovic), H. Ostermann (46. Wirlmann) – Njie (46. Pläschke), Isitan (62. K. Schulz), F. Meyer (62. Drews) – Empen (62. Ibekwe), Noël (62. Wulff).

Tore: 0:1 Johnson (5.), 0:2 Johnson (13.), 0:3 Müsel (22.), 0:4 Raffael (70.).

Schiedsrichter: Fynn Kohn (Husumer SV), hatte keinerlei Probleme, kam ohne „Gelb“ über die Runden.

Zuschauer: 2.053 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

Die Trainerstimmen:
Lobende Worte hatte Gästetrainer Dieter Hecking parat, der sich darüber freute, „dass wir mal in Schleswig-Holstein landen konnten“. Man sei heute schon weiter als noch am Freitag in Lübeck und habe viele Dinge gut gemacht. In der zweiten Halbzeit hätte er sich mehr Zug zum Tor gewünscht. Letztlich sei es als Bundesligist wichtig, dass die Organisation klappt, um bei solchen Freundschaftsspielen annähernd ähnliche Bedingungen wie in der Bundesliga aufbieten zu können. Daher ginge ein Dank an die Organisatoren und Sponsoren, die dieses Spiel möglich gemacht hätten. Man habe bei der Weltmeisterschaft gesehen, dass mehr Bodenhaftung dem Profi-Fußball gut tun würde.

Unser Trainer Daniel Jurgeleit meinte, es sei klar, dass seine Mannschaft und er mit dem Spiel nicht gerade zufrieden seien. Die Anfangsphase habe ihm überhaupt nicht gefallen. „Wir wollten aus einer stabilen Ordnung heraus spielen, was aber nicht gelungen ist“, so der Trainer weiter. „In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, besser zu stehen.“ Der Gegentreffer sei durch einen Ballverlust in der gegnerischen Hälfte gefallen, was dann aber auch nicht so passieren dürfe. Mit dem Ergebnis sei er nicht zufrieden, obgleich seine Mannschaft eine sehr anstrengende Woche gehabt habe.

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