SC Weiche Flensburg 08
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Fußball in Flensburg vor entscheidender Zeit

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Der Flensburger Fußball steht vor einer enorm wichtigen Zeit. Daniel Jurgeleit, seit neun Jahren Trainer des SC Weiche Flensburg 08, erklärte am Freitagnachmittag, 20. Juli 2018, bei der Pressekonferenz zur Saisoneröffnung in den Räumlichkeiten des Hauptsponsors NOSPA, dass der Regionalligist in der vergangenen Spielzeit an seine sportlichen Grenzen gestoßen ist. In der Relegation um den Aufstieg in die Dritte Liga standen sechs Mannschaften: fünf Profi-Klubs, alles ehemalige Erstbundesligisten, und der SC Weiche. „Wir müssen trotzdem weiter vorankommen, die Bedingungen verbessern, um in Flensburg irgendwann Drittliga-Fußball anbieten zu können. Dafür sind die nächsten ein bis zwei Jahre enorm wichtig. Noch haben andere einfach bessere Voraussetzungen“, so der Erfolgstrainer. Bei Weiche sei vieles familiärer als anderswo. So könne man einiges kompensieren. Nach wie vor gibt es bei Weiche keine Profis, doch das Ziel sei, die Abläufe profihafter zu gestalten. Das sei die Motivation des Trainers, zu der Harald Uhr, Geschäftsführer der Liga-GmbH, ergänzte: „Wir sind noch nicht am Ende des Weges.“ Da er zudem mit dem Trainer in Verhandlungen stünde, sodass es eine zehnte Saison mit Daniel Jurgeleit als Verantwortlichen an der Linie geben könnte, meinte er schelmisch in Richtung der Medienvertreter: „Ihr müsst wohl noch einige Jahre mit uns aushalten.“

Zu Beginn der Pressekonferenz hatten Hauptsponsor und Weiche-Geschäftsführung das Zusammenspiel beider Seiten gewürdigt. Gastgeber Thomas Beirer von der Nord-Ostsee-Sparkasse dankte für eine sportlich herausragende Saison mit Meisterschaft, Pokalsieg und Hallenmasters-Titel. Das alles habe unglaublich viel Spaß gebracht. So ginge der Dank an die sportliche Leitung und die Mannschaft sowie an alle, die zu diesen grandiosen Erfolgen beigetragen haben. Man könne dann auch verkraften, dass der „NOSPA-Cup“ am vergangenen Wochenende – 0:4 gegen Borussia Mönchengladbach – nicht gewonnen wurde, meinte Thomas Beirer schelmisch. Von der Liga-GmbH bedankte sich Geschäftsführer Harald Uhr für die hervorragende Unterstützung beim Hauptsponsor, aber auch bei allen anderen Sponsoren. Der sportliche Erfolg wäre ohne Sponsoren wie die NOSPA nicht möglich.

Zu den Neuverpflichtungen gab Trainer Daniel Jurgeleit ergänzend zu seinen Ausführungen im Pressegespräch zum Trainingsauftakt nähere Erläuterungen zum fünften Zugang Joël Keller, der erst nach dem Beginn der Saisonvorbereitung zu Weiche gestoßen war. Zu dem Ex-St.-Paulianer habe seit über zwei Jahren Kontakt bestanden. Seitdem habe man versucht, ihn zu einem Wechsel nach Flensburg zu überzeugen. Diesmal war die vertragliche Konstellation günstig, und der Trainer sei froh, dass es nun geklappt hat. Joël Keller habe eine enorme fußballerische Qualität und passt auch charakterlich hervorragend in die Mannschaft. Nun ist die Bilanz bei fünf Zu- und ebenso vielen Abgängen – die Rückkehr von Marvin Kleihs zum Drittligisten Würzburg nach Ablauf seiner Leihe mal ausgenommen – ausgeglichen und die Personalplanung für die kommende Saison abgeschlossen. Eine weitere Verpflichtung sei nicht zu erwarten. Alle fünf Zugänge würden über eine gute Qualität verfügen und charakterlich passen. Daher ist der Trainer mit den Zugängen sehr zufrieden. Insgesamt hat sich der Kader nicht verschlechtert, eher verbessert. Mit den Zugängen verspricht sich Daniel Jurgeleit allerdings auch, dass neue Reizpunkte gesetzt werden. Im Einzelnen rechnete er vor, dass die Abgänge quasi positionsadäquat ersetzt wurden: René Guder mit vielen Toren und Schnelligkeit hat uns verlassen, doch Gary Noël sei für 15 Tore gut und verfüge über eine enorme Schnelligkeit. Für Junior Ebot-Etchi auf der Bahn kam Kevin Njie. Statt Fiete Sykora, der über enorme Erfahrung verfüge, ist nun Gökay Isitan dabei, dem ebenfalls über zehn Tore zuzutrauen sind und der gute Vorlagen geben könne. Auf den Positionen von Fabian Arndt könne Marvin Ibekwe agieren. Und Tayfun Can hat nicht so oft gespielt. Bei allen Zugängen könne er Potential sehen, das vielleicht manch anderer derzeit nicht erkennt. Auf den höheren Konkurrenzkampf innerhalb der Mannschaft verwies Geschäftsführer Harald Uhr. Den bringen nicht nur die Zugänge, sondern er entsteht auch deshalb, weil die langzeitverletzten Spieler der vergangenen Saison wie Finn Wirlmann, Jannis Pläschke, Florian Meyer oder Nedim Hasanbegovic erfreulicherweise zurückgekommen sind.

Die bisherige Saisonvorbereitung sei durchwachsen, meinte Trainer Daniel Jurgeleit, der auf die eher zu kurze Sommerpause nach einem an Höhepunkten überfluteten Ende der vergangenen Spielzeit erinnerte. „Wir machen es ordentlich, aber wir hatten auch eine relativ kurze Erholungszeit, die gefühlt nur zwei Wochen war“, so der Übungsleiter. Es habe an Zeit der Aufarbeitung nach dem Spiel in Havelse mit dem Titelgewinn, dem Pokalfinale gegen Husum und der gleich folgenden Relegation mit zwei Partien gegen Cottbus, „in denen wir drei gute Halbzeiten gespielt haben“, gefehlt. Das alles habe Kraft gekostet für Körper und Kopf. So sei noch nicht einmal ein gemeinsames Feiern möglich gewesen. Das Aufarbeiten des geballten Endes der vergangenen Saison habe man nun nachgeholt. Doch man habe jetzt keine knallharte Vorbereitung durchziehen können. Zum Beispiel habe Patrick Thomsen in der Rückrunde fast jedes Spiel über volle 90 Minuten bestritten. „Nun versuchen wir, von Einheit zu Einheit Tempo aufzunehmen“, so Daniel Jurgeleit weiter.

Zur sportlichen Zielstellung für die kommende Saison meinte Trainer Daniel Jurgeleit, dass man unbedingt den obligatorischen Zweijahresrhythmus im Landespokal durchbrechen wolle. Bislang stand man alle zwei Jahre im Endspiel. Nun will man unbedingt schon 2019 wieder das Finale erreichen, weshalb es bereits gegen Heide am Sonnabend (21.07.2018) auf Fokussieren und eine konzentrierte Leistung ankäme, um dort erst gar keine Pokalstimmung aufkommen zu lassen. Dass das Fachmagazin „Kicker“ den SC Weiche zu einem der Favoriten für die kommende Saison gekürt hat, sei zwar schön, und vielleicht gehöre es als Meister auch dazu, dass man gleich so hoch gehandelt werde. Aber ein Meister wird nicht automatisch gleich wieder Meister. „Die Saison“, so der Trainer, „beginnt bei Null und geht von vorn los.“ Daniel Jurgeleit ergänzte: „Wir wollen weiterkommen und uns verbessern. Das heißt aber nicht, dass man auch Meister wird. Ein Favorit auf dem Papier zählt nichts, weil es auf dem Platz ganz anders aussehen kann. Jedenfalls wird ein ‚Genauso-Weiter‘ wie im Jahr zuvor nicht gehen.“

Zur Konkurrenz um den Titel zählte Trainer Daniel Jurgeleit die üblichen „Verdächtigen“ auf: der VfB Lübeck, der VfL Wolfsburg II, Werder Bremen II, der VfB Oldenburg, den man immer auf der Rechnung haben muss, den Hamburger SV II, der schon in der vergangenen Saison hochwollte. Als Geheimfavorit ergänzte Kapitän Christian Jürgensen noch den SSV Jeddeloh II, der sich mit einigen guten Spielern verstärkt hat.

Neuzugang Gökay Isitan beschrieb seine Eindrücke beim Eingewöhnen in der Mannschaft. Er denke, sie sei sehr erfahren und würde einen „erwachsenen Fußball“ spielen. Alle Neuen seien sehr gut aufgenommen worden. Die Mannschaft sei trotz der Erfolge sehr bodenständig geblieben und würde versuchen, aus den Bedingungen bei Weiche das Beste zu machen. Während Daniel Jurgeleit gleich mal das Stadion an der Lohmühle als wesentliche Differenz einwarf, wollte der Neuzugang Unterschiede zum VfB Lübeck nicht benennen. Auch in Lübeck habe er viele tolle Menschen getroffen. Mit Gary Noël versteht er sich auf dem Platz und außerhalb dessen sehr gut. Scherzhaft ergänzte Trainer Daniel Jurgeleit, dass es eine Bedingung gewesen sei, beide im Doppelpack zu verpflichten. Harald Uhr hob indes hervor, dass Gökay Isitan bestens angekommen ist. Er habe sogar darum gebeten, eine Jugendmannschaft des SC mitbetreuen zu können. Co-Trainer Marc Peetz ergänzte, dass er die meisten Zugänge bereits vor der Vorbereitung kannte. Charakterlich und menschlich – so bestätigte er – passen alle super in die Mannschaft. Sie hätten sich sehr schnell eingelebt.

Das Verhältnis zur Oberliga-Mannschaft und dessen Trainer Thomas Seeliger bezeichnete Daniel Jurgeleit als sehr gut. Nicholas Holtze, der sicherlich die Qualität für die vierte Liga hat, wollte in der Regionalliga nicht spielen. Da könne man dann nichts machen. Einerseits sollen nun etwa Sebastian Tramm, Brian Jungjohann und Martin Paustian Pitter zuweilen auch „oben“ in der Regionalliga-Mannschaft mittrainieren, andererseits werden z. B. Benjamin Safo-Mensah und Jannis Pläschke zum Testspiel der Zweiten beim HSV III (Freitag, 20.07.2018, Ergebnis: 2:1-Sieg) mitfahren. „Der Austausch war noch nie so gut, aber die Erfolge dessen wird man erst in einigen Jahren sehen. Das geht nicht von heute auf morgen. Die Oberliga-Mannschaft hat es in der vergangenen Saison sehr gut gemacht.“ Und sie werde auch deshalb wichtiger, weil wir aus Kiel – anders als bisher – nicht mehr viele Talente bekommen werden. In der Ersten von Holstein sind inzwischen nur Hinzuverpflichtete, die eigenen Talente kommen in die Zweite, die nun ebenfalls Regionalliga spielen wird. Harald Uhr wies in diesem Kontext darauf hin, dass es erstmals nicht gelungen sei, einen Spieler aus der Region zu verpflichten. Leider sei keiner auf dem Markt gewesen. Das stimme ihn traurig, bedeutet aber auch, die eigene Jugendarbeit zu intensivieren. So sollen Spieler der A-Junioren zusätzlich gefördert werden, und die Kompetenz von Thomas Seeliger, Trainer unserer Oberligamannschaft, soll ebenfalls stärker genutzt werden.

Einen kleinen Einblick in Zahlen des Etats gab Geschäftsführer Harald Uhr. So lägen die Werbeeinnahmen mittlerweile bei weit über 600.000 Euro, und der Gesamtetat werde so langsam die Eine-Millionen-Euro-Schallgrenze durchbrechen. Erfreulicherweise sei ein „Run“ auf Dauerkarten festzustellen. Waren es im Vorjahr 154 Dauertickets, so stünde man jetzt kurz vor der 400. Man dürfte davon ausgehen, dass es am Ende über 400 verkaufte Dauerkarten sein werden. Sehr schön sei es, wenn der Gesamtbesucherschnitt von derzeit 1.005 auf 1.200 gesteigert werden könne. Beim DFB-Pokalspiel am 19.08.2018, 15.30 Uhr, gegen den VfL Bochum ginge man von einem ausverkauften Haus aus. Karten im freien Verkauf gibt es am Dienstag (24.07.18) und Donnerstag (26.07.18) jeweils von 14 bis 19 Uhr an der Bredstedter Straße.

Zu den organisatorischen Rahmenbedingungen gaben Harald Uhr und Edgar Nies noch einige Erläuterungen. So werde derzeit ein Licht- und Schallschutzgutachten erstellt, um danach eine Flutlichtanlage mit einer Beleuchtungsstärke von 800 Lux installieren zu können. Damit könne man sich eine Sofortlösung mit 200 Lux sparen. Zudem wurde ein neues Sicherheitskonzept für mehr Zuschauer erstellt. Es sieht u. a. andere Fluchtwege und einen weiteren Stadionzugang – von der Husumer Straße aus – vor, um die Anwohner in der Bredstedter Straße zu entlasten. Gegenüber Anwohnern und Stadt werde – auch im Vergleich zu den Genehmigungen bei Holstein Kiel – betont, dass es sich lediglich um temporäre Belastungen durch Schall und Licht handelt, um Anwohnerinteressen so gut es geht zu berücksichtigen. Harald Uhr betonte zudem, dass die neu erbaute Sitzplatztribüne nicht temporär aufgestellt wurde.

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