SC Weiche Flensburg 08
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Bericht vom 1. Fandialog in Weiche

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Der SC Weiche Flensburg 08 und die Geschäftsführung der Weiche-Liga-GmbH hatten die Fans zu einem ersten Dialog eingeladen – und das Vereinsheim am Manfred-Werner-Stadion war am frühen Freitagabend (23.11.2018) sehr ordentlich gefüllt. Zwar stand die Kommunikation zwischen Fans, Mannschaft und Verantwortlichen sowie den Fans untereinander im Mittelpunkt, doch gespannt lauschten die Zuhörer vor allem bei den Ausführungen von Liga-Geschäftsführer Harald Uhr und Marketing-Chef Edgar Nies über die Pläne für die nahe Zukunft.

Speziell im organisatorischen Bereich wurde es konkret. Die Aus- und Umbaupläne am Manfred-Werner-Stadion nehmen deutlich Gestalt an. Da könnte die Umwandlung des vorhandenen B-Rasenplatzes zu einem strapazierfähigen Kunstrasenplatz für den Trainingsbetrieb beinahe untergehen. Im kommenden Jahr soll das Stadion auf eine Kapazität von bis zu 5.000 Zuschauern ausgebaut werden, wozu Anforderungen nach dem deutschen Versammlungsstättengesetz zu den Fluchtwegen erfüllt werden müssten. Hierzu zählt die Verlagerung des Hauptzuganges an die Husumer Straße. Wichtiger könnte allerdings der Bau einer fernsehtauglichen Flutlichtanlage werden. Sie soll mit einer Betriebserlaubnis für 18 Stunden pro Jahr einhergehen und ebenfalls im nächsten Jahr stehen. An den Kosten in Höhe von etwa 750.000 Euro würde sich der SC Weiche mit 100.000 Euro beteiligen. Nachdem ein Fach- bzw. LLUR-Gutachten inzwischen positiv ausgefallen ist, steht dem Bau von Seiten des Anwohner- und Umweltschutzes nichts mehr im Wege. Allerdings müsste der Finanzausschuss der Stadt Flensburg am 6. Dezember beschließen, dass die Stadt einen Förderantrag an das Land stellt, sodass eine Förderung aus Landesmitteln in Höhe von 250.000 Euro möglich wäre. Edgar Nies hat bereits für die Stadt mitgedacht und ihr weitere Wege aufgezeigt, sodass der städtische Anteil an den Kosten gering bleiben würde. Allerdings ist die kommunalpolitische Situation in Flensburg aufgrund der acht beteiligten Fraktionen unsicher. So fürchtet der Marketing-Leiter: „Wir haben Angst, dass es in die Hose geht.“ Dabei muss bis zum 1. Juli 2020 selbst für die Regionalliga Flutlicht vorliegen, sonst gingen in Flensburg die Lichter aus, bevor sie überhaupt angeschaltet werden.

Das Bild vom Ausgehen der Lichter zeichnete zuvor auch Liga-Geschäftsführer Harald Uhr. Die nächsten Jahre seien ganz entscheidend. Wenn sich in Flensburg nicht bald etwas tun würde, müsste er sein Engagement in Frage stellen und ernsthaft überdenken. Und funktioniert es in Bälde nicht mit Weiche, dann würde hier in Flensburg auf 20 Jahre kein höherklassiger Fußball mehr möglich sein.

Bei den Fans warb Harald Uhr mehrfach um Verständnis. Die „Auswärtsheimspiele“ in Kiel gegen Energie Cottbus und in Lübeck gegen Werder Bremen haben die sportlichen Chancen in beiden Duellen erheblich verschlechtert, wie man am 1:0-Sieg gegen den VfL Bochum im Manfred-Werner-Stadion sehen konnte. Auch dafür, dass jetzt aktuell sportlich nicht der Spitzenplatz in der Regionalliga in Aussicht steht, sollten Fans nach jahrelangem Aufwärtstrend Verständnis aufbringen. Der SC Weiche Flensburg 08 hat schließlich die Meisterschaft nicht abonniert. „Es gibt kein automatisches Anrecht, dass wir wieder Meister werden müssen“, so Harald Uhr weiter. Dennoch werde derzeit schon an die kommende Saison gedacht. Es werde einen Umbruch geben. Ein Verjüngen der ersten Mannschaft steht an, unter anderem auch, um die U-23-Regel erfüllen zu können. Mit dem aktuellen Kader stößt man hier auf Grenzen, wie Harald Uhr zeigte. Leider ist aktuell aber kein Talent aus der Region in Sicht, das die Mannschaft verstärken könnte. Langfristig sei jedoch nicht einzusehen, weshalb Talente aus der Region nach Kiel oder Hamburg gehen müssten, um sportlich voranzukommen.

Bei den Fans waren unter anderem die Eintrittspreise ein Thema. Auch hier warb Harald Uhr um Verständnis. Für die Anhebung von zehn auf zwölf Euro für den Normalzahler – egal ob Steh- oder Sitzplatz – brachte er vor allem zwei Argumente. So hätte die vom Verein finanzierte Überdachung der Stehplätze 290.000 Euro gekostet. Zwei Euro für jedes verkaufte Ticket fließen daher in die Tilgung dieser Ausgaben. Darüber hinaus leistet sich Weiche eine leistungsstarke, daher etwas teurere Mannschaft, die zudem die weitesten Anreisen aller Vereine der Regionalliga Nord hat. Dennoch werde in einem gewöhnlichen Jahr ein Minus von rund 200.000 Euro eingefahren. Die Alternative sei eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielen würde. Ungeachtet dessen nahmen die Verantwortlichen Anregungen der Fans in Sachen Eintrittspreise gern auf. So werde man das Ticketpreissystem überdenken, beispielsweise in Sachen Familienticket sowie Wiedereinführung der Trennung in billigeren Steh- und teureren Sitzplatzbereichen. Nebenbei verriet Harald Uhr drei weitere Zahlen. So hat die Aktion „Weichensteller“ bislang 3.000 Euro eingebracht. Der kostenlose Bustransfer zum DFB-Pokalspiel nach Lübeck verschlang 8.000 Euro. Und die gleiche Summe ging für den Einbau von Wellenbrechern im Gästefanbereich des Lübecker Stadions drauf. Dennoch mussten der SC Weiche und die Weiche-Liga-GmbH dem VfB Lübeck dankbar sein, dass der Liga-Rivale sein Stadion und die Infrastruktur bereitgestellt hatte. Dass hierbei nicht alles reibungslos lief, war aufgefallen. Inzwischen entschuldigte sich der VfB Lübeck für die Panne, dass die mobilen Toilettenhäuschen statt im Weiche-Stehplatzbereich in der Bremer Fankurve platziert waren. Der Weiche-„Macher“ Harald Uhr verwies en passant darauf, dass in Lübeck die Flensburger Stadtoberen anwesend waren – eine Situation, die eigentlich zum Selbstschämen geeignet gewesen wäre.

Harald Uhr erinnerte bei alledem daran, dass es vor einigen Jahren in Weiche keine echte Fanszene gab. Inzwischen sei so etwas wie eine Fanszene entstanden. Weiche hat mittlerweile immerhin einen Fanbeauftragten, an den man sich wenden könne. Da sei es beinahe grotesk, dass sich Fans des Eisenbahnerfanclubs und der Küstenlümmel nicht vertragen könnten. Von den anwesenden Spielern meldete sich in diesem Kontext Kapitän Christian Jürgensen zu Wort. Er sprach von wünschenswerten Synergien beider Fan-Lager und davon, dass er den Zwist nicht verstehe. Bei beiden geht es doch um den SC Weiche, und gemeinsam sei man stark. Der Kapitän machte deutlich, dass die Mannschaft noch mehr Zuschauer ins Stadion locken wolle. Zugleich bedankte er sich bei den Fans für die Unterstützung.

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