SC Weiche Flensburg 08
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Weiche scheitert am Stadtrivalen

  Spielinfo

TSB Flensburg – SC Weiche Flensburg 08 2:1 (1:0)

„Die Nummer eins der Stadt sind wir“, klang es triumphierend aus dem Kreis des Oberligisten nach dem Schlusspfiff, und das schmerzte in den Ohren eines jeden, der es mit dem SC Weiche hält. Im ersten Halbfinale um den SHFV-LOTTO-Landespokal setzte sich der gastgebende TSB Flensburg gegen den favorisierten SC Weiche Flensburg 08 am frühen Sonntagnachmittag mit 2:1-Toren durch. Die 418 zahlenden Zuschauer auf dem Eckener Platz sahen ein typisches Pokalspiel, bei dem der vermeintlich Kleine dem scheinbar Großen kräftig in die Suppe spuckte. Der TSB warf alles in die Waagschale, was er hatte, und das genügte an diesem trüben Sonntagnachmittag, an dem es nie richtig hell zu werden schien. Unsere Mannschaft nahm den Kampf erst in der zweiten Halbzeit so richtig an, schien nach dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer auch endlich in die Spur zu kommen, doch die Gastgeber schlugen nochmals zurück und verhinderten damit, dass der Titelverteidiger erneut das Endspiel erreicht, das aktuell noch nicht terminiert ist, aber voraussichtlich Ende Mai 2022 ausgetragen wird. Dort wird der TSB dann auf den VfB Lübeck oder den Heider SV treffen, die sich im zweiten Halbfinale am kommenden Mittwoch, 17. November 2021, im Stadion an der Lohmühle der Hansestadt gegenüberstehen werden. Während sich die TSB-Trainer Hoymar Sörensen und Henning Stüber über den Auftritt ihrer Mannschaft diebisch freuen durften, war unserem Trainer Thomas Seeliger die Unzufriedenheit über das Aus im Halbfinale anzumerken. „Wir haben eine Halbzeit lang das Derby nicht angenommen“, bilanzierte er enttäuscht.

 

Nach dem jüngsten 2:0-Sieg in der Liga beim VfB Lübeck änderte Thomas Seeliger seine Startelf auf drei Positionen. Der wieder genesene Florian Kirschke kehrte für Raphael Straub ins Tor zurück. Außerdem nahmen Kevin Schulz und Jonah Gieseler die Plätze von Torben Rehfeldt und Noel Kurzbach ein. Torben Rehfeldt kam zur Pause für Jonas Walter in die Partie, ging dabei im Tausch mit Torge Paetow in die Viererkette. Den mit Wadenschmerzen angeschlagenen Marcel Cornils ersetzte gut 20 Minuten vor Schluss Noel Kurzbach, der mit Jonah Gieseler die Seiten wechselte. Für die letzten Minuten und die Nachspielzeit brachte Thomas Seeliger mit Brian Jungjohann einen weiteren kopfballstarken Akteur, für den Kevin Schulz den Platz verlassen musste. Im 18er Aufgebot standen zudem Raphael Straub (Tor), Nahne Paulsen, Bjarne Schleemann und Florian Meyer. Nicht im Kader für dieses Spiel waren Casper Mols, Johannes Siregar und Nils Jungehülsing sowie die angeschlagenen Finn Wirlmann, Malte Petersen, Ilidio Pastor Santos (alle im Aufbautraining) und Nico Empen. Unser Physiotherapeut Andreas Hansen gab nach der Partie vorsichtig Entwarnung: Die Wadenverletzung von Marcel Cornils sollte nicht dramatisch sein. Den Cut, den Patrick Thomsen kurz vor der Pause an der Augenbraue davongetragen hatte, weshalb er fortan mit weißem Turban spielte, dürfte unser Innenverteidiger verschmerzen können. Daher sollte sich die Ausfallliste nicht verlängern.

 

In der Partie zweier Mannschaften, die sich nahezu alle aus dem „Effeff“ kennen, war sofort Feuer drin, wobei Weiche beinahe etwas überrascht schien, wie robust die Gastgeber zu Werke gingen. Die Zweikämpfe wurden durchweg hart, insgesamt aber fair geführt, und es zeigte sich sehr schnell, dass der Oberligist keineswegs gewillt war, das Spiel an den favorisierten Regionalligisten abzuschenken. So hatte der TSB in der Summe vor der Pause vielleicht weniger Ballbesitz, jedoch insgesamt die deutlich besseren Chancen. Dazu gewann er immer wieder die entscheidenden Duelle und zahlreiche zweite Bälle, während es Weiche nicht gelang, den etwas tiefer stehenden Gegner zu Fehlern zu zwingen. Keine Minute war gespielt, als SC-Torhüter Florian Kirschke nach dem Querspiel von Nicholas Holtze vom linken Strafraumeck auf halbrechts gerade noch vor dem heraneilenden Lars Rasmus Wolff am Runden war (1.). Bei der ersten und zugleich einzigen Vorpausenchance von Weiche klärte Sönke Otto Meyer nach dem Pass von Jonah Gieseler in die Tiefe den Abschluss von Kevin Schulz von halbrechts zum Eckstoß (13.). Ansonsten aber gelang es Weiche überhaupt nicht, Tiefe ins Spiel zu bringen. Zu viele ungenaue Pässe und immer wieder verlorene Zweikämpfe sorgten dafür, dass das von Ole Rathmann gehütete TSB-Tor nicht in Gefahr geriet.

 

Anders, weil zielstrebiger wirkten die Gastgeber. Da ging es oft in raschem Tempo in Richtung gegnerisches Tor, wobei Nicholas Holtze mit seinen Freiheiten ohne direkten Gegenspieler zunächst ein ums andere Mal die Weiche-Abwehr herausforderte. Am Führungstreffer der Blauen war er indes nicht beteiligt. Vielmehr sah Calvin Ogara – bis zum Sommer bei den Weiche-A-Junioren aktiv – auf der linken Seite den völlig freien Lars Rasmus Wolff in der Mitte, der wiederum ausreichend Platz und Zeit hatte, um aus gut 25 Metern flach abzuziehen. Der Ball flutschte auf dem angefeuchteten Grün in die rechte Ecke, obgleich SC-Schlussmann Florian Kirschke dahin auch abgetaucht war (16.). Und die 1:0-Führung verdiente sich der Außenseiter vor allem nachträglich. Nicholas Holtze reagierte bei einem Einwurf von der Mittellinie am schnellsten, entwischte der schläfrigen Weiche-Abwehr, traf jedoch vom rechten Strafraumeck am kurzen Pfosten vorbei (32.). Dem 2:0 kamen die Gastgeber am nächsten, als Nicolai Vosgerau einen von der rechten Seite von Tayfun Can getretenen Eckstoß im Rückwärtslaufen noch auf das Tor brachte, Florian Kirschke und Dominic Hartmann knapp vor der Linie aber gemeinschaftlich retten konnten (41.). Kurz darauf wurde der Schuss von Tayfun Can aus knapp 20 Metern von Kevin Njie ins Toraus abgefälscht (42.), sodass es bei der sehr verdienten Pausenführung des zielstrebiger agierenden Oberligisten blieb.

 

Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie deutlich Fahrt auf, weil Weiche endlich eine entsprechende Einstellung zum Spiel fand. Der TSB war anfangs allerdings noch dabei und hatte zwei gute Möglichkeiten. Erst lief ein Konter, bei dem Nicholas Holtze von rechts die Kugel nach innen brachte, wo Hendrik Fleige und Tayfun Can nur knapp verpassten (47.). Dann zielte Hendrik Fleige beinahe von der linken Torauslinie nach der Flanke von Tayfun Can über den Kasten des SC (49.). Weiche aber forcierte das Tempo und entfachte nun viel Druck. Zunächst prüfte Abwehrspieler Hauke Sören Spoth nach einem Eckstoß von Marcel Cornils mit dem Knie den eigenen Torhüter Ole Rathmann (48.), kurz darauf lenkte der Schlussmann einen Schuss des stärker werdenden Marcel Cornils von der Strafraumkante noch an den kurzen Pfosten (51.). Nach Standardsituationen scheiterten schließlich Torben Rehfeldt (links vorbei, 55.) und Kevin Schulz (über das Tor, 61.) jeweils aus Nahdistanz bei Schüssen aus der Drehung. Und der Ausgleich wäre spätestens fällig gewesen, als nach Einwurf von Torge Paetow Christopher Kramer die Latte traf, Ole Rathmann selbst auch den Querbalken zur Abwehr zu Hilfe nahm und beim anschließenden Gewühl im TSB-Strafraum die Murmel einfach nicht den Weg in den Kasten fand (65.). Beim folgenden Konter über Nicholas Holtze wurde der Abschluss von Tayfun Can indes noch zum Eckstoß geblockt (65.). In jener Phase nahm das Halbfinale packende Züge an, weil hüben wie drüben Treffer im Bereich des Möglichen schienen, Weiche insgesamt aber näher am Ausgleich war. Der mittlerweile fällige Ausgleich fiel zehn Minuten später. Jonah Gieseler hatte die Kugel auf der linken Außenlinie unter Kontrolle gebracht, sie lief dann über Kevin Schulz und Christopher Kramer zu Patrick Herrmann auf rechts, der in den Strafraum eindrang und dort von Hauke Sören Spoth nur unfair gestoppt werden konnte (75.). Christopher Kramer verwandelte den fälligen Strafstoß unten rechts, wobei Ole Rathmann in jene Ecke auch abgetaucht war (76.). Der inzwischen verdiente 1:1-Ausgleich hätte dem Favoriten eigentlich Sicherheit verleihen sollen, um dieses Halbfinale nun doch – gegebenenfalls unter Zuhilfenahme einer Verlängerung – siegreich zu gestalten.

 

Es kam aber anders. Und Weiche wurde mit der eigenen Stärke geschlagen: Einen weiten Einwurf von Tayfun Can, knapp zwei Meter von der linken Eckfahne entfernt, köpfte Hendrik Fleige vom Fünfmeterraum in die lange Ecke. Die Rettungsaktion von Christopher Kramer, der die Kugel akrobatisch aus dem Kasten beförderte, kam nach Ansicht des Assistenten an der Linie zu spät; der Referee zeigte zur Mitte (81.).

 

Nach dem erneuten Rückstand hatte Weiche mit der fünfminütigen Nachspielzeit noch eine gute Viertelstunde Zeit. Zwar flogen nun viele Bälle an und in den TSB-Strafraum, aber vor allem die beiden Innenverteidiger Nicolai Vosgerau und Sönke Otto Meyer beförderten die Flanken postwendend auch wieder heraus. So hatte der SC zum erneuten Ausgleich keine nennenswerte Chance mehr, während der TSB mit seinen Entlastungsangriffen insgesamt gefährlicher wirkte. Letztlich blieb es beim 2:1-Sieg des Außenseiters, der über 90 Minuten gesehen keineswegs unverdient war, weil der TSB an diesem Nachmittag von Beginn an wusste, um was es ging.

 

Beim TSB fielen vor allem die körperlich robusten und routiniert agierenden Innenverteidiger Nicolai Vosgerau und Sönke Otto Meyer sowie Nicolas Holtze mit enorm starker erster Halbzeit auf. Aus unserer Mannschaft konnten sich Torge Paetow als unermüdlicher Antreiber, Patrick Herrmann mit ebenfalls großem Kämpferherz und Christopher Kramer trotz starker Gegenspieler die besten Noten verdienen.

 

Am kommenden Wochenende geht es für den SC Weiche Flensburg 08 in der Regionalliga weiter. Dann muss unsere Mannschaft am Sonntag, 21. November 2021, ab 14 Uhr im Edmund-Plambeck-Stadion beim FC Eintracht Norderstedt antreten.

 

TSB Flensburg: Rathmann – Spoth (78. Bruns/V), Vosgerau (V), S. Meyer (Kap.), Steiner (V/46. Bracht) – Möller (V), Can (V) – Wolff (73. Koschenz), Holtze, Ogara – Fleige. Trainer: Sörensen.

 

Weiche: Kirschke – Herrmann (V), Paetow (Kap./V), Thomsen (V), Njie – K. Schulz (87. Jungjohann), Hartmann, Walter (46. Rehfeldt) – Gieseler, Kramer, Cornils (72. Kurzbach). Trainer: Seeliger.

 

Tore: 1:0 Wolff (16.), 1:1 Kramer (76., Strafstoß), 2:1 Fleige (81.).

 

Zuschauer: 418 Zahlende, darunter etwa 300 Weiche-Fans, am Eckener Platz, Flensburg.

 

Schiedsrichter: Alexander Roppelt (VfL Bad Schwartau), bekam das heiß umkämpfte, insgesamt trotz der neun Gelben Karten (5:4) aber faire Derby gut in den Griff. Der Strafstoß war berechtigt; ob der Ball beim TSB-Siegtor komplett die Linie überschritten hatte, lag im Augenmaß seines Assistenten an der Linie.

 

Gelbe Karten: Auf Seiten des TSB wurden Steiner (Foul an Herrmann, 7.), Vosgerau (Foul an Cornils, 66.), Möller (Foul an Hartmann, 71.), Can (Foul an Herrmann, 73.) und Bruns (Zeitspiel, 88.) verwarnt. Bei Weiche betraf es Herrmann (Foul an Möller, 18.), Thomsen (Meckern, 31.) und Paetow (Foul an Möller, 79.). Außerdem bekam Wechselspieler Straub (lief unerlaubt auf den Platz/Meckern, 81.) „Gelb“.

 

 

Trainerstimme:

 

Unser Trainer Thomas Seeliger gratulierte dem TSB zum Finaleinzug, sprach aber auch offen von einer „Enttäuschung“. „Wir haben eine Halbzeit lang das Derby nicht angenommen“, meinte der Trainer kurz und knapp zur Hauptursache der Niederlage. Zum Spielverlauf meinte der Fußballlehrer: „Dann bekommst Du so ein Murmeltor und rennst die ganze Zeit dem Rückstand hinterher. In der zweiten Halbzeit haben wir ein anderes Gesicht gezeigt. Du machst den Ausgleich und musst das Spiel mindestens in die Verlängerung bringen. Zum Schluss läuft dir die Zeit weg.“ Nochmals zusammengefasst bilanzierte der Ex-Profi: „Wir haben es nicht gut gemacht und die ersten 45 Minuten verschlafen.“

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