SC Weiche Flensburg 08
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Weiche knallhart – Wieder Sieg im Schlussspurt

  Spielinfo

SV Drochtersen/Assel – SC Weiche Flensburg 08 1:2 (1:0)

Der SC Weiche Flensburg 08 hat den Schrecken vor dem Kehdinger Stadion wohl endgültig verloren. Am 11. Spieltag der Regionalliga Nord gelang unserer Mannschaft bei der Spielvereinigung Drochtersen/Assel ein knapper, aber letztlich verdienter 2:1-Auswärtserfolg. Es war der dritte Sieg im Kehdinger Stadion in Folge, nachdem die Fördestädter bei den ersten beiden Gastauftritten äußerst bittere Niederlagen hatten hinnehmen müssen. Am Verdienst des Sieges bestanden trotz des späten Treffers eigentlich keine Zweifel, nur „DA“-Präsident Rigo Gooßen wollte nach der in der Schlussphase spannenden Partie „noch nie einen so unverdienten Sieger gesehen“ haben „wie heute“. Dabei zeigten nach einem ausgeglichenen Abnutzungskampf mit vielen Zweikämpfen, Behandlungspausen und Freistößen die Flensburger in der Schlussviertelstunde einen unbändigen Siegeswillen, der an jenem schönen, spätsommerlichen Sonntagnachmittag vor 564 Zuschauern, darunter etwa 25 Flensburgern, bei sonnigem Wetter den Ausschlag gegeben hatte. Es war im sechsten Saisonauswärtsspiel bereits der vierte Weiche-Sieg – und wieder einmal einer in allerletzter Minute! Und es war der sechste Sieg bei nun 9:1 Toren gegen die Spielvereinigung aus Drochtersen und Assel in Folge.

 

Gegenüber der Startelf vom Heimspiel gegen Hannover 96 II (1:0) gab es lediglich eine Änderung. Für Ilidio Pastor Santos, der vor wenigen Tagen junger Vater geworden war, rotierte Julian Stöhr gegen seinen Ex-Verein in die Anfangsformation. Trainer Daniel Jurgeleit verordnete wieder ein 4-3-3-System, in dem Kevin Njie (rechts), Jovan Vidovic, Angelos Argyris (zentral) und Christian Jürgensen (links) erneut die Viererkette vor Torhüter Florian Kirschke bildeten. Im Mittelfeld kamen Finn Wirlmann, Torge Paetow und Julian Stöhr zum Zuge. Dominic Hartmann (rechts), Tim Wulff (zentral) und Casper Olesen (links) liefen im Angriff auf, wobei sowohl Dominic Hartmann als auch Casper Olesen zuweilen etwas hängend agierten. Eingewechselt wurden mit Fabian Graudenz, Jonas Andersen und Gökay Isitan weitere Offensivkräfte. Ersatztorhüter Ingmar Struck sowie Patrick Thomsen, Florian Meyer, Ilidio Pastor Santos und Tayfun Can kamen nicht zum Einsatz. Neben den langzeitverletzten Nedim Hasanbegovic, Jonas Walter und Kevin Schulz standen auch Raphael Straub, Ture Blaue und Marvin Ibekwe nicht im Spieltagskader. Die letztgenannten Beiden kamen neben Ingmar Struck und Tayfun Can am Sonnabend bei der 1:3-Heimniederlage unserer Oberliga-Mannschaft gegen den 1. FC Phönix Lübeck zum Einsatz.

 

In der Anfangsphase wirkte Weiche etwas reifer und klarer. Eine erste Torannäherung ging auf das Konto von Tim Wulff, dessen Kopfball nach weitem Einwurf von Torge Paetow von der rechten Seite zu hoch angesetzt war (4.). Nachfolgend gestaltete sich das Geschehen recht ausgeglichen, wobei die Gastgeber mit einer Fünfer-Abwehrkette und vier Spielern im Mittelfeld in erster Linie am Torverhindern interessiert schienen. Über die einzige Spitze von „DA“, Neumann, kamen die Gastgeber allerdings zu zwei notierenswerten Möglichkeiten. Erst verpasste der Stürmer im Zentrum nach weitem Einwurf, den von der Reith (ehemals: Mau) von links vor das Tor gebracht hatte (16.), dann setzte er einen Abschluss aus spitzem Winkel über den Kasten (21.). Dazwischen hatte Kapitän Behrmann noch einen Kopfball nach dem ersten Eckstoß der Kehdinger zu sehr gedrückt, sodass SC-Torhüter Florian Kirschke die Kugel sicher aufnehmen konnte (17.). Erneut musste unser Schlussmann eingreifen, als er nach von der Reiths weitem Einwurf die Kopfballverlängerung von Giwah herunterpflückte (30.). Ansonsten war die Partie geprägt von Zweikämpfen und vielen Spielunterbrechungen. Schon früh kassierten Julian Stöhr (Halten von Neumann, 11.) hier und Edeling (Foul an Finn Wirlmann, 26.) da Gelbe Karten. Bis zur Pause kamen zwei weitere Verwarnungen hinzu; erst für Jovan Vidovic (Foul an Neumann, 37.) auf Flensburger, dann für Nagel (Halten von Christian Jürgensen, 43.) auf Drochtenser Seite. Dazwischen musste die Partie auch immer wieder für Behandlungspausen unterbrochen werden, so als Torge Paetow und Owusu einen Pressschlag fabrizierten, wobei zuerst der Flensburger am Streitobjekt war (23.). Dennoch hagelte es heftige und lautstarke Kritik des Publikums am Unparteiischen, obgleich jener alles in allem gut auf der Höhe war. Und er gab auch den von Jovan Vidovic verursachten Freistoß (37.), der schließlich der 1:0-Führung der Gastgeber vorausging. Von dem diesmal in der Mittelfeldzentrale aufgebotenen von der Reith wurde der Freistoß von halblinks nach innen gebracht. Zeugner kam unbedrängt zum Abschluss, netzte aus fünf Metern, halbrechts, die Kugel ein (38.).

 

Der Treffer – so ärgerlich er aus Flensburger Sicht auch war – sollte aus neutraler Perspektive der Partie gut tun. Unsere Mannschaft agierte sofort weitaus zwingender. Casper Olesen schoss aus 18 Metern warnend über den Kasten (43.). Dann trat der Däne einen Freistoß auf den Kopf von Angelos Argyris, doch Torhüter Siefkes parierte hier sicher (44.). Schließlich kam unsere Elf in der Nachspielzeit noch zur besten Chance. Erst parierte Torhüter Siefkes den Kopfball von Angelos Argyris aus Nahdistanz von der linken Seite in höchster Not, dann traf Dominic Hartmann beim Nachschuss den einen Meter vor der Linie stehenden von der Reith mitten ins Gesicht (45.+1). Der Referee pfiff die Situation sofort ab, weil er Schlimmes befürchten musste. Die nachfolgende Behandlung des schwer getroffenen „DA“-Regisseurs wartete er erst gar nicht mehr ab. Er pfiff zur Pause, während von der Reith nach diesem „Volltreffer“ zur zweiten Halbzeit ausgewechselt und in die Klinik gebracht werden musste.

 

Nach dem Seitenwechsel schienen die Gastgeber früh den Verwaltungsmodus einzulegen. Wo es auch nur ging, versuchten sie, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Unsere Mannschaft hatte nun deutlich mehr vom Geschehen, zu großen Möglichkeiten schien sie gegen den Abwehrriegel der Heimischen allerdings nicht zu kommen. Doch plötzlich stand es 1:1! Torge Paetow hatte von halblinks satt den rechten Pfosten getroffen, der Ball prallte zu Tim Wulff, der gedankenschnell die Kugel durch die Beine eines Abwehrspielers zum Gleichstand und zu seinem dritten Saisontreffer versenkte (57.).

 

Auch in der Folge bestimmten die Gäste das Geschehen. Einen direkten Freistoß jagte Christian Jürgensen ebenso über den Kasten (63.) wie Casper Olesen seinen Schuss. Der Däne wurde insgesamt deutlich stärker und hier nach einer flüssigen Kombination über mehrere Stationen von Dominic Hartmann in jener Szene freigespielt (64.). Wenig später sah der zur Pause für von der Reith eingewechselte Schuhmann nach Foul an Finn Wirlmann die fünfte (und letzte) Gelbe Karte der Partie (65.). Glück hatten die Gastgeber, dass Schiedsrichter Bokop (Vechta) nach Absprache mit seinem Assistenten an der Linie einen Tatort nach knapp außerhalb des Strafraumes verlegte, als Casper Olesen gefoult worden war (71.). Aber der Däne wirkte nun wie aufgedreht, ging auf links durch, passte in den Rückraum, wo Dominic Hartmann die Kugel direkt nahm, doch Torhüter Siefkes war rechtzeitig unten (73.). Fußball spielte in Halbzeit zwei eigentlich nur noch eine Mannschaft – mit einer Ausnahme. Nadjem schickte über links Schuhmann in die Spitze, Weiche wirkte kollektiv einen Moment lang unentschlossen, doch der Heber von Schuhmann aus spitzem Winkel verfehlte knapp das Ziel (76.). Es war die einzige nennenswerte Konterchance der Gastgeber.

 

Unsere Mannschaft nahm diesen Weckruf an, investierte nun noch mehr in die Partie, wobei die offensiven Wechsel – erst kam Fabian Graudenz für Julian Stöhr (69.), dann Jonas Andersen für Finn Wirlmann (83.) sowie schließlich Gökay Isitan für Dominic Hartmann (90.+1) – ihr Übriges taten. Es spielte eine Mannschaft auf Sieg – und sie wurde schließlich auch belohnt. Zunächst aber gab es Chancenwucher. Dominic Hartmann nahm einen zweiten Ball nach Einwurf von Torge Paetow direkt, setzte den Schuss jedoch zu hoch an (78.). Dann traf Kevin Njie aus gut 25 Metern krachend die Latte (87.). Und Jonas Andersen scheiterte nach schöner Hackenverlängerung von Christian Jürgensen freistehend vor Torhüter Siefkes am Schlussmann der Rot-Blauen, wobei er seinen rechts mitgelaufenen Nebenmann Tim Wulff übersah (89.). Aber Weiche hatte noch einen – und Weiche hatte Torge Paetow. Der Nordfriese traf in der Nachspielzeit satt flach ins Eck, in das zwar auch Torhüter Siefkes abgetaucht war, doch die Kugel rauschte ins Netz, während Torge Paetow wenig später von seinen Mitspielern eingefangen werden musste (90.+1).

 

Nachdem Zeugner noch eine kleine Kopfballchance hatte, die SC-Torhüter Florian Kirschke aber sicher zunichtemachte (90.+3), waren die dreieinhalb Minuten Nachspielzeit abgelaufen. Die Emotionen unter dem Tribünendach kühlten allerdings erst allmählich ab.

 

Die auffälligsten Spieler beim Gastgeber waren Kapitän Behrmann als Innenverteidiger und Torhüter Siefkes. Gute Besserung gilt dem verletzungsbedingt ausgeschiedenen von der Reith, der vor der Pause zu den stärksten Niedersachsen zählte. Aus unserer Mannschaft konnten sich Abwehrchef Angelos Argyris und Siegtorschütze Torge Paetow die besten Noten verdienen. Am späten Erfolg hatten aber alle eingesetzten 14 Akteure ihre Anteile, wobei Finn Wirlmann und Dominic Hartmann ebenso hervorgehoben werden sollen wie die gelungenen Impulse, die durch die einwechselten Akteure gesetzt wurden.

 

Nächster Kontrahent des SC Weiche wird am Sonnabend, 28. September 2019, ab 13.30 Uhr der SSV Jeddeloh II sein. Der selbsternannte „Dorfverein“ wird zum dritten Mal seit seinem Viertliga-Aufstieg 2017 an die Bredstedter Straße reisen. Die vergangenen beiden Vergleiche im Manfred-Werner-Stadion gingen mit 2:0 und 4:2 an Weiche. In der aktuellen Saison sind die Niedersachsen bislang durch ihre wechselhaften Resultate aufgefallen. Einerseits schafften sie jüngst beim Meister VfL Wolfsburg II ein bemerkenswertes 1:1-Remis, und sie fiedelten am zweiten Spieltag im eigenen Stadion Hannover 96 II mit 6:0-Toren ab. Doch andererseits kassierten sie auch schon zweimal vier und einmal – bei der 3:5-Niederlage beim Lüneburger SK Hansa – fünf Gegentreffer in 90 Minuten. Jeddeloh II hat bereits in den vergangenen beiden Jahren durch unkomplizierten und offensiven Fußball mit vielen Toren überzeugen können. Trotz einiger personeller Veränderungen, die es im Sommer gegeben hat, scheinen die von Jouke Faber betreuten Männer aus dem Edewechter Ortsteil den eher risikofreudigen Stil beibehalten zu haben. Besondere Aufmerksamkeit verdient Neuzugang Tim van de Schepop. Aktuell steht der niederländische Stürmer bereits bei acht Saisontreffern.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Vidovic (V), Argyris, Jürgensen (Kap.) – Wirlmann (83. Andersen), Paetow, Stöhr (V/69. Graudenz) – Hartmann (90.+1 Isitan), Wulff, Olesen.

 

Tore: 1:0 Zeugner (38.), 1:1 Wulff (57.), 1:2 Paetow (90.+1).

 

Zuschauer: 564, darunter etwa 25 Flensburger, im Kehdinger Stadion, Drochtersen.

 

Schiedsrichter: Franz Bokop (SC Niedersachsen Vechta) leitete weitaus besser als es viele heimische Zuschauer wahrhaben wollten, ließ sich vom aufgebrachten Publikum nicht beirren und gab fünfmal „Gelb“ (3:2 für „DA“).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit zeigte sich nach der Partie sehr zufrieden. „Hier geht es immer sehr intensiv zur Sache, und die Spiele sind eng. Drochtersen hat das in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht und gut verteidigt“, so unser Trainer weiter, der das Zustandekommen des 0:1 kritisierte. Erst kam der Ballverlust, der zu einem Freistoß führte, dann war keiner am späteren Torschützen dran. Dadurch sei man unter Zugzwang geraten. In der Halbzeit habe man die richtigen Entscheidungen getroffen, und die Mannschaft habe eine gute Reaktion gezeigt. „Wir wurden mutiger, hatten mehr Ballkontrolle“, beschrieb Daniel Jurgeleit die zweiten 45 Minuten. „Ich würde sagen, dass wir aufgrund der zweiten Halbzeit verdient gewonnen haben.“

 

Der Trainer der SV Drochtersen/Assel, Lars Uder, sprach von einem „Spiel auf Messers Schneide“. Man habe nicht unverdient mit 1:0 geführt. Schade sei gewesen, dass man die Konterchancen nicht nutzen konnte. Dennoch habe seine Mannschaft ein richtig gutes Spiel gezeigt, so der Verantwortliche von „DA“ weiter. Man habe einfach Pech gehabt. Er wolle seiner Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen und auch dem Publikum für die Unterstützung danken.

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