SC Weiche Flensburg 08
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Verdienter Sieg im umkämpften Landesduell

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – Heider SV 2:1 (1:1)

In einem Nachholspiel der Regionalliga Nord aus der Hinrunde kam der SC Weiche Flensburg 08 am Mittwochabend gegen den Aufsteiger Heider SV zu einem verdienten 2:1-Sieg. Vor 752 Zuschauern war der Gastgeber bei kaltem, aber doch trockenem Wetter unter dem neuen Flutlicht im Manfred-Werner-Stadion über weite Strecken die fußballerisch bessere Mannschaft. Weil der Neuling einsatzstark verteidigte und alles aus sich herausholte, war die Partie des 15. Spieltags bis zum Schlusspfiff offen. Viereinhalb Monate nach dem Flensburger 5:0-Sieg vom 19. Oktober im Landespokal-Viertelfinale an gleicher Stelle zeigte sich der Dithmarscher Traditionsverein beim ersten Aufeinandertreffen in der Regionalliga wesentlich kompakter, sodass der Sieg unserer Mannschaft, die damit den dritten Tabellenplatz festigte, deutlich schwerer fiel. Vor dem abschließenden Spiel der etwas verlängerten „Englischen Woche“ beim FC Eintracht Norderstedt am Sonntag droht personell der Ausfall von gleich drei angeschlagenen wichtigen SC-Akteuren: Kevin Njie und Nico Empen mussten ausgewechselt werden, Marvin Ibekwe hatte ebenfalls etwas abbekommen und quälte sich zum Schlusspfiff.

 

Fünf Tage nach dem „Restrundenstart“ gegen Werder Bremen II (1:1) musste Trainer Daniel Jurgeleit die Startelf einmal ändern. Der „Gelb“-gesperrte Torge Paetow stand erstmals in der Saison nicht zur Verfügung. Dessen Position übernahm Angelos Argyris. So blieb die Viererkette mit Kevin Njie (rechts), Patrick Thomsen, Jovan Vidovic (beide zentral) und Julian Stöhr im gewohnten 4-3-3-System vor Torhüter Florian Kirschke unverändert. Im Mittelfeld ergänzte Angelos Argyris als klassischer „Sechser“ das offensivere Duo mit Fabian Graudenz und Dominic Hartmann. Casper Olesen, der diesmal auf der rechten Seite begann, Tim Wulff und Nico Empen liefen erneut im Angriff auf, wobei später die Außenstürmer ihre Plätze tauschten. Schon nach einer Viertelstunde musste Weiche wechseln. Für den angeschlagenen Kevin Njie kam positionsgetreu Ilidio Pastor Santos. Tayfun Can, der damit erstmals in der laufenden Saison eingesetzt wurde, löste kurz nach der Halbzeitpause Casper Olesen ab. Schließlich wurde Marvin Ibekwe für den verletzt ausscheidenden Nico Empen eingewechselt. Ersatztorhüter Raphael Straub, der zuvor „Gelb-Rot“-gesperrte etatmäßige Kapitän Christian Jürgensen, Ture Blaue, Finn Wirlmann und Kevin Schulz komplettierten den 19er-Kader des Spieltages. Im Aufgebot für die Partie fehlten neben dem gesperrten Torge Paetow wie zuletzt die an ihrer Rückkehr arbeitenden Jonas Walter, Nedim Hasanbegovic, Florian Meyer und Gökay Isitan.

 

Die Partie begann auf dem vergleichsweise gut bespielbaren Platz spektakulär. Keine drei Minuten waren vorbei, als der Favorit schon führte. Weitere drei Minuten später hatte der Außenseiter bereits ausgeglichen. Erst nutzte der am zweiten Pfosten hellwach lauernde Tim Wulff auf Flensburger Seite nach der Flanke von Nico Empen von links den Patzer im Abwehrzentrum zur 1:0-Führung (3.). Dann zeigte sich die linke Abwehrseite der Fördestädter bei einem weiten Freistoß aus der Heider Spielfeldhälfte nicht auf der Höhe. Der Ball passierte Freund und Feind, der durchlaufende Marvin Ehlert hatte plötzlich freie Bahn, schoss aus zwölf Metern von halbrechts ins lange Eck zum von rund 50 Gäste-Fans lautstark bejubelten 1:1-Ausgleich ein (6.).

 

Das war schon mal ein fulminanter Auftakt. Unsere Mannschaft musste alsbald einen weiteren Dämpfer hinnehmen, als Rechtsverteidiger Kevin Njie verletzt passen musste. Für ihn kam Ilidio Pastor Santos somit früh in die Partie (15.). Den vom Abstieg bedrohten Gästen merkte man nachfolgend an, dass sie mit dem überraschenden Ausgleichstreffer auch an Selbstbewusstsein gewannen. Und die Weiche-Abwehr blieb anfangs anfällig. Vor allem über die rechte Seite ging für die Schwarzhosen etwas. So wurde Marvin Wolf erst im letzten Moment am Fünfmetereck zum Eckstoß geblockt (21.), und als Tobias Hass von rechts die Eingabe brachte, verpasste Marvin Wolf am zweiten Pfosten nur knapp (25.). Fraglos hatte Weiche mehr vom Spiel, doch die im Ansatz oft vielversprechenden Aktionen versandeten am gegnerischen Strafraum immer wieder, weil die Genauigkeit fehlte oder falsche Entscheidungen getroffen wurden. Chancen ergaben sich dennoch. Den Kopfball von Innenverteidiger Patrick Thomsen nach dem Eckstoß von Dominic Hartmann griff sich Torhüter Tom Pachulski mit etwas Mühe auf der Linie (10.). Als Casper Olesen nach einer Eingabe des enorm fleißigen Nico Empen von der linken Seite auf den kurzen Pfosten vor dem HSV-Schlussmann an das Leder kam, verfehlte unser Däne aus der Drehung den Kasten deutlich (29.). Bei einem Pass in die Tiefe war der Heider Torwächter Tom Pachulski knapp vor Dominic Hartmann am Streitobjekt (36.). Weil Pachulski erst einen Kopfball von Tim Wulff sicher parierte (31.), dann der Flensburger Mittelstürmer aus bester Position den Kopfball zu hoch ansetzte (39.) – beide Male war Nico Empen der Flankengeber –, ging es mit dem 1:1-Zwischenstand in die Kabinen.

 

Am Geschehen änderte sich im zweiten Spielabschnitt nur wenig. Allerdings blieben die Heider, die einen enormen läuferischen und kämpferischen Aufwand betrieben, am gegnerischen Strafraum nun ohne Wirkung. Bezeichnend war, dass einzig der gerade erst eingewechselte Alexander Vojtenko mal mit einem 17-m-Schuss das SC-Tor anvisierte, Schlussmann Florian Kirschke den Ball aber problemlos aufnehmen konnte (66.). Es blieb der einzige Abschluss der Gäste in der zweiten Halbzeit.

 

Unsere Mannschaft tat sich weiterhin schwer, wurde jedoch alsbald belohnt. Erst war noch eine Chance verpufft, als sich Casper Olesen über links durchsetzen und die Eingabe scharf nach innen bringen konnte, die von Heide mit Mühe zu einem der zahlreichen Flensburger Eckstöße geklärt wurde (52.). Schließlich bugsierte Tim Wulff eine Flanke des gerade eingewechselten Tayfun Can von der linken Seite unter Mithilfe seines Gegenspielers David Quade zum 2:1-Führungstreffer ins Netz (57.).

 

Mit dem Vorsprung im Rücken war dem Favoriten der Druck etwas genommen. Dennoch ging es auch weiterhin ordentlich zur Sache. Nachdem vor der Pause bereits Jovan Vidovic (Foul an Azat Selcuk, 11.) auf Flensburger und Sean Paul Vinberg (Foul an Fabian Graudenz, 23.) auf Heider Seite „Gelb“ gesehen hatten, wurde es zwischenzeitlich sehr farbig. Für ihren Disput holten sich Angelos Argyris und Azat Selcuk (50.) ebenso die Verwarnung ab wie Julian Stöhr, der Selcuk gefoult hatte (53.). Schließlich sahen nach weiteren Foulspielen auch die Gäste-Spieler Tobias Hass (61.), Leif Hahn (64.) und Steffen Neelsen (71.) die gelbe Karte. Es waren deutliche Zeichen, dass die Partie von beiden Seiten äußerst zweikampfintensiv geführt wurde. „Opfer“ wurde dann der bestens aufgelegte Nico Empen, der – bereits angeschlagen – sich durchbeißen wollte und ohne Fremdeinwirkung umknickte (56.). Für ihn kam Marvin Ibekwe, der später ebenfalls nicht mehr „rund“ lief, wobei das Auswechselkontingent auf Flensburger Seite frühzeitig erschöpft war.

 

Zu Möglichkeiten kam aber nur noch Weiche. Die Chancen hätten eigentlich auch reichen müssen, um mit einem dritten Treffer für die Entscheidung zu sorgen. HSV-Torhüter Tom Pachulski lenkte einen 16-m-Schuss von Angelos Argyris, fast aus dem Stand abgezogen, über den Querbalken (75.), und er parierte den Schuss von Dominic Hartmann (89.). War der Schlussmann doch geschlagen, so konnte er sich auf seine Mitspieler verlassen. Erst holte Sean Paul Vinberg den Schuss von Dominic Hartmann nach Vorarbeit über links von Fabian Graudenz von der Linie (70.), dann war es Francis Onwuzo, der ein Eigentor von David Quade verhinderte, nachdem sich Marvin Ibekwe am rechten Strafraum-Eck einen unmotivierten Querpass der Schwarzhosen erlaufen und den Ball nach innen gebracht hatte (84.). Kurz zuvor hatte Tim Wulff noch einen von Rechtsaußen auf den ersten Pfosten getretenen Freistoß von Dominic Hartmann knapp neben den Kasten gesetzt (79.). So musste in der dreiminütigen Nachspielzeit um die knappe Führung sogar gezittert werden, aber Weiche spielte die Partie routiniert herunter.

 

Die besten Noten konnten sich bei unserer Mannschaft aus der Offensive der sehr eifrige, leider verletzungsbedingt ausgewechselte Nico Empen und der „eineinhalbfache Torschütze“ Tim Wulff verdienen. Wenngleich nicht fehlerfrei spielend, so ragten zudem Patrick Thomsen als Innenverteidiger und Angelos Argyris auf der „Sechs“ positiv heraus. Auf Seiten der Dithmarscher waren Torhüter Tom Pachulski und vor allem anfangs Marvin Wolf die auffälligsten Akteure, später auch Azat Selcuk, wobei Heide insbesondere über die Geschlossenheit und Laufbereitschaft kam.

 

Als nächster Gegner wartet der FC Eintracht Norderstedt am kommenden Sonntag, 8. März 2020, ab 14 Uhr auf unsere Mannschaft, die dazu in das Edmund-Plambeck-Stadion an den Hamburger Stadtrand reisen muss. Die Gastgeber, die im Hinspiel am 31. August 2019 stark auftrumpfen konnten, aber am Ende nach einem Freistoßtreffer von Julian Stöhr aus der Nachspielzeit (90.+4) ohne Punkte die Heimreise antreten mussten, haben unter Trainer Jens Martens eine deutlich aufsteigende Tendenz zu verzeichnen und müssen mittlerweile als Anwärter auf tabellarische Spitzenpositionen gelten. Dass die Randhamburger nicht noch besser platziert sind, liegt vor allem an der durchwachsenen Heimbilanz. Von den elf Spielen vor eigenem Publikum gingen immerhin fünf verloren. Spektakulär verlief die jüngste Partie im eigenen Stadion, als die Eintracht gegen den Titelaspiranten VfL Wolfsburg II lange Zeit mit 2:0 führte, nach dem Anschlusstreffer (75.) aber einbrach und am Ende mit 2:4 verlor. Beim vergangenen Gastspiel unserer Mannschaft führte Weiche am 23. September 2018 nach einem Doppelpack von Marvin Ibekwe (28., 50.) schon mit 2:0, ehe Norderstedt – mit Tayfun Can im Eintracht-Trikot – noch ausgleichen konnte. Unentschieden sind im Edmund-Plambeck-Stadion, wo auch der FC St. Pauli II seit 2017/18 seine Heimspiele austrägt, für Weiche ohnehin der Standard. Nicht nur die vergangenen beiden dortigen Auftritte gegen die Eintracht (2:2, 1:1), sondern ebenso die beiden Gastspiele bei der U 23 des FC St. Pauli (1:1, 1:1) seit deren Umzug nach Norderstedt endeten mit einer Punkteteilung.

 

Weiche: Kirschke – Njie (15. Pastor Santos), Thomsen, Vidovic (V), Stöhr (V) – Argyris (V) – Hartmann (Kap.), Graudenz – Olesen (53. Can), Wulff, Empen (56. Ibekwe).

 

Tore: 1:0 Wulff (3.), 1:1 Ehlert (6.), 2:1 Wulff (57.).

 

Zuschauer: 752 unter Flutlicht im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Fynn Kohn (Husumer SV), hatte das Geschehen sehr gut im Griff, wobei er trotz einer alles in allem fairen Partie gleich achtmal „Gelb“ (3:5) zeigte.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des Heider SV, Sönke Beiroth, gratulierte Weiche zum verdienten Sieg, wobei er darauf verwies, dass er Selbiges bereits nach dem Pokalspiel getan hatte. Wie damals schon meinte er auch diesmal: „Gegen Weiche kann man verlieren, sodass es nicht ganz so schwer fällt, die Niederlage zu akzeptieren.“ Vor der Pause hätte oft der letzte Pass gefehlt, in der zweiten Halbzeit habe man nach seiner Erinnerung keine einzige Torchance mehr gehabt, weshalb der Sieg verdient sei. Trotzdem sei er stolz auf das Auftreten seiner Mannschaft. Er hoffe, dass die Leistung einen Aufwind für die kommende Aufgabe mit dem wichtigen Spiel bei Altona 93 bringen werde, und wünschte Weiche für den weiteren Saisonverlauf viel Erfolg.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit sah die Partie ganz ähnlich. Man habe gut angefangen, und es sei wichtig, dass man nach dem Bremen-Spiel nun drei Punkte eingefahren hat. In der zweiten Halbzeit sei es auch ein Nervenspiel gewesen, weil immer etwas passieren könne. Insgesamt sei er zufrieden. Heide habe sich gut verkauft. Er drücke Heide für die kommenden Aufgaben die Daumen.

 

Nach der Bekanntgabe, dass die Trainer-Ära von Daniel Jurgeleit beim SC Weiche enden werde, meldete sich Sönke Beiroth noch einmal zu Wort. Er habe immer bewundert, wie positiv und wertschätzend sein Trainerkollege mit Menschen umgegangen ist. „Er hat – wenn ich mir das aus der Ferne mal erlauben darf – in Flensburg große Akzente gesetzt und eine große Handschrift hinterlassen“, so der HSV-Trainer weiter.

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