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Trainingsstart unter Corona-Bedingungen

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Corona war zur Mittagszeit am Sonnabend beim von vielen langersehnten Trainingsauftakt des SC Weiche allgegenwärtig. Die Pandemie überschattete den Beginn der Trainer-Ära unter Thomas Seeliger. Jugendkoordinator Marco Balck hatte ein allseits gelobtes Hygienekonzept ausgearbeitet. Teammanager Marc Peetz scherzte dann auch: „Hier darf noch nicht einmal ein Regenwurm auf den Rasen. Der ist nicht kalkuliert.“

 

„Alle sind sie heiß“, hatte Harald Uhr, Geschäftsführer Finanzen, mit Blick auf Spieler und Verantwortliche ausgemacht. In den letzten Tagen hatten Helfer angepackt, um Hygienevorschriften aufstellen und erfüllen zu können. Christian Jürgensen, der den letzten öffentlichen Auftritt am 8. März beim torlosen Remis in Norderstedt noch selbst als Spieler erlebt hatte, erzählte immer wieder von seinen Irritationen: „Fehlen da nicht welche“, fragte er sich beim ersten Treffen, „wo sind denn Bego und Timmer?“ Dabei wird sich unser Ex-Kapitän schnell daran gewöhnen müssen, dass Nedim Hasanbegovic und Tim Wulff nun nicht mehr zum Kader unserer Regionalliga-Mannschaft zählen werden. Aber auch der Geschäftsführer Sport hatte die Vorfreude bei allen entdeckt. Selbst der erkältete Raphael Straub wollte unbedingt vorbeikommen, berichtete Christian Jürgensen, der den Torhüter bitten musste, unter diesen Bedingungen doch zuhause zu bleiben.

 

Die Unwägbarkeiten übertragen sich auch auf das mögliche Testspielprogramm. Hochkarätige Gegner in der Vorbereitung können derzeit nicht anvisiert werden. Harald Uhr wies darauf, dass dänische Profivereine wie Vorjahresgegner Vejle BK ebenso ein Testspiel vereinbaren wollten wie die deutschen Zweit- und Drittligisten Holstein Kiel, FC Hansa Rostock und VfB Lübeck. Corona-bedingt wird nichts davon zustande kommen. Gegen wen, wo und ob mit Publikum überhaupt gespielt werden kann, ist angesichts wieder steigender Corona-Fälle eher ungewiss.

 

Besonders war die Stimmungslage bei den Neuzugängen. Christopher Kramer empfand eine „riesige Freude“, endlich wieder auf dem Platz zu sein, auch wenn er nach der Corona-Pause mit dem TSV Steinbach bereits trainieren durfte. Nun fühlte er sich zurück in der Heimat, schließlich kenne er den Verein schon, wenngleich durch eher negative Erinnerungen auf der gegnerischen Seite. „Als Stürmer war es gegen Weiche mit der starken Innenverteidigung immer schwierig, in Szenen zu kommen“, so der erfahrene Torjäger, der beim Trainingsstart auf dem Platz mit schnellen Drehungen und kraftvollen Abschlüssen schon mal zeigte, was er kann. Auf diesen ersten Trainingstag sei er heiß gewesen, ohne Furcht vor langen ungeliebten Laufeinheiten. Thomas Seeliger sei ein Trainer, der viel mit dem Ball arbeiten lässt, sodass reine Laufeinheiten sicherlich eher ertragbar sein werden. Gefragt nach den Zielen, blieb Christopher Kramer bewusst zurückhaltend: „Ich möchte mit dem Verein eine sehr gute Rolle spielen. Vielleicht schaffen wir es, um die Meisterschaft mitzuspielen.“

 

Den Trainingsauftakt konnte auch Jonah Gieseler kaum erwarten. Es sei ein „komisches, mulmiges Gefühl, wenn man zu einem neuen Verein geht“, so der hochgewachsene Stürmer, wobei die Vorfreude doch deutlich überwog. Sein Ziel sei es, gut anzukommen, die Mitspieler kennenzulernen und sich zu empfehlen. Konkurrenz sei er von seinen vorherigen Stationen gewohnt, wo er sich durchsetzen konnte. Eine gesunde Konkurrenz sei immer gut, so der aus Heide gekommene Angreifer, der sich schon mal als gute Ergänzung zu einem Sturmpartner positionierte. Er hätte nicht zuletzt aufgrund seiner Größe Stärken im Kopfball. Da würde ein kleiner, wendiger Spieler gut dazu passen, so Jonah Gieseler weiter.

 

Für Marcel Cornils war der Trainingsauftakt eher eine Rückkehr. „Wenn ich nicht auch aufgeregt gewesen wäre, wäre ich hier wohl verkehrt. Es ist ein schönes Gefühl, wieder im Regionalliga-Kader zu sein“, meinte die Offensivkraft, die bereits auf 42 Viertliga-Einsätze verweisen kann und in den beiden denkwürdigen Aufstiegsduellen gegen den FC Energie Cottbus vom damaligen Trainer Daniel Jurgeleit als Überraschung aus dem Hut gezaubert worden war. Die vielen neuen Mitspieler, von denen er die meisten bereits vorher kannte, seien kein Problem: „Im Fußball lernst Du alle schnell kennen“, so Marcel Cornils weiter, der nüchtern auch die hygiene-bedingten Einschränkungen bewertet: „Die Situation wird uns noch lange begleiten. Das ist jedem klar, aber wir können damit leben.“ Vor langen Laufeinheiten in der Vorbereitung muss er keine Angst haben. „Ich kenne Thomas Seeliger“, meinte er, was andersherum ebenso gilt. Daraus für sich einen Vorteil ableiten, wollte der „Noch-27-Jährige“ indes nicht. „Wir haben 25 andere starke Spieler. Am Ende liegt es an mir, ob ich spiele.“

 

Der Anfang der Saison 2020/21 ist jedenfalls gemacht. Erleichterung und Zufriedenheit über den Auftakt – leider ohne Publikum – zeigte sich rundum. Das Hygiene-Konzept funktionierte, und auch sportlich verlief der Tag erfreulich. Der erfahrene Torhüter Florian Kirschke war ebenso zufrieden wie der Trainer. Alle hätten mitgezogen, merkte der Trainer abschließend an, der vorherige Einschätzungen seiner Schützlinge zwar bestätigte („Laufeinheiten kann man in Spielformen integrieren.“), dennoch solche separaten Trainingseinheiten nicht ausschließen wollte. Und Thomas Seeliger zeigte sich ebenso mit der Arbeit der Geschäftsführung zufrieden: „Man sollte zwar nie ‚nie‘ sagen, aber mit der Kaderplanung sind wir durch. Es ist dieser 26er Kader, der sich nun zeigen kann.“

 

Nur bei einem hielt sich vielleicht die Zufriedenheit in Grenzen. Torge Paetow war schon weit vor Trainingsende wieder umgezogen in Zivil und beobachtete das Treiben seiner Mitspieler. Er war ohne Fremdeinwirkung umgeknickt. „Es ging nicht mehr“, deutete der Vizekapitän des Vorjahres eine Verletzung des Außenbandes an, um aber zugleich Entwarnung zu geben: „Ein paar Tage Pause, und dann werde ich wieder trainieren können“, meinte er. Die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie werden dagegen wohl deutlich länger anhalten.

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