SC Weiche Flensburg 08
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Titelverteidigung scheitert vom Strafstoßpunkt

  Spielinfo

VfB Lübeck – SC Weiche Flensburg 08 1:0 (0:0)

Titelverteidiger SC Weiche Flensburg 08 hat das Endspiel um den SHFV-Lotto-Landespokal gegen den Landes- und Liga-Rivalen VfB Lübeck am Sonnabendnachmittag im traditionsreichen Stadion an der Lübecker Lohmühle äußerst bitter mit 0:1 verloren. Vor 3.771 Zuschauern, darunter etwa 350 Flensburger Fans, gewann der Ex-Zweitligist damit auch die dritte Auflage der Finalpaarung nach 2012 und 2016 im eigenen Stadion. Im Duell zweier Regionalligisten hatte der aktuelle Nord-Vizemeister eine dominante erste Halbzeit vorgelegt, dafür aber nicht den Ertrag geerntet. Als unsere Elf immer stärker aufkam und sich die meisten Zuschauer bereits mit einer Verlängerung anfreundeten, kam es zum vorzeitigen Elfmeterschießen. Während der Lübecker Strafstoß saß (86.), brachte unsere Elf ihren Elfmeter im Kasten nicht unter (89.). Das schleswig-holsteinische Endspiel am „Finaltag der Amateure“ lebte vor allem von der Spannung. Unsere Elf musste nach zuvor sieben erfolgreichen Begegnungen um den Landespokal, darunter sechs Zu-Null-Siegen, erstmals seit fast drei Jahren – zuletzt am 20. August 2016 mit 0:2 gegen den damaligen Drittligisten Holstein Kiel – in diesem Wettbewerb eine Niederlage hinnehmen. 

Nachdem Trainer Daniel Jurgeleit zum 4:3-Sieg im letzten Regionalligaspiel beim VfB Oldenburg sieben neue Akteure in der Anfangsformation gebracht hatte, setzte er nun – mit Ausnahme des beginnenden Finn Wirlmann (für Florian Meyer) – wieder auf die zuvor dreimal in Folge unveränderte Startelf, die u. a. auch beim torlosen Remis im Punktspiel gegen den VfB Lübeck 15 Tage zuvor begonnen hatte. Damit bildeten zunächst Kevin Njie (rechts), Jonas Walter (zentral) und Christian Jürgensen (links) die Dreierkette vor Torhüter Florian Kirschke. Das zentrale Mittelfeld besetzten Torge Paetow, Patrick Thomsen und Dominic Hartmann. Ilidio Pastor Santos (rechts) und Finn Wirlmann (links) spielten auf den Außenbahnen. Hinter der einzigen „echten“ Spitze Marvin Ibekwe kam Gökay Isitan zum Zuge. Schon nach gut zehn Minuten tauschten Finn Wirlmann und Christian Jürgensen die Positionen, ehe Kevin Schulz für den kurz zuvor „Gelb“-verwarnten Finn Wirlmann (Foul an Arslan, 34.) eingewechselt wurde (37.). In der Schlussphase kamen mit Nico Empen und Tim Wulff noch zwei Stürmer in die Partie. Außerdem gehörten Torhüter Raphael Straub, Hendrik Ostermann, Jannick Ostermann und Florian Meyer zum Spieltagsaufgebot. Nicht im 18er Kader waren Nedim Hasanbegovic, Joël Keller (beide mit Trainingsrückstand), Leon Pascal Kroiß, Jannis Pläschke, Gary Noël und Jannik Drews. 

Von Beginn an dominierte der VfB das Geschehen. Unsere Mannschaft wirkte wie schon im Ligaspiel vor 15 Tagen zu zögerlich und ängstlich, während die Grün-Weißen aufdrehten. Die beste Chance ließ Thiel aus, der nach einem Querschläger plötzlich an das Leder kam und aus Nahdistanz nur den kurzen Pfosten traf (10.). Auch danach war die linke Seite die Achillesferse im Flensburger Spiel. Riedel, gerade am Beginn bärenstark, kam nach einem Schwenk zum Abschluss, zielte am langen Pfosten vorbei (11.). Unsere Mannschaft stellte früh um, doch es gelang auch weiterhin zunächst nicht, Ruhe ins Spiel zu bekommen. Die Hansestädter wirkten teilweise wie aufgedreht, spritziger und nicht so zurückhaltend wie die Flensburger, die zudem bei einigen Situationen im eigenen Strafraum auch immer wieder bangen mussten, dass der Unparteiische nicht auf den Elfmeterpunkt zeigen würde (Aktion von Christian Jürgensen, 12.; Zweikampf von Finn Wirlmann mit Hobsch, 22.). Schnell geriet Schiedsrichter Göttsch in den Mittelpunkt, zumal die Lübecker immer wieder wie wild auf ihn einstürmten, er aber beispielsweise Mende nach dessen „Gelb“-würdigem Foul an Jonas Walter (15.) nicht verwarnte. 

Unsere Mannschaft konnte sich nur ansatzweise mal befreien. Ein echtes Flensburger Angriffsspiel fand vor allem in der ersten halben Stunde gar nicht statt. Zwei Torschüsse des Ex-Lübeckers Gökay Isitan, die das Tor verfehlten (16., 25.), und Torge Paetow, der am ersten Eckstoß von Gökay Isitan knapp vorbeiflog (25.), deuteten immerhin an, dass die Flensburger durchaus mitspielen wollten. Die beste Offensivaktion ging auf das Konto von Dominic Hartmann, dessen Schuss nach starker Vorarbeit von Marvin Ibekwe von Torhüter Gommert um den Pfosten gedreht wurde (28.). Dennoch investierte der in der Liga in 17 Spielen an der Lohmühle ungeschlagene Vizemeister deutlich mehr in das Spiel. Erst Christian Jürgensen (18.), dann Finn Wirlmann (30.) klärten bei Eingaben von links jeweils in höchster Not per Kopf. Hoins verfehlte rechts den Kasten (23.), den Freistoß von Thiel über die Mauer fischte sich SC-Torhüter Florian Kirschke (35.). Arslan setzte noch einen Freistoß neben das Tor (39.). Und als Thiel für ein Foul an Patrick Thomsen „Gelb“ sah (45.+1), war nicht nur in jener Wertung der Ausgleich erreicht, sondern auch unsere Mannschaft hatte sich etwas stabilisiert. 

Nach dem Seitenwechsel verfestigte sich diese Tendenz, denn nun war unsere Mannschaft im Spiel angekommen. Sie hatte das Geschehen zunehmend im Griff und unter Kontrolle, während es dem VfB nicht mehr gelang, früh zu attackieren. Zwar hatte Grupe nach einem Freistoß eine Kopfballchance (51.). Aber jetzt hielt unsere Mannschaft dagegen. Nach einem Eckstoß von Gökay Isitan von rechts verlängerte Patrick Thomsen gefährlich, und am zweiten Pfosten rauschte Kevin Schulz heran, brachte die Kugel jedoch nicht über die Linie (62.). Lübeck kam noch zu zwei guten Gelegenheiten, als erst Arslan eine Flanke tückisch auf das Tordach setzte (63.) und dann Riedel nach flotter Kombination den Ball von halbrechts vorbeischoss (67.). Die für den Unparteiischen wohl heikelste Situation gab es kurz darauf, als Marvin Ibekwe mit Tempo an der Lübecker Abwehr vorbei- und allein auf das Tor zuging, doch nach der Grätsche von Grupe von hinten strauchelte. Der Referee entschied auf „weiterspielen“ und ahndete nicht einmal den für jedermann deutlich sichtbaren Versuch des Foulspiels (69.). 

So ging es noch immer torlos in die Schlussphase, nachdem Gökay Isitan nach Vorarbeit von Marvin Ibekwe einen Abschluss rechts vorbeigesetzt hatte (72.). Die Hansestädter wirkten platt, während unsere Mannschaft nun mehr Spielanteile hatte und im Vorteil schien. Doch nach einem Zweikampf zwischen Hobsch und Jonas Walter an der linken Torauslinie entschied der Referee nun auf Strafstoß (85.), den Arslan – kurz zuvor wegen Handspiels „Gelb“-verwarnt (82.) – wuchtig oben links in die Maschen setzte (86.). Auf der Gegenseite blockte Weissmann einen Schuss im Strafraum mit der Hand. Den fälligen von Dominic Hartmann getretenen Strafstoß hielt aber VfB-Torhüter Gommert (89.). Als der VfB schließlich bei einem Gegenzug in Überzahl vor dem Tor von Florian Kirschke auftauchte, vereitelte ein Rempler gegen den SC-Schlussmann das mögliche 2:0 (90.+4). Das war den Lübeckern, die zwei weitere „Gelbe“ kassierten (Nogovic nach Konflikt mit dem ebenfalls verwarnten Hartmann, 90. sowie Parduhn, 90.+3), letztlich egal, weil sie den hauchdünnen Vorsprung unter dem Jubel ihrer Fans nach Hause brachten.

Weiche: Kirschke – Njie, Walter, Jürgensen (Kap.) – Pastor Santos (88. Wulff), Paetow, Thomsen, Hartmann (V), Wirlmann (V/37. K. Schulz) – Isitan (78. Empen) – Ibekwe. Tor: 1:0 Arslan (86., Strafstoß). Zuschauer: 3.771, darunter etwa 350 Flensburger, im Stadion an der Lohmühle, Lübeck. Schiedsrichter: Malte Göttsch (TuS Hartenholm), hatte ein schwieriges Amtieren und nicht seinen besten Tag.  Stimmen zum Spiel: Unser Co-Trainer Marc Peetz wurde schnell sachlich. „Den ersten Elfmeter kann man vielleicht geben, aber er ist ziemlich ‚dünn‘. Letztlich haben zwei Elfmeter das Spiel entschieden: Der eine war drin, der andere halt nicht.“ Zum Finale meinte unser Co-Trainer: „Das Spiel lebte von der Spannung. Beide hatten gehörigen Respekt und ahnten, dass ein Fehler reichen würde.“ Unser Kapitän Christian Jürgensen zeigte sich wie alle Flensburger tief enttäuscht. „Wir hatten zu viel Respekt in den ersten 20 Minuten, haben dann umgestellt“, meinte unsere Abwehrkante. Er bestätigte das Gefühl, dass unsere Mannschaft in einer möglichen Verlängerung das bessere Ende für sich gehabt hätte. Angesprochen auf die strittige Szene mit Marvin Ibekwe meinte „Jürgi“: „Wenn das keine Rote Karte ist, weiß ich auch nicht mehr ...“ Die Frage nach der Roten Karte stellte auch Ilidio Pastor Santos, der ebenso meinte: „Wenn das kein ‚Rot‘ ist, weiß ich nicht mehr weiter. Ich lief direkt hinter Marvin und sah, dass er Marvin getroffen hat.“ Unser Brasilianer stellte allerdings auch heraus: „Schade, die Chancen waren jedenfalls da, und die haben wir nicht genutzt. Bei einem so engen Spiel muss man seine Chance nutzen.“ Er sei traurig, aber es geht weiter, meinte unser Flügelspieler. Auch Patrick Thomsen analysierte: „Es lief eigentlich für uns gut. Wir haben lange die Null gehalten und hatten das nun im Griff.“ Für eine Verlängerung wäre er daher optimistisch gewesen. Zur Situation mit Marvin Ibekwe meinte er, dass man da wohl eher „Rot“ geben müsse. „Aber wir müssen nur unseren Elfer reinschieben. So ist Fußball.“ Sachlich blieb Tim Wulff: „Wir müssen das erst verdauen und akzeptieren. Glückwunsch an den VfB Lübeck.“ Befragt nach den strittigen Szenen der Partie ließ sich der Stürmer nicht locken: „Ich bewerte das gar nicht. Das ist Aufgabe von anderen.“

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