SC Weiche Flensburg 08
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Starke Hamburger und zwei Strafstöße besiegen Weiche

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – Hamburger SV II 1:2 (0:0)

Alle Serien enden einmal. Nach fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen und vier Partien in Folge ohne Gegentor hat der SC Weiche Flensburg 08 am Freitagabend seine erste Niederlage der Saison 2020/21 hinnehmen müssen. Der Tabellenführer unterlag zum Auftakt des 6. Spieltags der Nord-Gruppe der Regionalliga vor eigenem Publikum dem Hamburger SV II mit 1:2 (0:0) Toren. Es war zugleich die erste Heimniederlage von Weiche gegen den Nachwuchs des Renommiervereins nach zuletzt sechs Siegen in Serie. Die 800 Zuschauer im schon Stunden vor dem Anpfiff aufgrund der Corona-Auflagen ausverkauften Manfred-Werner-Stadion sahen bei trockenem und mildem Wetter eine abwechslungsreiche und zum Teil hochklassige Partie. Weiche hätte ohne Pandemie-bedingter Begrenzung etwa doppelt so viele Karten verkaufen können. Dass sie meisten Besucher trotz unterhaltsamen mehr als 90 Minuten eher unzufrieden den Heimweg antreten mussten, lag an den beiden verwandelten Strafstößen, mit deren Hilfe der HSV II die Partie in der Schlussphase drehen konnte. HSV-Legende Horst Hrubesch, seit kurzem Nachwuchsdirektor des Traditionsclubs, dürfte hingegen ob der Spielstärke und Bissigkeit seiner Jungs zufrieden gewesen sein. Unser Trainer Thomas Seeliger erkannte die hohe Qualität der Gäste an. „Wir haben heute gegen eine Mannschaft verloren, die eine Top-Leistung an den Tag gelegt hat. Das muss man dann auch akzeptieren.“ Seine Schützlinge müssen indes bereits am Sonntagnachmittag im Landespokalwettbewerb wieder ran, ehe sie sich den kommenden Liga-Spieltag am Dienstag und Mittwoch erholend aus der Ferne anschauen können.

 

Eine knappe Woche nach dem 1:0-Sieg beim 1. FC Phönix Lübeck musste Trainer Thomas Seeliger durch den verletzungsbedingten Ausfall von Finn Wirlmann in der Anfangsformation eine Änderung vornehmen. Dafür rückte Martin Paustian Pitter positionsgetreu in die Startelf. So verteidigten vor Torhüter Florian Kirschke erneut Kevin Njie, Torge Paetow, Patrick Thomsen und Ilidio Pastor Santos. Im zentralen Mittelfeld arbeiteten Jonas Walter, Martin Paustian Pitter und Dominic Hartmann. Auf den Außenbahnen agierten Nico Empen (rechts) und Casper Olesen (links). Im Angriffszentrum begann Christopher Kramer. Nach dem Führungstreffer wurden nach und nach Marcel Cornils, Jacob Andersen, Jonah Gieseler und Saisondebütant Malte Petersen eingewechselt. Zum 19er-Spieltagsaufgebot gehörten zudem Ersatztorhüter Raphael Straub, Julian Stöhr, Florian Meyer und Noel Kurzbach. Dagegen fehlten neben den verletzten Finn Wirlmann und Kevin Schulz auch Ture Blaue, Johannes Siregar, Bjarne Schleemann, Mathias Andersen und Tayfun Can im Kader des Abends.

 

Unsere Mannschaft kam sehr gut ins Spiel und hatte die ersten Möglichkeiten. Bei einem Freistoß, getreten von Casper Olesen von der linken Außenseite, hatte HSV-Torhüter Leo Oppermann, bedrängt von Patrick Thomsen, in der Luft einige Probleme (4.). Einen Eckball, ebenfalls von Casper Olesen von links getreten, köpfte Christopher Kramer rechts am Kasten vorbei (5.). Dann hätte die Führung gelingen müssen, als Martin Paustian Pitter im Mittelfeld einen Ball erkämpfte, Christopher Kramer die Kugel sehr schön auf rechts in den Lauf von Nico Empen spielte und dessen Pass ins Zentrum Martin Paustian Pitter aus gut zehn Metern über das Gebälk jagte (9.). Doch die Hamburger konterten – und wie! Erst setzte Gentrit Limani gekonnt Robin Meißner ein, der auf halbrechts bis an den Fünfmeterraum dringen konnte. Aber SC-Torhüter Florian Kirschke hielt die Beine zu, parierte dadurch (13.). Dann war es Jonah Fabisch, der auf halblinks Robin Meißner ins Spiel brachte. Der Hamburger zog mit Tempo an der Weiche-Abwehr vorbei, scheiterte mit seinem Abschluss allerdings an Florian Kirschke (15.). Und der Schlussmann konnte tief durchatmen, als es erneut über links schnell ging. Jonah Fabisch brachte im richtigen Moment Moritz Kwarteng in die Spur, dessen Abschluss jedoch am langen Pfosten vorbeiging (18.).

 

Diese Hamburger Warnschüsse saßen. Die jungen Gäste zeigten nicht nur die feinere Ballbehandlung, sondern sie wirkten richtig giftig und steckten auch bei den Zweikämpfen keineswegs zurück. Dabei kam ihnen die recht freie Regelauslegung des Unparteiischen, der das Geschehen eher laufen ließ und kleinere Schubser nicht unterband, durchaus entgegen. Vom Flensburger Offensivdrang war anschließend nicht mehr so viel zu sehen. Vor der Pause gab es lediglich noch zwei kleinere Möglichkeiten. Erst spielte Martin Paustian Pitter die Kugel zu Nico Empen nach rechts hinaus, dessen Flanke Christopher Kramer nicht ganz erreichte (21.). Dann schaltete Nico Empen nach einem Fehlpass von Marc Hornschuh schnell, jagte die Kugel aus gut 40 Metern auf das Tor, weil Schlussmann Leo Oppermann zu weit vor seinem Gehäuse postiert war. Der Ball streifte wohl noch die Oberlatte (26.). So gingen hochinteressante 45 Minuten torlos zu Ende.

 

Die erste Möglichkeit zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte wiederum Weiche – und was für eine! Nico Empen, eingesetzt durch langen Pass von Jonas Walter, konnte auf rechts in den Strafraum eindringen, brachte die Kugel flach vor das Tor, Christopher Kramer zwang den Hamburger Schlussmann Leo Oppermann am ersten Pfosten zu einer Parade, den Abpraller wollte Martin Paustian Pitter per Kopf am zweiten Pfosten verwerten, aber der Torhüter fischte auch diesen Ball gedankenschnell weg (54.). Der Führungstreffer fiel dennoch, und zwar justament, als der Hamburger Abwehrchef Marc Hornschuh nach einem Luftzusammenprall mit Patrick Thomsen auf der Gegenseite hinter der Torauslinie noch behandelt wurde und die Auswechslung nicht vollzogen war. Torge Paetow löste sich beim Eckball, der von links von Casper Olesen auf den zweiten Pfosten gezogen war, aus der Spielertraube, wuchtete die Kugel aus Nahdistanz zum umjubelten 1:0 ins obere Eck (60.).

 

Die Gäste gaben sich damit nicht geschlagen, fanden aber zunächst gegen jetzt tief stehende Flensburger nicht die richtigen Mittel. Die beste Chance zum Ausgleich hatte Moritz Kwarteng, der einen schönen Flugball von Jonah Fabisch aus dem Halbfeld auf halbrechts direkt nahm, die Kugel allerdings am Kasten links vorbeisetzte (70.). Dennoch: Die Gäste drückten und kamen wenig später mit Flensburger Unterstützung zum Ausgleich. Faride Alidou, der nach jener Aktion ebenfalls verletzungsbedingt vom Platz musste, kam im Strafraum auf links ins Duell mit Kevin Njie und dabei ins Straucheln. Der Unparteiische entschied auf Strafstoß (78.), den Moritz Kwarteng humorlos unten links zum 1:1 versenkte (79.).

 

Die Partie wurde immer spannender, weil beide den Sieg wollten, wobei die Elbestädter weiterhin den insgesamt stärkeren Eindruck hinterließen. Erneut kam von Jonah Fabisch die Vorarbeit, als er den eingewechselten Peter Beke einsetzte. Doch dieser scheiterte aus Nahdistanz am aufmerksamen Florian Kirschke (83.). Dann setzte Innenverteidiger Lukas Finn Pinckert aus der eigenen Hälfte auf links zu einem Solo an, das erst an der Grundlinie endete. Seine Eingabe parierte Florian Kirschke, ehe die Kugel aus dem Fünfmeterraum endgültig bereinigt wurde (85.). So war dann auch der Führungstreffer der jungen „Rot-Hosen“ zwar umstritten, aber gewiss nicht unverdient. Der Flensburger Angriff blieb am gegnerischen Strafraum stecken, als ein Zuspiel von Marcel Cornils auf Ilidio Pastor Santos abgefangen wurde. Über Robin Meißner lief der Konter, den weiten Flugball von Tobias Fagerström auf die rechte Seite hinaus bekam Patrick Thomsen an den Arm, und der Unparteiische entschied nach Hamburger Protesten mit fünf Sekunden Verzögerung auf Handstrafstoß, obgleich der nur wenige Meter entfernt agierende Assistent auf Eckstoß gezeigt hatte (87.). Moritz Kwarteng ließ sich von den Flensburger Protesten nicht beeinflussen, setzte die Kugel vom Elfmeterpunkt erneut unten rechts in die Ecke: 1:2 (88.).

 

Unserer Mannschaft blieb eine Chance zum späten Ausgleich. Nach einem Freistoß von Dominic Hartmann kam die Kugel über Umwegen zum relativ freistehenden Jonah Gieseler, dessen Direktabnahme Torhüter Leo Oppermann mit einer starken Parade aus dem bedrohten Eck fischen konnte (90.+3). Nach einem anschließenden Tumult im Hamburger Fünfmeterraum, mit reichlich Theatralik, pfiff der Unparteiische die umkämpfte Partie ab.

 

Bei unserer Mannschaft konnten sich – wie zuletzt beinahe immer – Torhüter Florian Kirschke und die beiden Innenverteidiger Torge Paetow und Patrick Thomsen die besten Noten verdienen. Auch Ilidio Pastor Santos und Christopher Kramer boten überzeugende Leistungen. Auf Seiten der Hamburger fiel vor der Pause vor allem Robin Meißner auf. Die beiden leider verletzt ausscheidenden Innenverteidiger Marc Hornschuh und Lukas Finn Pinckert konnten gleichermaßen überzeugen. Kapitän Ogechika Heil und Doppeltorschütze Moritz Kwarteng trugen ebenfalls zur hohen Qualität des HSV-Spiels bei, wobei Jonah Fabisch mit feinen Pässen der beste Vorbereiter des Abends war und Torhüter Leo Oppermann mit einigen starken Paraden den Gäste-Sieg festhielt.

 

Den nächsten Auftritt unserer Mannschaft gibt es bereits am Sonntagnachmittag. Dann gastiert Weiche ab 15 Uhr zum Landespokal-Achtelfinale beim ETSV Fortuna Glückstadt im Kreis Steinburg. Der Kreisligist erwartet die Schützlinge von Trainer Thomas Seeliger auf dem Sportplatz am Molenkiekergang der 12.000 Einwohner zählenden Stadt, d. h. zugleich nur wenige Meter vom Elbe-Strom und folglich von der Landesgrenze zu Niedersachsen entfernt. In der Kreisliga Westküste, Staffel Süd-West, liegen die Eisenbahner nach zwei Spieltagen derzeit mit drei Punkten auf Platz 8 des Zwölferfeldes. Zuletzt gewann der ETSV um Punkte mit 3:0 auf eigener Anlage gegen TS Schenefeld. Im letztjährigen Kreispokalfinale zog die Fortuna gegen die SG Geest 05 am 3. Oktober 2019 allerdings mit 0:2 den Kürzeren. In der Regionalliga geht es für unsere Mannschaft dann am Sonnabend, 10. Oktober 2020, ab 13.30 Uhr mit dem Heimspiel gegen Holstein Kiel II weiter.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Paetow (Kap.), Thomsen, Pastor Santos (V) – Pitter, Hartmann, Walter (69. Cornils) – Empen (70. J. Andersen), Olesen (77. Petersen) – Kramer (74. Gieseler).

 

Tore: 1:0 Paetow (60.), 1:1 M. Kwarteng (79., Foulstrafstoß), 1:2 M. Kwarteng (88., Handstrafstoß).

 

Zuschauer: 800 unter Flutlicht im ausverkauften Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Felix Bahr (SV Ahlerstedt/Ottendorf, Landkreis Stade), ließ sehr viel körperbetontes Spiel durchgehen, zeigte nur zweimal „Gelb“ (Pastor Santos wegen Unsportlichkeit, 39./Beke nach Foul an Pastor Santos, 90.+2) und zog sich mit der zweiten Strafstoßentscheidung den Flensburger Unmut zu.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Gäste-Trainer Pit Reimers meinte, dass es das erwartet schwere Auswärtsspiel wurde, bei dem man Schwierigkeiten gehabt habe, in die Partie reinzukommen. Doch schon vor der Pause habe man drei Nadelstiche setzen können, mit denen eine Halbzeitführung möglich gewesen wäre. Pit Reimers weiter: „Das haben wir dann leider verpasst. Ich finde, dass meine Mannschaft das Spiel super angenommen hat. Wir wussten, dass es ein richtiges ‚Männerspiel‘ werden würde.“ Auch nach dem Rückstand, bei dem man durch die Verletzung von Marc Hornschuh gerade in Unterzahl gewesen sei, habe man seiner Mannschaft angemerkt, dass sie unbedingt etwas mitnehmen wollte. Auch wenn die Tore durch zwei Elfmeter zustande gekommen seien und so das Glück etwas auf der eigenen Seite hatte, so sei es kein unverdienter Auswärtssieg, wertete der Gäste-Trainer.

 

Unser Trainer Thomas Seeliger richtete Glückwünsche an seinen Kollegen und dessen Mannschaft. „Wir sind enttäuscht“, meinte der Ex-Profi, „weil wir es nicht geschafft haben, die 1:0-Führung nach einer Standardsituation am Ende mitzunehmen.“ Weiter: „Es ist bitter, durch zwei Elfmeter das Spiel zu verlieren.“ Es mache keinen Sinn, darüber zu lamentieren, ob der zweite Elfmeter berechtigt gewesen sei. Man müsse es hinnehmen. „Ich muss aber auch sagen: Wir haben heute gegen eine Mannschaft gespielt, die eine hohe Qualität gezeigt hat, nicht nur fußballerisch. Sie haben Tempo gehabt und sich körperlich richtig zur Wehr gesetzt.“ „Nun endet eine Serie“, bemerkte Thomas Seeliger, „aber es ist zugleich immer Anlass, eine neue Serie zu starten. Wir haben heute gegen eine Mannschaft verloren, die eine Top-Leistung an den Tag gelegt hat. Das muss man dann auch mal akzeptieren.“

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Verstanden!