SC Weiche Flensburg 08
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Sieg des Willens und der Leidenschaft

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – VfB Oldenburg 2:1 (0:1)

Der SC Weiche Flensburg 08 hat in einer spannenden und umkämpften Partie am Sonnabendnachmittag den „Lieblingsgegner“ VfB Oldenburg mit 2:1 besiegen können. In der Regionalliga Nord musste unsere Mannschaft am 22. und damit letzten regulären Spieltag vor der Winterpause bei wechselhaft-frischem Spätherbstwetter einmal mehr einen 0:1-Rückstand hinterherlaufen und zudem mehr als eine Halbzeit lang in Unterzahl agieren. Vor 648 Zuschauern, darunter etwa 30 VfB-Anhängern, gewann Weiche im Manfred-Werner-Stadion vielleicht etwas glücklich, aber dennoch verdient, weil der SC vor allem in der zweiten Halbzeit mit enormer Moral, starkem Willen und viel Leidenschaft auftrat. Durch die Wiederholung des Hinspielerfolges, auch damals mit 2:1 nach 0:1-Pausenrückstand, bleibt der VfB Oldenburg ein gern gesehener Kontrahent, der erst ein Spiel gegen Weiche bei nun 16 Aufeinandertreffen für sich entscheiden konnte.

 

Trainer Daniel Jurgeleit schickte genau die Startelf der Vorwoche – vom 1:0-Sieg in Rehden – auf den etwas rutschigen, dennoch nach dem vielen Regen der vergangenen Tage gut bespielbaren Rasen. Dementsprechend agierte unsere Mannschaft taktisch im gewohnten 4-3-3-System, in dem in der Abwehr Kevin Njie (rechts), Jovan Vidovic, Angelos Argyris (beide zentral) und Julian Stöhr vor Torhüter Florian Kirschke aufliefen. Torge Paetow, Dominic Hartmann und Christian Jürgensen bildeten wieder das Mittelfeld. Die Angreifer aus der Anfangsformation waren erneut Fabian Graudenz (rechts), Jonas Andersen (zentral) und Casper Olesen (links). Nach der Gelb-Roten Karte gegen Kapitän Christian Jürgensen (37.) blieb unsere Mannschaft vom Grundprinzip unverändert, wenngleich die Stürmer etwas defensiver agierten. Zur Pause wurde Marvin Ibekwe für den angeschlagenen Jonas Andersen eingewechselt. In der Folge trat Marvin Ibekwe als einzige echte Spitze auf. Für den ebenfalls angeschlagenen Jovan Vidovic kam dann Finn Wirlmann, wobei der Ex-Kieler auf die „Sechs“ ging, während Torge Paetow nach hinten wechselte. Schließlich ersetzte Tim Wulff noch Fabian Graudenz. Zum Spieltagskader gehörten zudem neben Ersatztorhüter Raphael Straub auch der aus einer längeren Verletzung zurückkehrende Kevin Schulz sowie Ture Blaue, Tayfun Can und Gökay Isitan. Nicht im Aufgebot für diese Partie waren die erkrankten bzw. zuletzt erkrankt fehlenden Jonas Walter, Patrick Thomsen und Florian Meyer sowie die weiterhin aus einer Verletzung bislang nicht zurückgekehrten bzw. verletzten Nedim Hasanbegovic und Ilidio Pastor Santos.

 

Unsere Mannschaft begann sehr ordentlich und hatte anfangs zwei gute Möglichkeiten. Erst wurde der Abschluss aus aussichtsreicher Position des Ex-Oldenburgers Angelos Argyris nach Vorarbeit von Casper Olesen über die linke Seite geblockt (3.). Dann versuchte sich Fabian Graudenz mit einem Schlenzer von halblinks, aus Bedrängnis heraus, doch der Ball verfehlte aus 14 Metern rechts oben knapp das Ziel (9.). Schließlich deuteten die Gäste ihre Gefährlichkeit zweimal an. Bytyqi hatte beim schnellen Umschalten nach Abwurf des Torhüters Pöpken Platz, entschloss sich im Drei-gegen-Drei zum eigenen Abschluss aus gut 20 Metern, SC-Schlussmann Florian Kirschke tauchte ab und parierte sicher (9.). Wenig später konnte der zurückgeeilte Casper Olesen einen Konter über Steinwender vor Bytyqi klären, ehe Florian Kirschke zur Stelle war (13.). Die Führung der Gäste kam dennoch etwas überraschend. Nach einem Freistoß von Matern kurz hinter der Mittellinie prallte die Kugel im Strafraum Bytyqi vor die Füße; sein Schuss aus elf Metern wurde abgefälscht und dadurch unhaltbar für Florian Kirschke (21.).

 

In der Folgezeit blieb die Partie abwechslungsreich mit Chancen auf beiden Seiten. Hier parierte Florian Kirschke zweimal sicher, erst den von Bytyqi direkt getretenen Freistoß aus 24 Metern (25.), dann den Kopfball von Makangu nach weitem Einwurf von Volkmer (29.). Während Bytyqi, meistens über links, immer wieder für Gefahr sorgen konnte, war von seinem Pendant auf der anderen Seite, Steinwender, erstaunlich wenig zu sehen. Auf der Gegenseite klärte Innenverteidiger Erdogan nach einem Angriff über rechts und Luftloch von Evers zum Eckstoß (28.). Beim Kopfball von Christian Jürgensen nach Freistoßeingabe von Casper Olesen tauchte VfB-Schlussmann Pöpken ab, parierte ebenfalls sicher (33.). Dann setzte der vor der Pause beste Oldenburger, Stürmer Bytyqi, nach einem Solo über die linke Seite und einem Schwenk nach innen den Abschluss nur knapp am Flensburger Kasten vorbei (40.). Zu jenem Zeitpunkt war Weiche allerdings bereits in Unterzahl. Christian Jürgensen war erst nach einem Foul an Temin im Mittelfeld verwarnt worden (36.). Bevor der fällige Freistoß ausgeführt wurde, rangelte Matern gegen den SC-Kapitän. Der Unparteiische reagierte in beinahe typischer Weise für Referees, indem er beiden „Gelb“ zeigte und dadurch Christian Jürgensen, der körperlich gegen seinen Provokateur kein bisschen aktiv geworden war, trotz Flensburger Proteste mit „Gelb-Rot“ vom Platz schickte (37.). Matern wurde im späteren Verlauf nach einer weiteren Provokation zum Buhmann des Flensburger Publikums.

 

Nach dem Seitenwechsel verlor Oldenburg Ordnung und Stabilität. Unsere Mannschaft überließ zuweilen dem Gegner den Ball, um in schnelle Umschaltsituationen kommen zu können. Vor allem aber steigerte sich unsere Mannschaft kämpferisch. So wurde die nummerische Unterzahl zunehmend aufgefangen. Zu Chancen kam dementsprechend erst einmal nur der Gastgeber. Als Jovan Vidovic über rechts die Linie entlang spielte und Kevin Njie die Eingabe brachte, erwischte Torge Paetow am Fünfmeterraum die Kugel nicht richtig, die knapp am zweiten Pfosten vorbeitrudelte (49.). Wieder tauchte Torge Paetow im gegnerischen 16-m-Raum auf, bekam den möglichen Strafstoßpfiff nach dem Einsteigen von Temin jedoch nicht (60.). Nur wenig später war es dann passiert: Eine weitgezogene Flanke von der linken Seite von Torge Paetow, der den schnell ausgeführten Einwurf von Julian Stöhr aufgenommen hatte, wurde lang und länger, von halbrechts kam Angelos Argyris herangestürmt, und der Grieche wuchtete die Kugel mit viel Dynamik in das Tor seines Ex-Vereins zum mittlerweile verdienten 1:1-Ausgleich (61.). Gleich danach konnte Torhüter Pöpken einen weiteren Kopfball von Angelos Argyris, diesmal nach Einwurf von Torge Paetow von rechts, parieren (64.). Und dem Flensburger Führungstreffer ganz nah war Fabian Graudenz: Casper Olesen hatte von links am 16-Meter-Raum quer gelegt, der Ex-Cottbusser kam vor Pöpken an die Kugel, setzte sie aber am Elfmeterpunkt knapp links oben vorbei (70.). Und erneut war es Fabian Graudenz, der sich auf halbrechts im Strafraum gut durchsetzte, dann allerdings an Torhüter Pöpken scheiterte (72.). Kurz zuvor hatten sich die Oldenburger ins Spiel zurückgemeldet, doch beim Kopfballtreffer von Makangu war die Fahne des Assistenten wegen einer Abseitsstellung bereits oben (70.).

 

In der Schlussphase hatten die Gäste die besseren Möglichkeiten. Den Flatterball des eingewechselten Lukowicz von halbrechts wischte SC-Torhüter Florian Kirschke über die Querlatte (85.). Der Weiche-Schlussmann verkürzte gegen Makangu gut den Winkel und konnte dadurch den Ball des nach Zuspiel von Temin frei vor ihm auftauchenden Stürmers am Fünfmetereck zum Eckstoß blocken (87.). Auch das folgende Strafraumgewühl nach dem Eckstoß von links überstand die kämpfende Flensburger Mannschaft, die einen noch im Köcher hatte. Nach einem mit „Gelb“ geahndetem Foul von Stratsev an Marvin Ibekwe (88.) brachte Dominic Hartmann den fälligen Freistoß von rechts aus dem Halbfeld weit nach links zu Casper Olesen. Der Däne leitete die Kugel direkt ins Zentrum weiter, wo Finn Wirlmann per Kopf vor Torhüter Pöpken an das Streitobjekt kam. Der derart durchrutschende Ball kam an den zweiten Pfosten, wo Torge Paetow in den Raum stürmte und das Streitobjekt aus einem Meter unter dem Jubel der Fans zur 2:1-Führung ins Netz köpfte (89.). Weil der fehlerfreie Florian Kirschke beim Schuss des aufgerückten Innenverteidigers Volkmer von halbrechts erfolgreich abtauchte (90.+2), war der knappe, aber verdiente Sieg der Fördestädter Sekunden später perfekt.

 

Bei unserer Mannschaft konnten sich einmal mehr der omnipräsente Torge Paetow und Torhüter Florian Kirschke die besten Noten verdienen. Angesichts einer starken zweiten Halbzeit sollte ansonsten die kollektive Gesamtleistung hervorgehoben werden. Die Oldenburger hatten in Innenverteidiger Volkmer sowie Kapitän Evers und Temin, über die im Zentrum viel lief, und Bytyqi ihre auffälligsten Akteure. Bytyqi war speziell in der ersten Halbzeit nur schwer zu stellen und gefährlich, tauchte später allerdings ab und wurde – wie Steinwender (64.) – sogar ausgewechselt (79.), was als Kompliment an die Flensburger Defensivarbeit verstanden werden könnte.

 

Mit der absolvierten 22. Runde enden die kompletten Spieltage der Herbstserie. Für das kommende Wochenende sind in der Regionalliga Nord Nachholspiele angesetzt. Unsere Mannschaft empfängt am Sonnabend, 14. Dezember 2019, ab 14.00 Uhr im Manfred-Werner-Stadion den Heider SV zu einer Nachholpartie. Aktuell steht auch die andere nachzuholende Begegnung bei der KSV Holstein II für den Sonntag, 22. Dezember 2019, 14.00 Uhr, im Spielplan.

 

Weiche: Kirschke – Njie, Vidovic (67. Wirlmann), Argyris, Stöhr – Paetow, Hartmann, Jürgensen (Kap./37. Gelb-Rote Karte) – Olesen (V), Andersen (46. Ibekwe), Graudenz (78. Wulff).

 

Tore: 0:1 Bytyqi (21.), 1:1 Argyris (61.), 2:1 Paetow (89.).

 

Zuschauer: 648 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Adrian Höhns (TuS Dassendorf/Hamburg), lag deutlich öfter richtig als verkehrt und hatte an sich eine sehr gute Spielleitung, zog sich aber mit der Gelb-Roten Karte für Christian Jürgensen (37.), die er nach Beratung mit dem Assistenten gab, den Unmut der Flensburger zu, wobei auch im Video keinerlei körperliche Aktivität des SC-Kapitäns zu sehen ist.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Trainer des VfB Oldenburg, Alexander Kiene, richtete zunächst Glückwünsche an Weiche Flensburg, ehe er daran erinnerte, dass es gewissermaßen die Wiederholung des Hinspiels war: Der Sieg kam nach Oldenburger Pausenführung in der zweiten Halbzeit zustande. Seine Mannschaft habe eine sehr gute erste Halbzeit gespielt. „Wir wollten kompakt stehen und Nadelstiche setzen. Das ist uns gelungen. Wir haben wenig zugelassen“, meinte der Gästetrainer, der auf die hohe Qualität von Weiche bei Standards verwies. Die zweite Halbzeit sei dann ganz anders verlaufen. Man sei in Überzahl gewesen, und die Flensburger hätten sich tiefer gestellt. „Wir haben dann durch zwei Situationen verloren, bei denen wir in der Box besser verteidigen müssen“, so der VfB-Verantwortliche. Man habe um die Qualität von Weiche bei Standards gewusst, aber die Zuordnung habe gefehlt. Kiene weiter: „So verliert man. Das ist sehr ärgerlich und bitter. Es war unser letztes Spiel in diesem Jahr. Wir werden im neuen Jahr wieder alles versuchen, um in die Erfolgsspur zu kommen.“

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit sprach von einem „wirklich außergewöhnlichen Spiel“, bei dem seine Mannschaft mit Einsatz und Moral zurückgekommen sei. Sie habe gut begonnen, dann aber bei einem Standard selbst nicht aufgepasst. Das sei eine „falsche“ Ausgangslage gewesen, zumal die Gäste „gute, bewegliche Jungs“ wie Steinwender haben würden. In der zweiten Halbzeit sei der Sieg dann verdient gewesen. In der Situation könne man keinen Hurra-Fußball spielen, sondern musste Stabilität bewahren. „Wir haben dann die richtigen Entscheidungen getroffen“, meinte der Trainer mit Blick auf die Wechsel. So habe man erneut ein enges Spiel für sich entscheiden können. Der Ex-Profi hob abschließend noch einmal die tolle Moral und den Einsatz hervor. So musste man das Spiel abarbeiten, wobei Oldenburg auch Qualität habe. Er sei sehr sehr zufrieden.

 

Zum Platzverweis meinte der Trainer auf Nachfrage „gar nichts“. Es würde nichts bringen, über die Berechtigung dessen zu sinnieren. Man müsse die Situation dann so annehmen.

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