SC Weiche Flensburg 08
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Saisonpressekonferenz des SC Weiche Flensburg 08

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Die Rahmenbedingungen beim SC Weiche Flensburg 08 müssen professioneller werden – und sie werden es. Der Geschäftsführer der Weiche-Liga-GmbH, Harald Uhr, und Cheftrainer Daniel Jurgeleit betonten auf der Pressekonferenz vor der Saison 2019/20 am Freitagvormittag (19.07.2019) immer wieder, dass der Regionalligist an der Verbesserung der Rahmenbedingungen arbeitet und gerade in diesem Bereich in den kommenden Monaten zum Teil neue Wege gehen möchte. Harald Uhr sprach vom „Halbprofitum“, das man jetzt habe, zum Beispiel indem die Mannschaft vor- und nachmittags, aber nicht mehr abends um 19 Uhr trainiere. Das Hoffen auf eine tolle Saison, genährt durch starke Neuzugänge und eine Mannschaft, die sich in der bisher absolvierten Vorbereitung sehr leistungswillig zeigte, durchzog die Fragerunde mit Vertretern der regionalen Medien. Die Pressekonferenz hatte in nun schon beinahe traditioneller Weise in den Räumlichkeiten des Hauptsponsors NOSPA stattgefunden.

 

Zu Beginn der Pressekonferenz hatten Hauptsponsor und Weiche-Geschäftsführung das Zusammenspiel beider Seiten gewürdigt. Gastgeber Thomas Beirer von der Nord-Ostsee-Sparkasse gratulierte zu einer sportlich gelungenen Saison und hob hervor, dass man die Partnerschaft erst vor kurzem um weitere zwei Jahre verlängert habe. Beim Dank von Harald Uhr an den Sponsor ergänzte der Liga-Geschäftsführer, dass der Vertrag nun schon zum dritten Mal verlängert worden sei. Beide Seiten stünden für Leistungsbereitschaft und Seriosität – das verbindet.

 

Die Mannschaft sei beinahe unauffällig stark verjüngt und auf ein höheres Leistungsniveau gehoben worden, meinte einleitend Harald Uhr. In der vergangenen Saison habe man mit Platz 4 und dem Einzug in das Landespokalfinales fast schon das Optimale erreicht, wenngleich Platz 3 möglich gewesen wäre und der Sieg im Landespokalfinale gegen den VfB Lübeck selbstverständlich wünschenswert gewesen sei. Wenn man aber die Rahmenbedingungen der Konkurrenz, insbesondere bei den U-Mannschaften der Bundesligisten sieht, dann war das herausragend gut. Vor allem ein besserer Teamgeist könne die Nachteile gegenüber etwa Wolfsburg II oder Bremen II wettmachen, so Harald Uhr, der nun auf eine tolle Saison hofft.

 

Kleinere Veränderungen zu mehr Professionalität

 

Neben den neuen Trainingszeiten, die auch Daniel Jurgeleit als enormen Vorteil ansieht, was sich gerade im Winter zeigen werde, ist die Verpflichtung von Klaus-Peter Nemet als Co-Trainer als ein Puzzle zu mehr Professionalität anzusehen. Daniel Jurgeleit: „Es war uns unheimlich wichtig, jemanden aus dem Profibereich hinzuzubekommen.“ Harald Uhr zeigte sich stolz, einen solchen Profi gewonnen zu haben. Er würde enorm viel Erfahrungen einbringen und unseren Trainer unterstützen. Zugleich kann sich Marc Peetz voll auf die Tätigkeit als Teammanager konzentrieren, was ein „Fulltimejob“ sei. Der Weg zu mehr Professionalität zeigt sich zudem im schmucken neuen Mannschaftsbus „im Weiche-Look“, dessen „Jungfernfahrt“ am Abend zum Testspiel gegen Luckenwalde nach Schleswig anstehen würde. Dazu ist angedacht, zu dem einen oder anderen Auswärtsspiel auch schon einen Tag vorher anzureisen.

 

Dass bereits viel passiert ist, konnte unser Defensivspieler Torge Paetow bestätigen, der den Vergleich zwischen seiner ersten Zeit beim damaligen ETSV Weiche und der Zeit nach seiner Rückkehr vom VfR Aalen ziehen kann. Da seien schon Unterschiede erkennbar, und insbesondere die früheren Trainingszeiten seien positiv. Beinahe nebenbei erklärte unsere Nummer Fünf, dass er als „Sechser“ mehr Einfluss auf das Spiel nehmen könne und ihm die Position auch deshalb gefalle, weil er dadurch torgefährlicher werden könne.

 

Der schon angesprochene „KaPe“ Nemet erklärte zu seiner Motivation, nach Flensburg zu kommen, dass er die Erfahrungen, die er jahrzehntelang im Profi-Bereich sammeln durfte, gern an eine leistungsorientiert arbeitende Mannschaft weitergeben wolle. Als Rentner mit 65 Jahren fühle er sich zu jung, um jetzt nichts mehr zu tun. Er sei vom Drei-Jahres-Plan von Harald Uhr überzeugt. Zuvor gab unser neuer Co-Trainer noch eine Einschätzung zu dem, was er an der Bredstedter Straße vorgefunden hatte: „Respekt vor der Arbeit von Mannschaft und Trainer, die unter den erschwerten Bedingungen in der Vergangenheit Großes erreicht hat. Die Bedingungen erinnerten mich an meine Anfangszeit. Die Plätze damals sahen aus wie hier heute.“ Der erfahrene Co-Trainer verwies zudem darauf, dass bereits Spieler der U-23-Oberliga-Mannschaft in Testspielen der Regionalliga-Mannschaft zum Einsatz kamen. Auch seien die A-Junioren nach dem Aufstieg in die Regionalliga interessanter geworden, weshalb es lohnend sei, nicht nur in Spielen, sondern ebenso schon im Training nach Talenten für die erste Mannschaft Ausschau zu halten.

Bislang sehr gute Saisonvorbereitung, aber keine Erfolgsgarantie

Trainer Daniel Jurgeleit zeigte sich mit dem Stand der Vorbereitung sehr zufrieden. „Wir hatten – bewusst – eine relativ kurze Vorbereitung mit vielen Spielen. Man sieht eine hohe Bereitschaft und eine hohe Eigenmotivation der Mannschaft, was auch in den Testspielen deutlich wurde. Wir haben erstmals einen Laktattest am zweiten Trainingstag gemacht, der das bestätigt hat. Es wird allerdings notwendig sein, gegen den Meister (VfL Wolfsburg U 23/d. Red.) gleich zum Auftakt eine sehr gute Leistung zu zeigen.“

Um die Mitkonkurrenten zu identifizieren, müsse man sich nur die Tabelle der vergangenen Saison anschauen, so Daniel Jurgeleit, der die U-23-Mannschaften von Wolfsburg und Bremen aufzählte, zudem den VfB Lübeck, der bereits seit zwei Jahren aufsteigen will. Dazu werden ein bis zwei Überraschungsmannschaften kommen, vielleicht Havelse oder Drochtersen. Weiche wolle den bestmöglichen Rang erreichen, was letztlich der erste Platz sei, doch dazu müsste vieles stimmen. In der aktuellen Rolle sieht der Trainer seine Mannschaft eher als Jäger; im Vorjahr war man Gejagter. Dazu wolle man wesentlich weniger Gegentreffer kassieren; möglichst unter 30. Und – selbstverständlich – das Finale im Landespokalwettbewerb steht ebenso auf der Ziel-Agenda. Harald Uhr stimmte seinem Trainer zu und ergänzte: „Im Idealfall hieße es, Meister zu werden. Aber fünf bis sechs Mannschaften haben auch dieses Ziel. Man kann dafür die Weichen stellen, mehr jedoch nicht.“ Kurz gefasst meinte der Liga-GmbH-Geschäftsführer: „Wir wollen tollen Fußball bieten und dann sehen, was rauskommt.“ Den dafür zur Verfügung stehenden Etat bezifferte er mit etwas über einer Million Euro, das heißt etwa so viel wie im Vorjahr.

Integration von sechs Neuzugängen

Zu den Neuverpflichtungen gab Trainer Daniel Jurgeleit einige Einschätzungen ab. Die Integration könne nicht in ein bis zwei Wochen abgeschlossen sein. Die Jungs sollten möglichst aus dem Norden kommen. Bei Fabian Graudenz habe der Kontakt schon viel früher bestanden. Er könne ein wichtiger Spieler werden, verfügt über Drittliga-Erfahrung, kann Tore erzielen und welche vorbereiten, aber er müsse sich wohlfühlen, um sein Potential auszuschöpfen. Julian Stöhr ist ebenfalls ein junger, sehr laufstarker Spieler mit gutem Spielverständnis. Auch bei ihm bestand der Kontakt länger, doch im Winter konnte er noch nicht nach Flensburg kommen. Angelos Argyris sei damals aus Flensburg gegangen, als Weiche die Saison als Zweiter abschloss, weil er Profi werden wollte. Nun ist er wieder hier, und wir müssen die Bedingungen verbessern, halt selbst ein professionelleres Umfeld schaffen. Jonas Andersen mache einen richtig guten Eindruck: robust, laufstark, kann die Bälle festmachen. Zu ihm sage man, er spiele mit seinen 19 Jahren bereits richtigen „Erwachsenenfußball“. Ture Blaue ist Flensburger, kann zwei, drei Positionen spielen – Innen- oder Außenverteidiger oder auch auf der „Sechs“ – ist charakterlich einwandfrei und kann eine gute Entwicklung nehmen. Ebenso ist Tayfun Can ein Flensburger, der jetzt in seine Heimat zurückkommt und neu starten kann. Er verfügt über eine gute Technik und einen guten Abschluss und hat die Chance, es im zweiten Anlauf zu schaffen. Weitere Zugänge zum derzeit 22 Spieler umfassenden Kader würden nur kommen, wenn die Qualität stimme, so Trainer Daniel Jurgeleit. Ein „Auffüllen“ mit Talenten, nur damit sich der Kader vergrößere, sei kein Ziel. Harald Uhr sprach davon, dass man durchaus noch ein bis zwei Spieler holen wolle, man jedoch dafür Zeit habe. Allerdings: „Messi hat abgesagt“, scherzte der Weiche-„Macher“.

 

Neuzugang Fabian Graudenz beschrieb seine durchweg positiven Eindrücke beim Eingewöhnen in der Mannschaft. Er sei sehr gut aufgenommen worden, kannte aus seiner Hamburger Zeit in der Jugend bereits Gökay Isitan und Florian Kirschke. Nun sei er heiß auf den Saisonstart. Die Infrastruktur in Weiche ist im Vergleich zu seinen vorherigen Stationen halt anders, aber der Teamgeist sei sehr stark. Er habe mit dem HSV-Nachwuchs schon in Weiche gespielt. So sei ihm nicht entgangen, dass Weiche seit Jahren um die Regionalliga-Spitze mitspielt. Auch habe der Kontakt zu Daniel Jurgeleit bereits länger bestanden; dieses Jahr habe es dann mit dem Wechsel geklappt. Stellvertretend für andere Zugänge meinte der Ex-Cottbusser, dass sich die Neuen sehr gut eingefügt hätten.

Dauerkarten-Rekord und Freitagabendspiele

Die Vorfreude auf die neue Saison scheint in Flensburg groß zu sein. Daniel Hoffmann, Mitarbeiter der Geschäftsführung bei der Weiche-Liga-GmbH, konnte nicht ohne Stolz vermelden, dass es wohl einen neuen Dauerkarten-Rekord geben werde. Die 360 verkauften Saison-Abo-Tickets des Vorjahres werden in diesem Jahr vermutlich übertroffen werden. Er geht davon aus, dass 400 Dauerkarten an die Fans gebracht werden können. Der Zuschauerschnitt von rund 850 aus der vergangenen Saison könnte vor allem auch durch Freitagsspiele gesteigert werden. Spiele am Freitagabend – wie jetzt schon zum Saisonauftakt gegen die U 23 des VfL Wolfsburg – seien besonders attraktiv, im Übrigen nicht nur für Fans. „Als Spieler wollte ich immer nur Freitagabend spielen“, so Daniel Jurgeleit, der bei seinen Schützlingen Torge Paetow und Fabian Graudenz auf ungeteilte Zustimmung stieß. Der Zuschauerschnitt soll jedenfalls steigen, die 1000er Marke soll fallen. Dazu ergänzte Harald Uhr, dass die Eintrittspreise gesenkt wurden. Zudem sind besonders für Familien und Studierende die Preise deutlich freundlicher geworden.

 

Notwendig, um die angestrebten mindestens vier Heimspiele schon der Hinrunde an einem Freitagabend, 19 Uhr oder 19.30 Uhr, anpfeifen zu können, ist allerdings Flutlicht. Es liegt aktuell zwar noch keine Baugenehmigung vor, so Hans-Peter Carstensen, aber am Ziel, dass am 15. Oktober 2019 das „Licht angemacht wird“, ließ der Sprecher des Wirtschaftsrats keinen Zweifel. Er erinnerte daran, was sukzessive geleistet worden ist: Erst war es die Anzeigetafel, dann die Tribünenüberdachung, und nun wird es das Flutlicht werden. Das 800 Lux Beleuchtungsstärke gebende Flutlicht wird ein wichtiger Baustein sein, um eine taugliche Spielstätte für die Zukunft zu haben. Die Aufwendungen in Höhe von etwa 700.000 Euro würden aus Fördermitteln von Stadt und Land sowie Eigenmitteln gedrittelt. Verein bzw. Liga-GmbH suchten neben der NOSPA daher noch nach weiteren Unterstützern. Auch Gutachten zu Lärm- und Lichtbelastung hätten Zweifel inzwischen ausgeräumt. Das Sicherheitskonzept sieht zudem vor, dass der Haupteingang an die Husumer Straße verlegt wird, wodurch ein geforderter dritter Zugang ermöglicht wird. Zusätzliche Tribünen, da ist sich Harald Uhr sicher, ließen sich für den Fall der mit dem Meistertitel 2020 aufkommenden Aufstiegs- und Stadionfrage dann schnell aufstellen. So verwies der Geschäftsführer der Weiche-Liga-GmbH auch auf ein Schreiben der Stadt an den DFB und die Aussage der Oberbürgermeisterin: „Sollte Weiche es schaffen, wird die Stadt ein spielfähiges Stadion bereitstellen, hat Simone Lange versichert. Ich vertraue auf solche Aus- und Zusagen.“ Harald Uhr erzählte dann noch von einer Begegnung beim jüngsten Testspiel beim dänischen Zweitligisten Vejle BK. „Wenn alle Stricken reißen, kannst Du in Vejle spielen“, wurde ihm dort versichert. Jedenfalls würde zumindest als Übergangslösung das Manfred-Werner-Stadion spielfähig für die Dritte Liga gemacht werden können. Ein Scheitern an jener Stelle „wird nicht der Fall sein“. Die aufgestellte Hürde sei überspringbar.

Kooperation mit Vejle BK

Angesprochen auf Vejle betonte Harald Uhr noch einmal die Vorteile der Kooperation mit dem dänischen Klub. Bei Vejle BK gibt es hervorragend ausgebildete Spieler, auch im Jugendbereich. Ein Wechsel von Spielern, um verschiedene Mentalitäten und Spielphilosophien kennenzulernen, sei für beide Seiten hilfreich. „In Vejle hat man erkannt, dass es schwer ist, gegen Weiche zu gewinnen“, fügte Harald Uhr nicht ohne Stolz an, um hinzuzufügen, dass man nach den Testspielen in Haderslev und Vejle ja die (inoffizielle) Regionalmeisterschaft von Syddanmark gewonnen habe. Die Konstruktion, dass Jonas Andersen nur für ein halbes Jahr ausgeliehen ist, relativierte er. Eigentlich sei an ein längeres Engagement gedacht. Er muss sich bei Weiche aber auch wohlfühlen. In Vejle habe es zudem einige ungläubige Gesichter gegeben, warum man einen solchen Spieler verliehen hat, obgleich Vejle die Rückkehr in das dänische Oberhaus zum Ziel hat.

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