SC Weiche Flensburg 08
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Rückkehr in die Erfolgsspur

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – Kieler SV Holstein II 3:1 (0:0)

Acht Tage nach der 1:2-Heimniederlage gegen den Hamburger SV II ist der SC Weiche Flensburg 08 in der Nord-Gruppe der Regionalliga in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Am 8. Spieltag kam unsere Mannschaft gegen die U 23 von Holstein Kiel zu einem 3:1-Sieg. Nach torloser erster Halbzeit, die arm an Höhepunkten war, wurde es am Sonnabendnachmittag vor 689 sich an die Corona-bedingten Hygiene-Auflagen haltenden Zuschauern im Manfred-Werner-Stadion bei lange Zeit überraschend trockenem Wetter noch recht unterhaltsam. So ging letztlich auch das dritte Regionalliga-Duell gegen den Holstein-Nachwuchs an Weiche. Unser Trainer Thomas Seeliger zeigte sich nach der Partie erleichtert und meinte: „Man bekommt in dieser Liga nichts geschenkt. Es war wichtig, die drei Punkte zu holen, um sich von den unteren Regionen abzusetzen und um weiter in der Spur zu bleiben.“

 

Im Vergleich zum Heimspiel vor einer Woche gegen den Hamburger SV II (1:2) schickte Trainer Thomas Seeliger eine nahezu unveränderte Startelf auf den Rasen. Einzig der zuvor angeschlagene Finn Wirlmann kehrte für Martin Paustian Pitter in die Anfangsformation zurück. Somit begannen fünf Spieler im Weiche-Dress, die auch schon mal das Trikot der KSV getragen hatten. Vor Torhüter Florian Kirschke verteidigten daher erneut Kevin Njie, Torge Paetow, Patrick Thomsen und Ilidio Pastor Santos. Jonas Walter, Finn Wirlmann und Dominic Hartmann bildeten das zentrale Mittelfeld. Die Außenbahnen wurden mit Nico Empen (rechts) und Casper Olesen (links) besetzt, während im Angriffszentrum Christopher Kramer agierte. Zur Halbzeit kamen mit Florian Meyer und Noel Kurzbach für Jonas Walter und Casper Olesen gleich zwei frische Kräfte. Später wurden Marcel Cornils und – bereits in der Nachspielzeit – Martin Paustian Pitter eingewechselt. Das 19er-Spieltagsaufgebot komplettierten Ersatztorhüter Raphael Straub, Malte Petersen, Bjarne Schleemann und Jonah Gieseler. Nicht im Aufgebot standen neben dem noch angeschlagenen Kevin Schulz die bei unserer U 23 im Oberliga-Spiel beim TSV Bordesholm (1:1) eingesetzten Julian Stöhr, Mathias Andersen und Tayfun Can sowie Johannes Siregar, Ture Blaue und Jacob Andersen.

 

Unsere Mannschaft begann durchaus schwungvoll und hatte über Nico Empen, der nach einem Fehler des Kielers Liam Giwah die Kugel nicht richtig traf und aus zehn Metern links am Kasten vorbeizielte (5.), die erste Torannäherung. Doch als Torge Paetow verletzungsbedingt behandelt werden (9.) und Christopher Kramer seine Spielkleidung erst in Ordnung bringen musste – er erhielt in der Folge „Gelb“ wegen unerlaubten Betretens des Rasens (11.) –, bekam das Flensburger Spiel bereits früh einen Bruch. Weiche gelang es nicht mehr, Druck aufzubauen oder in schnelle Umkehrsituationen zu gelangen, während die Gäste das Geschehen unter Kontrolle bekamen. Sie selbst wurden allerdings auch nur selten richtig gefährlich, so als Felix Niebergall nach einem Pass von Johann Berger relativ frei vor Florian Kirschke auftauchte, am Weiche-Schlussmann jedoch scheiterte, ehe Tim Siedschlag im Nachsetzen das Tor verfehlte (18.). Nicht ganz von jenem Kaliber war die Möglichkeit von Johann Berger, der am Fünfmeter-Raum eine Eingabe von Ebrima-Dominique Ndure von der rechten Seite direkt weiterleitete, doch Florian Kirschke war rechtzeitig ins bedrohte kurze Eck abgetaucht (30.). Noch einmal hätten die Landeshauptstädter in Führung gehen können, als Weiche an der Mittellinie den Ball vertändelte und die Kieler plötzlich zu dritt auf Florian Kirschke hätten zulaufen können, wenn nicht der Assistent an der Linie beim Pass von Tim Baller auf Johann Berger wegen einer Abseitsstellung die Fahne gehoben hätte – das war verdammt knapp (35.). Außerdem war zweimal Florian Kirschke sicher zur Stelle, erst bei einem Flachschuss von Tom Baller (31.), dann bei einer tückischen Eingabe von Eric Babacar Gueye von der linken Seite (38.).

 

Diesen Angriffsaktionen der jungen Störche hatte Weiche nur zwei nennenswerte Szenen entgegenzusetzen. Erst passte Jonas Walter auf rechts zu Nico Empen heraus, dessen Eingabe noch gefährlich zum Eckstoß abgefälscht wurde (27.). Dann setzte der fleißige Nico Empen nach dem Eckball von Dominic Hartmann die akrobatische Direktabnahme im Liegen über den Balken (28.). Das war es auch schon an Offensivakzenten unserer Mannschaft vor der Pause. Viel lief nicht zusammen, und es bestand reichlich Luft nach oben. Die interessantesten Duelle lieferten sich Patrick Thomsen und Laurynas Kulikas, wobei der Kieler Sturmtank dann in der zweiten Halbzeit kaum noch zu sehen war.

 

Nach dem Seitenwechsel löste sich über eine Einzelaktion der Knoten. Mit einer Energieleistung angelte sich Christopher Kramer, der zuvor einen ungenauen Kieler Pass abgefangen hatte, am linken Strafraumeck mit Bodeneinsatz einen eigentlich schon an Verteidiger Liam Giwah verlorenen Ball. Dann schaute er kurz, wo Torhüter Jasin Jashari platziert war, und hob die Kugel sehenswert mit rechts in den hinteren Dreiangel. Was für ein Tor, das allein schon sein Eintrittsgeld wert war! Es war eine Komposition aus unbändigem Willen und feiner Schusstechnik, perfekt gepaart innerhalb weniger Augenblicke (50.).

 

In der Folge wurde die Partie kurzweiliger. Holsteins Nachwuchs forderte nach knapp einer Stunde einen Strafstoß, als Felix Niebergall von der Mittellinie Tim Siedschlag einsetzte, der nach rechts auf Ebrima-Dominique Ndure passte. Im Strafraum kam es dann zu einem Pressschlag von Tom Baller mit einem Flensburger, doch der Schiedsrichter ließ – wohl zu Recht – weiterspielen (61.). Im Gegenzug lief Noel Kurzbach über rechts rund 40 Meter mit dem Ball am Fuß, ehe er mit seinem Abschluss aus ungünstigem Winkel an KSV-Torhüter Jasin Jashari scheiterte (62.). Beim nächsten Angriff – inzwischen im Regen – war der Gäste-Schlussmann aber ein zweites Mal geschlagen. Im Mittelfeld hatte Finn Wirlmann einen Ball erkämpft und ihn zu Dominic Hartmann gespitzelt, dieser nahm Tempo auf und passte aus der Zentrale auf links zu Nico Empen hinaus, der die Kugel weit quer durch den Strafraum auf rechts legte, und Christopher Kramer brachte den Ball per gekonnter Direktabnahme aus spitzem Winkel im Tor unter (67.).

 

Ein Kompliment geht an die junge Kieler Mannschaft, die unverdrossen an ihre Möglichkeit glaubte und den Vorwärtsgang einlegte. Nach schnell ausgeführtem Freistoß konnten Torhüter Florian Kirschke und Ilidio Pastor Santos gegen den eingewechselten Justin Gideon Njinmah im letzten Moment noch auf Kosten eines Eckstoßes retten (75.). Dann jagte der ebenfalls eingewechselte Leon Gino Schmidt die Kugel aus 18 Metern über den Kasten (82.). Schließlich kamen die jungen Störche doch zu ihrem Treffer, als Eric Babacar Gueye über links Platz hatte, den Ball nach innen brachte und Justin Gideon Njinmah die Kugel aus Nahdistanz unter die Latte hämmerte (83.). So wurde es etwas unerwartet nochmals spannend. Den Schlusspunkt setzte allerdings Weiche. Marcel Cornils hatte zunächst noch seinen Schuss aus 20 Metern zu hoch angesetzt (84.). In der Nachspielzeit wurde er aber nach einer Kopfballabwehr von Patrick Thomsen und Weiterleitung von Florian Meyer mit schönem Pass von Dominic Hartmann aus der eigenen Hälfte in Szene gesetzt, er behielt die Nerven, tanzte Schlussmann Jasin Jashari aus und netzte zur Spielentscheidung ein (90.+1).

 

„Spieler des Spiels“ war unzweifelhaft Christopher Kramer, und dieses nicht nur, weil er seine Premierentreffer für Weiche erzielte. Außerdem konnte sich – wie gehabt – der Defensivverbund um Torhüter Florian Kirschke sowie Torge Paetow und Patrick Thomsen bei unserer Mannschaft die besten Noten verdienen. Dominic Hartmann, dem nicht alles gelang, konnte sowohl beim zweiten als auch beim dritten Weiche-Tor mit starker Vorarbeit glänzen. Die jungen Störche hatten im linken Außenverteidiger Eric Babacar Gueye und Mittelfeldakteur Ebrima-Dominique Ndure ihre auffälligsten Akteure.

 

Für unsere Mannschaft geht es am Sonntag, 18. Oktober 2020, mit einem Auswärtsspiel – wie gehabt: leider ohne eigene Fans – weiter. Ab 15 Uhr ist sie dann im Jahn-Stadion von Neetze beim Lüneburger SK Hansa zu Gast. Die jüngsten drei Auftritte beim LSK wurden allesamt gewonnen: 1:0 am 29. März 2017 in Bardowick sowie zweimal 3:1 am 20. August 2017 und am 28. April 2019 jeweils auf den Lüneburger Sülzwiesen, der Anlage des VfL Lüneburg. Nun muss Weiche erstmals nach Neetze, da das Rückspiel der vergangenen Saison Corona-bedingt nicht mehr ausgetragen wurde. Weil auch die vergangenen drei Heimspiele gegen Hansa mit 2:0, 4:1 und in der vergangenen Saison sogar mit 5:1 gewonnen wurden, kann aus Flensburger Sicht nach zuletzt sechs Siegen in Folge inzwischen von einem sehr willkommenen Kontrahenten gesprochen werden. Allerdings hatte die Elf von Trainer Qendrim Xhafolli und des prominenten Teamchefs Rainer Zobel einen glänzenden Saisonstart. Man siegte in Kiel (3:0), gegen St. Pauli II (3:1) und gegen Altona (1:0) dreimal in Folge, sodass nach vier Spielen durch das starke 1:1-Auftakt-Remis beim HSV II bereits stolze zehn Punkte auf dem Konto standen. Durch die folgenden drei Partien ohne Sieg – darunter zwei Remis – sind die Niedersachsen tabellarisch inzwischen etwas zurückgefallen, aber immer noch deutlich „auf Kurs“. Auf eigener Anlage ist der LSK nach bislang drei Auftritten mit sieben Punkten sogar unbezwungen. Unsere Mannschaft wiederum hat nach bislang drei Auswärtsspielen mit neun Punkten und 6:0 Toren sogar eine blütenweiße Weste. Damit dürfte Spannung garantiert sein.

 

Weiche: Kirschke (V) – Njie, Paetow (Kap.), Thomsen, Pastor Santos – Wirlmann (V), Hartmann (V), Walter (V/46. F. Meyer) – Empen (82. Cornils), Olesen (46. Kurzbach/V) – Kramer (V/90.+3 Pitter).

 

Tore: 1:0 Kramer (50.), 2:0 Kramer (67.), 2:1 Njinmah (83.), 3:1 Cornils (90.+1).

 

Zuschauer: 689 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Florian Pötter (FC Voran Ohe/Hamburg), verfolgte in einer insgesamt fairen Partie eine konsequent-harte Linie, die sich in sechs Verwarnungen auf Flensburger (Kramer wegen unerlaubten Betretens des Spielfeldes, 11.; Walter wegen Foulspiels, 32.; Kurzbach wegen Foulspiels, 56.; Wirlmann wegen Foulspiels, 77.; Kirschke wegen Zeitspiels, 87.; Hartmann wegen Meckerns, 90.+4) und zwei auf Kieler Seite (Niebergall wegen Meckerns, 35.; Gueye wegen Foulspiels, 90.+2) ausdrückte.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Gäste-Trainer Sebastian Gunkel richtete zunächst Glückwünsche an die Gastgeber aus, ehe er zu seiner Sicht der Dinge kam. In der Mannschaftsbesprechung eben nach dem Spiel habe er bereits seine Jungs trösten müssen: „Wenn Du so eine Leistung siehst, kannst Du nur den Hut ziehen.“ Weiche hätte in der ersten Halbzeit bei einer Chance in Führung gehen können, seine Mannschaft jedoch ebenfalls. „Dann sind wir in der zweiten Halbzeit gleich in Rückstand geraten, aber wir haben uns danach gewehrt, wobei Christopher Kramer das super gemacht hat, das muss man als Sportler auch mal anerkennen“, so der Verantwortliche. Es habe viele enge Situationen gegeben, bei denen man geteilter Meinung sein könne, man habe sich allerdings gewünscht, dass man mal genauer hinguckt. Sebastian Gunkel wünschte Weiche für die kommenden Aufgaben viel Erfolg, um mit Blick auf die eigene Equipe zu ergänzen: „Wir müssen Punkte sammeln, um ruhiger arbeiten zu können.“

 

Unser Trainer Thomas Seeliger bedankte sich für die Glückwünsche und wollte eigentlich auch nicht auf den Schiedsrichter näher eingehen. Er befand, es sei ein faires Spiel gewesen. Ansonsten habe das Spiel einmal mehr gezeigt, dass man nichts geschenkt bekomme. „Wir haben eigentlich gut angefangen, schnell den Faden verloren und waren in der ersten Halbzeit nicht gallig genug“, befand der Ex-Profi, der daran erinnerte, dass man die Mannschaft gewesen sei, die in der Woche frei hatte. „Das konnte man in der ersten Halbzeit nicht so sehen“, meinte er, zumal Florian Kirschke eine Holstein-Chance zunichte gemacht hatte. „Wir haben zur Halbzeit an einigen Stellschrauben gedreht und dann mehr Zugriff auf das Spiel gehabt.“ Im Gegensatz zum HSV-Spiel hätten die Einwechslungen diesmal gewirkt. „Die frischen Spieler waren gleich da und haben Gas gegeben.“ Ihn freue es für Christopher Kramer, aber ebenso für Marcel Cornils, der endlich mal seine Schnelligkeit ausnutzen konnte. „Es wird auch in Zukunft keine einfachen Spiele geben. In der Regionalliga können sie alle Fußballspielen“, so der Trainer, der angesichts der Tabellensituation an der Spitze ergänzte: „Wir müssen auch nicht auf andere gucken. Wir müssen Sorge dafür tragen, dass wir wenig Fehler machen und dass wir performen, um weiter in der Spur zu bleiben.“ Nun freue er sich nach der Niederlage von letzter Woche, weil es wichtig war, die drei Punkte zu holen, um sich von den unteren Regionen abzusetzen und „dass wir bei breiter Brust bleiben“, meinte er, um an seinen KSV-Kollegen zurückzugeben: „Ihr wart wirklich gut. Ihr habt uns alles abverlangt. Solche Spiele könnten in den entscheidenden Momenten auch mal in die andere Richtung gehen.“

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Verstanden!