SC Weiche Flensburg 08
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Rehden tut Weiche erneut weh

  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – BSV Schwarz-Weiß Rehden 0:2 (0:1)

 

Der BSV Schwarz-Weiß Rehden hat am vierten Spieltag der Regionalliga Nord seinen Ruf als unangenehmer Kontrahent einmal mehr bestätigt. Im zweiten Saisonheimspiel unterlag der SC Weiche Flensburg 08 vor 812 Zuschauern im heimischen Manfred-Werner-Stadion den Niedersachsen mit 0:2. Unsere Mannschaft fand bei typisch-launischem Aprilwetter mit einem ständigen Wechsel aus Sonnenschein und Regen keine spielerischen Lösungen, um die noch sieg- und torlos angereisten Gäste ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können. Im achten Gastspiel an der Flensburger Förde kamen die Rehdener damit bereits zum vierten Sieg. Für unsere Mannschaft gab es nach zuvor zwei Zu-Null-Auswärtserfolgen nun schon die zweite Heimniederlage. Und nimmt man die beiden Testspiele gegen den FC St. Pauli (0:1) und Kolding IF (1:2) hinzu, dann deutet sich schon so etwas wie ein kleiner Heimfluch an.

 

Gegenüber der Anfangsformation vom Spiel beim TSV Havelse (2:0) nahm Trainer Daniel Jurgeleit drei Veränderungen vor. Der erst am Montag verpflichtete Neuzugang Jovan Vidovic gab beim SC Weiche gleich sein Debüt und verdrängte Kevin Njie aus der Abwehrkette. Für Julian Stöhr begann Florian Meyer auf der linken Außenbahn, und im Angriff ersetzte Fabian Graudenz den Dänen Jonas Andersen. Unsere Mannschaft lief in einem 3-5-2-System auf. Vor Torhüter Florian Kirschke ergänzten Angelos Argyris (zentral) und Christian Jürgensen (links) die Abwehrkette neben Jovan Vidovic (rechts). Als Pendant zu Florian Meyer auf der linken Außenbahn kam rechts wieder Ilidio Pastor Santos zum Einsatz, während die Mittelfeldzentrale mit Torge Paetow, Patrick Thomsen und Dominic Hartmann unverändert blieb. Den Doppelsturm bildeten Fabian Graudenz und der Däne Caspar Olesen. In der zweiten Halbzeit wurden nach und nach die Offensivkräfte Jonas Andersen, Tim Wulff und Gökay Isitan eingewechselt. Die Ex-Rehdener Kevin Njie und Julian Stöhr blieben 90 Minuten auf der Bank. Das 19er Spieltagsaufgebot wurde zudem von Ersatztorhüter Ingmar Struck, Finn Wirlmann und Tayfun Can komplettiert. Nicht im Kader für dieses Spiel waren neben Kevin Schulz die weiterhin verletzten Nedim Hasanbegovic, Jonas Walter (beide Knie) und Marvin Ibekwe (Hüftbeuger) sowie die fast zeitgleich jeweils 90 Minuten beim 2:1-Sieg unserer Oberligamannschaft in Bordesholm spielenden Raphael Straub und Ture Blaue.

 

Die Partie begann mit einem Aufreger. Angelos Argyris hatte schnell geschalten und aus der eigenen Hälfte den Ball per Kopf in den Lauf von Casper Olesen gelegt, der die Kugel geschickt mitnahm, Esche und Lewald enteilte und schließlich erst von Torhüter Borgman per Foul gestoppt werden konnte (5.). Den fälligen Strafstoß platzierte Fabian Graudenz halbhoch in die rechte Ecke, in die auch Borgman abgetaucht war, der die Kugel im Nachfassen unter Kontrolle bringen konnte. So blieb es beim 0:0 (6.).

 

Nach diesem fulminanten Beginn durfte man auf mehr Strafraumsituationen hoffen. Aber die Partie nahm keineswegs Fahrt auf. Vielmehr neutralisierten sich beide Mannschaften. Eine zweite Chance gab es erst nach 18 Minuten zu notieren, als Florian Meyer, in Szene gesetzt von Fabian Graudenz, auf halblinks am langen Eck vorbeizielte (18.). Auch die ersten Eckstöße nach knapp einer halben Stunde (Rehden 30./Weiche 35.) verpufften ohne Torgefahr. Entsprechend fiel der Gästeführungstreffer schon etwas überraschend, war es doch der erste Abschluss des BSV. Dessen Spitze Mansaray hatte im Strafraum von der linken Seite den Ball erhalten, aber kein Flensburger traute sich, energisch dazwischen zu gehen. So schob Mansaray nach einer Drehung aus Nahdistanz in das kurze Eck ein (39.).

 

Dieser zweite Nackenschlag nach dem verschossenen Strafstoß saß. Weiche wirkte verunsichert, Rehden hingegen bekam nach dem ersten Saisontreffer zunehmend mehr Selbstvertrauen. Daran änderten die beiden verheißungsvollen Aktionen nach Wiederanpfiff wenig. Vom Anstoß weg hatte es Torge Paetow mit einem Schuss aus dem Mittelkreis versucht, als Torhüter Borgman noch weit vor seinem Kasten stand (46.). Dann klatschte nach einem Freistoß von Casper Olesen der Ball an die Latte, wobei der Rehdener Ivicic das Streitobjekt im Rückwärtslaufen mit dem Kopf derart gefährlich verlängert hatte (47.). Beim folgenden Gegenzug hatte der BSV über den die Kugel treibenden Pasagic eine 4:1-Überzahlsituation, doch Ilidio Pastor Santos konnte geschickt verzögern und im Verein mit zurückeilenden Mitspielern klären (47.).

 

Nach diesem Auftakt wurde die Partie in der zweiten Halbzeit zunehmend ein Anrennen auf den Rehdener Kasten und ein Kampf gegen die Uhr. Die Gäste verteidigten geschickt und oft ohne große Mühe, weil unserer Mannschaft die Ideen fehlten. Immer wieder segelten Flanken nach Freistößen oder Eckbällen in den Rehdener Strafraum, aber auch die Standards brachten selten größere Gefahr. So blieb es bei einigen wenigen Flensburger Gelegenheiten. Als Torge Paetow über rechts dynamisch im Strafraum auftauchte, bediente er Casper Olesen, dessen Abschluss vom Elfmeterpunkt noch abgefälscht wurde und das Tor verfehlte (62.). Nach einer Flanke von Torge Paetow von der rechten Seite, nahm Angelos Argyris die Kugel am zweiten Pfosten direkt (67.), doch wie beim Kopfball von Jovan Vidovic aus ähnlicher Position nach Flanke von Angelos Argyris (68.) war Torhüter Borgman rechtzeitig zur anderen Ecke seines Kastens geeilt und zur Stelle. Diese beste Flensburger Phase endete mit zwei Direktabnahmen „zweiter Bälle“ von Torge Paetow (72.) und Gökay Isitan (75.), die das Tor knapp verfehlten.

 

Unsere Mannschaft betrieb einen riesigen Aufwand, wurde nun allerdings hektischer, fand immer seltener spielerische Lösungen und hätte wohl nur noch durch ein Zufallsprodukt jubeln dürfen, obgleich mit Jonas Andersen, Tim Wulff und Gökay Isitan weitere Offensivkräfte auf den Platz kamen und Weiche immer mehr riskierte. So konnte der eingewechselte Salifou Moussa auf Linksaußen schon mal einen Nadelstich setzen, doch den Schuss aus spitzem Winkel hielt Florian Kirschke sicher (81.). Aber der Weiche-Schlussmann war beim nächsten Gegenzug machtlos: Kapitän Esche hatte an der Mittellinie den Ball erobert, der eingewechselte Fouley auf den ebenfalls eingewechselten Djumo gepasst, der von halblinks zum 0:2 und zur Entscheidung genau in das lange Eck traf (89.).

 

Bei unserer Mannschaft konnten sich Angelos Argyris, Neuzugang Jovan Vidovic und Torge Paetow die besten Noten verdienen. Ohne Fehler blieb zudem Florian Kirschke. Lobend kann noch angemerkt werden, dass Tim Wulff nach seiner Einwechslung jede Menge Freistöße herausholte. Die Gäste hatten in dem auf der rechten Defensivseite agierenden robusten Lewald und in der einzigen Spitze Mansaray ihre auffälligsten Akteure. Im Sturm-und-Drang der Fördestädter konnte sich der BSV zudem vor allem auf den allerdings selten ernsthaft geforderten Torhüter Borgman und Innenverteidiger Esche verlassen.

 

Am kommenden 5. Spieltag muss – oder angesichts der bisherigen Heim- und Auswärtsbilanz: darf – unsere Mannschaft wieder reisen. Es geht dann am Sonntag, 18. August 2019, ab 15 Uhr im Stadion am Marschweg im Gastspiel beim VfB Oldenburg darum, zwei erfolgreiche Serien zu verteidigen. Zum einen hat Weiche aus den bisherigen beiden Partien der laufenden Saison in der Fremde eine „weiße Weste“ mit 3:0 Toren und der Maximalausbeute von sechs Punkten. Die Flensburger haben zum anderen im niedersächsischen Oldenburg seit dem Regionalliga-Aufstieg von 2012 noch nie verloren. Neben vier Remis gab es im direkt an der A 28 gelegenen Stadion auch drei Siege; der jüngste liegt gar nicht so lange zurück. Am 34. und letzten Spieltag der vergangenen Saison drehte der SC am 19. Mai einen 0:2-Pausenrückstand nach Treffern von Marvin Ibekwe (2), Kevin Schulz und Tim Wulff zu einem 4:3-Sieg. Der letzte Oldenburger „Dreier“ gegen Weiche – mit 3:2 am 28. September 2014 an der Förde – liegt mittlerweile schon fast fünf Jahre zurück. Für Angelos Argyris wird es ein Wiedersehen mit seinem Ex-Verein werden, von dem er im Sommer an die Bredstedter Straße zurückgekehrt war.

 

Weiche: Kirschke – Vidovic, Argyris, Jürgensen (Kap.) – Pastor Santos (58. Andersen), Paetow, Thomsen, Hartmann, F. Meyer (63. Wulff) – Graudenz, Olesen (V/71. Isitan).

 

Tore: 0:1 Mansaray (39.), 0:2 Djumo (89.).

 

Zuschauer: 812 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Luca Jürgensen (FC Eintracht Norderstedt), hatte das Geschehen gut im Griff; kam mit viermal „Gelb“ (Olesen nach taktischem Foul an Mansaray, 57./Borgman nach Foul an Olesen, 5.; Bayric nach Foul an Graudenz, 30.; Pasagic nach Foul an Andersen, 71.) über die Runden.

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der BSV-Trainer Heiner Backhaus wirkte noch sehr mitgenommen von der Partie und meinte auch selbst, dass die Stimme in den 90 Minuten arg gelitten habe. Der Sieg sei ein Befreiungsschlag für seine Mannschaft. Man habe Weiche Flensburg zuvor beobachtet und wusste, welche Wucht da auf den BSV zukommen würde. Bis zum Elfmeter habe man nichts zugelassen. „Wir haben das Spiel mit Glück gewonnen, aber ich bin wahnsinnig stolz auf meine junge Mannschaft“, so der Trainer, der herausstellte, dass nur ein Spieler der Anfangsformation älter als 25 Jahre gewesen sei. Man habe dann die vielen Standardsituationen heldenhaft verteidigt. Der Übungsleiter sammelte noch einige weitere Sympathiepunkte, weil er sich bei den Gastgebern für die Fairness – auch der Zuschauer – bedankte. „Wir sehen uns dann in einem halben Jahr in Rehden“, lud er die Flensburger ein.

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit gratulierte zunächst dem Kontrahenten und sprach dann davon, dass alle über das Ergebnis enttäuscht seien. Es sollte nicht sein. Ob es allein am verschossenen Elfmeter gelegen habe, wusste er auch nicht, meinte aber, dass seine Mannschaft das von Minute zu Minute mehr beschäftigt habe, während der Gegner mutiger und wach wurde. „In der Halbzeitpause haben wir offenbar nicht die richtigen Worte gefunden“, so unser Trainer, der meinte, seine Mannschaft sei in der zweiten Halbzeit nicht locker und souverän aufgetreten. Dass aus dem zweiten Heimspiel erneut keine Punkte heraussprangen, sei für die Startphase zu wenig. So müsse man sich erst einmal von den oberen Plätzen verabschieden sowie die Niederlage und die Enttäuschung in die kommende Trainingswoche mitnehmen.

 

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