SC Weiche Flensburg 08
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  Spielinfo

SC Weiche Flensburg 08 – FC Eintracht Norderstedt 1:0 (0:0)

Zum Abschluss der „englischen Woche“ kam der SC Weiche Flensburg 08 am achten Spieltag der Regionalliga Nord im Heimspiel gegen den FC Eintracht Norderstedt in einer wahren Hitzeschlacht zu einem äußerst glücklichen 1:0-Sieg. Der einzige Treffer des Sonnabendnachmittags bei hochsommerlichen Temperaturen fiel mit der letzten Aktion in der vierten Minute der Nachspielzeit, was die Niederlage für die Norderstedter nur noch unglücklicher machte. Zuvor hatte der Landesrivale aus dem Hamburger Speckgürtel das Spiel im Griff und die besseren Chancen gehabt. Damit hielten im Manfred-Werner-Stadion vor leider nur 657 Zuschauern gleich mehrere Serien. Während Weiche nun aus den vergangenen vier Spielen ohne Niederlage zehn Punkte holte, war es für Norderstedt die vierte verlorene Partie in Folge. Zugleich blieb Weiche daheim gegen Norderstedt in allen jetzt sieben Begegnungen ungeschlagen. Die Eintracht hat von den dreizehn Duellen mit Weiche lediglich eines – am 16. August 2016 mit 2:1 unter unserem heutigen Oberliga-Trainer Thomas Seeliger – gewinnen können. Unsere Mannschaft, bei der Tayfun Can gegen seinen Ex-Klub nicht im Kader stand, kann sich nun in aller Ruhe auf das Landesderby am kommenden Sonnabend beim VfB Lübeck vorbereiten.

 

Nur drei Tage nach dem 1:1-Remis bei der U 23 des SV Werder Bremen baute Trainer Daniel Jurgeleit die Startelf gleich auf sechs Positionen um. Für den in Bremen verletzt ausscheidenden Jovan Vidovic sowie Dominic Hartmann, Ilidio Pastor Santos, Kevin Schulz, Casper Olesen und Tim Wulff begannen Patrick Thomsen, Julian Stöhr, Fabian Graudenz, Gökay Isitan, Jonas Andersen und Saisondebütant Marvin Ibekwe. In einem 3-4-3-System bildeten Kevin Njie (rechts), Angelos Argyris (zentral) und Christian Jürgensen (links) die Dreierkette vor Torhüter Florian Kirschke. Torge Paetow, Patrick Thomsen, Julian Stöhr sowie Fabian Graudenz hinter den Spitzen spielten im Mittelfeld. Mit Gökay Isitan, Jonas Andersen und Marvin Ibekwe setzte Trainer Daniel Jurgeleit auf ein Angriffstrio. Im Verlauf der zweiten Halbzeit wurden Finn Wirlmann, Kevin Schulz und Tim Wulff eingewechselt. Auf der Bank blieben Ersatztorhüter Ingmar Struck, Ture Blaue, Dominic Hartmann, Florian Meyer und Casper Olesen. Neben den langzeitverletzten Nedim Hasanbegovic und Jonas Walter (beide Knie) standen auch Ersatztorhüter Raphael Straub, der angeschlagene Jovan Vidovic, der geschonte Ilidio Pastor Santos und Tayfun Can nicht im Spieltagskader.

 

Bei den beinahe hochsommerlichen Bedingungen entwickelte sich ein relativ zerfahrenes Spiel, in das unsere Mannschaft nur sehr schwer hineinfand. Die erste Möglichkeit – eine richtig gute Chance – hatte der Norderstedter Linksaußen Brüning, dessen Kopfball nach dem ersten Eckstoß SC-Torhüter Florian Kirschke entschärfen musste (2). Danach dauerte es bis zur 22. Minute, ehe mal wieder etwas Aufregung in die Partie kam. Nach einem schönen weiten Ball von Koch in den Lauf von Brüning konnte Kevin Njie in höchster Not klären (22.). Sekunden später köpfte Marvin Ibkewe eine Flanke von Gökay Isitan auf der Gegenseite über den Kasten (22.). Damit begann die beste Phase der Gastgeber, die gleich noch zwei Chancen zur Führung hatten. Nach einem gelungenen Doppelpass mit Kevin Njie kam Gökay Isitan auf halbrechts zum Abschluss, aber den Flachschuss parierte Torhüter Huxsohl (28.). Gleich darauf störte Jonas Andersen erfolgreich, sodass Fabian Graudenz überraschend frei vor dem Eintracht-Schlussmann auftauchte, doch der Ex-Cottbusser setzte den Ball bei der lange Zeit besten Flensburger Möglichkeit neben den Pfosten (29.). So blieben die letzten beiden Gelegenheiten vor der Pause den Norderstedtern vorbehalten. Erst zielte Brisevac aus der Distanz flach am Kasten vorbei (40.), dann konnte Brüning einen weiten Diagonalball gut verarbeiten. Der vor der Pause sehr auffällige Brüning zwirbelte das Streitobjekt von halblinks mit rechts haarscharf am rechten Tordreieck vorbei (45.).

 

Die Startphase der zweiten Halbzeit gehörte Weiche. Gökay Isitan traf mit einem direkt getretenen Freistoß aus 22 Metern den linken Pfosten (48.). Nach einem weiten Einwurf von Torge Paetow köpfte Patrick Thomsen am Kasten links vorbei (54.). Christian Jürgensen setzte den Ball nach Ablage von Jonas Andersen über das Gehäuse (56.). Und Fabian Graudenz konnte von halbrechts mit links mal aus 20 Metern Torhüter Huxsohl prüfen (58.). Nachdem Marvin Ibekwe am kurzen Pfosten vorbeigezielt hatte (60.), ebbte diese gute Phase der Gastgeber jedoch wieder ab. Kurz zuvor hatte schon Brüning eine aussichtsreiche Chance auf der Gegenseite ausgelassen (59.).

 

Nun kam Norderstedt immer besser in die Partie. Vor allem durch schnelles Umschalten erspielten sich die Gäste Chancen. Nach einer Flanke von Marxen von rechts köpfte Lüneburg im Zentrum per Aufsetzer, aber der Flensburger Torhüter Florian Kirschke parierte stark (62.). Den nachfolgenden Eckstoß köpfte Lüneburg dann über das Tor (63.). Es folgten einige flüssige Konter der Eintracht, die defensiv gut stand und nun auch mutig und schnell nach vorn agierte. So schoss Brisevac am kurzen Eck vorbei (67.). Der immer stärker werdende Nyarko trieb den Ball schnell durch das Mittelfeld, setzte Lüneburg ein, der wiederum Marxen freispielte, doch Florian Kirschke war zur Stelle (80.). Marxen passte in den Lauf von Brown, der – allein vor Florian Kirschke – am kurzen Eck vorbeizielte (88.). Spätestens jetzt wäre eine Eintracht-Führung kaum unerwartet gewesen. Wenig zuvor hatten beide Seiten auf je einen Strafstoß gehofft, aber der gute Unparteiische Felix Bahr (Landkreis Stade) verweigerte richtigerweise sowohl den Pfiff für Fabian Graudenz, der nach einem schönen Pass von Finn Wirlmann vor Torhüter Huxsohl auftauchte und von hinten leicht gehalten wurde (82.), als auch für Brown, der von Julian Stöhr attackiert worden war (83.). Unsere Mannschaft hatte ansonsten in der letzten halben Stunde nur noch eine Möglichkeit zu verzeichnen, als nach Vorarbeit von Julian Stöhr über links im Zentrum Finn Wirlmann vor Torhüter Huxsohl an den Ball kam, doch die Kugel über die Latte setzte (73.).

 

So hatte sich alles schon auf ein torloses Remis eingerichtet, obgleich die Flensburger Fans ihre Mannschaft weiterhin lautstark antrieben. Es lief aber bei zunehmender Hitze immer weniger zusammen. Der eingewechselte Tim Wulff holte in der letzten Minute der Nachspielzeit noch einmal einen Freistoß im rechten Halbfeld heraus, und Julian Stöhr lief an – im langen Eck schlug die Kugel, unberührt von Feind und Freund, überraschend zum 1:0-Sieg ein (90.+4). Jubelstürme auf der einen und tiefste Enttäuschung auf der anderen Seite sowie der Abpfiff des Unparteiischen waren die Folge.

 

Unsere Mannschaft hatte – wie Trainer Daniel Jurgeleit auf der Pressekonferenz nach der Partie ebenfalls hervorhob – in Torhüter Florian Kirschke und Kevin Njie ihre besten Akteure. Positiv sei zudem Angelos Argyris erwähnt, auch wenn nicht jeder weite Ball in die Offensive ankam; defensiv löste der Grieche seine Aufgaben weitgehend sehr gut. Beim FC Eintracht war der spielfreudige Nyarko der auffälligste Akteur. Vor der Abwehr agierte Koch sehr solide, und aus der ersten Halbzeit konnte Brüning auf links überzeugen. Leider schied Grau – ebenfalls ein Aktivposten der Gäste – verletzt aus (71.).

 

Am neunten Spieltag wird unsere Mannschaft zum VfB Lübeck reisen. Das Landesderby, inzwischen aufgrund der Konkurrenzsituation von beiden Seiten mit gehöriger Brisanz versehen, wird im Stadion an der Lohmühle am kommenden Sonnabend, 7. September 2019, um 14 Uhr angepfiffen. Während Weiche in der vergangenen Saison in den drei Aufeinandertreffen sieglos blieb – in der Liga erst 1:3 in Lübeck, dann 0:0 sowie die bittere 0:1-Pokalendspiel-Niederlage –, konnte der Ex-Zweitligist in der Saison 2017/18 nichts ausrichten, unterlag unseren Männern in der Liga daheim äußerst schmerzhaft mit 0:4 und dann im Manfred-Werner-Stadion 0:1 sowie im Landespokalviertelfinale an der Lohmühle nach Elfmeterschießen. Die Hansestädter haben eine starke zweite Halbserie 2018/19 gespielt und waren dann mit fünf Siegen in die Liga gestartet, sodass sie ihre Meisterschafts- und Aufstiegsambitionen eindrucksvoll unterstrichen. Doch ausgerechnet beim Spiel zum 100jährigen Vereinsjubiläum gegen Meister VfL Wolfsburg II patzten die Marzipanstädter, verloren vor 6.157 Fans nach 1:0-Führung mit 1:2-Toren. Es war nach einer kompletten Saison 18/19 ohne Heimpleite die erste Niederlage vor eigenem Publikum seit dem 24. März 2018, als die U 21 des HSV in Lübeck 2:0 gewinnen konnte. Das heißt, die Grün-Weißen waren 24 (!) Heimauftritte in Folge unbesiegt. Herausragender Akteur beim Titel(mit)favoriten ist aktuell Ahmet Arslan, der nicht nur beim Pokalfinale im Mai gegen unseren Torhüter Florian Kirschke vom Strafstoßpunkt zum einzigen Tor getroffen hatte, sondern zudem aktuell mit sechs „Buden“ zu den erfolgreichsten Torschützen der Liga zählt. Unsere Mannschaft wird bestens vorbereitet und hochkonzentriert zum VfB Lübeck mit der Zielstellung reisen, auch vom fünften Saisonauswärtsspiel etwas Zählbares mitzunehmen.

 

Weiche: Kirschke – Njie (V), Argyris, Jürgensen (Kap./V) – Paetow, Thomsen, Stöhr – Graudenz – Isitan (63. Wirlmann/V), Andersen (69. K. Schulz), Ibekwe (78. Wulff).

 

Tor: 1:0 Stöhr (90.+4).

 

Zuschauer: 657 im Manfred-Werner-Stadion, Flensburg-Weiche.

 

Schiedsrichter: Felix Bahr (SV Ahlerstedt/Ottendorf; Stade), unauffällige und von daher grundsolide Leistung, wobei er dreimal „Gelb“ – alle für die Gastgeber – zeigte (Wirlmann wegen Haltens von Marxen, 76.; Jürgensen nach Fouls an Nyarko, 80.; Njie nach Foul an Bork, 88.).

 

 

Die Trainerstimmen:

 

Der Eintracht-Trainer Jens Martens beglückwünschte zunächst Weiche zum Sieg, der aber auch durchaus zu Gunsten seiner Mannschaft hätte ausfallen können. Seine Mannschaft habe ein tolles Spiel geliefert. Nachdem sie zuletzt so große Schwierigkeiten im Defensivverhalten habt habe, hat sie es heute ausgezeichnet gemacht. Und wenn er auf sein Chancenprotokoll schaue, schlage die Waage eindeutig zu Gunsten seiner Mannschaft aus. „Aber: Wenn man seine Chancen nicht macht, wird man im Fußball bestraft, und heute sind wir ganz ganz bitter bestraft worden durch ein Freistoßtor in der allerletzten Sekunde.“ Über die Länge der vierminütigen Nachspielzeit habe er sich gewundert. Der Trainer abschließend: „Die Mannschaft sitzt jetzt natürlich mit gesenkten Köpfen in der Kabine. Wir haben versucht, sie wieder aufzurichten. Sie ist aber selbstkritisch genug, um zu wissen, dass sie heute wirklich etwas verschenkt hat, obwohl sie eine gute Leistung gezeigt hat.“

 

Unser Trainer Daniel Jurgeleit schloss sich den Worten des Eintracht-Trainers an. „Ich sehe es ähnlich. Norderstedt hatte in der zweiten Halbzeit Möglichkeiten, den entscheidenden Treffer zu erzielen.“ Allerdings erinnerte unser Trainer auch daran, dass seine Mannschaft selbst in Führung hätte gehen können, als Fabian Graudenz in der 28. Minute das Tor nicht traf. Dann wäre das bei den Temperaturen wohl ein ganz anders Spiel geworden. So aber sei seine Mannschaft zunehmend unsicher etwa im Passspiel geworden. Das merke der Gegner, der dann seine Möglichkeiten nicht genutzt habe. Es könne aber immer etwas passieren, auch in der 93. oder 94. Minute. Das sei seiner Mannschaft zum Glück diesmal in der letzten Sekunde gelungen. Ihn freue es besonders für Julian Stöhr, „der nicht so glücklich gespielt hat“. Er würde jedoch lieber solche Partien mit 1:0 gewinnen als 0:0 zu spielen. „Es war ein schweres Spiel, besonders angesichts der Witterungsbedingungen. Das hat man vor allem jenen angemerkt, die am Mittwoch gegen Werder Bremen gespielt haben.“ Es habe in den vergangenen Wochen jedenfalls ein volles Programm gegeben, was man heute gerade bei jenen gemerkt habe, die zuletzt viele Einsatzzeiten hatten. Herausheben wollte Daniel Jurgeleit allerdings zwei Spieler: Florian Kirschke und Kevin Njie. Bei allen anderen sah es heute eher ein bisschen „nach Quälerei“ aus, so unser Trainer.

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